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Veröffentlicht am 21.07.2025

Eine großartige Comic-Adaption von „Die Königinnen der Würstchen“!

Die kleinen Königinnen
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Jedes Jahr werden an Mirelles Schule die drei hässlichsten Mädchen zur „Wurst des Jahres“ gekürt. Mirelle gehört zu den regelmäßigen Gewinnerinnen dieses schulinternen Wettbewerbs, der ausgerechnet von ...

Jedes Jahr werden an Mirelles Schule die drei hässlichsten Mädchen zur „Wurst des Jahres“ gekürt. Mirelle gehört zu den regelmäßigen Gewinnerinnen dieses schulinternen Wettbewerbs, der ausgerechnet von ihrem ehemaligen Kindergartenfreund Malo ins Leben gerufen wurde. Mehrmals schon hat er sie zur goldenen Wurst gewählt. Dieses Jahr jedoch hat sie nur Bronze erhalten, Astrid und Hakima seien angeblich größere Vogelscheuchen als sie. Diese Aktion ist einfach nur extrem fies, aber Mirelle hat sich damit arrangiert und nimmt das Ganze mit Humor. Da sie inzwischen ein Profi in Sachen Mobbing ist, beschließt sie die zwei anderen „Würste“ aufzusuchen, um sie aufzubauen. Zuerst versucht sie der weinenden Astrid klarzumachen, dass sie sich auf keinen Fall das Leben von diesem Idioten Malo vermissen lassen sollte. Danach machen sich die beiden auf den Weg zu Hakima, die ebenfalls ganz schockiert über ihre Platzierung ist. Zusammen beschließen die drei Mädchen, sich nicht unterkriegen zu lassen und schmieden spontan einen abenteuerlichen Plan: Sie wollen mit dem Fahrrad nach Paris reisen, mit dem Ziel, die berühmte Gartenparty im Pariser Élysée-Palast am französischen Nationalfeiertag zu crashen. Jede von ihnen hat dabei ein ganz eigenes Motiv. Begleiten wird sie Hakimas großer Bruder Kader, der bei einem Militäreinsatz beide Beine verloren hat und fortan im Rollstuhl sitzt. Finanziert wird ihre Reise ironischerweise durch den Verkauf von Würstchen. Mitsamt Würstchenbuden-Anhänger radeln sie also los und erhalten immer mehr Aufmerksamkeit von den Medien. Ob sie es wohl rechtzeitig bis zum 14. Juli nach Paris schaffen werden?

Nachdem ich von Magali Le Huche bereits ihre Hexenkram-Reihe mit großer Begeisterung gelesen habe, bin ich bei dem hier vorliegenden Buch sofort hellhörig geworden. Als ich dann las, dass es sich dabei um eine Comic-Adaption von Clémentine Beauvais’ Jugendroman „Die Königinnen der Würstchen“ handelt, der 2017 auf Deutsch im Carlsen Verlag erschienen ist, ist meine Neugierde nur noch größer geworden. Über das Original habe ich schon eine Menge Gutes gehört, selbst gelesen habe ich es allerdings noch nicht. Meine Ausgabe liegt nun schon seit mehreren Jahren auf meinem SuB und wartet dort auf mich. Ich kann daher keinen Vergleich zur Romanvorlage ziehen, gehe aber sehr davon aus, dass Magali Le Huche mit ihrer Umsetzung einen hervorragenden Job gemacht hat. Mir jedenfalls hat diese Gaphic Novel ausgesprochen gut gefallen!

