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Veröffentlicht am 05.05.2026

Deep Dive in Geschwisterbeziehungen

The Sea Sisters
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Lucy Clarke ist für mich mit einer der größten Entdeckungen in den letzten Jahren. Seitdem ist klar, was sie schreibt, das will ich lesen/hören. Umso cooler auch, dass ältere Bücher von ihr übersetzt oder ...

Lucy Clarke ist für mich mit einer der größten Entdeckungen in den letzten Jahren. Seitdem ist klar, was sie schreibt, das will ich lesen/hören. Umso cooler auch, dass ältere Bücher von ihr übersetzt oder neu aufgelegt werden. Man merkt zwar, dass sich Clarkes Stil auch gewandelt hat, aber da ich von keinem Buch, ob älter oder neuer, enttäuscht wurde, ist das für mich kein Argument. Daher also „The Sea Sisters“, was schon über zehn Jahre alt ist.

Bei Clarke hat man immer verschiedene Länder, die bereist werden, aber die Beziehungsstrukturen sind häufig ähnlich. Oft geht es beispielsweise um Freundinnen, oder es geht um komplexe Geschwisterbeziehungen. In dem Sinne steckt in „The Sea Sisters“ viel von dem drin, was man von der späteren Clarke kennt. Inhaltlich hat mich dieses Buch sehr an „The Surf House“ erinnert, das bislang neuste Werk der Autorin. Aber es steckt auch so viel von dem späteren drin, was beweist, dass Clarke einen klaren Stil hat und trotzdem sind ihre Bücher für mich nicht vorhersehbar. Ich kann zwar manches erahnen und trotzdem sind vor allem die Figuren und die Beziehungen immer so individuell und authentisch ausgearbeitet, dass sich nichts wie eine reine Kopie anfühlt.

Ich finde, dass „The Sea Sisters” ein insgesamt sehr bedrückendes Buch ist. Indem von Anfang an klar ist, dass Mia als jüngere Schwester nicht überlebt hat, lastet das durchgehend schwer auf der Handlung, selbst wenn wir uns in der Vergangenheit befinden und noch live und in Farbe mit Mia leben. Es ist klar, dass es für die von Anfang an als komplex inszenierte Schwesternbeziehung kein Happyend geben wird. Als selbst große Schwester lastete das doch schwer auf meinem Herz, auch weil ich unweigerlich Parallelen zu meinem eigenen Leben gezogen habe und das „Was wäre, wenn…?“ aufgemacht habe. Und obwohl ich das Ende deswegen nicht lesen wollte, so war speziell das letzte Drittel so geschrieben, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Auch wenn Mia nicht magisch wieder zum Leben erweckt werden würde, aber es war für mich ganz zentral, ob Katie als ältere Schwester eine Art Frieden finden wird. Das hat mir auch bewiesen, dass Clarke als Autorin nicht nur ein zentrales Mysterium braucht, damit man dran bleibt, sondern sie schafft das auch mit der psychologischen Ebene, weil man einfach alle Aspekte ergründen will.

Der Einstieg war zwar etwas zäh, weil wir nie eine unbeschwerte Zeit erleben, sondern gleich im deprimierenden Zustand sind, wo es dann auch etwas braucht, bis Katies Abenteuer startet, indem sie mit dem Tagebuch als Unterstützung Mias Reiseroute nachverfolgt. Aber danach hat sich der Stil von Clarke wunderbar ausgespielt. Wir haben die beiden Perspektiven der Schwestern ideal gegeneinandergesetzt, weil sich Mias Erlebnisse gut mit Katies neuen Erkenntnissen ergänzen. Es gab nur einen Aspekt, der mir bei Mia nicht gut gefallen hat. Dort gab es kleine Perspektivwechsel, sodass wir auch Finns Gedanken kurz hatten. Das fand ich unnötig und auch irritierend. Zumal man seine Gefühle auch über Mias Wahrnehmung oder über ein Gespräch hätte einbinden können. Finn war für die Geschichte nicht zentral wichtig, dementsprechend brauchte ich seine Gedanken nicht.

