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Veröffentlicht am 06.02.2026

Fußballrekorde zwischen Staunen und Reizüberflutung

Guinness World Records Fußball Edition
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Die Guinness World Records – Fußball Edition ist für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ein absolutes Muss. Inhaltlich geht es um die 100 bedeutendsten Fußballrekorde aller Zeiten, quer durch Epochen, ...

Die Guinness World Records – Fußball Edition ist für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ein absolutes Muss. Inhaltlich geht es um die 100 bedeutendsten Fußballrekorde aller Zeiten, quer durch Epochen, Ligen und Geschlechter. Große Namen wie Pelé, Maradona, Messi oder Marta stehen neben aktuellen Stars und außergewöhnlichen Einzelleistungen, ergänzt durch Rekorde zu Vereinen, Spielen, Turnieren und besonderen Momenten. Der Fokus liegt erfreulicherweise auch auf Vielfalt: Männer- und Frauenfußball werden selbstverständlich gemeinsam behandelt, ebenso klassische Profiwettbewerbe und modernere Formen wie Freestyle oder eSport.

Der Aufbau folgt einem Countdown von Platz 100 bis Platz 1. Jeder Rekord bekommt in der Regel eine Doppelseite oder eine volle Seite. Das sorgt für etwas Übersicht auf der einzelnen Seite, auch wenn das Buch insgesamt sehr dicht gestaltet ist. Fotos, Infokästen, Zahlen, Grafiken und kurze Textblöcke konkurrieren teilweise stark um Aufmerksamkeit. Für Kinder, die visuelle Reize mögen und schnell zwischen Informationen springen, funktioniert das gut. Ruhige Leser:innen oder Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten könnten sich davon allerdings auch erschlagen fühlen.

Inhaltlich sind die Texte knapp und verständlich gehalten. Man braucht kein tiefes Vorwissen, um den Rekorden folgen zu können. Fachbegriffe werden meist durch Kontext oder Bildmaterial erklärt. Besonders für Kinder ab etwa 8 Jahren ist das dann gut zugänglich. Ab 8 aufwärts gibt es keine Altersgrenze. Ich denke, jeder, der sich für Fußball begeistert, kann sich über das Buch freuen und wird es mit viel Begeisterung durchblättern.

Viele Rekorde erzählen auch kleine Geschichten, zum Beispiel über außergewöhnliche Karrieren, überraschende Wendungen oder Leistungen, die unter besonderen Umständen entstanden sind. Dadurch bekommt das Buch mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Mischung aus historischen und aktuellen Rekorden sorgt für zusätzlichen Informationsgehalt. In der Zielgruppe kommt das Buch sehr gut an, vor allem bei Kindern, die Fußball ohnehin lieben, aber nicht unbedingt gern längere Texte lesen.

Unterm Strich ist die Guinness World Records Fußball Edition ein inhaltlich starkes, visuell sehr präsentes Buch, das Wissen, Staunen und Begeisterung verbindet. Sehr effektiv darin, Neugier zu wecken und Fußballgeschichte greifbar zu machen. Für junge Fußballfans ein echtes Highlight und buntes Nachschlagewerk.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Von Hunger, Freundschaft und einem Moor in Gefahr

Die Grummelhummel
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Die Grummelhummel hat einen dieser Tage, an denen einfach alles nervt. Vor allem der leere Magen. Ihre geliebten Glockenblumen sind verschwunden! Wenn das kein Grund für schlechte Laune ist. Aus diesem ...

Die Grummelhummel hat einen dieser Tage, an denen einfach alles nervt. Vor allem der leere Magen. Ihre geliebten Glockenblumen sind verschwunden! Wenn das kein Grund für schlechte Laune ist. Aus diesem sehr nachvollziehbaren Ausgangspunkt entwickelt sich in Die Grummelhummel: Mission Moor eine Geschichte, die überraschend viel Tiefe mitbringt.

