Profilbild von kessi67

kessi67

Lesejury Star
offline

kessi67 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kessi67 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2018

Eine Familiensaga spannend und wunderschön geschrieben

Der Gutshof im Alten Land
0

Klappentext

Frühling 1919: Edzard von Voss, der Patriarch eines herrschaftlichen Gutshofs im Alten Land, liegt im Sterben. Seine Söhne sind im Krieg vermisst und wahrscheinlich gefallen, der Erbe wäre ...

Klappentext

Frühling 1919: Edzard von Voss, der Patriarch eines herrschaftlichen Gutshofs im Alten Land, liegt im Sterben. Seine Söhne sind im Krieg vermisst und wahrscheinlich gefallen, der Erbe wäre nun sein raffgieriger Neffe Roland, den Edzards Tochter Finja aus Familienraison heiraten soll. Unerwartet steht jedoch ein Kamerad des jüngsten Sohnes Lennart vor der Tür, der diesem ähnlich sieht. Edzards Frau beschließt, den angenehmen Fremden als ihren Sohn auszugeben. Der Schwindel gelingt, Finja ist frei – sehr zum Ärger von Roland. Doch dann taucht plötzlich eine junge Frau auf, die behauptet, Lennart sei der Vater ihres kleinen Kindes ...



Im Jahr 1919 ist der erste Weltkrieg endlich vorbei. Doch es sind schwere Zeiten, viele Ehemänner und Brüder sind im Krieg gefallen, noch in Kriegsgefangenschaft oder gar verschollen.

Den Frauen in der damaligen Zeit blieb nichts anderes übrig als die Arbeiten der Männer mit zu übernehmen.

Die Familie von Voss hat es auch hart getroffen, den das Familienoberhaupt Edzard von Voss liegt im Sterben. Lennart, der jüngere Sohn ist im Krieg verschollen und der älteste Sohn Gerrit ist nach einem Vorfall vor dem Krieg, der ihn schwer getroffen hat, nach Amerika ausgewandert.

Caroline von Voss wacht Tag und Nacht am Krankenbett ihres Mannes. So bleibt Finja, der jüngsten Tochter, nichts anderes übrig sich um die Belange des Gutshofs zu kümmern.

Es liegt ein großes Schatten über dem Hof. Da Lennart, der rechtmäßige Erbe, als verschollen gilt, würde als nächstes der Neffe Roland das Erbe antreten. Dieser hat jedoch böse Absichten und ist ein durchtriebener Halunke.

Der junge Mann, Clemens Curtius , hat mit Lennart von Voss im Krieg gemeinsam gedient. Lennart hatte Clemens gebeten seiner Familie ein paar Gegenstände zu übergeben, sollte ihm etwas geschehen.

So begibt Clemens sich nach dem Krieg ins alte Land um Lennart seinen Wunsch zu erfüllen.

Caroline, die Mutter von Lennart, ist wie hypnotisiert als sie Clemens gegenüber sitzt. Dieser sieht Lennart unglaublich ähnlich, als wären sie Brüder. Da kommt Caroline von Voss die Idee, dass Clemens Lennart als Erben vertreten könnte. Nur so lange bis der leibliche Sohn wieder auftaucht. Finja steht dem ganzen sehr skeptisch gegenüber und kann im ersten Moment nicht fassen, zu welcher Scharade sich ihre Mutter hinreißen lässt.

Nun ist es an Clemens in die Rolle von Lennart zu schlüpfen. Es gibt ein Problem, Clemens und Lennart können vom Charakter her nicht unterschiedlicher sein.

Wird es Clemens gelingen alle im alten Land zu überzeugen?



