Cover-Bild Elian und Lira – Das wilde Herz der See
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18,95
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 20.07.2018
  • ISBN: 9783423762205
Alexandra Christo

Elian und Lira – Das wilde Herz der See

Roman
Petra Koob-Pawis (Übersetzer)

Eine Fantasywelt, so betörend wie ein Sirenenlied - düster, romantisch und voller Sogkraft

Lira ist die Tochter der Meereskönigin. Jahr für Jahr ist sie dazu verdammt, einem Prinzen das Herz zu rauben. Doch dann begeht sie einen Fehler und ihre Mutter verwandelt sie zur Strafe in die Kreatur, die sie am meisten verabscheut – einen Menschen. Und sie stellt Lira ein Ultimatum: Bring mir das Herz von Prinz Elian oder bleib für immer ein Mensch. Elian ist der Thronerbe eines mächtigen Königreichs. Doch das Meer ist der einzige Ort, an dem er sich wirklich zu Hause fühlt. Er macht Jagd auf Sirenen, vor allem auf die eine, die so vielen Prinzen bereits das Leben genommen hat. Als er eines Tages eine junge Frau aus dem Ozean fischt, ahnt er zunächst nicht, wen er da an Bord geholt hat. Bald wird aus Misstrauen jedoch Leidenschaft und das Unerwartete geschieht – die beiden verlieben sich ineinander.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2018

Wow. Einfach Wow

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Inhalt:

Eine Fantasywelt, so betörend wie ein Sirenenlied - düster, romantisch und voller Sogkraft

Lira ist die Tochter der Meereskönigin. Jahr für Jahr ist sie dazu verdammt, einem Prinzen das Herz ...



Inhalt:

Eine Fantasywelt, so betörend wie ein Sirenenlied - düster, romantisch und voller Sogkraft

Lira ist die Tochter der Meereskönigin. Jahr für Jahr ist sie dazu verdammt, einem Prinzen das Herz zu rauben. Doch dann begeht sie einen Fehler und ihre Mutter verwandelt sie zur Strafe in die Kreatur, die sie am meisten verabscheut – einen Menschen. Und sie stellt Lira ein Ultimatum: Bring mir das Herz von Prinz Elian oder bleib für immer ein Mensch. Elian ist der Thronerbe eines mächtigen Königreichs. Doch das Meer ist der einzige Ort, an dem er sich wirklich zu Hause fühlt. Er macht Jagd auf Sirenen, vor allem auf die eine, die so vielen Prinzen bereits das Leben genommen hat. Als er eines Tages eine junge Frau aus dem Ozean fischt, ahnt er zunächst nicht, wen er da an Bord geholt hat. Bald wird aus Misstrauen jedoch Leidenschaft und das Unerwartete geschieht – die beiden verlieben sich ineinander.


Produktinformation

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. Juli 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423762209
ISBN-13: 978-3423762205
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Prince's Bane
Lieferbar

Meine Meinung

Wow. Einfach Wow.

Das Cover dieses Buches ist einfach wunderschön. Die wellen am Rand in 3D Prägung. Das Cover ist wirklich ein Meisterwerk und ich weiß nicht, welches Cover ich besser finde: Das Englische oder das Deutsche Cover.

Die zu der Geschichte finde ich echt gut. Obwohl es mich sehr an Arielle und die kleine Meerjungfrau erinnert, aber das ist es gar nicht und wenn dann eine dunklere Version dieser Geschichte.

Am Anfang wurde man in beide Welten eingeführt, die sich beide hassen. Ich glaube das hat den Anfangen ein bisschen träge gemacht, doch als sich Elian und Lira (den Namen finde ich so schön) sich treffen fängt erst die Geschichte richtig an. Ich fand die Geschichte spannend umgesetzt. Die Geschichte hatte ein gutes Tempo, nur in der Mitte hat sich es ein bisschen lange zogen und am Ende ging dann alles ein bisschen schnell.

Die Liebesgeschichte war Naja. Plötzlich. Mir war natürlich von Anfang an klar, dass die beiden sich verlieben würden. Doch es gab nur ganz kurz bevor sie sich geküsst haben ein kurzes Anzeichen von beiden das sie sich mochten und dann gehörte ihr schon sein Herz?