Die Geschichte erzählt von drei völlig unterschiedlichen Mädchen, die eines gemeinsam haben: Alle drei sind Außenseiterinnen und gelten als die hässlichsten Mädchen an ihrer Schule. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, lassen sich die drei nicht unterkriegen. Vor allem Mirelle, auf der verstärkt der Fokus liegt, nimmt das Ganze bewundernswert locker. Sie ist ein richtiges Highlight unter den weiblichen Protagonistinnen: Taff, schlagfertig, erfrischend selbstironisch und direkt, aber auch sehr warmherzig. Sie hat es irgendwie geschafft, die fiesen Kommentare nicht mehr an sich heranzulassen, was früher durchaus anders war. Ihre schrullig-selbstbewusste Art wirkt überaus motivierend und wird sicherlich nicht nur die zwei anderen „Würste“ Astrid und Hakima zu mehr Selbstbewusstsein und Körperliebe ermutigen, sondern auch so manche Leser*innen, allen voran natürlich junge Mädchen und Frauen.
Obwohl hier viele ernste und gesellschaftskritische Themen angesprochen werden, kommt die Handlung in keinster Weise bedrückend daher. Bodyshaming, (Cyber)-Mobbing, Vorurteile, Diskriminierung und Feminismus werden hier auf eine wunderbar humorvolle, behutsame und bestärkende Weise behandelt. Es macht einfach wahnsinnig viel Freude, die drei „Würste-Königinnen“ auf ihrem chaotischen Rad-Roadtrip zu begleiten und mitzuerleben, wie sie gemeinsam über sich hinauswachsen, einiges über sich selbst lernen und keine Herausforderungen scheuen. Stets nach dem Motto: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen. Man fiebert, fühlt und jubelt mit ihnen mit und bekommt beim Lesen richtig Lust darauf, selbst mal eine Fahrradtour durch Frankreich zu machen.

Magali Le Huche hat aus diesem Roadtrip-Roman eine großartige Graphic Novel gemacht. Sympathisch und lebensfroh setzt sie die spleenigen Charaktere in Szene, begeistert mit vielen liebevollen Details und fängt das französische Flair perfekt ein.

Fazit: Magali Le Huche präsentiert hier eine rundum gelungene Graphic Novel-Adaption von Clémentine Beauvais’ Jugendroman „Die Königinnen der Würstchen“, die sie sich niemand ab 12 Jahren entgehen lassen sollte. „Die kleinen Königinnen“ ist ein mitreißender Roadmovie in Comicform, der trotz ernster Themen herrlich witzig, frech und locker-leicht daherkommt. Ein wundervolles Wohlfühlbuch voller Herz, Humor und Freundschaft und zugleich ein echter Mutmacher. Ich bin absolut begeistert und kann es nun kaum erwarten, endlich die Originalgeschichte zu lesen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Genauso zauberhaft wie der erste Band!

Kevin, der kleine Vampir (2)
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Susie und der Draif Garlieb (halb Drache, halb Greif) haben sich dem Wander-Zirkus Monstrometti angeschlossen, in dem der 11-jährige Vampir Kevin zu Hause ist. Endlich muss Susie ihre schrecklichen Tanten ...

Susie und der Draif Garlieb (halb Drache, halb Greif) haben sich dem Wander-Zirkus Monstrometti angeschlossen, in dem der 11-jährige Vampir Kevin zu Hause ist. Endlich muss Susie ihre schrecklichen Tanten nicht mehr ertragen, allerdings zeigt sich sehr schnell, dass es gar nicht so leicht ist, als einziger Mensch unter Vampiren und Monstern zu leben. Während sich alle auf die Drachenparade des weltberühmten Festivals der Furcht freuen, sieht Susie diesem Spektakel mit gewisser Sorge entgegen. Auf den tödlichen Todessprung kann sie eigentlich gut verzichten, schließlich ist sie, anders als die anderen, nicht unsterblich. Kevin und seine Familie möchten die Parade aber unbedingt gewinnen, schließlich wird der Sieger als Zirkus des Jahres gekürt. Doch dann ist auf einmal Hund verschwunden (der eigentlich gar kein Hund ist). Die Spur führt in den Wilden Wald, wo die böse Hexe Furina Zorn ihr Unwesen treibt. Ein neues haarsträubendes Abenteuer beginnt...

Hierbei handelt es sich um den zweiten Band rund um Kevin, den kleinen Vampir, ins Deutsche übertragen von Kathrin Köller. Das Buch ist ohne Vorkenntnisse lesbar, allerdings empfiehlt es sich, mit dem ersten Teil zu starten, da die Bücher aufeinander aufbauen.
Nachdem mir das erste Abenteuer so gut gefallen hat, konnte ich das nächste kaum erwarten. Schon das Cover sieht wieder richtig toll aus und steigert die Vorfreude auf die Geschichte dahinter.