Meine Meinung

"Der Gutshof im alten Land" von Micaela Jary war mein erster ( bis auf die Vorgeschichte) Roman der Autorin. Es ist ein historischer Roman, in dem der Leser in eine wunderschöne Landschaft entführt wird. Es geht um nicht erfüllte Wünsche und Träume, sowie um Liebe, Hass und Neid. Eine gefährliche Mischung, die die Autorin in eine spannende Geschichte verpackt hat. Der Schreibstil ist oft sehr emotional, dass ich die Gefühle und Gedanken der Protagonisten förmlich miterleben konnte. Hinzu kommt die Spannung, die es einem leicht macht, unbedingt weiter lesen zu wollen. Viele habe ich in mein Herz geschlossen und habe somit mit gefiebert ob alles gut ausgeht.

Das Buch ist in verschiedene Erzählstränge eingeteilt, in denen der Leser erfährt wie es den verschiedenen Protagonisten im hier und jetzt ergeht. Immer wieder fließen auch kleine Rückblenden ein, die erklären wie es zu allem gekommen ist.

Ich habe schon die Vorgeschichte zu " Der Gutshof im alten Land" verschlungen und so war es mir ein leichtes, gleich in die Geschichte abzutauchen.

Eine wundervolle Familiensage mit einer Leseempehlung von mir.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Träume und Hoffnungen, die Kraft des Lebens

Die Stimmlosen
0

Richard, Paula und deren Familien haben den Krieg überstanden und sind glücklich sich noch zu haben. Waren sie der Hoffnung, alles würde nach dem Krieg besser werden, mussten sie schnell erkennen, dass ...

Richard, Paula und deren Familien haben den Krieg überstanden und sind glücklich sich noch zu haben. Waren sie der Hoffnung, alles würde nach dem Krieg besser werden, mussten sie schnell erkennen, dass es wohl noch Jahre dauern wird um einigermaßen über die Runden kommen zu können.

Aber sie haben ein Dach über den Kopf und müssen nicht im zertrümmerten Hamburg in einem Keller oder einer Ruine hausen. Auch Fritz, der gemeinsame Freund von Paula und Richard lebt mit seinem Sohn Harri in der Wohnung, wie auch die Eltern und Schwiegereltern von Richard. Alles ist sehr beengt und doch haben sie einen Weg gefunden, am Tag über eine Arztpraxis zu führen.

Dies hilft der Familie, zusammen mit Fritz seiner Arbeit in der Klinik, die Familien über die Runden zu bringen. An allem herrscht großer Mangel, Nahrung, Heizmaterial für den Winter und auch Medikamente, die dringend benötigt werden, sind kaum aufzutreiben.

Die Lebensmittel -Karten alleine reichen nicht zum Überleben und so ist es dem Einfallsreichtum alle zu verdanken, sich einigermaßen über Wasser zu halten.

Die Verbrechen der Nazis werden in den verschiedenen Besatzungszonen vor Gericht verhandelt. Richard, der im Krieg alles unternommen hat, seine Patienten vor der Euthanasie zu retten, hofft nun ebenfalls, dass sein ehemaliger Vorgesetzter Dr. Krüger, zur Rechenschaft gezogen wird und seine gerechte Strafe bekommt.

Kann es Hoffnung auf Gerechtigkeit geben? Die Nürnberger Prozesse haben es gezeigt, aber viele kleine Lichter im Naziregime haben einen Weg nach dem Krieg gefunden, weiterhin in gehobenen Positionen ein Amt zu bekleiden.

Oft verlieren Richard, Paula und Fritz den Glauben am Rechtssystem in einem Deutschland welches von den Besatzungsmächten regiert wird.



Nur der unerschütterliche Glaube an eine neue Zukunft, bei denen die Protagonisten an ihren Träumen festhalten und nicht verzweifeln, sondern immer nach vorne schauen und sich ihren Optimus bewahren, nur so ist es ihnen gelungen, Jahre später zufrieden und glücklich zu sein.

Richards und Paulas Kinder, Emilia und Georg, die in den ersten Nachkriegsjahren so viel entbehren und zu schnell ihre Kindheit hinter sich lassen mussten, können nun, auch Dank ihrer liebevollen Eltern, ein eigenes Leben führen.