Obwohl es genug Wendungen im Handlungsverlauf gibt, so war für mich doch deutlich einnehmender, die Schwesternbeziehung zu verfolgen. Da ich selbst große Schwester bin und mir auch bewusst bin, dass Geschwisterbeziehungen doch oft die längsten des Lebens sind, weswegen man sie pflegen sollte, war es sehr einnehmend, wie das alles aufgebaut wurde. Es lässt einen reflektieren, aber es macht eben auch traurig, wie Katie und Mia nur noch streiten konnten, nicht aber noch richtig miteinander reden konnte, denn sonst hätte sie sich eröffnen können, wie positiv sie doch in gegensätzlicher Annahme eigentlich voneinander gedacht haben. Es war auch geschickt, dass wir durch eine dargestellte Brüderbeziehung eine Spiegelung haben. Der Komplexität von Geschwisterbeziehungen ist hier definitiv gerecht geworden, auch wenn es emotional reinhaut, weil es sich so nah am eigenen Leben anfühlt.

Fazit: „The Sea Sisters“ mag eins der früheren Werke von Lucy Clarke sein, aber es sind genau schon die Zutaten zu erkennen, die sie später noch größer ausarbeitet. Hier war der Trumpf definitiv der psychologische Anteil, weil die Betrachtung von Geschwisterbeziehungen sich sehr echt und einnehmend anfühlte. Drum herum wurde aber ebenfalls überzeugend abgeliefert und einige Länder erkundet.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein weiterer wilder Ritt

Royal Fake
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Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen ...

Da Lena Kiefer die Queen of Cliffhanger ist, ist es gut, dass ihre Bücher doch immer relativ schnell hintereinander erscheinen. Nach „Royal Heist“ geht es jetzt also mit „Royal Fake“ weiter und wir tauchen wieder in die fiktive britische Monarchie und die Diebesgang Robbin Hood ein.

Ich war ein riesiger Fan vom ersten Band, was natürlich bedeuten kann, dass in Band 2 die Fallhöhe eintreten könnte. Ich muss aber sagen, dass Kiefer für mich wieder einen wilden Gefühlsmix angeboten hat. Das hat mir schon im ersten Band so sehr gefallen, sodass ich froh bin, dass wir dieselbe Erfolgsmischung wieder haben. Gleichzeitig kann man die Bände aber dennoch nicht miteinander vergleichen, weil sie völlig unterschiedliche Strukturen haben. Das liegt schon daran, wie die einzelnen Figuren fühlen, es liegt daran, wann Linus und die anderen eingebunden werden, es ist auch der Settingwechsel und dass wir so viele neue Charaktere kennenlernen. Dementsprechend bleibt zwar die Erfolgsformel gleich, aber alles andere war ein neuer Ausflug, mit neuen Überraschungen und Wendungen.

Ich hatte in Band 1 als kleinen Kritikpunkt angebracht, dass ich gerne mehr von der Dynamik von Robbin Hood mitbekommen würde, um vor allem neben Linus und Darcy auch die anderen besser kennenzulernen. Da hat mir „Royal Fake“ lange keinen Gefallen getan und da habe ich schon zwischendurch vermehrt kritische Gedanken gehabt. Es ist vor allem eine Liebesgeschichte, das ist mir klar, aber ich gehöre einfach zu dem Teil der Leserschaft, der gerne ein pralles Gerüst drum herum hat. Indem sich Darcy zunächst von allem fernhält und indem Tristan auch eine Mitarbeit ablehnt, ist die Crew mir zu lange außen vorgewesen. Nur gut, dass Kiefer sie als Ass jederzeit aus dem Ärmel ziehen kann. Am Ende war es da genau die richtige Mischung. Zwar geht immer noch mehr, aber ich habe viel Neues kennengelernt und gerade die gemeinsame Planung war voll von coolen Szenen. Gleichzeitig muss ich auch den Hut vor der Autorin ziehen, denn das letzte Fünftel war ein echter Actionfilm. Wenn man schon ein paar Heist-Serien oder -Filme gesehen hat, dann weiß man, das ist das Herzstück und Kiefer hat es wie ein Drehbuch angeboten. Vielleicht war es mir ein Ticken zu lang, weil ich gerne mal durchgeatmet hätte, aber mein Respekt ist echt riesig.