Mir ist direkt aufgefallen, dass die Grummelhummel hier genau das sein darf, was ihr Name verspricht: mürrisch, grummelig und ziemlich genervt. Das wirkt angenehm ehrlich. Sie wird nicht sofort gebremst, belehrt oder ausgegrenzt, sondern bekommt den Raum, um ihre Gefühle herauszulassen. Das ist doch mal eine schöne Einstellung. Nicht jede Geschichte muss mit guter Laune beginnen.

Auf der Suche nach Futter macht sich die Grummelhummel gemeinsam mit ihren Freunden auf den Weg ins Moor. Regenwurm, Feuerwanze, Spinne und Ameise begleiten sie, jede Figur mit eigenen Stärken und Eigenheiten. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand ist nur Beiwerk. Das Zusammenspiel fühlt sich natürlich an, wie eine Gruppe, die sich ergänzt.

Im Moor wird schnell klar, dass dort etwas nicht stimmt. Pflanzen verschwinden, Lebensräume verändern sich und die kleinen Tiere merken, dass sie nicht die Einzigen sind, die Probleme haben. Das Thema Naturschutz wird hier schön gezeigt. Kinder erleben, dass sich etwas verändert hat und dass das Folgen hat – für alle.

Die Geschichte bleibt dabei ruhig erzählt. Sie setzt nicht auf große Dramatik, sondern auf Beobachtungen, Gespräche und gemeinsames Nachdenken. Lösungen entstehen nach und nach und oft gemeinsam. Das vermittelt ein gutes Gefühl von Zusammenhalt, ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Sprache ist gut vorlesbar und klar strukturiert. Reime und rhythmische Passagen sorgen für Abwechslung. Die Illustrationen unterstützen die Stimmung sehr schön. Sie sind detailreich, aber nicht überladen, und fangen das Moor als besonderen Ort gut ein: ein bisschen geheimnisvoll, lebendig und stellenweise auch unheimlich, natürlich ohne Angst zu verbreiten. Text und Bild greifen gut ineinander.

Am Ende bleibt ein Bilderbuch, das Themen wie Umwelt, Veränderung und Zusammenarbeit kindgerecht vermittelt. Die Grummelhummel: Mission Moor erzählt davon, dass auch kleine Wesen etwas bewegen können und dass man Probleme nicht allein lösen muss. Eine Geschichte mit Herz, Humor und einer Botschaft, die nicht erklärt, sondern erlebt wird.

Vielen lieben Dank an Cyndia und den Alibri Verlag, die mir dieses wundervolle Buch zugesandt haben!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein kauziger Kauz, der dazugehören will

Der Weihnachtskauz
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Im Wald herrscht Weihnachtsstimmung. Es wird gebastelt, gesungen und geschmückt. Nur einer macht nicht mit: der Kauz. Er flattert missmutig umher, motzt über alles und zieht sich schließlich in sein Baumloch ...

Im Wald herrscht Weihnachtsstimmung. Es wird gebastelt, gesungen und geschmückt. Nur einer macht nicht mit: der Kauz. Er flattert missmutig umher, motzt über alles und zieht sich schließlich in sein Baumloch zurück. Denn auch die Tiere verspüren wenig Lust, mit so einem übellaunigen Kauz zusammen sein zu wollen. Aber dort oben, allein in seinem Baum fühlt er sich einsam und ausgeschlossen.

Die Figur des Kauzes finde ich herrlich. Er ist ja kein klassischer „Bösewicht“, sondern eher ein Tier, das mit seiner eigenen Stimmung kämpft. Dass er sich fragt, ob es an den anderen oder an ihm selbst liegt, ist eine kleine, aber wichtige Botschaft. Der Kauz reflektiert sich selbst. Er möchte dazugehören, aber er weiß nicht, wie er das anstellen soll. Dass er am Ende nicht plötzlich zum Strahlemann mutiert, sondern seine kauzige Art behält, macht ihn glaubwürdig. Er überwindet sich, geht auf die anderen Tiere zu, feiert mit ihnen, lacht und genießt das Fest, bleibt aber der Typ, der am nächsten Morgen wieder nörgelt. Gerade das macht die Botschaft stark: Man darf sein, wie man ist, und trotzdem Teil der Gemeinschaft sein.