Ich fände es besser, wenn das Buch zweiteile hätte und die Liebesgeschichte ein bisschen besser ausgearbeitet werden könnte, aber nicht nur wegen der Liebesgeschichte. Sondern weil ich die Geschichte richtig mochte und es noch nicht viele Geschichten über Sirenen gelesen habe, hätte ich mir einen zweiten Teil der Geschichte gewünscht. Vielleicht mit den anderen Charakteren? Jeder dieser Charaktere fand ich gut ausgearbeitet und ich habe jeden von diesen Charakteren ins Herz geschlossen.

Auch wenn ich schon erwähnt habe das ich den Ablauf der Liebesgeschichte nicht so gut fand. Muss ich schon gestehen, dass ich den Schlagabtausch zwischen Elian und Lira witzig fand. Vor allem der Sarkasmus.

Der Schreibstil war flüssig und man konnte sich darin verlieren. Mich hat echt fasziniert das man sofort an der Wortwahl der Charaktere sehen konnte, aus welcher Sicht es grade geschrieben wird und auch wenn es meistens so war hätte ich mir vom Dtv Verlag gewünscht, dass am Anfang des Kapitels immer die Namen oben stehen. Ich war manchmal echt verwirrt, wer jetzt schreibt und ich bin keiner dieser Personen, die das mit der anderen Schrift so auffällt.




Fazit

Ein wunderschöne düstere Geschichte, für alle Fans von Spannung und Sakasmus.

4von5 Sternen


Veröffentlicht am 28.07.2018

Genau das Richtige für Fantasy-Fans!

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Dieses wunderschöne Cover hat gleich auf den ersten Blick mein Interesse geweckt und als ich mir dann den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch auf jeden Fall lesen möchte. ...

Dieses wunderschöne Cover hat gleich auf den ersten Blick mein Interesse geweckt und als ich mir dann den Klappentext durchgelesen habe, war für mich klar, dass ich dieses Buch auf jeden Fall lesen möchte.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lira und Elian erzählt, sodass man einen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider bekommt und somit die Chance hat, ganz in das Geschehen mit hineingezogen zu werden.
Lira war mir zu Beginn wirklich unsympathisch, weil man als Leser / Leserin beschrieben bekommt, was für ein Monster sie ist - doch da sie selbst über sich berichtet, wird das Ganze so dargestellt, als wären die Menschen die Monster und die Taten der Sirenen deshalb gerechtfertigt.
Das hat mich anfänglich wirklich skeptisch gemacht und zweifeln lassen.

Nach und nach wird einem dann aber bewusst, dass Lira nur so ist wie sie ist und die Dinge tut, die sie tut, weil sie unter dem Zwang ihrer Mutter steht. Sie hat Lira herzlos und grausam erzogen und genau diese Erziehung spiegelt sich zunächst in Lira's Charakter wieder. Ihre menschliche Seite, die sich sonst nur dann gezeigt hat, wenn es um ihre Cousine ging, wird immer mehr zum Leben erweckt als sie - durch ihre Mutter in einen Menschen verwandelt - von Elian aus dem Wasser gefischt wird und zu ihm und seiner Mannschaft an Bord kommt.

Während der Zeit, die sie mit ihnen - vor allem mit Elian - verbringt, kann man als Leser / Leserin eine unglaubliche starke Entwicklung bei ihr mitansehen. Und diese Entwicklung zeigt sich nicht nur durch ihr Handeln, sondern vor allem durch ihre Gedanken und Gefühle die unkontrolliert in ihr zum Vorschein kommen und sie selbst verwundern.

Elian hingegen habe ich auf Anhieb in mein Herz geschlossen. Dass er nicht der typische arrogante Prinz ist, der Ruhm und Reichtum genießt, sondern lieber um die Welt segelt mit einer Mannschaft, die ihn nicht wie einen Menschen aus Königshause, sondern wie einen Freund behandelt, fand ich einfach klasse.