Nachdem ich jetzt schon so viel über das Ende angedeutet habe, kehren wir aber mal wieder zu davor zurück. Ich fand den Handlungsaufbau eigentlich fast noch besser als im ersten Band. Ich hatte mir im Auftakt einiges etwas anders vorgestellt, hier habe ich schon gar keine Vorstellungen mehr entwickelt und war deswegen durchgängig überzeugt. Am besten hat mir natürlich die Zusammenarbeit zwischen Darcy und Tristan gefallen, weil es auf Augenhöhe war und nur noch wenig Geheimnisse gab. Das hat alles zwischen ihnen auch echter erscheinen lassen. Aber auch die Idee, warum Tristan Darcy um Hilfe bittet, hat sich für mich sehr organisch angefühlt und hat viele Figuren ideal eingebunden. Aber auch der Handlungsortwechsel nach Mallorca passte für mich echt ideal und ich fand die Geschehnisse vor Ort romantisch und spannend gleichermaßen. So haben wir zwar einige Charaktere zurückgelassen, die dann im finalen Teil noch einmal wichtiger werden müssen, aber es ist schon richtig, denn bei den ganzen Figuren, die sich Kiefer da gestaltet hat, die kann man nicht alle gleichzeitig bedienen.

Am Ende haben wir wieder einen bodenlosen Cliffhanger, aber das war zu erwarten. Ich finde, dass er sehr an die „Westwell“-Reihe erinnert, aber ich kann auch verstehen, dass so ein Ende eine große Signalwirkung hat. In den dritten Band gehe ich auf jeden Fall auch wieder mit der Einstellung, dass ich wenig erwarten werden. Wenn das so aufgeht, wie hier in Band 2, dann ist meine Taktik ideal.

Fazit: „Royal Fake“ hat definitiv die Erfolgszutaten vom ersten Band im Gepäck und ist trotzdem eine ganz eigene Geschichte. Lena Kiefer spricht im Dank selbst davon, dass sie Mittelbände meist am liebsten schreibt. Mittelbände sind aber oft eher verschrien, aber das kann man hier keineswegs behaupten. Die Handlung hat sich unerwartet entwickelt, die Gefühle waren wieder intensiv und gerade das Ende war filmreif. Ab in die letzte Wartephase!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Romantischer Spaß mit Hazel und Josh

Josh and Hazel's Guide to Not Dating
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Das Autorinnenduo Christina Lauren ist mir schon lange ein Begriff, aber ich habe noch nicht mal ansatzweise alles von ihnen gelesen. Umso besser, wenn ältere Bücher nochmal neu aufgelegt und mir so ins ...

Das Autorinnenduo Christina Lauren ist mir schon lange ein Begriff, aber ich habe noch nicht mal ansatzweise alles von ihnen gelesen. Umso besser, wenn ältere Bücher nochmal neu aufgelegt und mir so ins Bewusstsein gerufen werden, so gilt das jetzt für „Josh + Hazel’s Guide to Not Dating“.

Häufig ist es so, dass das xte Werk eines Autors den internationalen Durchbruch bedeutet und die ersten Bücher werden dann munter nach übersetzt, um den Hype auszunutzen. Dann fällt häufig auf, dass man die Anfänge doch echt gut bemerken kann, weil jeder mal anfangen muss. Bei „Josh + Hazel’s Guide to Not Dating“ habe ich jetzt nicht nachgesehen, das wievielte gemeinsame Werk es von Christina Lauren ist, aber es fühlt sich nicht unerfahren an. Es ist sofort der humorvolle Ton des Duos zu erkennen, aber man muss auch sagen, dass sie mit Hazel eine Figur geschaffen haben, die in allen Bereichen over the top ist. Für die Art der Erzählung war sie aber einfach perfekt, denn Hazel sagt alles, was sie denkt, sei es noch so vermeintlich peinlich. Ich fand es auch sehr beneidenswert, welches Selbstbewusstsein sie an den Tag legt und dass sie sich auch keinesfalls für jemanden ändern möchte. Auch wenn ich von ihr Lichtjahre entfernt bin, so hat mich die Schreibweise schnell überzeugt, dass Hazel eine wahre Freundin mit einer besonderen Seele ist.