Erneut erweckt Matt Brown die lustig-trubelige Welt des Monsterzirkus Monstrometti zum Leben und präsentiert uns monstermäßig gute Unterhaltung vom Feinsten. Mit viel Fantasie, Humor und Liebe zum Detail erzählt der britische Autor von einem furchterregenden Festival, abenteuerlichen Zeitsprüngen, kniffligen Sphinx-Rätseln und schreiendem Eis. Er erzählt aber auch von Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, vom Anderssein und Glauben an sich selbst. Kevin und Susie sind zwei überaus sympathische Protagonistinnen, die einem sofort ans Herz wachsen. Sie zeigen uns einmal mehr, dass wahre Freundschaft keine Unterschiede kennt und so schnell nichts erschüttern kann. Trotz ihrer kleinen Differenzen halten sie immer fest zusammen, wachsen gemeinsam über sich hinaus und ermutigen dazu, sich selbst treu bleiben. Es macht einfach wieder großen Spaß, die Zwei zu begleiten, langweilig wird es dabei zu keiner Zeit. Die Erzählung sprüht nur so vor witzig-kreativen Ideen und schrägen Gestalten, ohne übertrieben oder albern zu wirken. Viele überraschende Wendungen halten einen in Atem und trotz Vampire, Hexen und Co. wird es an keiner Stelle gruselig (na ja, vielleicht nur ein ganz kleines bisschen). Für kleine Monsterliebhaberinnen ist diese Reihe einfach das ideale Lesefutter, aber auch als Erwachsener hat man seine helle Freude daran.

Ein echtes Highlight sind auch wieder die zahlreichen zauberhaften schwarz-weiß Illustrationen von Flavia Sorrentino, die das Ganze untermalen und perfekt zur Geschichte passen. Die Monstersteckbriefe im Anschluss eines jeden Kapitels sowie die Karte zu Beginn runden das Leseerlebnis perfekt ab und das Ende lässt auf eine weitere Fortsetzung hoffen.

Fazit: Genauso spannend, fantasievoll und monströs unterhaltsam wie der Vorgänger kommt Kevins zweites Abenteuer daher und begeistert mit wohligem Grusel, liebenswert-skurrilen Figuren und ganz viel Herz und Freundschaft. Ein schaurig-schönes Lesevergnügen für alle Monsterfans ab 8 Jahren! Mir hat auch dieser Band unheimlich viel Spaß gemacht, über ein weiteres Wiedersehen mit Kevin und seiner chaotischen Monstertruppe würde ich mich sehr freuen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Wunderschön und einfach zum Verlieben!

Plötzlich Mama!
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Der alte Dachs lebt allein in seinem Bau am Waldrand. Die vielen einsamen Jahre haben ihn zu einem mürrischen Griesgram und Eigenbrötler gemacht. Er hat am liebsten seine Ruhe und verlässt seinen Bau nur, ...

Der alte Dachs lebt allein in seinem Bau am Waldrand. Die vielen einsamen Jahre haben ihn zu einem mürrischen Griesgram und Eigenbrötler gemacht. Er hat am liebsten seine Ruhe und verlässt seinen Bau nur, um auf Essenssuche zu gehen, immer darauf bedacht, den anderen Waldtieren aus dem Weg zu gehen. Doch der Tag, an dem er ein Ei findet, wird sein Leben komplett verändern. Während sich der Dachs noch überlegt, wie er das Ei am besten zubereiten soll, beginnt es darin zu rumoren. Was eigentlich als Rührei oder Spiegelei auf seinem Teller landen sollte, ist plötzlich ein kleines Entenküken. Und nicht nur das: Es hält den Dachs für seine Mama! Verärgert darüber, dass er nun statt einer leckeren Mahlzeit ein kleines Vögelchen an der Backe hat, versucht der Dachs seinen neuen Mitbewohner loszuwerden. Er bringt es dorthin zurück, wo er das Ei gefunden hat – aber das kleine Küken folgt ihm heimlich nach Hause. Der Dachs ringt sich schließlich dazu durch, den kleinen Erpel bei sich aufzunehmen. Und wer hätte das gedacht, mit der Zeit genießt er es, eine Mama zu sein und kann sich ein Leben in Einsamkeit gar nicht mehr vorstellen.

Dem Erscheinen dieses Buches habe ich voller Vorfreude entgegen gefiebert. Schon Rebbeka Stelbrinks erstes Bilderbuch „Stille Post“, das sie gemeinsam mit der Autorin Andrea Tuschka erschaffen hat, war ein absolutes Schätzchen (solltet ihr es noch nicht kennen, schaut’s euch unbedingt an!). „Plötzlich Mama!“ ist nun allein aus ihrer Feder entsprungen und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen!

Schon das Cover ist ein Highlight, sowohl optisch als auch haptisch, und dahinter geht es genauso weiter. Visuell ist dieses Buch ein ganz besonderer Genuss. Rebekka Stelbrink hat erneut zu Pinsel, Schere, Farbe, Stift und Papier gegriffen, um daraus (ganz analog) die herrlichsten Papiercollagen zu zaubern. Aus unzähligen Papierschnipseln hat sie mit viel Liebe zum Detail, Geduld und Kreativität die Welt von Dachs und Erpel zum Leben erweckt. Lauter filigrane Papierelemente wurden zu verschiedenen Szenen arrangiert und anschließend so digitalisiert, dass die Dreidimensionalität perfekt eingefangen wurde. Man taucht in wundervolle Landschaften ein, begleitet den alten Dachs und den kleinen Enterich durch die Jahreszeiten und erfreut sich an den vielen bezaubernden und witzigen Details. Es gibt hier auf einfach so viel zu zu bestaunen und durch die coole 3D-Optik überkommt einem immer wieder das Verlangen, über die Seiten zu streichen, um etwas zu erfühlen. Rebekka Stelbrinks Kunstwerke sind einfach wieder faszinierend und wirken zudem auch sehr inspirierend. Hier wird garantiert so manches Kind dazu angeregt, selbst kreativ zu werden und sich beim Collagen-Basteln auszutoben.

Inhaltlich präsentiert uns die deutsche Künstlerin eine herzallerliebste und berührende Tiererzählung über die Bedeutung von Familie, Liebe, Geschlechterrollen und das Älterwerden. Auf eine kindgerechte Weise gibt uns die Geschichte einige wertvolle Botschaften mit auf den Weg. Sie zeigt uns, dass Familie nicht allein durch Blut definiert wird, dass das Mamasein über die Biologie hinausgeht und dass es sich lohnt, Veränderungen zuzulassen. Es macht einfach unheimlich viel Freude mitzuerleben, wie der alte Dachs und das kleine Küken zueinanderfinden und fortan gemeinsam durchs Leben gehen. Wie aus dem einsamen Grummeldachs eine freundliche und fürsorgliche Mama und schließlich sogar noch eine glückliche Oma wird. Man liest und betrachtet dieses Buch mit einem Dauerlächeln auf den Lippen und beendet es mit einem warmen Gefühl im Bauch.

Fazit: Einfach zum Verlieben! „Plötzlich Mama!“ ist eine warmherzige und lustige Tiergeschichte ab 3 Jahren, die uns liebevoll daran erinnert, das Familie so viel mehr ist als nur Verwandtschaft. Ein echter Bilderbuchschatz für Leser*innen jeden Alters mit detailreichen, farbenfrohen Papiercollagen zum Immer-wieder-Angucken. Ich bin ganz hin und weg von diesem Bilderbuch, ich kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein meisterhaft illustriertes, wortloses Bilderbuch für Jung und Alt!

Der letzte Hüter der Tiere
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Eine riesige Flut hat die Erde überschwemmt und das Wasser steigt immer weiter. Die Menschheit hat nicht überlebt, nur verschiedene Tiere sind noch da, die sich auf den letzten Landstrichen retten konnten. ...

Eine riesige Flut hat die Erde überschwemmt und das Wasser steigt immer weiter. Die Menschheit hat nicht überlebt, nur verschiedene Tiere sind noch da, die sich auf den letzten Landstrichen retten konnten. NOA, ein Roboter, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt und seine restlichen Bewohner zu schützen. Liebevoll kümmert er sich um die Tiere und baut ihnen aus Trümmern eine große Arche. Als alle sicher an Bord sind, setzt er entschlossen die Segel, ohne zu wissen, wohin die Reise führen wird. Auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause geschieht etwas Wundersames: Ein weiterer Roboter erscheint in einem großen Luftschiff und schließt sich der Rettungsmission an...

