Profilbild von Stardust

Stardust

Lesejury Star
offline

Stardust ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stardust über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2026

Gefesselt ans Haus

Das Signal
0

"Das Signal" von Ursula Poznanski ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich wieder nicht enttäuscht.
Viola Decker erwacht im Krankenhaus und hat bei einem Unfall im eigenen Haus ein Bein ...

"Das Signal" von Ursula Poznanski ist nicht mein erstes Buch der Autorin und sie hat mich wieder nicht enttäuscht.
Viola Decker erwacht im Krankenhaus und hat bei einem Unfall im eigenen Haus ein Bein verloren. An das Ereignis kann sie sich so gut wie gar nicht erinnern.
Ihr Mann Adam holt sie nach Hause und stellt eine Pflegerin für sie ein. Viola fühlt sich dadurch nicht nur eingesperrt, sondern zusätzlich auch überwacht.
Dinge, die sie zum selbständigen Leben braucht, verschwinden, sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann.
So verfällt sie auf die Idee die Dinge zu tracken und schon sehr bald geht sie da noch einen Schritt weiter.
Hier erfährt man so nach und nach das Ausmaß des Geschehens, wir erleben alles aus Violas Sicht, deren Radius erst viel kleiner, dann langsam wieder größer wird.
Das ist alles sehr spannend beschrieben, man fiebert und ermittelt richtig mit Viola mit. Es gibt einige Wendungen, das ist sehr gut durchdacht, nur das Ende erschien mir etwas aufgesetzt zu sein.
Ein empfehlenswertes Buch und auch ein guter Einstieg in das Werk der Autorin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2026

Düstere Familiengeheimnisse

Die Insel meiner Schwester
0

„Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren zieht den Leser sofort in einen atmosphärischen Bann. Die Geschichte beginnt an einem emotionalen Wendepunkt: Mirjam, die sich an einem psychischen Tiefpunkt ...

„Die Insel meiner Schwester“ von Sara B. Elfgren zieht den Leser sofort in einen atmosphärischen Bann. Die Geschichte beginnt an einem emotionalen Wendepunkt: Mirjam, die sich an einem psychischen Tiefpunkt befindet, erhält nach Jahren der Funkstille eine Einladung zum 40. Geburtstag ihrer Schwester. Der Schauplatz ist die abgeschiedene Schäreninsel der Familie – ein Ort voller Kindheitserinnerungen, aber auch voller Schatten.
Was folgt, ist ein psychologisch dichtes Kammerspiel. Elfgren entfaltet die Familiengeschichte meisterhaft durch Mirjams Perspektive und zahlreiche Rückblenden. Besonders faszinierend: Obwohl beide Schwestern keine klassischen Sympathieträgerinnen sind, bleibt die Dynamik zwischen ihnen und ihre gemeinsame Leidensgeschichte absolut fesselnd. Ein spannender Roman über Traumata und toxische Beziehungen, der in einem packenden Finale gipfelt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Wunderbare Zeitreise

Little Hollywood
0

"Little Hollywood" von Inga Hanka habe ich sehr gerne gelesen. Es ist ein typischer Coming-of-Age-Roman und war für mich eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der Zeitgeist wurde hier hauptsächlich durch Filmzitate ...

"Little Hollywood" von Inga Hanka habe ich sehr gerne gelesen. Es ist ein typischer Coming-of-Age-Roman und war für mich eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der Zeitgeist wurde hier hauptsächlich durch Filmzitate und Musik eingefangen. Aber auch so wurde die Atmosphäre der Zeit der Schulabschlüsse und des Übergangs ins Erwachsenenleben gut eingefangen.
Leo will studieren, einerseits, aber andrerseits hat sie eine Mutter, die alleine mit ihrem kleinen Bruder überfordert ist und einen Vater, der zwar ausgezogen ist, aber immer noch gewaltbereit in den Hinterköpfen wohnt.
Leos Flucht ist eine Videothek an der Ecke, das »Little Hollywood«. Dort arbeitet Jo, den sie erst gar nicht versteht, der aber irgendwann ihr einziger Halt in der Realität ist.
Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, lebensecht und natürlich, der Zeitgeist kommt so gut rüber, man kann es fast fühlen und hören. Die Entwicklung, die Zweifel, das Hinterfragen, die erste Liebe, Aufbruch und Festhalten, das alles wird hier in wunderbare Worte gefasst, ich habe das Buch sehr gerne gelesen.
Für Fans von Filmen und Filmzitaten ist das Buch noch etwas tiefgehender, gerade das habe ich hier sehr geliebt.
Mich hat nur das etwas zu sehr versöhnliche Ende hier etwas gestört, das für mich nicht ganz passen wollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