Josh ist dagegen sehr bodenständig und vielleicht sogar langweilig, aber die Unterschiede bestehen von Anfang an und dennoch ist es für Hazel im Grunde Liebe auf den ersten Blick, selbst wenn sie es nie so formulieren würde, aber für sie war er von Anfang an speziell. Josh hat sie genauso immer wahrgenommen, aber sie ist ihm wegen seiner Art im Kopf geblieben. Doch gut war an der Stelle schon, dass er ihre verrückten Momente zwar nicht vergisst, sie damit aber nur in einer Weise aufzieht, die Hazels Art entspricht, er macht sich also nicht auf eine Art lustig, wie es andere tun. Genau daraus kann dann im Erwachsenenalter das lustige Spielchen zwischen ihnen entstehen. Ich mochte das Miteinander der beiden immer mehr und auch wenn sie sich lange im Weg standen, aber es war langsam wachsend, auch wenn es sich letztlich schnell anfühlte. Es fühlte sich schnell an, weil das Buch irgendwann kaum noch aus der Hand zu legen war, denn ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht.

Christina Lauren haben Hazel und Josh auch jede Menge liebenswerte Nebenfiguren an die Seite gestellt. Seien es die Eltern, Schwester Emily, die Tiere und dann auch die herrlichen Doppeldatepartner. Ich konnte mir das alles sehr gut als lustigen Film vorstellen, weil die Zutaten für eine Slapstick-Komödie da waren. Genauso geht es aber auch in die Tiefe. Gerade nach hinten raus, als die Basis da ist und es mehr ums Ernste gehen kann, zeigt das Duo seine andere Seite. Ich mochte letztlich vor allem die Botschaft, dass Hazel sich nicht verändern muss, aber dass sie auch die Personen finden muss, die das an ihr als ihren wesentlichen Kern akzeptieren und nicht erwarten, dass sie zur Ruhe kommt. Nein, Hazel ist crazy, aber crazy gut und mit Josh ist genau der richtige ruhende Pol geschrieben worden, der genauso seine Krisen hat, sodass es sich auch ebenbürtig anfühlte, auch weil sie jeweils füreinander da sind.

Fazit: „Josh + Hazel’s Guide to Not Dating“ mag schon älter von Christina Lauren sein, aber es hat sich inhaltlich frisch angefühlt, denn der Erzählstil hat seinen Sog, der Humor reißt mit und letztlich habe ich nur noch gefiebert, wie es für sie ausgeht. Eine kurzweilige Unterhaltung mit Tiefgang in guter Dosis.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Ein sanftes Happy End

Nur noch einmal und für immer − It starts with us (Lily, Ryle und Atlas-Reihe 2)
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„Nur noch ein einziges Mal“: Wer hätte gedacht, dass dieses für mich persönliche Lesehighlight einmal so viel verbrannte Erde hinterlassen würde. Ich habe mich so gefreut, als der Bestseller von Colleen ...

„Nur noch ein einziges Mal“: Wer hätte gedacht, dass dieses für mich persönliche Lesehighlight einmal so viel verbrannte Erde hinterlassen würde. Ich habe mich so gefreut, als der Bestseller von Colleen Hoover die Filmadaption angekündigt bekommen hat, aber dann hat alles zu einer Gerichtsverhandlung geführt, die 2026 über die Bühne gehen soll und ironischerweise sehr ähnliche Themen betrifft, wie das Buch selbst.

Das hat mir das alles schon ziemlich verhagelt, dabei hatte ich „Nur noch einmal und für immer“ zu dem Zeitpunkt noch nicht gelesen. Dabei habe ich alles von Hoover gelesen. Und da die Autorin am wenigsten für das alles kann, habe ich nun doch noch per Hörbuch zugegriffen. Marlene Rauch und Kai Schulz sind für mich stimmlich zu Lily und Atlas geworden. Ich muss zwar zugeben, dass es etwas schwierig war, weil die ganzen Charaktere für mich inzwischen mit Schauspieler und Schauspielerinnen verbunden sind, die ich ständig vor Augen hatte. Aber es waren ja ein paar Stunden mit den Stimmen gemeinsam, sodass ich mich gut an beide gewöhnen konnte. Bei Lily fand ich vor allem wichtig, dass Rauch eine sehr verletzlich klingende Stimme hat und dass trotzdem die innere Stärke stets durchgekommen ist.

