Profilbild von Dirk74

Dirk74

Lesejury Star
offline

Dirk74 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Dirk74 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Abenteuer MARS – Die NASA-Missionen zum Roten Planeten von Piers Bizony

Mars
0

Mit seinem Werk „MARS – Die NASA-Missionen zum Roten Planeten“ nimmt uns Piers Bizony mit auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Erforschung des roten Planeten. Erschienen ist das Sachbuch ...

Mit seinem Werk „MARS – Die NASA-Missionen zum Roten Planeten“ nimmt uns Piers Bizony mit auf eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Erforschung des roten Planeten. Erschienen ist das Sachbuch im Motorbuch Verlag.

Inhalt
Das Buch gliedert sich in vier große Abschnitte:

Visionen vom Roten Planeten

Schon lange übt der Mars eine besondere Faszination auf die Menschheit aus. In Literatur und Film spielt er seit Jahrzehnten eine bedeutende Rolle – sei es als geheimnisvoller Ort oder als potenzielle Heimat. Zahlreiche Beispiele aus der Kulturgeschichte machen deutlich, wie tief der „Rote Nachbar“ in unserer Vorstellung verankert ist.
Der erste Kontakt

Mit der NASA-Sonde Mariner 4 begann 1965 die Ära der Mars-Erkundung. Viele weitere Missionen folgten. Der Abschnitt berichtet ausführlich über diese Pionierzeit, in der erste Bilder und Daten vom Mars zur Erde gesendet wurden. Dank moderner Missionen sind inzwischen auch beeindruckende Farbfotos verfügbar.
Roboter-Forscher

Am 4. Juli 1997 landete das Roboterfahrzeug Pathfinder auf dem Mars und eröffnete eine neue Ära der Forschung. In diesem Teil stehen die Rover im Mittelpunkt, die in den letzten Jahrzehnten zahllose Aufnahmen und Daten lieferten – von Spirit und Opportunity bis hin zu Curiosity. Ein Höhepunkt war 2021 der erste kontrollierte Flug auf einem anderen Planeten, durchgeführt vom kleinen Helikopter Ingenuity.
Marsmenschen von der Erde

Zum Abschluss wagt das Buch den Blick in die Zukunft. Es geht um die Vision einer Besiedlung des Mars. Vorgestellt werden verschiedene Pläne und bereits konkrete Entwicklungen, etwa neue Raumanzüge, die auf der Oberfläche eingesetzt werden könnten. Ergänzt wird dieser Abschnitt durch einen Überblick über alle NASA-Missionen von 1964 bis 2020.
Mein Eindruck
Besonders gut gefallen hat mir die klare Struktur: Historische Anfänge, technologische Meilensteine und ein spannender Ausblick in die Zukunft greifen nahtlos ineinander. Piers Bizony gelingt es, die Entwicklungen sowohl sachlich präzise als auch gut verständlich darzustellen.

Die hochwertigen Bilder – viele davon großformatig – machen das Buch zu einem echten Erlebnis. Man spürt die Faszination, die von den Missionen ausgeht, und wird beim Lesen regelrecht in den Bann der Marsforschung gezogen.

Fazit
„MARS – Die NASA-Missionen zum Roten Planeten“ ist eine gelungene Mischung aus wissenschaftlich fundiertem Sachbuch und bildgewaltigem Bildband. Für Raumfahrt-Begeisterte ist es ein Muss, für alle anderen ein spannender Einstieg in die Erforschung unseres Nachbarplaneten. Von mir gibt es volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.08.2025

Auf dem Schulweg verschwunden – Wahre Verbrechen, die fassungslos machen

Auf dem Schulweg verschwunden: Kinderschicksale | True Crime
0

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde das Buch „Auf dem Schulweg verschwunden“ von Gabi Thieme vorgestellt. Lange habe ich überlegt, ob ich es lesen soll, denn das Thema ist sensibel: Es geht ...

Auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse wurde das Buch „Auf dem Schulweg verschwunden“ von Gabi Thieme vorgestellt. Lange habe ich überlegt, ob ich es lesen soll, denn das Thema ist sensibel: Es geht um wahre Verbrechen an Kindern. Letztlich habe ich mich dafür entschieden – und die Lektüre hat mich tief bewegt.

Die Journalistin erzählt die Geschichte zweier Vermisstenfälle von Schulkindern aus Mitteldeutschland. Der erste Teil widmet sich dem Schicksal von Michael (10 Jahre) aus dem Erzgebirge. Jeden Morgen macht er sich zu Fuß auf den langen Weg zur Schule, doch eines Tages kommt er dort nicht an. Eine große Suchaktion bleibt erfolglos. Plötzlich tauchen Briefe eines Unbekannten auf, der behauptet, den Täter zu kennen. Doch von Michael fehlt weiter jede Spur. Monate später wird weit entfernt eine Kinderleiche gefunden, die zu ihm passt. Aber wer ist der Täter?