Aber bis dahin, war es ein beschwerlicher und oftmals auch gefährlicher Weg.



Meine Meinung:

"Die Stimmlosen" von Melanie Metzenthin, ist eine Fortführung von " Im Lautlosen", in der die Geschichte der Familie Hellmer und deren Freunden erzählt wird. Beide sind in sich abgeschlossene Bücher und es stellt kein Problem dar, die Stimmlosen alleine zu lesen. Doch möchte ich empfehlen auch "Im Lautlosen" zu lesen, da es eine interessante Geschichte der Protagonisten ist.

Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, um zu erfahren wie es allen nach dem Krieg ergangen ist. Wie schon mit dem ersten Band, bin ich nicht enttäuscht worden und bin glücklich, dass ich am Schicksal der Protagonisten teilhaben durfte.

Es ist zu merken, diese beiden Romane sind ein Herzensprojekt von Melanie Metzenthin, wie sie es auch im Nachwort erwähnt. Ich hatte das Glück, dass Buch in einer Leserunde mit mit der Autorin zu lesen, in der sie uns Lesern alles ausführlich erläuterte und all die Fragen die wir gestellt hatten, beantwortete.

So viel Herzblut steck im Inhalt, der mich so manches Mal an meine Grenzen der Gefühle gebracht hat. Der Schreibstil ist einfühlsam, sehr bildhaft und so berührend, dass mir an manchen Passagen die Tränen kullerten. Wenn ein Autor/in das schafft, spricht es für das Können des Schreibens und verdient ein großes Lob.

Nicht nur die Hauptprotagonisten mit ihren besonderen Charaktere, sonder auch alle anderen Angehörigen und Freunden der Familie Hellmer sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit ihnen gelitten und mich mit ihnen gefreut. Besonders habe ich mich auch über die Rückkehr nach Hamburg von Horst ( Melanie Metzenthin's Vater) gefreut, dessen Erlebnisse so geschehen sind, wie sie hier geschildert werden.

Ich kann nicht anders, ich gebe fünf Sterne, eine absolute Leseempehlung.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Was ist aus den verlorenen Träumen geworden?

Der Weg der verlorenen Träume
0

In " Der Weg der verlorenen Träume" , erzählt die Autorin Rebecca Michéle sehr einfühlsam und ungeschönt, die Geschichte ihrer aus den Masuren stammende Familie, die aus ihrer geliebten Heimat flüchten ...

In " Der Weg der verlorenen Träume" , erzählt die Autorin Rebecca Michéle sehr einfühlsam und ungeschönt, die Geschichte ihrer aus den Masuren stammende Familie, die aus ihrer geliebten Heimat flüchten mussten.



Beginnend im Jahr 1918 mit ihrer Großmutter Hedwig, lernen wir ihr Leben und dessen Familie kennen. Der erste Weltkrieg ist beendet und alle legen die Hoffnung in die Zukunft. Hedwig hat ein schweres Päckchen zu tragen, neben ihrer Ausbildung zur Schneiderin, kümmert sie sich auch um den Haushalt und ihre Geschwister. Doch sie macht es gerne, denn die Familie ist ihr wichtig. Die Mutter von Hedwig ist oft krank und geschwächt um die Familie am laufen zu halten. Trotz allem erlebt Hedwig mit ihren Geschwistern eine schöne Zeit in ihrer Heimat.

Auch Jahre später, als der Nationalsozialismus seinen Aufschwung erlebt, geht es den Menschen in den Masuren noch gut. Berlin und Adolf Hitler sind weit weg und keiner ahnt auch nur im geringsten, welch gräßliche und unheilbringende Zeit auf sie zukommen wird.

