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Veröffentlicht am 23.05.2026

mir zu spicy

Gilded Wings
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Morgan arbeitet in einer Bibliothek und hat damit genau den Job, den sich sich immer gewünscht hat. Dass die Bibliothek nur Nachts geöffnet hat und es ihr verboten ist, dann auf dem Gelände zu sein, stört ...

Morgan arbeitet in einer Bibliothek und hat damit genau den Job, den sich sich immer gewünscht hat. Dass die Bibliothek nur Nachts geöffnet hat und es ihr verboten ist, dann auf dem Gelände zu sein, stört sie nicht weiter. Doch eines Abends erhält sie einen Anruf, dass ein Buch fehlt. Sie fährt in die Bibliothek und gerät ins Abenteuer ihres Lebens.

Das Buch ist der Auftakt zu einer Dilogie rund um das Land Risest. Der Besitzer der Bibliothek kommt von dort und ist dort ein Gott. Morgans beste Freundin entpuppt sich als eine Fae, was Morgan völlig aus der Bahn wirft. Nach dem Auftakt in der menschlichen Welt wechseln wir gemeinsam mit Morgan nach Risest und lernen nach und nach das Land und dessen Bewohner näher kennen.

Ich muss sagen, dass mich das Buch ein wenig genervt hat. Die Geschichte hat mich auf Grund der Erwähnung der Bibliothek und des Auftretens von Drachen gereizt. Allerdings war ich schon relativ am Anfang kurz davor das Buch wieder zur Seite zu legen. Das Buch wird ja als spicy angekündigt, aber irgendwie war es mir gerade am Anfang, wenn man noch gar nicht weiß, wohin es mit der Story geht, dann zu spicy. Ich hätte das Fruchtbarkeitsritual ganz zu Beginn nicht wirklich benötigt, vor allem, weil ich kein bisschen verstanden habe, was der Sex mit der Geschichte überhaupt zu tun hat. Die Anzahl der Sexszenen wird dann weniger, aber ich brauchte nicht bei jedem Auftritt von Drager eine Beschreibung seines ach so tollen Körpers und vor allem seines Geschlechtteils. Außerdem habe ich mir mit Morgan ein wenig schwer getan. Sie ist einerseits sehr selbstbewusst und redegewandt, andererseits aber völlig ohne Selbstbewusstsein, gerade wenn es um ihren Körper geht.

Ab der zweiten Hälfte des Buches findet man dann langsam heraus, um was es denn eigentlich geht und die Spannung zieht an. War ich mir am Anfang noch unsicher, ob ich das Buch beende, hat es der zweite Teil dann herausgerissen und ich wollte dann doch wissen, wie die Geschichte endet. Das Buch endet mit einem ziemlich Cliffhanger, von daher sollte man den zweiten Band möglichst griffbereit haben, denn man möchte dann schon wissen, wie es weiter geht.

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Veröffentlicht am 23.05.2026

toll recherchiert

Im Wind der Freiheit
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1848, es ist Revolution in Deutschen Bund. Die Menschen erheben sich für mehr Mitbestimmung, ein geeintes deutsches Reich und mehr Freiheiten. Mitten darin zwei Frauen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. ...

1848, es ist Revolution in Deutschen Bund. Die Menschen erheben sich für mehr Mitbestimmung, ein geeintes deutsches Reich und mehr Freiheiten. Mitten darin zwei Frauen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen. Einmal Susanne, die sich als Prostituierte mehr schlecht als recht durchschlägt und damit nicht sich, sondern auch die Mutter am Leben erhält. und die privilegierte Schriftstellerin Louise Otto, die mit ihren Schriften auch für die Demokratie und für Frauenrechte kämpft.

Tanja Kinkel bringt uns diese Situation aus einem etwas anderen Blickwinkel nahe. Denn hier geht es vor allem um die Situation der Frauen, die den Herren der Revolution ja eigentlich völlig egal war. Denn bei ihnen ging es darum die Rechte der freien Männer zu verteidigen und zu erweitern. Die Lebensrealitäten der Frauen waren da eher Hintergrundrauschen. Das Buch ist wie von der Autorin gewohnt, exzellent recherchiert und die fiktiven Anteile geschickt in die Lücken der Geschichtsschreibung hinein gesetzt.

Trotzdem bin ich nicht so richtig warm damit geworden. Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt das Buch zu lesen, oder aber diese Zeit in der Geschichte ist einfach nicht meine. Die Charaktere fand ich durchaus interessant, aber die Ungerechtigkeiten die hier dauernd auf die Frauen einprasseln, waren mir einfach zu viel. Ja, das war Realität, dessen bin ich mir bewusst, aber für mich war es einfach anstrengend mich mehr oder weniger dauerhaft mich über die Männer in dieser Geschichte aufzuregen.

Das Buch ist ein wirklich hervorragender historischer Roman. Für mich war es nur einfach nicht der richtige Stoff zur richtigen Zeit.

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Veröffentlicht am 25.04.2026

es geht weiter

Das verborgene Glück
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Viktoria und Fabrizio sind nun seit geraumer Zeit ein Paar und während sie die Pension Hortis leitet versucht er sein Weingut am leben zu erhalten. Doch das Leben in zwei Ländern, noch dazu unverheiratet ...

Viktoria und Fabrizio sind nun seit geraumer Zeit ein Paar und während sie die Pension Hortis leitet versucht er sein Weingut am leben zu erhalten. Doch das Leben in zwei Ländern, noch dazu unverheiratet birgt seine Tücken. Und dass es immer noch Menschen gibt, die ihnen das Glück nicht gönnen, macht es nicht einfacher. So kämpfen sie beide um das was sie lieben.