Gabi Thieme beschreibt nicht nur die Ermittlungen und Gerichtsprozesse, sondern auch die Schicksale der Familien und ihr eigenes Erleben als Journalistin, die damals für eine regionale Zeitung berichtete. Man spürt, wie intensiv sie recherchiert hat. Auch viele Jahre später hat sie erneut Kontakt zu Angehörigen und Ermittlern aufgenommen, um ein umfassendes und sehr detailreiches Bild zu zeichnen.

Besonders eindringlich sind die Schilderungen der Gefühle der Eltern und Großeltern. Ich war beim Lesen fassungslos, wie Menschen zu solchen Taten fähig sind. Nach dem Kapitel über Michael musste ich das Buch erst einmal zur Seite legen – die Gedanken ließen mich nicht los.

Im zweiten Teil geht es um Ayla (6 Jahre) aus Zwickau, die auf dem Schulweg entführt und später in einem Wald tot aufgefunden wurde. Die Brutalität, mit der der Täter vorgegangen sein muss, erschüttert selbst erfahrene Ermittler. Gabi Thieme macht in ihrem Buch auch deutlich, dass unser Rechtssystem Grenzen hat: Solche Täter können nicht dauerhaft weggesperrt werden, obwohl man es sich angesichts der Verbrechen wünscht.

Das Buch weckt zudem Erinnerungen an andere Fälle, wie etwa den von Inga (5 Jahre), die 2015 bei einer Familienfeier nahe Stendal verschwand. Bis heute ist unklar, was mit ihr geschehen ist.

Fazit

„Auf dem Schulweg verschwunden“ ist kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es beleuchtet wahre Kriminalfälle aus der Perspektive der Familien, Ermittler und der Journalistin, die alles eng begleitet hat. Mich hat die Lektüre stark bewegt und lange nachdenklich zurückgelassen.

Veröffentlicht am 10.08.2025

Carter in Gefahr

Futter für die Fische
0

Im mittlerweile fünften Teil der „Miss Fortune“-Reihe von Jana DeLeon steht diesmal Deputy Carter LeBlanc im Mittelpunkt. Auf ihn wurde geschossen und sein Polizeiboot versenkt. Fortune riskiert dabei ...

Im mittlerweile fünften Teil der „Miss Fortune“-Reihe von Jana DeLeon steht diesmal Deputy Carter LeBlanc im Mittelpunkt. Auf ihn wurde geschossen und sein Polizeiboot versenkt. Fortune riskiert dabei ihr eigenes Leben, um Carter aus den Fluten zu ziehen und vor dem Ertrinken zu retten. Doch wer steckt hinter dem Anschlag? Wird der Täter es erneut versuchen?

Wie gewohnt ermittelt Fortune nicht allein – Ida Belle und Gertie, die beiden herrlich schrulligen Damen aus Sinful, sind natürlich wieder mit von der Partie. Doch Vorsicht ist geboten: Zwei Bundesagenten der ATF tauchen in der Stadt auf. Sollten tatsächlich Waffenhändler hinter dem Anschlag stecken, wäre Fortunes Tarnung in höchster Gefahr. Schließlich versteckt sie sich in Sinful vor den Männern eines internationalen Waffenhändlers, und jede unbedachte Aktion könnte sie verraten.

Auch dieser Teil bietet wieder genau das, was Fans der Reihe lieben: eine spannende Krimihandlung, eine gute Portion Humor und liebenswerte Charaktere, die man einfach ins Herz schließen muss. Die Dynamik zwischen Fortune, Ida Belle und Gertie sorgt für viele amüsante Momente, während die Ermittlungen gleichzeitig für durchgehende Spannung sorgen.

Für mich ist „Futter für die Fische“ ein gelungener, unterhaltsamer Fortsetzungsband, der nahtlos an die Vorgänger anschließt und Lust auf mehr macht. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und kann das Hörbuch allen empfehlen, die humorvolle Krimis mit einem Schuss Südstaatencharme mögen.

Veröffentlicht am 01.08.2025

Vier Männer, ein Ziel: Rache an Harvey Metcalfe

Es ist nicht alles Gold, was glänzt
0

Harvey Metcalfe ist ein Mann mit Köpfchen – und mit ganz eigenen Moralvorstellungen. Vom einfachen Botenjungen arbeitet er sich an die Spitze, wird einer der reichsten Männer der USA. Doch seine Reichtümer ...

Harvey Metcalfe ist ein Mann mit Köpfchen – und mit ganz eigenen Moralvorstellungen. Vom einfachen Botenjungen arbeitet er sich an die Spitze, wird einer der reichsten Männer der USA. Doch seine Reichtümer stammen nicht etwa aus harter Arbeit, sondern aus einem groß angelegten Betrug. Für seinen neuesten Coup gründet er eine Ölfirma, täuscht starke Bilanzen vor und bringt wohlhabende Anleger dazu, hohe Summen in die scheinbar vielversprechenden Aktien zu investieren. Als der Kurs zusammenbricht, stehen vier Männer mit zusammen über einer Million Dollar Verlust da.

