Auch für Erwachsene geeignet
Das letzte AufgebotDer fünfzehnjährige Jakob ist verliebt, so lässt sich einiges ertragen; es ist das Jahr 1944, der Krieg wütet seit Jahren, ein Ende scheint nicht in Sicht. Als die SS in das kleine Dorf Steinbach kommt, ...
Der fünfzehnjährige Jakob ist verliebt, so lässt sich einiges ertragen; es ist das Jahr 1944, der Krieg wütet seit Jahren, ein Ende scheint nicht in Sicht. Als die SS in das kleine Dorf Steinbach kommt, wird es ernst. Die Sechzehnjährigen werden einberufen, den Jüngeren nahegelegt, sich ebenfalls freiwillig zu melden zum Dienst an der Front. Die Jungs sind begeistert; endlich können sie sich beweisen und dem Vaterland dienen, darauf warteten sie schon eine lange Zeit. Maria aber will Jakob nicht verlieren, sie ist am Boden zerstört. Dabei hütet sie ein Geheimnis, das nicht nur Jakob Verderben bringen kann.
»Wenn es verboten ist, das Richtige zu tun, und wenn man gezwungen wird, Dinge zu tun, die falsch und feige sind, dann kann das ja nicht passen. Dann passt irgendwann überhaupt nichts mehr. Das wird mir plötzlich klar. Vieles wird jetzt klarer.« (Seite 172)
Eigentlich wollte ich vorerst keine Jugendbücher mehr lesen, bin beim vorliegenden Buch aber froh darüber, eine Ausnahme gemacht zu haben. Die Geschichte von Jakob steht sicherlich stellvertretend für Tausende und Abertausende von Schicksalen und kann sich so oder so ähnlich abgespielt haben, auch wenn das Dorf Steinbach fiktiv ist. Moritz Seibert hat es geschafft, einen Jungen vor meinen Augen entstehen zu lassen, der authentisch war und dem ich jeden Gedanken sowie jedes Gefühl abgenommen habe. Ich konnte nachvollziehen, wie er sich gefühlt hat in Situationen, die furchterregend waren. Ich verstand seine Hoffnung, seine Trauer, konnte seinen Hass und seine Wut gut nachempfinden. Bis zuletzt verfolgte ich voller Spannung Jakobs Weg und bin besonders mit dem Ende sehr zufrieden. Große Leseempfehlung gibt es dafür von mir.