Inhaltlich fand ich es sehr wichtig, dass es gelungen ist, die Geschichte von Lily und Atlas weiterzuerzählen und gleichzeitig die Vergangenheit wieder zu ehren. Es war die richtige Entscheidung von Hoover, nicht schon im ersten Band ein gekünsteltes Happy End zu erzeugen, obwohl es so viel aufzuarbeiten gab. Die Autorin hat persönlich Erfahrungen mit dem Thema gesammelt und es war ihr sichtbar wichtig, das alles angemessen zu behandeln und das zeigt sich auch hier. Wir haben die Tagebücher von Lily als wichtiges Element, weil Atlas so in die Vergangenheit durch ihre Augen eintauchen kann und trotzdem erhalten wir noch neue Infos, weil er seine eigenen Erlebnisse und seine eigenen Einstellungen noch ergänzt.

Für die Gegenwart fand ich es gut, dass wir nicht nur Atlas haben, der darauf wartet, dass Lily für ihn emotional bereit ist. Nein, wir haben auch eine eigene Geschichte für ihn. Er war in Band 1 so wichtig und gleichzeitig auch zurückgestellt und jetzt ist er ein richtiger Leading Man und das war echt toll. Da wir ohnehin in seine Vergangenheit eintauchen, hat es sich wunderbar angeboten, das auch für die Gegenwart zu nutzen. Denn die Geschichten von Atlas und Lily waren sich immer sehr ähnlich und weil beide aktiv etwas zu bewältigen haben, können sie es zusammen tun und das wurde schön dargelegt. Bei Atlas gab es sehr viel mehr noch zu entdecken und es war schon sehr wichtig, ihn so aktiv in verschiedenen Rollen zu erleben. Hoover schreibt immer tolle Männercharaktere und das ist hier nicht anders.

Auch Ryle ist einer dieser Figuren, aber es war auch hier richtig, dass wir ihn im zweiten Band nicht mal eben ‚heilen‘. Stattdessen hat Lily weiterhin mit ihm zu kämpfen, auch vielen Ebenen. Für mich wurde ihr inneres Gefühlschaos weiter nahbar dargestellt und ich habe alles nachvollziehen können. Gleichzeitig fand ich auch Ryles Darstellung weiterhin sehr konsequent. Man kann ihn nicht mögen, aber er ist gut gemacht. Vielleicht ist es etwas unwahrscheinlich, dass Lily so konsequent von allen Unterstützung erfährt, aber fürs Herz war das auf jeden Fall toll, weil alles so vernünftig und umsichtig erscheint. Ich habe die ganzen Phasen auf jeden Fall wieder sehr gerne begleitet. Es gibt wieder vieles, was man für sich verarbeiten muss, aber so muss gutes Lesen auch sein.

Fazit: Es lagen nun einige Jahre dazwischen, aber „Nur noch einmal und für immer“ ist ein würdiger Nachfolger, der mit viel Sensibilität und Konsequenz Lily und Atlas einen Abschluss liefert. Die Themen bleiben relevant, und es ist in all dem viel Herz, was ein gutes Gefühl gibt. Schade, dass durch äußere Umstände ein solcher Schatten über allem schwebt.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Heist & Liebesgeschichte als unerwartetes Match

Royal Heist
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Unglaublich viel Promo hat uns erwartet, als der Starttermin von Lena Kiefers neuer Reihe „Royal Heist“ immer näher rückte. Ich habe das alles neugierig und begierig verfolgt, denn die Autorin ist sehr ...