Doch statt sich geschlagen zu geben, schließen sich die vier betrogenen Männer zusammen – und schmieden einen kühnen Plan. Sie wollen sich von Harvey Metcalfe das Geld zurückholen. Jeder von ihnen entwickelt eine individuelle Strategie, mit der sie den Betrüger überlisten wollen. Jeffrey Archer erzählt auf spannende und präzise Art, wie die vier Metcalfe auf seiner alljährlichen Europareise nach und nach ins Visier nehmen. Dabei läuft nicht alles wie geplant, und gegen Ende droht ihr Vorhaben sogar zu scheitern. Eine überraschende Wendung bringt zusätzliche Brisanz in die Geschichte.

Besonders gelungen finde ich die Entwicklung der vier Männer, die entschlossen und zielgerichtet handeln. Archer versteht es, die Dynamik zwischen ihnen darzustellen und den Spannungsbogen bis zum Schluss hochzuhalten. Der Aufbau der Geschichte ist klug durchdacht, jede der Episoden greift logisch ineinander.

Martin Valdeig als Sprecher macht seine Sache sehr gut. Mit seiner ruhigen, präzisen Stimme verleiht er der Geschichte die nötige Ernsthaftigkeit und Tiefe. Er bringt die unterschiedlichen Figuren klar zur Geltung und sorgt dafür, dass man der Handlung jederzeit gut folgen kann.

Ich habe das Hörbuch mit großem Interesse gehört. Die Geschichte war durchgehend spannend, gut konstruiert und hatte ein überzeugendes Finale. Für Fans intelligenter Betrugsgeschichten ist dieser Einzelroman von Jeffrey Archer absolut empfehlenswert.

5 von 5 Sternen – ein raffinierter, spannender Roman mit starker Sprecherleistung.

Veröffentlicht am 29.07.2025

Mord im Radiosender

Hering, Strandluft, Mordgeflüster - Anni Gade und die Fördemorde
0

Nach dem unterhaltsamen Auftakt „Ostsee, Klönschnack und ein Mord“ geht es in „Hering, Strandluft, Mordgeflüster“ von Inga Schneider spannend weiter. Die Petuh-Tante Anni Gade bekommt diesmal ganz neue ...

Nach dem unterhaltsamen Auftakt „Ostsee, Klönschnack und ein Mord“ geht es in „Hering, Strandluft, Mordgeflüster“ von Inga Schneider spannend weiter. Die Petuh-Tante Anni Gade bekommt diesmal ganz neue Einblicke – denn sie macht ein Praktikum beim Lokalradio in Flensburg. Doch die entspannte Studioluft hält nicht lange an.

Als der beliebte Starreporter Timo tot im Studio aufgefunden wird, sind alle schockiert. Zunächst sieht alles nach einem tragischen Treppensturz aus, doch schon bald stellt sich heraus: Timo wurde mit Blausäure vergiftet. Jan Christiansen und sein Kollege Hannes Boysen nehmen die Ermittlungen auf.

Doch wie schon im ersten Band lässt sich Anni nicht davon abhalten, selbst Nachforschungen anzustellen – zumal sie auf dem Server des Radiosenders einen mysteriösen Ordner findet, der ihren Namen trägt. Was hatte Timo mit ihr vor? Oder wollte er sie sogar warnen? Anni beginnt, tiefer zu graben – und bringt sich dabei selbst in Gefahr.

Inga Schneider bleibt sich treu: Mit norddeutschem Witz, liebevoll gezeichneten Figuren und einer spannenden Handlung überzeugt auch der zweite Band der Reihe. Die Atmosphäre in der Fördestadt, der Einblick ins Radiogeschehen und die charmant-schrullige Hauptfigur machen das Buch zu einem echten Wohlfühlkrimi – trotz Mord.

Die Figuren sind erneut vielseitig und glaubwürdig: Anni mit ihrer neugierigen Art, Christiansen gewohnt schnöselig, Boysen angenehm bodenständig – und rundherum neue Gesichter, von Radiokolleginnen bis hin zu potenziellen Verdächtigen, die die Geschichte lebendig halten. Der Kriminalfall ist clever konstruiert, die Auflösung überraschend und nachvollziehbar.

Ich vergebe auch für diesen Band 5 von 5 Sterne. Anni Gade entwickelt sich immer mehr zur Lieblingsermittlerin – eigenwillig, mutig und mit einem Herz für ihre Heimatstadt. Ich bin schon gespannt, wohin es sie im nächsten Fall verschlägt.