Sprachliche Eleganz
Kein Geld Kein Glück Kein Sprit»Er hatte so sehr gehofft, dass er irgendwie durchkommt, einfach sein Leben zu Ende leben darf. Wo er doch so gut wie keine Ansprüche stellt: Kein Sex, kein Fun, kein Geld, kein Alk. Nur rauchen und naschen ...
»Er hatte so sehr gehofft, dass er irgendwie durchkommt, einfach sein Leben zu Ende leben darf. Wo er doch so gut wie keine Ansprüche stellt: Kein Sex, kein Fun, kein Geld, kein Alk. Nur rauchen und naschen und Mezzomix. Und selbst das wird ihm jetzt gestrichen.« (Seite 73)
In dem vorliegenden Buch sind Kurzgeschichten versammelt, es sind welche dabei, wie das Leben sie schreibt, aber auch solche, die man sich nur ausdenken kann, wenn man eine sehr, sehr lebhafte Fantasie hat. Manche sind so kurz, gerade angefangen sind sie schon zu Ende, andere wiederum schaffen es, dass ich das Gefühl habe, ein halbes Leben sei vorbei, obwohl nur wenige Seiten hinter mir liegen. Gemeinsam haben alle einen großen Unterhaltungswert sowie den Umstand, dass ich anerkennen muss, wie gut Heinz Strunk mit der Sprache umgehen kann.
Heinz Strunk gibt den unterschiedlichsten Menschen eine Stimme, besonders den Verletzten, den Versehrten, den Kaputten und den Verzweifelten. Niemand wird verschont, er kennt keine Gnade. Virtuos jongliert er mit Wörtern und Sätzen, er verbindet, benennt und ordnet, dass es eine Freude ist. Für mich als Fan von Kurzgeschichten ist dieser Band ein Glücksgriff, aber auch bei einem Roman des Autors wäre ich ab sofort gerne dabei. Wer Ungewöhnliches mag, wird die Sammlung lieben. Lesenswert!