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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2025

Ein interessantes Buch über ein chinesisches Frauenschicksal

Blume Vollmond
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Ein Buch über das Schicksal von Hua Manyue, der Tochter wohlhabender chinesischer Eltern während des Bürgerkriegs.
Hua Manyue ist eine begeisterte Mah-Jongg-Spielerin. Während sie spielt, blendet sie alles ...

Ein Buch über das Schicksal von Hua Manyue, der Tochter wohlhabender chinesischer Eltern während des Bürgerkriegs.
Hua Manyue ist eine begeisterte Mah-Jongg-Spielerin. Während sie spielt, blendet sie alles um sich herum aus. So ist sie auch gerade beim Spielen, als ihre reiche Familie angesichts des auflodernden Bürgerkriegs nach Taiwan flieht. Zu spät kommt sie nach Hause und findet nur noch ein von Revolutionären besetztes Haus vor. Mit Hilfe des Rikschafahrers, der einst bei ihren Eltern angestellt war, gelingt es ihr, sich zu verstecken und eine neue Identität anzunehmen. Fortan lebt sie unter ärmlichsten Bedingungen und unter einem anderen Namen …
Das Buch war sehr interessant, da es eindrucksvoll zeigt, mit welchen Mitteln während des chinesischen Bürgerkriegs Menschenleben zerstört wurden, wie die Bevölkerung lebte und was dies für ein individuelles Schicksal bedeutete. Der Schreibstil ist sehr distanziert und sachlich – das erschwerte es mir, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. Leider empfand ich die Protagonistin als wenig sympathisch – vielleicht war das sogar beabsichtigt?
Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus, denn das Buch ist inhaltlich sehr lehrreich.

Übrigens: „Blume Vollmond“ ist die deutsche Übersetzung des Namens der Protagonistin, Hua Manyue.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ein Buch über eine Mutter, die auf der Suche nach ihrem Sohn, sich selbst findet

Sunbirds
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Ein Buch über eine Mutter, die – auf der Suche nach ihrem verlorenen Sohn – sich selbst findet.
Seit sieben Jahren ist Torran verschwunden. Er verließ sein Hotelzimmer in Indien und kehrte nie zurück. ...

Ein Buch über eine Mutter, die – auf der Suche nach ihrem verlorenen Sohn – sich selbst findet.
Seit sieben Jahren ist Torran verschwunden. Er verließ sein Hotelzimmer in Indien und kehrte nie zurück. Anne hat alles aufgegeben, um ihren Sohn zu suchen: Sie verließ ihren Mann, ließ ihr Leben in Schottland hinter sich – und verlor dabei sich selbst. Nun gibt es einen neuen Hinweis auf seinen möglichen Aufenthaltsort, den ihre Nichte ihr nach Indien überbringt. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Reise …
Anfangs war ich etwas ungeduldig, da es eine Weile dauerte, bis man die Personen und ihre Zusammenhänge richtig einordnen konnte. Doch sobald sich das Bild fügte, tauchte ich ein in die Welt des Himalayas und begleitete Anne und ihre Nichte auf ihrer emotionalen Reise.
In einer eindrucksvollen, poetischen Sprache beschreibt Penelope Slocombe die Natur – die raue Bergwelt mit ihren Wetterkapriolen und ihrer Tierwelt – so bildhaft, dass man sie förmlich vor sich sieht.
„Die großen, unerschütterlichen Berge schienen zu wackeln und zu wandern, mitgerissen vom wütenden Gewittersturm.“
Sehr eindringlich wird der emotionale Aspekt des Verlusts eines Kindes dargestellt: was es bedeutet, nicht abschließen zu können, in einer endlosen Warteschleife zu verharren – und sich dabei selbst zu verlieren. Parallel dazu thematisiert der Roman auch die Verantwortung des Mutterseins und das ständige Hinterfragen, ob man dieser gerecht wird.
Man erhält einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistinnen. Ob sie am Ende finden, was sie suchen, müsst ihr selbst herausfinden.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter – vor allem der mittlere Teil ist ein absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Spannend bis zur letzten Seite

Auf der Lauer liegen
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Lydia und ihr Mann treffen Annie an einem verborgenen Ort, während sich Lydia noch umschaut, ob niemand sie beobachtet, würgt Andrew Annie. Lydia eilt herbei, reist sie weg und bringt sie um.

Welch ein ...

Lydia und ihr Mann treffen Annie an einem verborgenen Ort, während sich Lydia noch umschaut, ob niemand sie beobachtet, würgt Andrew Annie. Lydia eilt herbei, reist sie weg und bringt sie um.

Welch ein erstes Kapitel, sofort ist man gebannt, wie alles zusammenhängt.