Die Zusammenarbeit mit Melitta funktioniert mittlerweile recht gut und gemeinsam haben Viktoria und sie die Pension erfolgreich gemacht. Doch die politischen Spannungen machen den beiden das Leben schwer und trifft auch die Mitarbeiter der Pension.

Charlotte Lyne erzählt hier mit ihrem eigenen Schreibstil die Fortsetzung der Geschichte von Viktoria und Fabrizio weiter. Sie können nicht ohne einander, aber Viktoria ist nicht bereit zu heiraten und die Pension aufzugeben und Fabrizio will immer noch unbedingt das Weingut retten. Doch sein Bruder Crispino ist nicht wie vermutet in Amerika, sondern intrigiert gegen seinen Bruder und auch gegen Viktoria um an das ihm vermeintlich zustehende Erbe zu bekommen.

Ich mochte das Buch wieder gerne, auch wenn ich Crispinos Hass streckenweise fast unerträglich fand. Die Figuren sind alle sehr eigen, wie man es aus den Büchern der Autorin kennt. Die Gegend ist toll beschrieben und das Kopfkino läuft von Anfang an. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und nicht einfach nur schwarz oder weiß.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen, wenn man sich auf den Schreibstil einlassen kann.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

nicht so stark wie Band eins

Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Hoffnung am Horizont
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Es geht weiter in der Villa Sommerwind in Timmendorf. Julia und Christine werden erwachsen und gehen ihre Wege. Während Julia alles daran setzt als Köchin arbeiten zu können, studiert Christine Medizin ...

Es geht weiter in der Villa Sommerwind in Timmendorf. Julia und Christine werden erwachsen und gehen ihre Wege. Während Julia alles daran setzt als Köchin arbeiten zu können, studiert Christine Medizin und wird Ärztin. Und beide finden die Liebe. Julia mit Johannes der ihre Leidenschaft zum Kochen teilt, und Christine mit Maximilian, der sich politisch einsetzt. Als die Nazis an die Macht kommen muss Christine sich irgendwann entscheiden. Bleibt sie bei der Familie und ordnet sich unter oder folgt sie ihrem Gewissen und geht mit Maximilian in den Untergrund.

Wir begleiten nun also Henriettes Zwillinge durch ihr Leben. Die beiden sind sehr unterschiedlich und auch die Männer an die sie sich binden sind unterschiedlich. Vom Rest der Familie bekommt man nicht mehr ganz so viel mit, Henriette und Amalia spielen zwar eine Rolle, die ist aber eher im Hintergrund. Das Setting ist wieder schön beschrieben, allerdings treten außer den eigentlichen Protagonisten kaum weitere Personen auf, was dem Setting ein wenig die Tiefe nimmt. Gerade da Hotelleben wirkt dadurch etwas blutleer.

Die Autorin baut wieder große Zeitsprünge ein, die teilweise auch wichtige Ereignisse wie z.B. die Geburt von Christines Tochter Gerda umfassen. Das fand ich nicht ganz so schön, ich hätte mich schon dafür interessiert, wie es Christine und Julia in der Zeit von Christines Studium in Kiel ging und was sie alles erlebt haben. So werden die Schwangerschaft und die erste Zeit mit Kind in einem Absatz kurz geschildert, aber das war es auch.

Was mich am Ende doch recht gestört hat, war die Formulierung „Es zupfte ein Lächeln an ihren Lippen“ Das kam so oft, dass es wirklich auffällig wurde. Hier hätte man sicher auch andere Formulierungen für ein leichtes Lächeln finden können.

Alles in allem fand ich das Buch eher zwiespältig. Einerseits fand ich den Plot interessant, andererseits waren mir zu viele Lücken darin. Band 3 würde mich wohl interessieren, allerdings wird das wohl eher ein wenig dauern, wenn ich ihn überhaupt noch lese.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Aufbruch in eine neue Aufgabe

Das Fräulein Buchhändlerin
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Amanda arbeitet in Bielefeld in Otto Anglers Buch- und Kunsthandel. Dabei hat sie mehr Freiheiten als arbeitende Fräuleins dieser Zeit so im allgemeinen haben. Doch als Otto Angler stirbt und sie beschließt ...

Amanda arbeitet in Bielefeld in Otto Anglers Buch- und Kunsthandel. Dabei hat sie mehr Freiheiten als arbeitende Fräuleins dieser Zeit so im allgemeinen haben. Doch als Otto Angler stirbt und sie beschließt selbst den Laden fortzuführen, muss sie erkennen, dass sie sich nicht auf alte Loyalitäten stützen kann und neue Verbündete braucht.

Martina Bergmann schildert in ihrem Roman das beschauliche Leben im Bielefeld des Jahres 1965. Amanda ist eigentlich gut angekommen, hat einen Beruf, der sie erfüllt und einen studierten Verlobten, der sie zu nichts drängt und ihr alle Freiheiten lässt. Das Buch plätschert dabei auch ähnlich geruhsam vor sich hin. Bis zu Otto Anglers Tod hat man Amanda schon durch einige Alltagsbegebenheiten begleitet und kennt ihr Leben und die Menschen, die sie am meisten beeinflussen. Danach verschieben sich auf einmal die Fronten und Amanda wird gezwungen sich ihrer Vergangenheit zu stellen, ihre direkte Umgebung anders wahrzunehmen und neue Verbündete zu finden.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, allerdings muss man sich Zeit am Stück zum Lesen nehmen, da der Lesefluss durch die Schreibweise erst dann zum Tragen kommt, wenn man länger dran bleibt. Das Ende war mir dann zu abrupt, da hätte ich mir mehr Ausblick und eventuell auch einfach noch eine Weile mehr mit Amanda und ihrer Zukunft gewünscht.

Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es durchaus empfehlen.

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