Britta Sabbag erzählt diese Entwicklung in Reimen, die beim Vorlesen leicht über die Zunge gehen und einen schönen Rhythmus haben. Die Illustrationen von Anika Voigt passen wunderbar dazu. Der Kauz mit seiner verschobenen Weihnachtsmütze und den giesgrämigen Augen ist herrlich ausdrucksstark. Man sieht ihm sein Grummeln sofort an, was sehr viel Komik in die Geschichte bringt. Gleichzeitig sind die Szenen im Wald bunt, aber nicht überladen. Es gibt viel Tannengrün, Lichterketten, kleine Tiere, die basteln und tanzen, und man spürt die Vorfreude.

Die Moral der Geschichte ist vielleicht nicht unbedingt neu: Gemeinsam ist schöner als allein. Aber die Verpackung mit dem motzenden Kauz macht sie herrlich frisch und witzig. Und beim Vorlesen spürt man, dass die Geschichte Kinder anspricht, weil sie so nah an ihren eigenen Gefühlen ist: manchmal will man eben mitmachen, manchmal lieber nicht.

Insgesamt ist Der Weihnachtskauz kein zuckersüßes Weihnachtsbuch, sondern eine Geschichte mit Witz, Herz und einem Helden, der gerade durch sein Motzen sympathisch wird. Zum Vorlesen ab vier Jahren sehr empfehlenswert und ein Titel, der sicher mehr als einmal in der Adventszeit aus dem Regal geholt wird.

Vielen lieben Dank an den Verlag für dieses weihnachtliche Buch!

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Lieber Kuchen statt Kinder

Die Tortenhexe
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Mit „Die Tortenhexe“ präsentieren Nicole Röndigs und Katja Gehrmann ein weiteres Bilderbuch, das klassische Märchenmotive aufgreift und dabei herrlich verdreht. Schon beim Vorgänger „Der Marmeladenwolf“ ...

Mit „Die Tortenhexe“ präsentieren Nicole Röndigs und Katja Gehrmann ein weiteres Bilderbuch, das klassische Märchenmotive aufgreift und dabei herrlich verdreht. Schon beim Vorgänger „Der Marmeladenwolf“ hat das Duo bewiesen, wie viel Spaß es macht, vermeintlich gruselige Gestalten mit einer Portion Humor und einer Vorliebe für Süßes neu zu erfinden.

Die Idee hinter der Geschichte ist genial einfach: Die Hexe aus dem Lebkuchenhaus ist ständig schlecht gelaunt. Aber nicht etwa, weil sie Hunger auf Kinder hätte, sondern weil ihr Häuschen einfach unpraktisch ist. Vögel knabbern am Dach, Eichhörnchen machen sich an den Wänden zu schaffen und dauernd bröselt etwas weg. Dass da die Stimmung im Keller ist, versteht jedes Kind sofort. Erst als Greta und Henry im Wald auftauchen und die eine Frage stellen, die Generationen von Kindern zuvor sich beim Lesen des Märchens immer gestellt haben: „Wenn du ein Haus aus Lebkuchen hast, warum isst du dann Kinder?“, wendet sich das Blatt und für die Hexe beginnt endlich ein süßes Leben.

Statt moralisch schwer oder belehrend zu wirken, bleibt die Geschichte angenehm leichtfüßig. Sie setzt auf Witz und überraschende Wendungen, sodass man beim Vorlesen immer wieder ins Schmunzeln gerät. Gerade diese Mischung aus frechem Humor und kindlicher Logik macht den besonderen Reiz aus.