Die Beziehung zwischen ihm und Lira ist von Anfang an sehr neckend. Beide behandeln den jeweils anderen von oben herab, sie drücken sich gegenseitig einen Spruch nach dem anderen rein und drohen sich fast in jedem zweiten Satz damit, sich gegenseitig umzubringen. Dass währenddessen bei beiden innerlich eine Veränderung stattfindet und wie genau diese sich bemerkbar macht, hat mir sehr gut gefallen. Sie regen sich gegenseitig zum Nachdenken an und beide beginnen damit, vieles aus anderen Augen / aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

»Du gewinnst keinen Krieg«, belehre ich sie. »Jemand anderes verliert ihn.«

Für mich stand bei diesem Buch aber nicht die Liebesgeschichte im Mittelpunkte, sondern verschiedene tiefgründigere Themen.
Kann es sein, dass ein Krieg nur geführt wird, weil keiner der Beteiligten überhaupt daran gedacht hat, das Frieden eine Option wäre?
Ist es richtig, sich vollkommen zu verbiegen und entgegen seiner eigenen Morale zu handeln, nur um jemand anderem zu gefallen?
Sind es nicht oft Vorurteile und Unwissen, die den meisten Schaden anrichten?
Und muss man sein eigenes Leben für etwas aufgeben, das so sein soll, wie es schon immer war, weil es eben schon IMMER so war?

Das und vieles mehr wird, wenn man genau hinguckt, hinhört und aufpasst, in diesem Buch angesprochen und meiner Meinung nach wirklich gut behandelt.

Anstatt sein Herz zu rauben, hoffe ich, dass er meines raubt.

Was mir jedoch nicht so gut gefallen hat, war die Liebesgeschichte zwischen Elian und Lira. Für mich gab es zu wenig Gefühl, das Bauchkribbeln und die sprühenden Funken haben gefehlt und mich konnte die sich entwickelnde Liebe der beiden leider überhaupt nicht überzeugen. Vielmehr haben die beiden wie Freunde auf mich gewirkt, was ich ehrlich gesagt sogar auch besser gefunden hätte.

Alles in allem hat mir die Geschichte aber wirklich gut gefallen. Die magische Welt, die die Autorin erschaffen hat, konnte mich in ihren Bann ziehen und die dort beschriebenen Orte wurden zu Bildern in meinem Kopf, die ich gerne einmal mit eigenen Augen gesehen hätte. Auch die Idee mit den verschiedenen Königreichen, Meereskreaturen und deren jeweilige "Gabe", haben mir super gut gefallen.

Was soll ich sagen?
Ich kann dieses Buch jedem, der Fantasy liebt und nicht unbedingt auf der Suche nach einer wahnsinnigen Liebesgeschichte ist, auf jeden Fall weiterempfehlen! Ihr werdet nicht bereuen, es gelesen zu haben ;)

Veröffentlicht am 26.07.2018

blutrünstig und zauberhaft zugleich, mit klitzekleinen Defiziten

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Elian und Lira, zwei Individuen, die nicht unterschiedlicher sein könnten... Oder??? Sie die Tochter der Meereskönigin, er der Prinz von Midas, und dennoch sind sie in einigen Punkten über die Maßen identisch: ...

Elian und Lira, zwei Individuen, die nicht unterschiedlicher sein könnten... Oder??? Sie die Tochter der Meereskönigin, er der Prinz von Midas, und dennoch sind sie in einigen Punkten über die Maßen identisch: vereint im gegenseitigen Hass, sind sie beide nichts weiter, als Mörder, die sich nach dem Leben trachten. Die Sirenen hassen die Menschen wegen deren Mordes an ihrer Göttin Keto, die Menschen hassen die Sirenen wegen der Morde an ihrer Art. So scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie aufeinandertreffen und das Schicksal für einen der beiden für immer besiegelt ist.

