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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Hase, eine Elefantin und Die Große Gefahr

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Herwig Hase der Dritte wurde über viele Jahre lang vom Zauberer Hokus van Pokus für begeisterte Zuschauer aus dem Hut gezaubert. Doch eines Morgens findet der kleine Hase nur noch einen Abschiedsbrief ...

Herwig Hase der Dritte wurde über viele Jahre lang vom Zauberer Hokus van Pokus für begeisterte Zuschauer aus dem Hut gezaubert. Doch eines Morgens findet der kleine Hase nur noch einen Abschiedsbrief von seinem besten Freund vor. Hokus hinterlässt ihm Zauberhut, -Stab und -Buch und fordert ihn auf in die Welt hinauszugehen. Beim Versuch den großen Zauberer zurückzuwünschen erscheint stattdessen die Elefantin Elsie im Wohnzimmer. Nun muss sich der kleine Angsthase in die Welt außerhalb seines Zuhauses begeben um Hokus zu suchen.
Die Erzählung ist niedlich und kindgerecht und dürfte auch kleinen menschlichen „Angsthasen“ Mut machen sich ins Unbekannte zu wagen, Fehler zu machen und (vermeintlichen) Gefahren endgegenzutreten. Herwig kannte ja nur die Zaubershows und das Haus, das er mit Hokus bewohnt. Deshalb nennt er die Welt außerhalb "Das Große Unbekannte" oder "Das Lärmende Draußen", ganz zu schweigen von der "Großen Gefahr", die überall lauern könnte. Einige Situationen sind wirklich amüsant geschrieben. Wenn auch für mich die Handlung größtenteils ziemlich vorhersehbar ist, las sie sich ganz kurzweilig.
Die Autorin hat die bunten Illustrationen auf allen Doppelseiten selbst gezeichnet, die die Geschichte sehr schön gestalten.
Zum Vorlesen mit Bilderanschauen eignet sich das Buch eben so gut wie für ältere Kinder zum Lesenüben.

Veröffentlicht am 27.12.2025

Kiki ist erwachsen und doch irgendwie nicht.

Kikis kleiner Lieferservice 5
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Die kleine Hexe Kiki ist inzwischen 19 Jahre alt und lebt seit 6 Jahren mit Hexenkater Jiji in der kleinen Stadt am Meer, in der sie mit ihrem Besen einen Lieferservice ausübt und damit ihren Lebensunterhalt ...

Die kleine Hexe Kiki ist inzwischen 19 Jahre alt und lebt seit 6 Jahren mit Hexenkater Jiji in der kleinen Stadt am Meer, in der sie mit ihrem Besen einen Lieferservice ausübt und damit ihren Lebensunterhalt verdient. Sie ist in Tombo verliebt, der allerdings eine Schule in großer Entfernung besucht und so unterhalten sie ihre Fernbeziehung über Briefe.

Zu Beginn des Buches gibt es eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse und auch im Buch immer wieder Rückblenden, so dass der Einstieg auch ohne Vorkenntnis der anderen Bücher möglich ist. Ich empfehle trotzdem die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Die Handlung "plätschert" so vor sich hin. Kiki lernt neue Leute kennen, erledigt ein paar Aufträge und jammert zwischenzeitlich ein bisschen. Kiki zweifelt an sich selbst, an ihrer Beziehung, ihrer Hexenkraft. Das ging mir zunehmend ziemlich auf die Nerven. In diesem Band geht es auch sehr viel um den Hexenkater Jiji, der Sorgen bereitet.

Erst in den letzten Kapiteln wird die Handlung wieder etwas spannender und dann ist das Buch plötzlich zu Ende.

Es gibt einen Ausblick auf den Abschlussband.

Insgesamt bin ich von der Reihe nach dem zweiten Band immer weiter enttäuscht. Die wenigen schwarz-weißen Illustrationen sind teils sehr minimalistisch, eine davon wie gewohnt sehr hübsch anzusehen.

Veröffentlicht am 16.11.2025

"Das Unerklärliche heißt so, weil es ein fieser Möpp ist, der sich weigert, durchschaut zu werden." (Seite 296)

Askendor – Spiel mit der Wirklichkeit
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Florentine (Lätizia) Lenzen ist Musterschülerin und lebt unter der Fuchtel ihrer perfektionistischen Mutter. Das Online-Rollenspiel „Askendor“ beginnt sie dennoch zu faszinieren und plötzlich gerät sie ...

Florentine (Lätizia) Lenzen ist Musterschülerin und lebt unter der Fuchtel ihrer perfektionistischen Mutter. Das Online-Rollenspiel „Askendor“ beginnt sie dennoch zu faszinieren und plötzlich gerät sie durch ein geheimnisvolles Portal in die Welt des Spiels und damit beginnt der Ärger, aber auch ihre Reifung.
Flo als Ich-Erzählerin war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat so eine erfrischende und witzige Art die Geschehnisse zu beschreiben und zu kommentieren, dass ich oftmals laut lachen musste. Zwischenzeitlich ging sie mir etwas auf die Nerven, aber insgesamt wirkt sie wie eine normale Fast-16-Jährige.
Ich hatte anfangs große Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufühlen und dachte immer wieder: „Was ist das für eine Geschichte und wie genau soll sie enden?“. Nach etwa der Hälfte des Buches, für die ich überdurchschnittlich lange brauchte, wurde es tatsächlich richtig spannend für mich und dann dachte ich irgendwann: „Wow, wie wollen sie denn nun diese Geschichte enden lassen?“
Auch der Abschluss hat mir unerwartet gut gefallen. Trotzdem empfand ich zwischenzeitliche Längen als eher störend. Es gibt auch reichlich verschiedene Handlungsansätze, deren Weiterführung mich interessiert hätten. Nur wenige davon werden tatsächlich beendet. Flos Entwicklung in ihrer Persönlichkeit findet etwas langsam statt und wird meiner Meinung nach zu wenig thematisiert. Auch das Thema Freundschaft ist zwar ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, aber für meinen Geschmack hätte der Fokus stärker darauf gelegt werden können. Ich war froh das Buch zuklappen zu können, wenn auch am Ende einige offene Fragen bleiben.
Insgesamt ist die Geschichte ungewöhnlicher als ich erwartet hätte, gleichzeitig recht spannend und grundsätzlich voller glaubwürdiger Protagonisten (bis auf wenige Szenen).

Veröffentlicht am 18.08.2025

Gut geschrieben, mehr Tiefgang wäre schön gewesen

Einfach Weike - Nicht perfekt, aber genau richtig
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Weike Wahlström ist mit ihren Eltern vom quirligen Berlin ins beschauliche Lütjenhausen in Nordfriesland umgezogen, in Vaters ehemaliges Elternhaus. Sie vermisst die Großstadt und ihre beste Freundin. ...

Weike Wahlström ist mit ihren Eltern vom quirligen Berlin ins beschauliche Lütjenhausen in Nordfriesland umgezogen, in Vaters ehemaliges Elternhaus. Sie vermisst die Großstadt und ihre beste Freundin. Und als "Neue" in die Klasse zu kommen ist natürlich besonders unangenehm. Doch Weike muss sich selbst eingestehen, dass sie „die Tussis“ für ihre coolen Tanz-Choreografien bewundert. Dafür sind Hinnerk und Tuba vom Schachclub einfach locker drauf und kein bisschen arrogant. Weike steht zwischen den Stühlen. Und da ist noch die geheimnisvolle alte Frau, die ihr immer wieder begegnet.
Ich konnte mich sofort in Ich-Erzählerin Weike einfühlen und mochte ihre Beschreibungen. Sie schreibt wie sie spricht und lässt mich an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben. Auch die Nebenfiguren besitzen Persönlichkeit und es macht sie lebendig.
Das Buch zeigt, dass vieles anders ist als es auf den ersten Blick scheint und es sich lohnt miteinander zu sprechen und insbesondere auch ehrlich zueinander zu sein, vor allem zu den Menschen, die man seine Freunde nennt.
Was mir fehlt ist mehr Hintergrundwissen, insbesondere zu Weikes Familie. Erst ganz am Ende wird da etwas näher drauf eingegangen und leider bleibt bei mir zum Schluss nur ein großes „Hä?“ Denn in den wirklich alltäglichen und nachvollziehbaren Problemen (und deren Lösungen) hätte ich am wenigsten Magie vermutet und finde die auch eher unpassend.
Es werden wirklich immer wieder sehr unterschiedliche Themen angesprochen und auch Lösungen gefunden, diese wirken allerdings oft oberflächlich. Ich persönlich hätte mir da an einigen Stellen mehr Tiefgang gewünscht. Dabei hat mir besonders gut gefallen, wie Weike auf den offenen Rassismus reagiert.
Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine kleine schwarz-weiße Illustration, die sich am Inhalt orientiert. Auch davon hätten es gern ein paar mehr sein dürfen.
Fazit: schöne Geschichte übers Anderssein, Freundefinden und irgendwie dazugehören. Aber am Ende bleiben einige Fragen offen.