Ein Freund von Hedwig, Albert, lebt seinen Traum Musiker zu werden. Er hilft Hedwig ihren Traum, Schneidermeisterin zu werden, in die Wirklichkeit umzusetzen. Später verlieben sie sich und kommen sich näher, oder ist es nur geglaubte Liebe? Jedenfalls bleibt es nicht ohne Folgen und Hedwig wird schwanger. Es wird geheiratet und Hedwig hofft auf ein harmonisches Familienleben. Doch schnell muss sie feststellen, dass sie auf sich allein gestellt ist. Auch nach der Geburt des zweiten Kindes ändert sich nichts daran, nicht einmal von die Schwiegereltern bei den sie lebt, bekommt sie Unterstützung.

Doch als das Ende des 2. Weltkrieges schon fast greifbar ist, droht Gefahr von der immer näher rückenden roten Armee. So bleibt Hedwig nichts anderes übrig mit ihren Kindern und ihrer Mutter zu flüchten.

Sind all ihre Träume verloren, oder werden sie nach der Flucht und Ende des Krieges, neu beginnen können?



Meine Meinung:

Leider gibt es zigtausende solcher Schicksale, wie es die Familie Mahnstein erleben musste. Ich habe schon viele Bücher gelesen bei den all die Gräueltaten des Krieges thematisiert wurden. Und doch bin ich immer wieder über jedes einzelne Leid entsetzt und tief berührt. Es macht einem immer wieder aufs Neue bewusst, dass solch eine schreckliche Zeit nie wieder kommen darf.

Für die Autorin stelle ich es mir unwahrscheinlich schwer vor, über das Leben ihrer Großmutter und Mutter zu schreiben. Es ist doch ein gewisse Verarbeitung der Vergangenheit. Ich finde, sie hat es großartig gemacht, mit viel Einfühlungsvermögen und einem bildhaften Schreibstil, nimmt man am Leben von Hedwig und Margarethe teil. Es sind zwei starke Frauen, die alles materielle verloren hatten, aber niemals ihren Stolz. Und das habe ich sehr bewundert, zu viele haben im und nach dem Krieg den Mut verloren. Doch sie haben immer nach vorne geschaut, egal wieviel Entbehrungen es gab. Es gab einen Satz in der Familie....die Mahnsteinfrauen weinen nicht.....! Die Liebe zueinander hat ihnen immer Halt geben und alles durchstehen lassen.

Es ist nicht wie bei einer Liebesgeschichte, wo es ein typisches Happyend gibt, so etwas gab es nicht in dieser schrecklichen Zeit. Es ist die Geschichte einer Familie mit all dem Glück und Leid das sie erlebt haben. Da gehört auch der Verlust geliebter Menschen dazu, sich Heimatlos zu fühlen und in einer neuen Umgebung ( Heimat) akzeptiert zu werden. Mit all seinen Widrigkeiten ein neues Leben aufzubauen und nie die Hoffnung aufzugeben.

All dass hat Rebecca Michéle liebevoll zum Ausdruck gebracht. Immer wenn ich solche Bücher gelesen habe, bleiben sie mir für lange Zeit im Gedächtnis und machen mich nachdenklich.

Eine absolute Leseempehlung, anders kann ich nicht.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Wer ist der Totenbauer?

Totenbauer
1

Klappentext



Auf einer Parkbank im Münsterland bricht ein Mann zusammen. An seiner Schläfe klafft eine blutige Wunde. Er flüstert noch die Worte "toter Bauer" – und stirbt. Bertram vermutet ein tödliches ...

Klappentext



Auf einer Parkbank im Münsterland bricht ein Mann zusammen. An seiner Schläfe klafft eine blutige Wunde. Er flüstert noch die Worte "toter Bauer" – und stirbt. Bertram vermutet ein tödliches Eifersuchtsdrama, tritt bei seinen Ermittlungen aber auf der Stelle. Er sucht Hilfe bei seinem ehemaligen Partner Tenbrink, der sich von einem Schädelbasisbruch erholt und mit starken Erinnerungslücken kämpft. Doch Tenbrinks untrügliches Bauchgefühl führt sie schon bald zu alten Familiengeheimnissen und einem weiteren rätselhaften Todesfall. Dabei stoßen die Kommissare auf Dinge, die besser für immer unentdeckt geblieben wären ...



