Profilbild von engineerwife

engineerwife

Lesejury Star
online

engineerwife ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit engineerwife über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

Wo soll sie hingehen, die eigene Reise des Lebens?

Mirabellentage
0

Die Haushälterin Anna, selbst in ihren frühen 50ern, ist, seit sie denken kann ein Mensch, der sich selbstlos für Andere einsetzt, ganz besonders natürlich für „ihren“ Pfarrer Josef. Umso härter trifft ...

Die Haushälterin Anna, selbst in ihren frühen 50ern, ist, seit sie denken kann ein Mensch, der sich selbstlos für Andere einsetzt, ganz besonders natürlich für „ihren“ Pfarrer Josef. Umso härter trifft sie sein unerwarteter und viel zu früher Tod, der ihr bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt. Als schließlich ein junger Nachfolger angekündigt wird, muss sie ihr eigenes Leben, und was sie noch damit anfangen möchte, überdenken. Eine Reise ins Unbekannte – in mehrfacher Hinsicht – beginnt, und sie muss alles geben, um hier nicht abgehängt zu werden …

Ich kenne Martina Bogdahns Debütroman „Mühlensommer“, der viele Wochen auf der Bestseller Liste stand, leider nicht und so wusste ich bei ihrem zweiten Roman „Mirabellentage“ nicht, was mich atmosphärisch erwarten würde. In dieser Hinsicht wurde ich positiv überrascht, denn die Autorin schreibt in einem warmherzigen Stil, in dem man sich schnell zu Hause fühlt. Dennoch konnte sie mich nicht 100%ig überzeugen, denn manche Passagen fand ich etwas zu überzogen, ja manchmal auch ein wenig langweilig. Martina Bogdahn, selbst auf einem Einödhof und somit sehr ländlich groß geworden, kann sich sicher mit ihrer Geschichte besser identifizieren als ich, die im Leben viel rumgekommen ist und sich solch ein abgeschiedenes Leben schwerlich vorstellen kann. Aber trotzdem möchte ich für diese fast ein wenig märchenhaft anmutende Geschichte vier von fünf möglichen Sternen vergeben verbunden mit einer Empfehlung an alle, die einfach mal lesetechnisch in eine kleine Wohlfühloase eintauchen möchten.

Veröffentlicht am 07.05.2026

Toller Auftaktband ...

Feuer in der Hafenstadt
0

Mich zog es lesetechnisch mal wieder in den hohen Norden und schon beförderte mich ein beherzter Griff ins heimische Bücherregal nach Glückstadt vor gut 130 Jahren. „Feuer in der Hafenstadt“ ist ein Reihenauftakt ...

Mich zog es lesetechnisch mal wieder in den hohen Norden und schon beförderte mich ein beherzter Griff ins heimische Bücherregal nach Glückstadt vor gut 130 Jahren. „Feuer in der Hafenstadt“ ist ein Reihenauftakt und gleich zu Anfang lerne ich Kapitän Hauke Sötje kennen, der eigentlich mit seinem eigenen Leben gedanklich schon abgeschlossen hat. Doch zwei Dinge will er vorher noch erledigen, nämlich Blumen auf das Grab seiner Frau und dem kleinen Sohn legen, den er nie kennenlernen durfte. Und er möchte den Schuldigen finden, dem er nicht nur den Untergang seines Schiffs, sondern auch den Tod seiner 54köpfigen Mannschaft zu verdanken hat. Bald wird er jedoch in Machenschaften verwickelt, die sich seiner Kontrolle zu entziehen scheinen und mit denen er mehr als einmal in Lebensgefahr gerät.
Auch eine zauberhafte Protagonistin hat bald ihren ersten Auftritt im Roman. Sie ist das einzige Kind in der Fabrikantenfamilie Struwe und sehr zum Leidwesen ihres Vaters - nicht zuletzt durch ihren eigenen Dickkopf – noch nicht unter der Haube. Hier soll Tante Dora Abhilfe schaffen, doch auch sie scheint sich die Zähne an Sonja auszubeißen. Der Fabrikleiter Struwe ist einer der Vorstände der neugegründeten Heringsfischerei AG, die für Glücksstadt eine wichtige Rolle spielt und die Wirtschaft vor Ort ankurbeln soll. Doch Struwe steckt in finanziellen Nöten und entzieht sich mit einem Selbstmord aus der Affäre. Seine Tochter steht nun mittellos und allein in der Welt da, doch da begegnet ihr Hauke und von nun an kämpfen sie Seite an Seite für die Gerechtigkeit …
Man braucht als Leserin schon ein wenig Geduld um die vielen Charaktere ihren jeweiligen Parts zuordnen zu können, doch diese Geduld zahlt sich aus, denn am Ende fügen sie alle kleinen Puzzlesteinchen zu einem wunderbaren Ganzen zusammen. Ich habe diesen Auftaktband sehr gerne gelesen und so bekommt er von mir solide vier von fünf Sternen. Ich freue mich schon aufs Weiterlesen dieser Reihe und habe mir doch gleich mal den zweiten Band bestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 29.04.2026

Mir schwirrt ein wenig der Kopf ...

Hildur – Die Toten am Meer
0

Kaum bin ich aus meinem eigenen Urlaub in Albanien zu Hause, mache ich mich – wenn diesmal auch nur literarisch – schon wieder auf die Reise, diesmal mit Ziel Island. Dort treffe ich die mir inzwischen ...

Kaum bin ich aus meinem eigenen Urlaub in Albanien zu Hause, mache ich mich – wenn diesmal auch nur literarisch – schon wieder auf die Reise, diesmal mit Ziel Island. Dort treffe ich die mir inzwischen bestens bekannte Hildur und ihren strickenden Kollegen Jakob, die diesmal mehr als genug zu tun haben. Sie werden konfrontiert mit dem plötzlichen Kindstod eines Babys, treffen auf einen blutüberströmten Küchenhelfer, der aus einem vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff stolpert, schlagen sich mit mysteriösen Einbrüchen in hiesigen Sommerhäuser rum und sind schlussendlich noch bei der Entdeckung von vier Skeletten in Hildurs ehemaligen Elternhaus beteiligt. Als schließlich noch die beste Freundin von Hildurs lange verstorbenen Mutter in eines unerwarteten Todes im Seniorenheim stirbt, war bei mir eigentlich das Maß übervoll.
Während ich mich auch in diesem vierten Band schnell wieder zurechtfand, waren mir das diesmal doch zu viele Baustellen, die die Autorin aufreißt, um danach wichtige Themen wie Fischfangquoten und Menschenhandel im Sande verlaufen zu lassen. Doch dem nicht genug … privat fragt sich Hildur, wie es wohl mit ihrer spontanen, kurzen Affäre mit Anton und der Beziehung zu ihren Schwestern weitergehen soll und Jakob kämpft mit Problemen, die sein Sohn nach dem Tod von dessen Mutter zu haben scheint.
Am Ende war ich wieder einigermaßen versöhnt, da sich die Fälle nach und nach aufklären und auch gewisse Zusammenhänge bestehen, dennoch gehört dieser Band für mich einem der schwächeren der Reihe. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich heute schon auf den fünften Teil dieser isländischen Krimireihe. Für Band vier gibt es von mir vier von fünf Island-Sternchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2026

Hamburg ... damals wie heute eine Stadt der krassen Gegensätze ...

Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold
0

Auch diesmal wieder freute ich mich sehr, beim Lesen des Auftaktbands zu der Dilogie rund um das glamouröse Hotel „Vier Jahreszeiten“ mal wieder eine Reise in meine Geburtsstadt Hamburg unternehmen zu ...

Auch diesmal wieder freute ich mich sehr, beim Lesen des Auftaktbands zu der Dilogie rund um das glamouröse Hotel „Vier Jahreszeiten“ mal wieder eine Reise in meine Geburtsstadt Hamburg unternehmen zu dürfen. Doch die Autorin Anja Marschall zeigt mir nicht nur das Leben der Reichen und Schönen, sondern macht mich auch schonungslos auf das Leben der Massen damals aufmerksam, das Leben der Ärmsten der Armen im Gängeviertel, das von Hunger, Gewalt, Alkoholismus und harter Arbeit geprägt war. „Wer im Gängeviertel geboren wird, entkommt ihm nicht!“ Das war eine Redensart, die das damalige späte 19. Jahrhundert prägte. Doch Luise will sich dem nicht mehr unterordnen und so kann sie ihr Glück kaum fassen, als sich ihr eine einmalige Chance bietet und sie im Waschkeller des Nobelhotels anfangen darf zu arbeiten. Doch auch dort ist nicht alles Gold was glänzt und schnell beginnt sie zu begreifen, dass auch hier Neid und Missgunst zum Alltag gehören …

Anja Marschall schafft es, die Kontraste zwischen der Welt der Reichen im Luxushotel an der Alster und dem Leben im Armenviertel eindrucksvoll darzustellen. Besonders die detaillierten Beschreibungen des Hotelalltags, der Wäscherei und des Glanzes der Zimmer machen den Roman atmosphärisch dicht. Die unterschiedlichen Charaktere werden gut porträtiert, wenn ich auch beim Lesen manchmal den Eindruck hatte, der Roman würde ein wenig zu sehr ins Triviale abgleiten und war an mehr als einer Stelle doch recht vorhersehbar. Nachdem ich gegen Ende des Buchs eigentlich mit der Geschichte abgeschlossen hatte und mir den zweiten Band nicht mehr besorgen wollte, präsentierte mir die Autorin jedoch einen solch heftigen Cliffhanger, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Hans und Luise und natürlich dem schönen Hotel weitergehen wird. Für diesen ersten Teil vergebe ich aber erstmal liebe vier von fünf Sternen und mache mich nun auf die Suche nach Band zwei …

Veröffentlicht am 22.04.2026

Das Rentnerquartett und ihr neuester Fall ...

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
0

Mit diesem fünften Band der Reihe rund um den Donnerstagsmordclub treffen wir wieder auf das zauberhafte vierblättrige Kleeblatt bestehend aus den Rentnern Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim. Langsam, aber ...

Mit diesem fünften Band der Reihe rund um den Donnerstagsmordclub treffen wir wieder auf das zauberhafte vierblättrige Kleeblatt bestehend aus den Rentnern Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim. Langsam, aber sicher schält sich Elizabeth nach der Trauer um ihren verstorbenen Mann Stephen wieder aus ihrem Trauerkokon und nimmt sogar an der Hochzeit von Joyces Tochter Joanna teil, auf der Ibrahim als unschlagbarer Tanzpartner brilliert. Doch Elizabeth hat nicht Tänze, sondern mal wieder einen Kriminalfall an der Backe. Sie wird vom Trauzeugen Nick, der sich bedroht fühlt, um Hilfe gebeten. Auch Ron hat seine eigenen Sorgen, denn seine Tochter ist verschwunden und der Enkel bei Rons Sohn untergetaucht. Wer oder was steckt dahinter? Während die überglückliche Brautmutter Joyce vor Stolz über ihren neuen Schwiegersohn kaum laufen kann, finden sich die anderen drei auf einer Jagd nach Codes, Bitcoins im Wert von vielen Millionen und später auch nach Nick selbst …
Ich muss gestehen, dass ich diesen fünften Teil fast ein wenig überfrachtet fand und an manchen Stellen war es schwierig, die jeweiligen Zusammenhänge zu verstehen. Doch ich kriegte jedes Mal schnell wieder die Kurve und habe es genossen mit dem etwas skurrilen Quartett unterwegs zu sein.
Von mir gibt es diesmal vier von fünf möglichen Sternen verbunden mit Vorfreude auf den nächsten Band. Hoffentlich bleiben uns die vier noch lange erhalten!