Worum geht es?
Lydia lebt mit ihrem Ehemann, einem Richter, in einem wunderschönen, alten Haus, das sie von ihrem Vater geerbt hat. Sie haben einen Sohn, Laurence, den sie abgöttisch liebt. Alles könnte gut sein, hätten sie ihr Geld nicht dem Falschen anvertraut, trotzdem versucht ihr Mann, ihr alle Wünsche zu erfüllen. Ist das möglich?

Die unterschiedlichen Kapitel werden aus Sicht von Lydia, Laurence und Karen, Annies Schwester erzählt, so erhält man einen tiefen Einblick in das Seelenleben und den Charakter der Protagonisten. Liz Nugent hat eine unglaubliche Gabe, andersartige Menschen zu beschreiben, so dass man das Gefühl hat, alles sei normal.
Das Buch ist nie vorhersehbar, sehr raffiniert, alles entwickelt sich anders als man denkt, das macht das Buch unglaublich spannend. Erst auf den letzten Seiten weiß man, wie alles zusammenhängt.

Das Buch ist in meinen Augen kein Thriller, sondern eher ein Gesellschaftsroman mit Gänsehautfeeling. Es ist kein Wohlfühlbuch, manches ist widerlich, aber sind es nicht die menschlichen Abgründe, die uns interessieren?

Gerne spreche ich eine große Leseempfehlung aus

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Wie fühlt sich ein Schlaganfall an?

Hamster im hinteren Stromgebiet
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Dies ist das fünfte Buch, in dem der Autor über sich und seine Erlebnisse schreibt. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der inzwischen fünfzigjährige Joachim Meyerhoff lernt gerade ...

Dies ist das fünfte Buch, in dem der Autor über sich und seine Erlebnisse schreibt. Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.

Der inzwischen fünfzigjährige Joachim Meyerhoff lernt gerade mit seiner älteren Tochter, als seine linke Seite zunehmend gefühllos wird. Schnell reagiert er und lässt einen Krankenwagen rufen, die Fahrt ins Krankenhaus ist ein einziger Irrweg, dort angekommen wird er schnell einer Lysetherapie unterzogen, die das verschlossene Gefäß wieder öffnet, so dass er glimpflich davon kommt, jedoch ist danach nichts mehr so, wie es vorher war.

Sehr detailliert beschreibt Meyerhoff, wie sich der Schlaganfall anfühlt, super interessant zu lesen, was da im Körper vor sich geht. Auf der stroke unit liegend beschreibt er seine Zimmerinsassen, mit dem von ihm bekannten Humor und da er nicht schlafen kann, erinnert er sich an seine Reisen mit ihren skurrilen Begebenheiten. Als es ihm nach ein paar Tagen besser geht, beginnt der Weg in die Normalität, Reha, Untersuchungen über die Ursache und das Akzeptieren, das er jetzt nicht mehr unversehrt ist.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist gut geschrieben, schonungslos ehrlich, sehr interessant für mich als Pharmazeutin, die Schilderung, was in ihm vor sich geht und noch dazu habe ich oft, ob der Situationskomik laut lachen müssen.

Falls ihr ‚Die Zweisamkeit der Einzelgänger‘ gelesen habt und das Buch als blöd empfunden habt und darauf hin beschlossen habt, kein Buch mehr von Joachim Meyerhoff zu lesen, kann ich euch sagen, dass dieses Buch wieder genauso gut ist, wie die ersten Drei, von ihm geschriebenen und es sich lohnt alle anderen auch zu lesen.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Ein Wohlfühlbuch

Gern gesehene Gäste
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Matteo absolviert eine Lehre als Zimmermann und geht anschließend auf Wanderschaft. In seiner Freizeit liest er gerne. Nach seiner Rückkehr unterstützt er seine Mutter im Buchladen und renoviert gemeinsam ...

Matteo absolviert eine Lehre als Zimmermann und geht anschließend auf Wanderschaft. In seiner Freizeit liest er gerne. Nach seiner Rückkehr unterstützt er seine Mutter im Buchladen und renoviert gemeinsam mit anderen Handwerkern Häuser, darunter eines in Frankreich. Bei der Schlüsselübergabe lernt er Kiera kennen, eine ältere Schriftstellerin, die ihn sofort fasziniert. Als er erfährt, dass sie mit dem berühmten Schriftsteller Eric verheiratet ist, den seine Mutter sehr bewundert, bittet sie ihn, nach einer Lesung zu fragen. Eric gibt ihm einen Termin und fordert ihn auf, ihn mit dem Auto zu fahren. Die Fahrt verläuft so gut, dass Eric ihn bittet, ihn auf seiner gesamten Lesereise zu begleiten, während der einiges enthüllt wird.

Dieser Roman ist ein typisches Werk von Thommie Bayer. Der Erzählstil ist liebevoll, bildreich, ruhig und sehr angenehm zu lesen. Es ist ein Wohlfühlbuch, das im Schriftsteller- und Buchhandelmilieu spielt. Einfach nett.

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