Zum Inhalt:

Was hat es mit den letzten Worten des toten Mannes im Park auf sich und wen könnte er damit gemeint haben.

Bertram muss sich zu seinem Leidwesen mit einem neuen Vorgesetzten diesem aktuellen Fall widmen. Da es zwischen den beiden immer wieder Ungereimtheiten gibt und sie zu Beginn der Ermittlungen auf der Stelle treten, erzählt Betram Tenbrink von dem Fall.

Dieser ist eigentlich noch immer krankgeschrieben, doch da ihm die Decke auf dem Kopf fällt und er mit den Dämonen der Vergangenheit kämpft, entschließt er sich kurzer Hand, selbst ein paar Ermittlungen anzustellen.

Auch wenn Bertram und seine Kollegen sich Schritt für Schritt in einem verworrenen Fall vorarbeiten, ist es doch auch Tenbrink zu verdanken, dass sie der Lösung des Ganzen so nahe kommen, um alles zusammen zu fügen. Doch das Ergebnis der Ermittlungen überrascht letztendlich jeden, nicht nur die Ermittler, sondern auch alle anderen Protagonisten.



Meine Meinung:

Schon " Galgenhügel" hatte mich begeistert, so war ich auf den zweiten Fall des Ermittlerteams Tenbrink und Bertram sehr gespannt.

Das Buch ist in zwei Erzählstränge geteilt. Zu Beginn eines neuen Abschnitts gibt es immer einen kurzen Rückblick auf Kreta. Dort machten vor einigen Jahren zwei Familien Urlaub und genau in der Zeit ist ein Mädchen ermordet worden. Aber auch eine Frau, Ingrid Holters, aus dem heimischen Wohnort der Familien, befand sich zur selben Zeit auf Kreta. Auch sie spielt eine Rolle in diesem Fall.

In der heutigen Zeit, wird der Mord an Peter, der Mann im Park untersucht. Und dabei geraten einige Mitglieder der Familien unter Verdacht. Der eine mehr und der andere weniger. Was hat es damit auf sich? Es lohnt sich auf jeden Fall es heraus zu finden.

Er ist spannungsgeladen und das reinste Verwirrspiel. Der Autor schafft es, einen in die Irre zu führen, so das man bis zum spannenden Finale rätseln kann, wer der wahre Mörder ist.

Ich mag den Schreibstil und da es ein Regional Krimi ist, gefiel mir auch wieder die Einbringung des typisch gesprochenen Münsterländer Dialekts. Wie sich mit "Totenbauer" zeigt, muss ein Krimi nicht blutig und brutal sein um gute Spannung zu erleben.

Wer Tom Finnek seine Bücher kennt und mag, versteht mit Sicherheit, dass ich für "Totenbauer" eine Leseempfehlung ausspreche. Ein wirklich gelungen Fall des Ermittlerteams Tenbrink und Bertram.

Veröffentlicht am 01.07.2018

Absolute Leseempehlung, viele Gefühle und Emotionen

Träume aus Silber
0

1963 befindet sich Lilian und Sam noch bei ihrem wiedergefundenen Vater in Kapstadt. Doch eines lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Egal welches Ergebnis es bringt, sie muss wissen was mit ihrer großen Schwester ...

