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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Vielversprechender Serienauftakt

Dunkle Sühne
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Deputy Emmy Clifton ist noch relativ jung in ihrem Amt, als ein schreckliches Verbrechen ein Schatten über den kleinen Ort North Falls wirft. Zwei Mädchen im Teenageralter sind verschwunden und die Anzeichen ...

Deputy Emmy Clifton ist noch relativ jung in ihrem Amt, als ein schreckliches Verbrechen ein Schatten über den kleinen Ort North Falls wirft. Zwei Mädchen im Teenageralter sind verschwunden und die Anzeichen deuten auf eine Entführung hin. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt und für Emmy wird es zusätzlich noch persönlich, da eines der beiden vermissten Mädchen die Tochter ihrer besten Freundin ist. Wird es Emmy rehtzeitig gelingen ihrer freundin die Tochter zurückzubringen? Wer kommt in dem kleinen Ort für ein solches Verbrechen in Frage, wo doch jeder jeden zu kennen scheint? Emmy stößt bei ihren Ermittlungen auf dunkle Geheimnisse in der heimischen Kulisse...

Ich habe bereits einige Thriller aus der Feder der erfolgreichen amerikanischen Autorin Karin Slaughter gelesen und war jedes mal begeistert von den vielschichtigen und packenden Geschichten. Mit viel Vorfreude und einer entsprechenden Erwartungshaltung bin ich in ihr neues Werk gestartet, welches zugleich den Beginn einer neuen Serie darstellt. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt lebendigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die kleine amerikanische Vorstadt entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem Verschwinden der beiden Mädchen direkt zu Beginn des Buches sehr gut aufgebaut und über die sich schwierig darstellenden und mit überraschenden Wendungen versehenden Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht hohen Niveau gehalten. Die Hauptprotagonisten sind interessant gezeichnet und tragen mit ihren privaten Geschichten zum Gelingen der Story bei. Für mich zog sich gerade der mittlere Teil ein wenig, was aber Jammern auf einem hohen Niveau ist.

Insgesamt konnte mich "Dunkle Sühne" bis zum Finale in den Bann ziehen und sowohl die Ermittler, ihre internen Verbindungen, die Storyline und das Erzähltalent von Karin Slaughter machen den Thriller zu einem verheißungsvollen Auftakt einer neuen Reihe. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es dementsprechend mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Eine bedrückende Geschichte

Was man nicht sieht, ist doch da
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Tirol befindet sich im Jahr 1954 noch in der Zeit einer noch lang nicht abgeschlossenen Entnazifizierung. Um die gesellschaftlichen Strukturen aufrecht zu erhalten wird versucht auch Personen mit Nazi-Vergangenheit ...

Tirol befindet sich im Jahr 1954 noch in der Zeit einer noch lang nicht abgeschlossenen Entnazifizierung. Um die gesellschaftlichen Strukturen aufrecht zu erhalten wird versucht auch Personen mit Nazi-Vergangenheit in die Prozesse zu integrieren. Die Folge hiervon muss der noch sehr junge Hans Dakota erleiden, der nach einer diffamierenden Anzeige einer Nachbarin, ohne dass die Hintergründe geprüft werden, von der Schule direkt in ein "Besserungsheim" verbracht wird. Dort versuchen die noch von den alten Strukturen geprägten Aufseher den "Zöglingen" Moral und Anstand beizubringen. Hans muss zum einen erkennen, dass seine Eltern kaum eine Chance haben, ihn aus dieser Hölle zu befreien und dass in diesen Heimen eine Struktur herrscht, die weit an der Menschlichkeit vorbeiführt.

Die in Kufstein geborene Autorin Margit Weiss veröffentlicht mit "Was man nicht sieht, ist doch da" einen unbequemen und auch nachdenklich stimmenden historischen Roman. Sie erzählt die Geschichte in einem der Zeit angepassten Schreibstil und arbeitet dabei mit kurzen und klaren Sätzen. Das Ganze wirkt dadurch ein eher streng und kalt, was sich hervorragend mit dem brisanten Thema vereint und die Geschehnisse sehr authentisch erscheinen lässt. Die vielen kurzen Kapitel sind mit jeweiligen Perspektivwechseln versehen, was der Geschichte eine zusätzliche Tiefe verleiht. Das insgesamt mit 157 Seiten doch recht kurze Buch wirkt auf mich dann aber auch ein wenig hastig erzählt und lässt vielleicht noch Potential liegen, auf der anderen Seite regt es somit zum Nachdenken an.