Aaron Becker gilt als Meister der Silent Books und das vollkommen zu Recht! Ihm gelingt es jedes Mal in seinen Büchern, ganz ohne Text tiefgreifende Botschaften zu vermitteln. Und sein neuer Geniestreich „Der letzte Hüter der Tiere“ bildet da definitiv keine Ausnahme.

Lose inspiriert von der biblischen Arche-Noah-Erzählung präsentiert uns Aaron Becker weiteren visuellen Bilderbuchgenuss vom Feinsten. Bis auf ein Zitat von Jane Goodell zu Beginn, welches die Kernaussage dieses Buches unterstreicht, kommt die Geschichte völlig textfrei daher. Allein mit Zeichenstift und Aquarellfarben hat es der US-amerikanische Autor und Illustrator einmal mehr vollbracht, Bilder zu erschaffen, die mehr aussagen, als es Worte jemals könnten. Atmosphärisch, kraftvoll, unglaublich detailreich und mit leichtem Steampunk-Einschlag ziehen seine Illustrationen einen direkt in den Bann, laden zum genauen Betrachten, wiederholten Durchblättern und Weiterspinnen ein und lassen viel Freiraum für eigene Interpretationen. Sämtliche Seiten strotzen mal wieder nur so vor Detailliebe, sodass man sich stundenlang in ihnen verlieren kann und auch nach mehrmaligem Anschauen etwas Neues entdeckt.

In gewohnter Aaron-Becker-Manier wird auch hier ganz leise eine starke Geschichte erzählt, die lange nachklingt. Als Betrachtender wird man in eine dystopische Welt entführt, die die enormen Auswirkungen des Klimawandels zeigt – und die vielleicht näher ist, als gedacht. Die Erde ist überschwemmt, die Menschheit komplett verschwunden. Es gibt nur noch Tiere und verschiedene Bauten, die davon zeugen, dass es die Menschen einst gegeben hat. Und dann ist da noch NOA, ein riesiger Roboter mit viel Empathie und Herz. Seine Liebe und Sorge für die Tiere sind direkt spürbar. Denn trotz fehlender Gesichtszüge und geschriebener Worte fühlt man seine Emotionen und Stimmungen, einzig indem man seine Körpersprache liest, die seine Gedanken und Gefühle wunderbar widerspiegelt. Selbstlos kümmert er sich um die Tiere und setzt alles daran, sie zu retten. In diesem Buch wird uns Menschen der Spiegel vorgehalten und gezeigt, was wir unserem Planeten mit unserem Verhalten antun. Wir alle sollten uns ein Beispiel an NOA nehmen und unseren Beitrag dazu leisten, unsere Erde zu einem besseren Ort zu machen.
Wie Beckers vorheriges Werk „Der Baum und der Fluss“ ist auch „Der letzte Hüter der Tiere“ eine Geschichte von Veränderungen. Von Verzweiflung und Zerstörung über Fürsorge, Entschlossenheit und Einfallsreichtum bis hin zu Geborgenheit, Zuversicht und Neuanfang. Aber wer weiß, vielleicht interpretiert ihr die Geschichte ja auch ganz anders als ich? Durch die fehlenden Texte sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Probiert es doch einfach mal aus!

Fazit: „Der letzte Hüter der Tiere“ ist eine brillant bebilderte, futuristische Neuerzählung der Arche Noah zum Immer-wieder-Angucken, Neu-Entdecken, Nachdenken und Staunen. Eine faszinierende wortlose Bilderbuchreise für Leser*innen jeden Alters. Fesselnd, bewegend, zeitlos und voller Hoffnung. Ich bin mal wieder absolut begeistert, ich kann Aaron Beckers neues Silent Book jedem ab 5 Jahren nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Ein wunderschönes Sommer-Wohlfühlbuch, das garantiert sommerglücklich macht!

Sahnebonbonsommer
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Die Geschwister Irma und August können die Sommerferien kaum erwarten. Endlich fahren sie wieder zu ihrem Opa, der in einem kleinen roten Häuschen mitten im Wald an einem See wohnt. Schon auf der Autofahrt ...