Vieles ist anders als gedacht

Krakenkind
0

"Krakenkind" von Maria Grund ist schon der vierte Teil der Berling-und-Pedersen-Reihe. Für mich war es der erste Thriller der Autorin, die anderen Bände werde ich aber nachholen, diesmal in der richtigen ...

"Krakenkind" von Maria Grund ist schon der vierte Teil der Berling-und-Pedersen-Reihe. Für mich war es der erste Thriller der Autorin, die anderen Bände werde ich aber nachholen, diesmal in der richtigen Reihenfolge.
Sanna ist Polizistin und bereitet sich auf einen Umzug zu ihrem Partner nach Gotland vor, da geschieht in ihrer Nähe, in einer kleinen gemeinde, ein unfassbares Verbrechen. Einer Frau wurde im dunklen Wald schreckliche Gewalt angetan, ihr Hund brutal getötet. Sanna kann jetzt einfach nicht weg, sie muss das aufklären.
Das Buch liest sich schnell, auch dank der Spannung und der kurzen Kapitel. Die Protagonisten und auch Perspektiven wechseln rasch durch. Zu Beginn hatte ich noch mit der Fülle an neuen Personen meine Probleme, diese haben sich aber schnell gelegt.
Die Ermittlungen werden schnell immer komplexer, wir steigen tief in einige Verwicklungen ein und ich war dann schon sehr gespannt auf die Auflösung. Diese hielt so einige Überraschungen bereit, ich würde hier zu viel vorwegnehmen.
Mich hat das Buch gut unterhalten und es wurden hier mehr als ein wichtiges Thema aufgearbeitet und ins Gedächtnis gebracht, was ich sehr wichtig finde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Klotzen, nicht kleckern

Die Reise ans Ende der Geschichte
0

"Die Reise ans Ende der Geschichte" von Kristof Magnusson ist ein Roman, der sich selbst nicht immer ernst nimmt, es am Ende aber doch ist.
Wir begeben uns hier auf eine Zeitreise an den Anfang der 90er ...

"Die Reise ans Ende der Geschichte" von Kristof Magnusson ist ein Roman, der sich selbst nicht immer ernst nimmt, es am Ende aber doch ist.
Wir begeben uns hier auf eine Zeitreise an den Anfang der 90er Jahre, der Kalte Krieg liegt hinter uns, Grenzen öffnen und verschieben sich, es herrscht Goldgräberstimmung, auch in den Geheimdiensten.
Germeshausen, als Doppelagent und Geheimdienstmitarbeiter, sieht seinen Stern untergehen und plant nochmal einen großen Auftritt, sein großes Ding. Dafür holt er sich den jungen Jakob Dreiser an Bord, Poet, Charmeur und suchend nach seinem Sinn und Zweck im Leben.
Was die beiden dann gemeinsam erleben, entbehrt, trotz einem ernsten Hintergrund, nie dem Humor. Ich habe beim Lesen so mancher Szene schmunzeln müssen, da sie mir direkt vor Augen stand.
Die Protagonisten könnten verschiedener gar nicht sein, gerade das macht alles sehr amüsant.
Die beiden machen sich auf, um Hubschrauber in Kasachstan zu kaufen und damit zu handeln, natürlich geht dabei nicht alles wie geplant vor sich.
Der Autor verknüpft hier reale historische Fakten und Schauplätze, Protagonisten mit viel Potential und Eigenleben mit einer irrwitzigen, aber durchaus vorstellbaren Story und er tut das mit viel Leichtigkeit und schwarzem Humor.
Mir hat diese Zeitreise durchaus gefallen und gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere