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Veröffentlicht am 29.06.2017

Die Verwandlung!

Feel Again
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Sawyer Dixon ist eine begabte Fotografin und Studentin im Woodshill College. Für ihre Abschlussarbeit hat sie die Idee, denn sehr schüchternen Isaac Grant zu fotografieren. Es sollen nicht einfach nur ...

Sawyer Dixon ist eine begabte Fotografin und Studentin im Woodshill College. Für ihre Abschlussarbeit hat sie die Idee, denn sehr schüchternen Isaac Grant zu fotografieren. Es sollen nicht einfach nur Fotos entstehen, sondern die perfekte Verwandlung vom schüchternen Jungen in einen Bad Boy soll dokumentiert werden. Nach einigem Zögern macht Isaac mit, denn er erhofft sich durch die Verwandlung endlich ein richtiges Date.

Nach "Begin Again " und "Trust Again " ist dieses Buch der dritte Teil der Reihe. Doch die Geschichte ist in sich abgeschlossen und die Protagonisten von den ersten beiden Teilen tauchen nur als Rand oder aber Nebenfiguren auf. So kann man eigentlich alle drei Bände durcheinander und nicht unbedingt der Reihe nach lesen.

Was mich in diesem Buch wieder begeistert hat ist der tolle Schreibstil von der Autorin. Sie kann zum Beispiel eine Sexszene über mehrere Seiten beschreiben ,ohne dass es langatmig wird. Und treffsicher schafft sie es, dass der grosse Teil an Liebesgeschichte romantisch und nicht kitschig daher kommt. Zwar wird es vor allem Punkto Liebe sehr vorhersehbar, denn eigentlich weiss man schon zu Beginn wer denn wen "kriegt"…doch gut unterhalten habe ich mich trotzdem. Ohne grössere Überraschungen ist auch die Handlung. Da sucht zum Beispiel Sawyer mit ihrer Schwester ein Hochzeitskleid…und man weiss eigentlich schon zu Beginn der Szene , dass sie in einem Secondhand Laden ein Hochzeitskleid, das (!) Kleid finden werden.

Das Grundthema "Mädchen verwandelt Jungen in einem Monat in Traumprinzen " ist an und für sich gut ausgearbeitet. Sawyer besticht durch ihre unerschrockene, selbstbewusste Art. Diese Figur ist ausgezeichnet gelungen. Mehr Probleme Punkto Glaubwürdigkeit hat mir Isaac gemacht. Ihm habe ich seine unbeholfene, schüchterne Nerd Rolle zu Beginn einfach nicht abgenommen. Dafür ging die Verwandlung zu glatt, war er gegen Schluss zu selbstbewusst . Wäre ja schön, wenn man mit einigen telefonischen Übungen und Ubeungsstunden Schüchternheit einfach so ablegen kann. Und in Sachen Aussehen hatte er zum Glück schon alle Grundvoraussetzungen. Einen Superbody und ein blendendes Aeusseres, Sawyer musste ihm nur einen neuen Haarschnitt verpassen und die fürchterlichen Kleider los werden. Das war mir dann doch zu einfach und schnell gelöst, und somit schon sehr unrealistisch und rosarot.

Meiner Meinung nach ist diese Geschichte schwächer als ihre Vorgänger.

Veröffentlicht am 16.06.2017

Amore in Italien!

Love & Gelato
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Lina zieht nach dem Tod ihrer Mutter nach Italien um bei Howard, einem alten Freund ihrer Mutter, zu leben. Doch Lina findet Howard seltsam, denn er wohnt auf einem Friedhof. Sonia, die stellvertretende ...

Lina zieht nach dem Tod ihrer Mutter nach Italien um bei Howard, einem alten Freund ihrer Mutter, zu leben. Doch Lina findet Howard seltsam, denn er wohnt auf einem Friedhof. Sonia, die stellvertretende Leiterin des Friedhofs ,gibt Lina ein altes Tagebuch ihrer Mutter, die dieses während des Studiums in Florenz geschrieben hat. Lina lernt darin ihre Mutter ganz neu kennen und macht sich auf die Spuren der Vergangenheit!

Die Geschichte spielt hauptsächlich in Italien und mich haben die Beschreibungen von Florenz, der Sehenswürdigkeiten , aber auch der italienischen Lebensweise sehr begeistert. Man fühlt sich sofort wie im Urlaub! Dazu kommen immer wieder italienische Ausrufe und Sätze, die das Ganze glaubwürdig machen. Die Hauptgeschichte um Lina und ihrem neuen Leben in Italien wird immer wieder durch die kursiv geschriebenen, und dadurch leicht erkennbaren Tagebucheinträge ihrer Mutter unterbrochen. So erhält meiner Meinung nach die Story Tiefe und wird auch spannend. Denn in den Tagebucheinträgen ist ein Geheimnis verborgen, das Linas Leben völlig durcheinander wirbelt.

Mich hat der Schreibstil begeistert. Schon nach dem Prolog, in dem Lina die Leser direkt anspricht, hatte mich die Autorin für sich gewonnen. Sehr leicht, locker und doch mit ernsten Zwischentönen erzählt sie die Geschichte der 16- jährigen Waise Lina. Einer Figur, die für mich völlig authentisch und echt daher kommt. Lina ist ein Teenager , wie es sie zu Tausenden gibt. Sie entdeckt ein neues Land und mit Schmetterlingen im Bauch die erste Liebe. Eine Figur, die mich überzeugt hat. Das Buch ist ein Jugendbuch, doch kann es problemlos und ohne zu langweilen von erwachsenen Lesern gelesen werden. Über den Titel bin ich gestolpert...wenn schon in Italien dann bitte "Amore "und nicht "Love "!

Die Handlung holpert an einigen Stellen. So habe ich nicht verstanden, wie ein 16- jähriges Mädchen einfach zu einem wildfremden Mann, auch wenn er vor langer Zeit mit der Mutter befreundet war, verfrachtet wird. Zudem waren mir die Menschen in Italien ,auf die Lina trifft , sehr „schwarz-weiss“ gezeichnet. Die meisten nahmen Lina mit offenen Armen auf, ihre Ankunft löste regelrecht Begeisterungsstürme aus. Und die anderen....erkennt man sofort ! Hier hätten weniger offensichtliche Charakterzüge vielleicht noch mehr gefesselt.

Veröffentlicht am 16.05.2026

War es das?

Mit anderen Augen
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Nach der Scheidung ist die 52-jährige Tilda Finch eigentlich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern und leitet erfolgreich ein Unternehmen.

Eines Morgens ...

Nach der Scheidung ist die 52-jährige Tilda Finch eigentlich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist Mutter von erwachsenen Zwillingstöchtern und leitet erfolgreich ein Unternehmen.

Eines Morgens bemerkt sie, dass der kleine Finger ihrer rechten Hand fehlt. Beim Besuch bei ihrer Ärztin erhält sie die Diagnose "Unsichtbarkeit". Unheilbar und nicht ausgeschlossen, dass noch andere Körperteile verschwinden. Was physisch bei ihr fortschreitet, hat Tilda auch psychisch schon seit einiger Zeit bemerkt.

Nun ist es an der Zeit sich gegen die Unsichtbarkeit zu stemmen.


Morbus invisibilis: ein Phänomen, das vor allem Frauen in der Lebensmitte trifft. Sie werden von ihrer Umgebung übersehen und ignoriert. Diese Besonderheit gibt es auch im realen Leben. Hier in diesem Buch hat die Autorin noch körperliche Unsichtbarkeit dazu gedichtet.

Protagonistin Tilda verschwindet langsam aber sicher. Sie nimmt deshalb auch an einer Selbsthilfegruppe teil, in der einige Mitglieder nicht oder kaum noch sichtbar sind. Damit ist der Plot leicht skurril. Körperteile, die verschwinden, sind völlig aus der Luft gegriffen. Das hat mich seltsamerweise gar nicht gestört.

Hinter dem Ganzen steckt eine Krise, die Frauen in der Lebensmitte häufig trifft. Die Kinder sind aus dem Haus, die Frauen beruflich angekommen und in einem wertvollen Freundeskreis integriert.

War es das?

Eine Frage, die sie sich trotzdem stellen. Auch Tilda gehört dazu und sie stellt einiges an, um sichtbar zu werden. Sie wendet sich an ihre Ärztin und eine Psychoanalytikerin, sucht Rat bei ihren besten Freundinnen Leith und Ali, besucht ein Meditations Retreat und öffnet sich für eine neue Liebe. Per Zufall lernt sich nämlich einen Mann kennen. Patrick ist blind und nimmt die Makel an Tilda dadurch nicht wahr. Romantisch und sehr schön sind diese Passagen und entschädigen für die trockenen und esoterischen Teile der Selbstfindung Tildas, die für mich einen zu grossen Teil einnehmen.

Die Autorin lässt immer wieder einen leichten Humor durchblitzen, vernachlässigt jedoch nicht die tiefgründigen Passagen. Sehr schön die Lebensweisheiten von bekannten Persönlichkeiten, sowie fiktiven Figuren bei Beginn der Kapitel.

"Mit anderen Augen" ist ein Roman mit einem Hauch Romantik, einem Teil guter Freundschaften, Familienbande und ganz viel Selbstfindungsgedanken.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Facettenreich

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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Es ist ein eisig kalter Wintertag, Neuschnee ist gefallen und eine tote Frau liegt in ihrem Garten. Fast unbekleidet wurde sie auf einem Liegestuhl abgelegt. Das LKA nimmt die Ermittlungen auf, denn Rahel ...

Es ist ein eisig kalter Wintertag, Neuschnee ist gefallen und eine tote Frau liegt in ihrem Garten. Fast unbekleidet wurde sie auf einem Liegestuhl abgelegt. Das LKA nimmt die Ermittlungen auf, denn Rahel Keller wurde ermordet.

16 Jahre zuvor lernt Rahel an einem Sommerfestival einen jungen Mann kennen und ist bezaubert von ihm.

Doch das Festival verwandelt sich für sie in einen Albtraum, denn sie wird von ihm getrennt und von einem anderen Festivalbesucher bedroht.


Nach "Fünfzehn Sekunden" ist dieses Buch der zweite Band der Wase Rahini Reihe. Rahini ist der zuständige Ermittler des LKA in diesem neuen Fall und hat auch schon im ersten Band sein Können gezeigt. Vorwissen ist meiner Meinung nach unbedingt nötig. Erstens, da ab und zu Vergangenes erwähnt wird und zweitens die Beziehung zwischen Wase und Bär, einer Figur aus dem vorderen Band, wichtig wird. So kann man vor allem die Sicht von Lennart Bär besser verstehen.

Ich fand dieses zweite Buch zuerst weniger in die Tiefe gehend als sein Vorgänger. Es kommen viele Informationen zu den einzelnen Figuren, dabei gehen die Ermittlungen zeitweise etwas vergessen. Immer wieder tritt die Handlung auf der Stelle.

Passagen, wie zum Beispiel die Untersuchung des Tatorts oder die Autopsie der Toten, bremsen diese für etliche Seiten komplett aus. Dadurch musste ich mich zu Beginn schon sehr durchkämpfen. Mit der Figur Louca, der sechzehnjährigen Tochter der Toten, nimmt die Geschichte jedoch bald an Fahrt auf und wird facettenreicher. Plötzlich geht es nämlich nicht mehr nur um den Mord, dort im Garten des Opfers, sondern wird mit einem zweiten Mord und einem Cold Case ergänzt.

Die Autorin schreibt in einem eher unruhigen Schreibstil, der mir jedoch grundsätzlich gefallen hat. Unruhig, da der Stil eine Mischung von stakkatoartig und detailreich ist. Manchmal kommen verspielt ausgeschmückte Sätze dazu.

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Freundschaft und Loyalität

Was wir verschweigen
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Eine Gruppe Randständiger feiert in einem Wochenendhaus. Es geht hoch zu und her und plötzlich ersticht ein Mann einen anderen mit einem Brotmesser.

Der Täter flüchtet und wird noch am selben Abend von ...

Eine Gruppe Randständiger feiert in einem Wochenendhaus. Es geht hoch zu und her und plötzlich ersticht ein Mann einen anderen mit einem Brotmesser.

Der Täter flüchtet und wird noch am selben Abend von der Kripo Pori festgenommen. Der Fall scheint gelöst.

Doch Kommissar Jori Paloviita ist von der Unschuld des Festgenommenen überzeugt. Er kennt den vermeintlichen Täter nämlich gut, schliesslich war er in der Schule sein bester Freund. Mit ihm ist er durch dick und dünn gegangen und verdankt ihm sein Leben.


Dieses Buch ist einer dieser Krimis, in dem der Gedanke aufkommt, dass das Opfer seinen Tod herausgefordert hat. Ja, ein Stück weit verdient hat. Mein Mitleid für den Ermordeten hielt sich in Grenzen, wenn ich ehrlich bin. Regelmässig werden nämlich Kapitel seiner Jugendzeit gewidmet und da geht es rund. Das spätere Opfer war im Jahr 1991 ein Jugendlicher, der mobbt, quält und kriminell ist. Bekommt er nun als Erwachsener die Quittung für sein Verhalten?

Ungewöhnlich und spannend ist, dass auch der ermittelnde Kommissar zu Schulzeiten unter ihm gelitten hat. Die Mischung zwischen professioneller Objektivität und Gefühlen wie Abneigung, Wut und nachtragend sein, ist sehr berührend in der Figur Jori Paloviita vereint.

Berührend ist auch seine Freundschaft zu einer Schlüsselfigur in der Mordermittlung. Zwei Freunde, die 1991 als 13-Jährige durch dick und dünn gehen, anschliessend aus den Augen verlieren und sich plötzlich zwischen Loyalität und Freundschaft entscheiden müssen. Das ist die starke Seite der Geschichte. Etwas weniger stark und langatmig empfand ich die Einführung in die Figuren. Arttu Tuominen liess sich zu Beginn des Buches viel Zeit damit und es dauert etwas, bis Spannung aufkommt.

Dieses Buch ist der erste Fall einer Reihe und im Mittelpunkt steht Jori Paloviita. Seine Kollegen Linda Toivonen und Henrik Oksman werden eingeführt, haben jedoch eher eine Nebenrolle. Die beiden werden in den nächsten Bänden wohl ihre Hauptrolle bekommen und darauf freue ich mich sehr. Auftakt gelungen.

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