1963 befindet sich Lilian und Sam noch bei ihrem wiedergefundenen Vater in Kapstadt. Doch eines lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Egal welches Ergebnis es bringt, sie muss wissen was mit ihrer großen Schwester Emma im zweiten Weltkrieg passiert ist. Als neunjährige ist Emma im Bombenhagel ums Leben kegommen. Zuvor ist Emma vom Vater und anschließend von ihrer kleinen Schwester Lilian getrennt worden. Was ist also geschehen?
Lilian und ihr zukünftiger Mann Sam müssen sowieso noch einmal nach Landon um dort einiges zu klären um entgültig nach Kapstadt ziehen zu können. Peter ihr Vater, entscheidet sich die beiden zu begleiten, um bei den Nachforschungen behilflich zu sein. Schließlich geht es auch um seine Tochter deren Verlust er nie überwunden hat.
Ein ständiger Begleiter im Leben der Blumenthals war und ist die silberne Spieldose. Sie hat immer Halt und Trost gespendet und ist somit auch ein liebgewonnener Teil des Lebens für Lilian geworden.
Nun beginnt in London eine Nervenaufreibende und sehr emotionale Aufarbeitung der Geschehnisse um Emma. Manches ist unfassbar und buchstäblich kaum in Worte zu fassen.

In einem anderem Erzählstrang geht es um Ceara Foley, die in Dublin mit ihrem Ehemann Aidan lebt. Sie hat eine Tischlerei und kann in ihrer Arbeit voll und ganz abtauchen. Die Arbeit lenkt sie ab, wenn sie Nachts von einem immer gleichen wiederkehrenden Alptraum geplagt wird. Sie kann sich einfach nicht erklären was es damit auf sich hat.
Sie hat einen Hang für schöne Dinge aus Holz. So lässt sie sich wie von selbst von einer Idee in ihren Gedanken leiten und fertig ein wunderschönes kleines Kästchen, dass sie mit einem Kindermotive in filigraner Arbeit verziert.

Lotte, die in aus verschiedenen Gründen in Kapstadt geblieben ist, muss leider am eigenen Leib die Auswirkungen der Apartheid miterleben. Als sei es nicht schon schlimm genug, damals vor den Nationalsozialisten geflohen zu sein, so muss sie nun wieder erleben was es heißt was Rassentrennung für die Menschen bedeutet.
Doch Lotte ist eine Kämpferin und hat in Friedrich einen liebgewonnenen Freund an ihrer Seite.

Meine Meinung:
"Träume aus Silber" von Mina Baites, ist die Weiterführung von " Träume aus Silber". Es lässt sich auch ohne den Vorgänger gut lesen, da beide in sich abgeschlossen sind und es im zweite Teil gleich am Anfang, einen guten kurzen Rückblick zu "Träume aus Silber" gibt.
Der zweite Teil fügt sich im Jahr 1963 nahtlos an das Geschehen an und da der erste schon absolut lesenswert ist, kann ich nur empfehlen beide zu lesen.
Ich war schon vom ersten Band, wo es um das Schicksal der Familie Blumenthal geht, sehr berührt und es ist mir immer noch gut im Gedächtnis. Nicht anders wird es mir mit " Träume aus Silber" gehen und zu meinen Highlights für das Jahr 2018 zählen.
Die Autorin versteht ihr Handwerk und hat mich wieder ein Teil der Familie Blumenthal werden lassen. Der Schreibstil ist sehr feinfühlig aber keinesfalls kitschig. Doch hat es mich ein einigen Stellen so berührt, dass ich die ein oder andere Träne wegwischen musste.
Die Gliederung der drei Erzählstränge werden im Laufe des Geschehens immer mehr miteinander zusammen fließen. Der Schreibstil spiegelt für mich auch die Emotionen der Autorin wieder, mit der sie das Leben der Blumenthals niedergeschrieben hat. Es ist zu merken, wie ihr die Charaktere ans Herz gewachsen sind. So ist es auch mir geschehen, mir werden sympathische und liebgewonnene Protagonisten lange im Gedächtnis bleiben.
Durch sehr gut recherchierte historische Hintergrund-Fakten bekommt man einen guten Einblick in die politische Lage von Kapstadt.
Ebenso der zweite Weltkrieg ist für mich ein Thema was nicht vergessen werden darf, hat er doch so viel Leid mit sich gebracht.
ABSOLUTE LESEEMPEHLUNG!!!!