Die Geschwister Irma und August können die Sommerferien kaum erwarten. Endlich fahren sie wieder zu ihrem Opa, der in einem kleinen roten Häuschen mitten im Wald an einem See wohnt. Schon auf der Autofahrt sind die Zwei ganz aufgeregt und sprudeln nahezu über vor Sommerglückskribbeln. Ihre Freude erhält jedoch einen kleinen Dämpfer, als ihre Mama zurück in die Stadt muss, um für einen Arbeitskollegen einzuspringen. Da kommt den beiden eine tolle Idee: Sie wollen für Mama ganz viel Sommerglück sammeln, damit sie sich immer an all das Schöne hier bei Opa erinnern kann. Und Tante Tütt, die freundliche Café-Besitzerin, scheint ebenfalls gerade eine große Portion Sommerglück nötig zu haben. Denn auch sie wirkt zurzeit ziemlich bedrückt. Doch was genau gehört eigentlich alles zum Sommerglück dazu und wie fängt man es ein?

Seid ihr gerade auf der Suche nach einem einem richtig schönen Sommer-Wohlfühlbuch, das herrliche cozy Skandinavien-Vibes aufkommen lässt? Dann habt ihr mit dieser Vorlesegeschichte die perfekte Lektüre gefunden! Schon das einladende Cover versetzt einen in Urlaubsstimmung und dahinter geht es ganz genauso weiter.

Kristina Scharmacher-Schreiber hat mit „Sahnebonbonsommer“ mal wieder ein zauberhaftes Kinderbuch geschaffen, in dem vor allem eins steckt: Ganz viel Sommer. Gleich zu Beginn reisen wir mit den Zwillingen Irma und August zu ihrem Opa, der idyllisch an einem Waldsee wohnt. Wo genau die Geschichte spielt, wird an keiner Stelle erwähnt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass sie uns nach Nordeuropa mitnimmt, nach Schweden zum Beispiel.
Die riesige Vorfreude und Aufregung der Geschwister, ihr großes Sommerglückskribbeln, ist direkt spürbar. Man kann es nur zu gut nachempfinden, warum sich die beiden so sehr auf die Ferien bei ihrem Opa freuen. Baden am See, Herumstromern im Wald, Tante Tütts weltbeste Waffeln und Zitronenbrause, Opas leckere Sahnebonbons – was kann es Schöneres geben? Am liebsten würde man sofort seine Koffer packen und mitreisen. Es macht einfach total viel Freude, Irma und August auf ihrer Suche nach dem Sommerglück zu begleiten. Mit ihrer liebenswerten und aufgeweckten Art schließt man die Zwei fest ins Herz und hat ständig das Gefühl, selbst dabei zu sein. Man riecht den wohltuenden Waldgeruch regelrecht, fühlt das Kitzeln des Grases unter den nackten Füßen und schmeckt die erfrischende Zitronenbrause. Beim Lesen fragt man sich immer wieder, was eigentlich für einen selbst zum Sommer dazugehört. Wie schmeckt der Sommer? Wonach riecht er? Die Erzählung regt zu tollen gemeinsamen Gesprächen über die eigene Definition von Sommerglück an und lässt einen an besondere Marmeladenglasmomente zurückdenken.

Genauso liebevoll und heiter wie der Text sind auch die farbenfrohen Illustrationen von Blanca Millán, die die Geschichte zum Leben erwecken und eine wunderbare sommerlich-gemütliche Atmosphäre schaffen. Wie zu schnell ist man auch schon auf der letzten Seite angelangt, doch die Aussicht darauf, dass wir bereits im Herbst einen weihnachtlichen Zimtsternewinter mit den Geschwistern erleben dürfen, lässt einen das Buch voller Vorfreude zuklappen.

Fazit: „Sahnebonbonsommer“ ist eine wunderschöne hyggelige Sommergeschichte voller guter Ferienlaune und kindlicher Unbeschwertheit. Ein warmherziger und fröhlich-bunter Vorlesespaß ab 5 Jahren mit skandinavischer Sommeridylle zum Wegträumen und Wohlfühlen. Ein Buch, das garantiert sommerglücklich macht...und das ich aus vollem Herzen nur empfehlen kann, mich konnte es komplett verzaubern. Auf mein nächstes Wiedersehen mit Irma und August (dieses Mal vor winterlicher Kulisse) freue ich mich schon sehr! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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