Insgesamt ist "Was man nicht sieht, ist doch da" schon ein aus meiner Sicht lesenswertes Buch, welches die Thematik einer verrohten und sehr strengen vom 2. Weltkrieg gezeichneten Gesellschaft gut aufarbeitet. Der Schreibstil hat mir persönlich sehr gut gefallen und wirkte passend und ist sehr klar. Von daher empfehle ich das Buch gerne weiter und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Gelungener Regionalkrimi

Die Schlange von Sirmione
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Der äußerst strapaziöse Alltag der Chefinspektorin Edwina Teufel aus Wien hat sie an die Grenze ihre Belastbarkeit gebracht, so dass sie sich nun in einem Sabbatical auf die Suche nach ihrer inneren Ruhe ...

Der äußerst strapaziöse Alltag der Chefinspektorin Edwina Teufel aus Wien hat sie an die Grenze ihre Belastbarkeit gebracht, so dass sie sich nun in einem Sabbatical auf die Suche nach ihrer inneren Ruhe am Gardasee gemacht hat. In einem entspannten Job im Fundbüro sucht sie die Ablenkung und wird dort mit einer sehr skurilen Begegnung konfrontiert. Ein alter zerstreuter Mann betritt mit einer Schlange das Ladenlokal und als dieser dann kurze Zeit später tot aufgefunden wird, ist das schwer zu unterdrückende Ermittlergen wieder geweckt und lässt Edwina keine Ruhe. Sie mischt sich in die Ermittlungen ein und versucht dem vermeintlichen Täter auf die Spur zu kommen.

Ich habe bereits viele Kriminalromane aus der Feder der österreichischen Autorin Isabella Archan gelesen und war immer wieder begeistert von ihren oft etwas besonderen Protagonisten und außergewöhnlichen Fällen. Mit viel Vorfreude bin ich daher in ihr neues werk "Die Schlange von Sirmione" gestartet. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt eigenwilligen aber sehr gut zu lesenden Schreibstil, in dem sie oft auch in die Gefühlswelt ihrer Akteure eintaucht. Der Spannungsbogen wird mit dem plötzlichen Tod des unbeliebten "Eistüten-Königs" von Sirmione zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die schwierigen Ermittlungsarbeiten auf einem aus meiner Sicht ordentlichen Niveau gehalten. Getragen wird die Handlung vom speziellen Auftreten Edwina Teufels, die mit ihre Art durchaus aneckt, aber so auch einen speziellen Charme versprüht. Das Ganze konnte mich bis zum Finale, welches von einer gut nachvollziehbaren und für mich völlig überraschenden Auflösung abgerundet wird, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Die Schlange von Sirmione" für mich ein gelungener Regionalkrimi, der mich in erster Linie mit einer doch auf ihrer Art charmanten Ermittlerin, einer durchdachten und gut konzipierten Story und natürlich dem Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Ich empfehle das Buch daher gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Gefährliche Aura

We Burn Daylight
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Eigentlich ist Lamb "nur" ein Landschaftsgärtner, aber er besitzt die Gabe, Menschen von sich und seinen Ideologien zu überzeugen, so dass es immer mehr Menschen nach Waco zieht, wo er über die Prophezeiungen ...

Eigentlich ist Lamb "nur" ein Landschaftsgärtner, aber er besitzt die Gabe, Menschen von sich und seinen Ideologien zu überzeugen, so dass es immer mehr Menschen nach Waco zieht, wo er über die Prophezeiungen Gottes für die letzten Tage der Menschen predigt. Unter ihnen ist die Teenagerin Jay mit ihrer Mutter. Nach einer Begegnung mit dem gleichaltrigen Sheriffs-John Roy fühlt sich Jay zu ihm hingezogen und versucht sich aus den Fängen der Gemeinschaft zu lösen, muss dafür aber auch ihre Mutter überzeugen, oder sie verlassen. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und für die junge Liebe scheint es nur wenig Hoffnung zu geben...