Sehr interessant sind auch die Illustrationen von Katja Gehrmann. Ihre Bilder sprühen vor Energie, sind bunt, krell und irgendwie speziell. Die Hexe wirkt trotz ihrer Miesepetrigkeit sympathisch, fast sogar ein bisschen liebenswert. Greta und Henry sind frech und ziemlich pfiffig. Sie trauen sich, der Hexe die entscheidende Frage zu stellen und sie mit süßen Rezepten abzulenken. Statt Angst und Schrecken herrscht am Ende Genuss, Lachen und Freude. Das ist nicht nur für Kinder eine schöne Botschaft.

Wer „Der Marmeladenwolf“ mochte, wird auch mit der „Tortenhexe“ seinen Spaß haben. Beide Bücher sind wunderbar geeignet für fröhliche Vorlesestunden, bei denen man garantiert zusammen lacht und Lust bekommt, nach dem Lesen selbst einen Kuchen zu backen.

Ein humorvolles, liebevoll illustriertes Bilderbuch, das bekannte Märchenfiguren in einem neuen Licht zeigt. Es nimmt Kindern die Angst vor der Hexe im Lebkuchenhaus und macht sie stattdessen zu einer herrlich schrulligen Figur, die man einfach gernhaben muss.

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Ein tierisch gutes Bilderbuchabenteuer

Der OktoBus auf großer Fahrt
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Der OktoBus von Otto wirkt schon auf den ersten Seiten wie ein Gefährt, das man sofort in sein Bücherregal aufnehmen möchte. Mit acht Armen am Steuer, die gleichzeitig Tickets knipsen, winken und den Rückspiegel ...

Der OktoBus von Otto wirkt schon auf den ersten Seiten wie ein Gefährt, das man sofort in sein Bücherregal aufnehmen möchte. Mit acht Armen am Steuer, die gleichzeitig Tickets knipsen, winken und den Rückspiegel zurechtrücken, ist Otto der wohl entspannteste Busfahrer der Tierwelt. Auf seiner Tour zum geheimnisvollen Großen Etwas sammelt er eine bunt gemischte Reisegesellschaft ein. Giraffe Gerlinde hat Mühe mit der Deckenhöhe, Flamingo Ingo nutzt als Zugvogel meist natürlich die Bahn, aber die ist zu unzuverlässig, und Fanni Faultier lässt sich super viel Zeit. Zusammen sind sie eine herrlich lustige Gruppe.

Die Geschichte entfaltet ihren Reiz nicht durch spektakuläre Wendungen, sondern durch die Freude am Unterwegssein. Der Text ist in Reimen geschrieben, was hier erstaunlich gut funktioniert. Die Verse haben einen leichten Rhythmus, der das Vorlesen angenehm macht und Kinder sofort mitnimmt. Sie klingen weder erzwungen noch überladen, sondern fließen locker dahin wie die Fahrt selbst.

Besonders stark sind die Illustrationen von Nina Dulleck. Ihre Bilder sind farbenfroh und detailreich, ohne jemals überladen zu wirken. Jede Figur ist mit einem Augenzwinkern gezeichnet und beim wiederholten Anschauen entdeckt man immer neue kleine Szenen. Das sorgt dafür, dass das Buch nicht nach einmaligem Lesen zur Seite gelegt wird, sondern immer wieder auf den Schoß wandert.

Das Ende mit dem Großen Etwas ist ein kluger Gedanke, für Erwachsene sofort nachvollziehbar, für Kinder allerdings etwas abstrakt. Die Botschaft, dass das gemeinsame Erleben wichtiger ist als das Ziel, kommt dennoch an, auch wenn die kleinen Leser:innen eher an der fröhlichen Party hängen bleiben als an der philosophischen Ebene.

Alles zusammen ergibt ein Bilderbuch, das Humor, Wärme und ein Stück Lebensweisheit miteinander verbindet. Es erzählt von Freundschaft, vom Spaß am Miteinander und davon, dass der Weg selbst oft das schönste Abenteuer ist.

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