Veröffentlicht am 03.03.2025

"Ich wünsche eine gute Nacht und gute Bücher"

Die Bibliothek der Wahren Lügen
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Der 14-jährige Oskar liebt Bücher und Geschichten, insbesondere die Reihe um den Abenteurer Ozymandias Calavera, geschrieben von Simon Bruma. Als dieser in seinem neuen Buch einen Schreibkurs für angehende ...

Der 14-jährige Oskar liebt Bücher und Geschichten, insbesondere die Reihe um den Abenteurer Ozymandias Calavera, geschrieben von Simon Bruma. Als dieser in seinem neuen Buch einen Schreibkurs für angehende Schreiberlinge auslost, ist Oskar sofort begeistert. Ausgerechnet eine Lüge sollen die Teilnahmewilligen aufschreiben um Simon Bruma zu überzeugen. Oskars Lüge beeindruckt den Autor so sehr, dass er gewinnt und auf das Anwesen des Autors eingeladen wird. Doch der Schreibkurs ist nur ein Vorwand. Oskar soll das Mädchen November, Simon Brumas Tochter, mit Hilfe einer Geschichte von einer schlimmen Krankheit heilen.
Das klingt seltsam? Fand ich auch. Und ich habe ehrlich bis zum Schluss (und darüber hinaus) nicht verstanden, wie genau das funktionieren sollte.
Richtig gut gefallen hat mir der Erzählstil des Autors und von Ich-Erzähler Oskar. Er ist ein sehr fantasiereicher Junge und diese lässt er auch in seine Geschichten einfließen. Mit viel Selbstironie gespickter Humor, gleichermaßen absurde wie treffende Vergleiche brachten mich immer wieder zum Schmunzeln. Auch die Tipps zum Geschichtenschreiben fand ich gut und hilfreich. (Wer kein Interesse daran hat selbst Geschichten zu schreiben, könnte diese als überflüssig oder langweilig ansehen.)
Die Figuren und handelnden Personen empfand ich als stimmig und gut ausgearbeitet. Auch die Fantasieelemente haben mir sehr gefallen, genau wie die Idee zu der Geschichte.
Was mich leider nicht überzeugen konnte, war das Ende, der Abschluss und die "Auflösung". Es gab für mich zu viele Wendungen, zu viel „nichts ist, wie es anfangs scheint“ und zu viele offene Fragen.
Für ein Buch mit einer Altersempfehlung ab 11 Jahren fand ich einige Szenen ziemlich entsetzlich und unnötig grausam. Ja, der Tod ist (auch in einer Fantasy-Geschichte) allgegenwärtig. Doch ich finde, dass sich in dem Buch "elegantere" Lösungen gefunden hätten.
Ein Hinweis: Ich habe online eine Leseprobe gefunden und "verschlungen". Allerdings schlägt die Geschichte nach diesem Anfang eine deutlich andere Richtung ein und wird an vielen Stellen, insbesondere zum Ende hin sehr verwirrend.