Viele von euch wissen, dass ich eigentlich kein Coverkäufer bin. Dennoch muss ich zugeben, dass mir die Verzierungen gleich ins Auge gesprungen sind, sehen schon toll aus, oder?
Umso erstaunter war ich als ich festgestellt habe, dass der Inhalt sich doch sehr von dem unterscheidet, was mich der erste optische Eindruck vermuten lies. Denn wer denkt, "ja, ein Märchen mit Sirenen" oder so -so harmlos war ehrlich gesagt meine Erwartung-, wird relativ schnell eines besseren belehrt. Denn nicht nur, dass beide Mörder sind, die auf die jeweils andere Art Jagd machen, nein, gerade bei Lira kommt noch eine gewaltige Portion Grausamkeit und Brutalität dazu! In Kombination mit ihrer zornigen, impulsiven Art lässt das gerade im ersten Teil der Geschichte kein allzu rosiges Licht auf sie scheinen.
Diese Abweichung vom Erwarteten fand ich alleine schon ziemlich fesselnd und gelungen, jedoch werden sowohl Geschichte als auch Spannung und Entwicklung der Charaktere durch den Schreibstil der Autorin zusätzlich perfekt unterstützt. Sie erzählt im Wechsel aus den beiden Perspektiven, was nicht nur einen schönen Blick in die Köpfe der zwei ermöglicht, sondern auch in die Schönheiten der Welten, aus denen sie stammen und an denen sie uns teilhaben lassen. Fantasievoll und bildhaft tauchen wir in die wunderschöne und gleichzeitig grausame Unterwasserwelt der Sirenen ein, um gleich darauf Elian und seine Crew zu begleiten, die in Piratenmanier Abenteuer ersegeln und zeitgleich Sirenen jagen.
Wir haben an Sorgen und Wünschen Anteil, allem voran der Sehnsucht nach Freiheit, die beide innehaben.

Viele Aspekte der Geschichte haben mir unheimlich gut gefallen, konnten mich unterhalten und faszinieren. Vor allem, weil ich absolut nicht mit einer so gehörigen Portion Gnadenlosigkeit und Unbarmherzigkeit gerechnet hatte. Gerade im ersten Teil des Buches erleben wir sehr viel Misstrauen, Vorurteile und Drohungen, die ein wirklich düsteres Szenario erschaffen, dass ich sehr faszinierend fand. Im zweiten Teil jedoch, kommen dann eher die Aspekte zur Geltung, mit denen ich gerechnet hatte und leider ist die Geschichte ab diesem Zeitpunkt auch etwas vorhersehbar. Nun gut, das ist vermutlich meistens so, sobald amouröse Emotionen ins Spiel kommen, aber in Kombination mit klitzekleinen Längen, war mir das dann einfach ein bisschen zu "glatt".
Wobei ich jedoch auch zugeben muss, dass das Ende dann doch wieder für viele Dinge entschädigt, aber das müsst ihr jetzt dann doch selbst lesen ;)
Besonders gut hat mir wiederrum gefallen, dass mich bestimmte Aspekte immer wieder zum Grübeln bringen konnten. Dinge wie die Überlegung, was uns eigentlich ausmacht, was unseren Charakter formt. Ob wir nur die Summe unserer Herkunft und Wurzeln sind, und inwiefern wir aus unserer eigenen Haut können. Diese Gedanken hat Alexandra Christo schön in Szene gesetzt und geschickt platziert, so dass sie bestimmt bei den meisten Lesern noch ein bisschen nachhallen werden.

Für mich ist "das wilde Herz der See" eine sowohl blutrünstige als auch zauberhafte Geschichte mit kleinen Defiziten, die jedoch durch Schreibstil und Bildhaftigkeit besticht. Da packt mich doch sofort wieder das "Meerweh"...

Veröffentlicht am 22.07.2018

Ein Lied von Freiheit und Sehnsucht....

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Allgemeines:

Titel: Elian und Lira - Das wilde Herz der See
Autor: Alexandra Christo
Verlag: dtv (20. Juli 2018)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3423762209
ISBN-13: 978-3423762205
ASIN: B07D2ZZZYN
Originaltitel: ...