Der vielfach ausgezeichnete amerikanische Autor Bret Anthony Johnston hat sich in seinem neuen Roman mit den dramatischen Begebenheiten der Branch Davidians im Jahre 1993 auseinandergesetzt. Ich habe die vielen guten Bewertungen seines Debüt-Romans "Justins Heimkehr" gelesen und bin mit einer hohen Erwartungshaltung in das Buch gestartet. Er erzählt die Geschichte in einem sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führt. Aus meiner Sicht gelingt es ihm dabei sehr gut die besondere und rational nur schwer nachvollziehbare Faszination um den Sektenführer in eine bewegende Leibesgeschichte einzubetten. Die historischen Fakten um dieses Sektendrama wirken sehr gut recherchiert und sorgen mit dem realen Hintergrund für noch mehr Betroffenheit. Aufgrund der vergeblichen Versuche seitens des FBI für eine Deeskalation zu sorgen, scheint die junge Verbindung der beiden Teenager die einzige wirkliche Waffe gegen das sich anbahnende Fiasko zu sein.

Insgesamt ist "We burrn daylight" ein für mich gelungener Roman mit einem sehr gut aufbereiteten und immer wieder aktuellen Thema des Fanatismus und einem entsprechenden Umgang damit. Bret Anthony Johnstons Erzähltalent hat mich dabei in den Bann gezogen und die dramatische Vergangenheit noch einmal aufleben lassen. Ein lesenswertes Buch, welches ich gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Wenn Luxus zum Problem wird

The Island - Auf der Flucht
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Die Hotelmanagerin Lola hat in Hongkong ein schweres Problem, welches sich anders löst als sie gehofft hat. Für sie gilt es die Flucht zu ergreifen und an einem anderen Ort einen Neustart zu versuchen. ...

Die Hotelmanagerin Lola hat in Hongkong ein schweres Problem, welches sich anders löst als sie gehofft hat. Für sie gilt es die Flucht zu ergreifen und an einem anderen Ort einen Neustart zu versuchen. Ihr Freund Moxham kann da aushelfen und lädt sie auf Keeper Island ein, die Trauminsel für die ganz Reichen, auf der jeder Wunsch erfüllt wird. Das vermeintliche neue Glück stellt sich aber schnell als Alptraum dar, als die Leiche von Moxham im Meer gefunden wird. Lola glaubt den Vermutungen, dass es sich um einen Unfall handeln sollte, nicht und macht sich auf die Suche nach den Geheimnissen auf der Insel, ohne zu ahnen, auf welche menschlichen Abgründe sie dabei stößt...

Die prämierte amerikanische Autorin Nicola Martin hat mit "The Island - Auf der Flucht" einen aus meiner Sicht spannenden Thriller veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem leicht zugängigen und flüssig zu lesenden Schreibstil und arbeitet viel mit der direkten Rede. Der Spannungsbogen wird mit dem Tod des Ressource-Chefs gut aufgebaut und kann dann nach anfänglichen Schwierigkeiten auf einem guten Niveau gehalten werden. Gerade die erste Hälfte des Buches zog sich aufgrund vieler Protagonisten und vermeintlicher Nichtigkeiten ein wenig in die Länge, während das Tempo danach deutlich angezogen wurde und die Spannung somit auch deutlich in die Höhe ging. Das Ganze bleibt ein wenig verworren und die vielen Optionen laden zum Miträtseln bezüglich Täter und Tathintergründe ein. das fulminante Finale rundet das Buch mit einer nachvollziehbaren Auflösung gelungen ab.

Insgesamt ist "The Island - Auf der Flucht" für mich ein ordentlicher Thriller, der mir einige spannende Lesestunden bescherte. Die Autorin Nicola Martin kann mit einem ordentlichen tempo und einer komplex konstruierten Geschichte überzeugen. Ich empfehle den Spannungsroman daher gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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