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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wolkenleicht

Die Wolkengucker
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Wilma und Margarete sind Wolkengucker. Als Margarete stirbt, macht Wilma sich auf die Suche nach Menschen, die sich ebenfalls für Wolken interessieren. Sie lernt interessante, schräge und eigenartige Charaktere ...

Wilma und Margarete sind Wolkengucker. Als Margarete stirbt, macht Wilma sich auf die Suche nach Menschen, die sich ebenfalls für Wolken interessieren. Sie lernt interessante, schräge und eigenartige Charaktere kennen. Diese Aktion und die Menschen helfen ihr, ihren Verlust zu verarbeiten. Auch für die Menschen, die von nun an die Wolkengucker-Gemeinschaft bilden, verändert sich einiges. Da ist die Putzhilfe, die für Margarete gearbeitet hat und sie ebenfalls vermisst. Da sind ein junger Mann und seine achtjährige Tochter, die über einen Hinweiszettel zur Gruppe stoßen und ein fieser Nachbar, der zu einem Freund wird.
Das alles ist leicht und angenehm zu lesen. Man muss entspannt sein, um Wolken zu beobachten, denn sie bewegen sich meistens nur langsam. ie Protagonisten in dieser Geschichte brauchen gute Gründe, um diese Entschleunigung tatsächlich zu üben. Und in aller Gemächlichkeit wachsen sie aneinander.
Eine Geschichte zum Wohlfühlen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Nichts

Dr. No
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Professor Wala Kitu unterrichtet Mathematik. Sein Spezialgebiet ist das Nichts. Nun kommt John Sill, der sich als Bond-Schurke bezeichnet und kauft seine Dienste ein: Kitu soll helfen, aus Fort Knox einen ...

Professor Wala Kitu unterrichtet Mathematik. Sein Spezialgebiet ist das Nichts. Nun kommt John Sill, der sich als Bond-Schurke bezeichnet und kauft seine Dienste ein: Kitu soll helfen, aus Fort Knox einen Schuhkarton mit Nichts zu rauben. Es entwickelt sich eine verwirrende und witzige Parodie auf Spionage-Thriller, in der mehrere Nationen, ein skrupelloser Milliardär, zahlreiche Agenten und eine furchtbare Waffe eine Rolle spielen.
Die Figuren sind ungefähr so seltsam wie ein einbeiniger Hund, der besonderer Pflege bedarf, oder wie ein Mathematiker, der sich mit Themen befasst, die ein normaler Mensch nicht versteht. Abgesehen von allerlei Sonderbarkeiten rund um nichts ist die Geschichte durchaus vorhersehbar. Alles was man aus Geheimdienstromanen kennt, passiert hier. Hinzu kommen viele schräge Einfälle, die Spaß machen. Spannend wird es nicht, eher witzig und unterhaltsam, auch für mathematisch Unbedarfte. Wer sich gern mit Mathematik befasst, wird besondere Freude haben.

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Veröffentlicht am 18.08.2025

Charmant

Nächsten Sommer
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Felix hat ein Haus am Meer geerbt. Zusammen mit drei Freunden macht er sich in einem alten VW-Bus auf dem Weg dorthin, von Berlin nach Südfrankreich. Felix, der die Geschichte selbst erzählt, ist ein cooler ...

Felix hat ein Haus am Meer geerbt. Zusammen mit drei Freunden macht er sich in einem alten VW-Bus auf dem Weg dorthin, von Berlin nach Südfrankreich. Felix, der die Geschichte selbst erzählt, ist ein cooler Typ mit einer besonderen Beziehung zu Primzahlen und Quadratwurzeln, außerdem ein begnadeter Schachspieler. Marc spielt Gitarre, ihm gehört der Bus. Bernhard und Zoe sind eine Art Liebespaar, unterwegs kommen noch Lilith und Jeanne dazu.
Es geht täglich vorwärts, und es gibt einige Abenteuer zu erleben. Einmal geraten sie sogar in Lebensgefahr. Trotzdem ist der Stil stets entspannt und lässig. Die Reise bringt alle beteiligten Persönlichkeiten einen kleinen Schritt weiter in ihrer persönlichen Entwicklung.
Da war ich gerne dabei! Ein leichtes, fröhliches Sommerbuch.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Stimmungsvoll

Das Geschenk des Meeres
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Im schottischen Fischerdorf Skerry wird ein kleiner Junge an Land gespült. Er lebt, und er erholt sich bei der Lehrerin Dorothy, die vor vielen Jahren einen kleinen Jungen an das Meer verloren hat.
Die ...