Allgemeines:

Titel: Elian und Lira - Das wilde Herz der See
Autor: Alexandra Christo
Verlag: dtv (20. Juli 2018)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3423762209
ISBN-13: 978-3423762205
ASIN: B07D2ZZZYN
Originaltitel: To Kill a Kingdom
Seitenzahl: 384 Seiten
Preis: 16,99€ (Kindle-Edition)
18,95€ (Gebundene Ausgabe)



Inhalt:

"Lügen sind keine Antwort."
"Aber sie klingen viel besser als die Wahrheit"

Lira ist die Tochter der Meereskönigin. Jahr für Jahr ist sie dazu verdammt, einem Prinzen das Herz zu rauben. Doch dann begeht sie einen Fehler und ihre Mutter verwandelt sie zur Strafe in die Kreatur, die sie am meisten verabscheut – einen Menschen. Und sie stellt Lira ein Ultimatum: Bring mir das Herz von Prinz Elian oder bleib für immer ein Mensch.
Elian ist der Thronerbe eines mächtigen Königreichs. Doch das Meer ist der einzige Ort, an dem er sich wirklich zu Hause fühlt. Er macht Jagd auf Sirenen, vor allem auf die eine, die so vielen Prinzen bereits das Leben genommen hat. Als er eines Tages eine junge Frau aus dem Ozean fischt, ahnt er zunächst nicht, wen er da an Bord geholt hat.
Bald wird aus Misstrauen jedoch Leidenschaft und das Unerwartete geschieht – die beiden verlieben sich ineinander.


Bewertung:



Schon immer hatten Geschichten, die die Verlockung des Meeres, den Ruf des Abenteuers in sich hatten, eine besondere Anziehungskraft auf mich. Schon als ich das Cover dieser Geschichte zum ersten Mal sah war mir klar: dieses Buch muss ich lesen! Insgesamt erwartete mich eine wundervolle, atmosphärische Geschichte voller Abenteuer und Leidenschaft, die jedoch auch einige Schwächen aufweist.


"In den Abgründen unserer Seele sind Elian und ich gar nicht so verschieden. Zwei Königreiche erlegen uns beiden Verantwortung auf, der wir uns nicht gewachsen fühlen. Wir sind gefesselt: er an ein Land und ein vorgezeichnetes Leben, ich an das mörderische Erbe meiner Mutter. Und beide vernehmen wir den Lockruf des Ozeans: ein Lied von Freiheit und Sehnsucht."


Das Cover ist auf den ersten Blick ein wahrhaftiger Eye-Catcher und in der Gesamtkonstruktion definitiv stimmig, je länger ich es jedoch betrachte, desto weniger gefällt es mir. Natürlich ist da zum einen das Bild eines Mädchens, das mit den blauen Augen, den Sommersprossen und den roten Haaren wohl Lira darstellen soll. Wie schon so oft erwähnt stören mich Modelbilder auf Buchcover immer, außerdem finde ich nicht, dass auf Lira in der Geschichte ein besonderer Fokus liegt. Auf dem Bild links sieht es zum anderen aus, als würden feine, blau-weiße Linien das Mädchen als Wellen umspielen. In echt sind es jedoch breite, glitzernde Streifen, die relativ wenig mit Wellen gemein haben. Nichtsdestotrotz gefallen mir die düstere Ausstrahlung des Covers und die große, gefächerte Muschel, die jedes Kapitel überschreibt. Vielleicht wäre es hier aber eine Bereicherung gewesen, motivisch näher am Original zu bleiben.


Erster Satz: "Ich habe ein Herz für jedes Jahr meines Lebens."


Mit diesem treffenden und eingängigen Satz steigen wir in das Schicksal der Sirene Lira ein, die weit im ganzen Reich als "Fluch der Prinzen" bekannt ist, da sie jedes Jahr im Monat ihres Geburtstages das Herz eines jungen Prinzen raubt. Als sie auf der Jagd mit ihrer Cousine Kahlia ihre Sammlung aus 17 Herzen zu früh um ein weiteres ausbaut, zieht sie den Zorn ihrer Mutter auf sich. Eigentlich kein Problem, wäre diese nicht die allmächtige Meereskönigin, die auf Unterordnung durch Furcht und Schrecken baut, anstatt auf Treue und Loyalität durch Akzeptanz und Respekt. Als sie daraufhin ihres Gesangs, ihrer unglaublichen Schönheit und Stärke beraubt als schwacher Mensch auftaucht, ist das Meer nicht länger ihr Freund, sie nicht länger auf der Jagd und der Sirenenjäger und Prinz Elian nicht länger ihre Beute sondern ihr Retter. Als dieser die wehrlose, junge Frau aus dem Meer fischt, ahnt er nicht, dass sich hinter dem hübschen Gesicht und der großen Klappe in Wahrheit das Monster verbirgt, dass zu jagen er sich zur Aufgabe gemacht hat. Doch als Lira immer menschlicher wird und Eigenschaften wie Treue, Hilfsbereitschaft und Freundschaft nicht länger als Schwäche abtun kann, erkennt sie die Tragweite der Schreckensherrschaft ihrer Mutter und muss sich entscheiden, wer sie sein will...