Unglaublich viel Promo hat uns erwartet, als der Starttermin von Lena Kiefers neuer Reihe „Royal Heist“ immer näher rückte. Ich habe das alles neugierig und begierig verfolgt, denn die Autorin ist sehr sympathisch und gibt immer sehr interessante Einblicke. Dazu hat ihre Begeisterung für Heist mich ebenfalls angesteckt. Ich kann solche Filme/Serien gut gucken, aber es wäre jetzt nicht unbedingt meine erhoffte Nummer 1 als Wunsch an die Autorin gewesen. Aber sie war hyped und so war ich es auch, endlich Band 1 lesen zu können.

Ich musste bei einigen inhaltlichen Entscheidungen ein bisschen mit den Augen zwinkern. Aus Spoilergründen kann ich an der Stelle nicht darauf eingehen, aber ich hätte im Vorfeld die Ausgangslage des Buchs etwas anders erwartet. Aber letztlich sind es inhaltliche Bagatellen, denn in der Hauptsache ist das Geniale an dem Buch, wie zum einen durch die dargestellten Raubzüge eine unwiderstehliche Spannung erzeugt wird und wie zum anderen eine Liebesgeschichte erzählt wird, die zurecht den Verstand aussetzen lässt. Zwar poche ich definitiv darauf, dass wir in vielen Bereichen noch soooo viel Infos brauchen, aber es gibt noch zwei Bände, von daher will ich das hier nicht arg in die Kritik einfließen lassen, denn es kann noch alles kommen. Und positiv ist, dass Kiefer es geschafft hat, dass ich überall die Antworten haben will; das Interesse ist also da.

Aber ich brauche definitiv noch mehr zu Robbin Hood und den einzelnen Mitgliedern. Genauso ist aber auch bei der königlichen Familie klar, dass in Bezug auf Spencer und die Königin einige Geheimnisse da sind. Das macht es manchmal schwierig, überall immer die emotionale Verbundenheit zu spüren, wie es bei Darcy und Tristan schnell gelingt, aber es baut gut auf. Die Figur, zu der ich persönlich gerade die größte Fragezeichen habe, das ist Linus. Er ist spannend, aber er ist sehr verbohrt und wirkt dadurch lange ignorant. Erst am Ende kam eine andere Seite, aber ich kann mir vorstellen, dass es auch bei ihm noch viel zu erfahren gibt.

Von Darcy und Tristan haben wir wirklich viel bekommen. Und das war schon eine clevere Entscheidung, weil die beiden gleich Chemie haben und weil es auf eine Art ein Katz-und-Maus-Spiel ist, ohne dass er es weiß und trotzdem agiert er wie der Gegner. Das hat mich an die Reihe von Kristen Ciccarelli erinnert, auch wenn es da noch deutlicher war. Aber ich fand es wichtig, dass Tristan nicht blindlings in alles hineinläuft. Nein, er ist ein starker Charakter. Es ist berührend, zunächst sein offizielles Image zu erfahren und dann mit ihm alles aufzubrechen. Die Fürsorge für seine Geschwister hat mich am meisten für ihn eingenommen. Aber neben seiner Wildheit hat auch er ein Gerechtigkeitsbedürfnis. Er und Darcy sind moralisch sehr ähnlich aufgestellt und deswegen war der Aufbau von Kiefer clever gewählt.

Die ganze Idee, wie Heist und Liebesgeschichte verknüpft wurden, extrem reizvoll. Zwar geht der Effekt irgendwann etwas verloren, weil dann nur noch Gefühle eine Rolle spielen. Ich war auch mehrfach an dem Punkt, dass ich Darcy nur noch wahnsinnig fand. Aber ich habe mich dann wieder mitreißen lassen, wie intensiv alles rüberkommt. Da hätte ich in Darcys Haut wohl auch keinen kühlen Kopf bewahrt. Der Cliffhanger ist Kiefer-typisch. Gemein, aber mega. Ich bin wieder voll dabei und freue mich auf Frühling 2026.

Fazit: „Royal Heist“ hat alles erfüllt, was ich mir nach der Ankündigung der neuen Reihe von Lena Kiefer erhofft habe. Es ist spannend, es ist düster, es ist gefährlich, es ist romantisch, es ist sexy und es macht süchtig. Es war nicht alles perfekt, aber alles Positive überwiegt, denn bei zwei ausstehenden Bänden kann alles rund zu Ende gebracht werden.

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