Im schottischen Fischerdorf Skerry wird ein kleiner Junge an Land gespült. Er lebt, und er erholt sich bei der Lehrerin Dorothy, die vor vielen Jahren einen kleinen Jungen an das Meer verloren hat.
Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Zeitebenen. Im Jahre 1900 kommt Dorothy ins Dorf, um zu unterrrichten. In der Gegenwart nimmt das Geschehen um den Findeljungen seinen Lauf, dabei werden Erinnerungen an die damalige Zeit wach. Ich musste manchmal nachschauen, ob ich gerade eine frische Erinnerung lese oder eine nacherzählte Vergangenheit. Aber alle Kapitel sind so betitelt, dass man sich stets gut orientieren kann.
Das Lebensgefühl der Menschen ist damals wie heute eng mit dem Meer verbunden. Einzelheiten gehen besonders zu Herzen: ein verlorener Stiefel, ein roter Ball zeigen die Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber der wilden Natur. Alte Sagen vom Meer werden erzählt und man fragt sich, was davon wahr sein könnte.
Der Stil ist sehr emotional. Nah an den Figuren werden ihre Sehnsüchte und Verletzungen beschrieben. Niemand hier ist ohne Vorgeschichte, insbesondere nicht Dorothy, die von einer lieblosen Mutter gelernt hat, keine Gefühle zu zeigen. So ist die Atmosphäre im Roman stets stürmisch, kühl und rau.
Eine fesselnde und stimmungsvolle Reise ans Meer.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Brutales Mittelalter

Das Lied der Rose
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Guillaume (Wilhelm) ist im elften Jahrhundert der Herzog von Aquitanien. Seine Frau Philippa möchte an ihrem Hof feinere Sitten einführen. Dazu gehören neue Tischsitten und Besteck, ein gutes Benehmen ...

Guillaume (Wilhelm) ist im elften Jahrhundert der Herzog von Aquitanien. Seine Frau Philippa möchte an ihrem Hof feinere Sitten einführen. Dazu gehören neue Tischsitten und Besteck, ein gutes Benehmen der Ritter gegenüber den Hofdamen, eine schöne Einrichtung sowie Gesang und Poesie. Sahar ist eine der Sängerinnen und lebt ebenfalls am Hof. Als Guillaume auf einen Kreuzzug gehen muss, verliert Philippa an Einfluss.
Wir erhalten einen Einblick in das „finstere“ Mittelalter, in dem politische Intrigen zwischen weitgehend gleichberechtigten Fürsten an der Tagesordnung sind. Die Kirche hat die große Macht, und Einflüsse aus Nordafrika beginnen, Poesie und Kunst herüber zu tragen.
Philippa ist sehr glaubwürdig und sympathisch dargestellt Auch Guillaume, ihren Gatten, kann man sich als Kind jener Zeit gut vorstellen. Beide entwickeln und verändern sich im Laufe ihres Lebens. Die meisten Figuren im Buch hat es wirklich gegeben, so wie diese beiden.
Die Geschichte um das zentrale Liebespaar ist ebenfalls stringent und überzeugend erzählt. Insgesamt entsteht der Eindruck eines Bilderbogens von Sitten und Denkweisen, die uns heute, tausend Jahre später, sehr brutal erscheinen. Doch ausgerechnet in jener Zeit wurden die ersten zarten, weltlichen Liebeslieder gesungen – der Minnesang entstand. Doch das wird nur erzählt, leider kann man die Musik nicht hören.
Mir fiel es nicht immer leicht, den zahlreichen, detalliert ausgestalteten Hauptpersonen und Handlungsfäden richtig zu folgen. Es sind einfach zu viele. Wer sich in Ruhe darauf konzentrieren will, findet in diesem opulenten Werk gute und lehrreiche Unterhaltung.

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