"Keto schuf uns als wildes Kriegsvolk, aber erst die Meeresköniginnen gaben ihren Hass als Erbe an uns weiter. Königinnen wie meine mutter, die ihre Kinder zu seelenlosen Kriegerinnen formte. (…) Ist es das, was Menschsein bedeutet? Sich in Gefahr begeben, um jemand anderen zu schützen?"


Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich wirklich beeindruckt davon bin, wie viel Handlung, Entwicklung und Emotion Alexandra Christo in diesen kurzen 382 Seiten unterbekommt. Selbstverständlich sind einige Lücken im Setting zu finden und viele der interessanten Königreiche werden nur kurz genannt, mit einer groben Charakterisierung abgetan, die oft fast schon klischeehaft wirkt. Außerdem gehen auch viele Nebencharaktere im Sog der Handlung ein wenig unter, die Liebesgeschichte, die Entwicklung von Hass zu Leidenschaft - ging mir zu plötzlich und schnell von statten und gerade am Ende tauchen ein paar Handlungen der Protagonisten auf, die für mich nicht logisch waren.


"Wir sind Splitter desselben Spiegels. Zwischen uns liegen Welten, doch (…) die Grenzen sind verschwommen. Dies hat Elian in einer einzigen Sekunde geschafft, mit etwas, das ihm so leichtfällt wie das Atmen: Er hat gelächelt. Nicht, weil ich Qualen litt, vor ihm den Kopf neigte oder mich seinen Launen unterwarf wie bei meiner Mutter. Er hatte gelächelt, weil er mich gesehen hat, wie ich frei und dem Tod entronnen zu ihm zurückkehren wollte."


Doch was erwarte ich von solch einem kurzen Roman? Eine ausgearbeitete Herr-der-Ringe-Welt mit zig Handlungssträngen und Hintergrundgeschichten? Nein! Es ist bei Fantasy dieser Kürze immer eine große Herausforderung eine Welt aufzubauen, die mehr ist, als bloße Kulisse der Handlung, während genügend von letzterer vorhanden ist und auch Zeit bleibt, die Protagonisten zu entwickeln. Und das schafft die Autorin wunderbar, sodass ihr noch die Zeit bleibt, viele der erzählten Legenden über die Königshäuser als Lüge aufzudecken und großpolitischen Angelegenheiten und Intrigen anzusprechen. In vielen kurzen Szenen und dem daraus resultierenden hohen Tempo entführt sie uns in ein Reich voller bunter Völker, düsterer Legenden von blutrünstigen Monstern und strahlenden Helden, die einen unerbittlichen Kampf zwischen Meer und Land ausfechten. Gerade durch die vielen Gegensätze von glänzenden Königshäuser über die Sirenenjagd auf rauer See, auf einer abenteuerlichen Reise auf dem Piratenschiff Saad bis zum höchsten Punkt des Landes, zu einem der größten Schätze der Welt wird die Geschichte spannend gehalten, auch wenn ihr Ausgang schon recht früh kein Rätsel mehr ist.


"Ein Prinz darf von Mythen und Legenden umrankt sein", erklärt er mir. "Aber er kann nicht in ihnen leben. Er muss in der echten Welt leben und dort den Stoff für die Erzählungen liefern." Er sieht mich ernst an. "Du solltest weniger auf Märchen hören, Elian, sonst wirst du am Ende selbst nichts weiter sein als ein Märchen."


Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Elian und Lira erzählt, was jedoch nur mit einem Schriftartwechsel angekündigt wird. Das ist zum Teil recht verwirrend, da hätte ich mir eine eindeutigere Kennzeichnung gewünscht. Die beiden Protagonisten haben mir aber sehr gut gefallen. Obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten stehen, sind sie gar nicht so verschieden. Beiden werden ihre Freiheit und die Möglichkeit zur vollständigen Entfaltung durch die Verantwortung ein Reich zu führen und dessen Ansprüchen zu genügen gehemmt. Lira wurde von ihrer Mutter, der Meereskönigin, von klein auf zu einem Monster gemacht: Der Fluch der Prinzen. Zwischen dem Bedürfnis, ihre Mutter stolz zu machen, eine würdige Nachfolgerin zu sein und dem Ruf ihres Gewissens und der Gewissheit, etwas ändern zu wollen fühlt sie sich zunehmend hin und her gerissen, bis sie entscheidet, dass sie kein Monster mehr sein will. Doch ohne ihre Grausamkeit, ihre Kraft, ihr Gesang - was bleibt denn da noch übrig?


"Ich dachte, ich müsse meinem Reich etwas beweisen. Aber was? Dass ich genauso bin wie sie? Das Tod und Grausamkeit mir mehr bedeuten als Gnade? Dass ich an jedem Verrat begehe, auch wenn er noch so treu ist? (…) Ich denke an Crestell, die Kahlia vor mich beschützt und ihr eigenes Leben geopfert hat. "Werde die Königin, die wir brauchen."


Elian ist ebenfalls der nächste Thronfolger seines Königreichs, dem goldenen Midas. Doch anstatt sich mit ätzenden Hofangelegenheit zu langweilen, folgt er dem Ruf des Meeres tief in seinem Herzen und zieht als Sirenenjäger durch die Meere. Auch wenn die Welt ihn als den Piratenprinz sieht, der als hoffnungsloser Abenteurer verlacht ist, hat er in seiner Crew eine Familie, in der Saad ein Zuhause, in dem Dasein als Pirat ein Frieden gefunden, den er in seiner wirklichen Heimat nie gefühlt hat. Doch als er sich um sein größtes Ziel zu erreichen auf schmutzige Deals einlassen muss, die ihn sein Königreich kosten könnten, muss er sich entscheiden, wer er sein will: Pirat oder Prinz, oder vielleicht doch etwas Besonderes dazwischen...?


"Glaubst du wirklich daran, dass Mörder aufhören können, Mörder zu sein?"
"Ich möchte es glauben." Seine Stimme klingt so anders als die des selbstbewussten Prinzen bei unserer ersten Begegnung. Er ist nicht der Mann, der ein Schiff kommandiert, oder der Sohn, der ein Land regieren soll. Er ist weder das eine noch das andere, und doch ist er beides zugleich. Sein wahres Ich ist irgendwo dazwischen, wo nur ich es sehen kann."


Durch den jeweils anderen schaffen die beiden es, sich ihrer Rolle bewusst zu werden und frei zu entscheiden, was sie tun und lassen wollen. Auch wenn die Liebesgeschichte sich erst gar nicht und dann sehr schnell entwickelt, mochte ich das sarkastische Zusammenspiel der beiden und habe sehr gerne zugesehen, wie die beiden sich selbst und dem jeweils anderen immer näher kommen.


"Nur damit du es weißt", sage ich zu Lira. "Wenn du mich belügst, werde ich dich vielleicht töten."
Lira streckte das Kinn vor. Ihr Blick ist rebellisch und ihre gen sind zu blau, um ihnen standzuhalten. Im ersten Moment bin ich mir nicht sicher, ob sie eine Antwort parat hat, aber dann fährt sie mit der Zunge über die Lippen und ich weiß, dass sie den süßen Vorgeschmack auf das genießt, was sie mir gleich an den Kopf werfen wird.
"Vielleicht", sagt sie, währen das schummrige Licht sich an ihre Haut schmiegt, "töte ich dich zuerst."


Durch den zielsicheren Schreibstil der jungen Autorin bekommt jede Szene eine eindeutige Funktion und wir werden durch die bildhafte Sprache immer tiefer ins wilde Herz der See gezogen, bis wir -wie ein Matrose dem Gesang einer Sirene- dem Bann der Geschichte erliegen. Dabei wird eine recht düstere, spannungsgeladene, abenteuerliche, mitreißende Atmosphäre geschaffen, die jedoch an einigen Stellen etwas bröckelt, wenn sich seltsame "Lücken", Unstimmigkeiten in Szenen, auftun, die holprig wirkten. Das kann ich leider nicht besser in Worte fassen, es könnte auch an der Übersetzung liegen. Nichtsdestotrotz wird uns hier eine düstere Adaption des Kunstmärchens "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen präsentiert. Mit einem Unterschied: die Liebe, die eigentlich nicht erwidert werden kann, gewinnt hier nach einem epischen Kampf am Ende doch.



Fazit:


Alexandra Christos düstere Adaption des Kunstmärchens "Die kleine Meerjungfrau" entführt in ein Reich voller bunter Völker, dunkler Legenden von blutrünstigen Monstern und strahlenden Helden, die einen unerbittlichen Kampf zwischen Meer und Land ausfechten. Eine atmosphärische Geschichte voller Abenteuer und Leidenschaft

Veröffentlicht am 22.07.2018

Eine schöne Neuerzählung!

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Ein traumhaftes Cover, eine vielversprechende Geschichte und ein interessantes Setting - All das hat mich sehr neugierig auf Elian und Lira gemacht. Ob und wie diese Punkte umgesetzt wurden, wollte ich ...

Ein traumhaftes Cover, eine vielversprechende Geschichte und ein interessantes Setting - All das hat mich sehr neugierig auf Elian und Lira gemacht. Ob und wie diese Punkte umgesetzt wurden, wollte ich unbedingt herausfinden.

Die Grundhandlung ähnelt in groben Zügen dem Märchen "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen, welches ganz klar als Vorlage für diesen Roman diente. Doch viele Abänderungen machen die altbekannte Geschichte interessant. Anstatt den Wunsch, ein Mensch zu werden, verspürt die Protagonistin Hass gegenüber den Menschen. Generell sind die beiden Völker verfeindet und die Sirenen nicht so harmlos wie man denken mag. Und auch der Prinz ist nicht einfach nur ein Prinz, sondern auch gleichzeitig Pirat und macht Jagd auf Sirenen.
Allein diese Grundidee hat mir sehr gefallen, denn es ist die perfekte Mischung aus dem geliebten Märchen und Piratenabenteuer für mich.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Elians und Liras Sicht erzählt, jedoch kann man dies formal nur an den unterschiedlichen Schriftarten erkennen. Es beginnt also mit zwei einzelnen Handlungssträngen - einem über Wasser und einem unter Wasser -, die sich irgendwann treffen. Ich finde die Idee, beide Seiten zu beleuchten, erfrischend für den Roman, jedoch war ich an manchen Stellen wegen den plötzlichen Wechseln etwas gehemmt im Lesefluss.
Beide Protagonisten haben mir sehr gefallen, denn sie sind beide stark, prägnant und sie durchleben Entwicklungen. Besonders Elian als rebellischer Piratenprinz ist in meinen Augen eine markante Buchfigur. All diese Charaktere passen perfekt in das leicht magisch angehauchte, spannende und abwechslungsreiche Setting, in dem ich nur zu gerne abgetaucht bin.

Da hingegen sind meiner Meinung nach die Nebenfiguren etwas zu kurz gekommen, denn sie waren sehr vielversprechend. Allgemein finde ich, dass für den Gehalt der Geschichte und auch die Figurencharakterisierungen mehr Seiten von Nöten gewesen wären. Ein Zweiteiler anstatt einem Standalone hätte sich in meinen Augen viel besser geeignet. Auch die angepriesene Liebesgeschichte musste in den Hintergrund rücken und kam erst in den letzten paar Seiten wirklich zum Vorschein, was mich etwas traurig gemacht hat, denn es hatte so viel Potential, das nicht ganz ausgereift ist. Hier wäre ebenfalls ein zweiter Band von Vorteil gewesen.

FAZIT

Eine brutale Inszenierung von "Die kleine Meerjungfrau" meets Piratenaction - so könnte man dieses Buch kurz und knapp zusammenfassen. Die Handlung, das Setting, die Hauptcharaktere - all dies konnte mich von sich überzeugen und mich in eine spannende Buchwelt abtauchen lassen. Dennoch gab es auch ein paar Ecken wie das unzureichend ausgeschöpfte Potential, die mir etwas missfallen haben.