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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2018

Bauchgefühl

Bauch-Gefühl
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Luise Kaller ist seit über 40 Jahren Hebamme und kennt dank ihrer Erfahrung auf die meisten Fragen werdender Mütter die Antworten. Trotzdem ist das Buch nicht nur ein typischer, theoretischer Ratgeber, ...

Luise Kaller ist seit über 40 Jahren Hebamme und kennt dank ihrer Erfahrung auf die meisten Fragen werdender Mütter die Antworten. Trotzdem ist das Buch nicht nur ein typischer, theoretischer Ratgeber, wie alles ablaufen soll. Es wird an vielen Stellen deutlich gemacht, dass in der Praxis einiges anders abläuft als theoretisch vorgesehen und eben dennoch alles in Ordnung ist bei Mutter und Kind. Dies wird auch durch viele Geschichten aus der Praxis deutlich, die Frau Kaller immer wieder in das Buch einfließen lässt.

So begleitet Sie in ihrem Buch die werdende Mutter vom Kinderwunsch bis zu den ersten Monaten mit dem Baby.

Die Autorin beschreibt alles von ihrem Standpunkt aus, argumentiert eben für ihre Meinung. Sollte man eine andere Auffassung haben, muss man sich anderswo noch weiter informieren, wo pro und contra besser beschrieben werden.

Sehr übersichtlich sind auch die Vorsorgeuntersuchungen der Frauen beschrieben und welche die Kasse zahlt. Bei den Untersuchungen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden, ist sehr gut aufgelistet, welche Untersuchungen sinnvoll sind und was diese kosten.

Auch Fachbegriffe und Abkürzungen, ohne die so ein Buch nicht auskommen kann, werden sehr gut beschrieben, aber da wäre es schön, wenn z.B. am Ende des Buches noch mal einige Begriffserklärungen wären, wo man einfach noch mal nachsehen könnte, wenn der Begriff oder die Abkürzung noch mal auftaucht.

Das Inhaltsverzeichnis und auch das Register am Ende des Buches sind sehr ausführlich und gut, wenn man nach der Lektüre des Buches noch mal gezielt nach etwas suchen möchte.

Was mir negativ auffiel, waren einige Rechtschreib – und Logikfehler im Buch, die hoffentlich in der nächsten Auflage behoben werden. Z.B. ist einmal die Rede davon, dass sich 2/3 bis 4/3 der Frauen für eine Untersuchung entscheiden. Oder der Name einer Firma ist falsch geschrieben.

Von diesen Kleinigkeiten abgesehen ist dieses Buch wirklich eine gute Empfehlung für werdende Mütter und Väter, weil es nicht nur die graue Theorie, sondern eben auch die Praxis aufzeigt.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Yahya Hassan

Yahya Hassan
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Dieses Buch ist ein sehr ungewöhnliches. Das fängt schon bei dem Titelbild an, was gar kein Bild ist, sondern einfach nur der Name des Autors in weißer Schrift auf tiefschwarzem Untergrund. Auf der Rückseite ...

Dieses Buch ist ein sehr ungewöhnliches. Das fängt schon bei dem Titelbild an, was gar kein Bild ist, sondern einfach nur der Name des Autors in weißer Schrift auf tiefschwarzem Untergrund. Auf der Rückseite stehen nur zwei Zeilen, der Klappentext steht innen auf dem Buchdeckel. Wenn man im Geschäft also kein Exemplar zur Ansicht geöffnet hat, weiß man nicht wirklich, auf was man sich mit dem Buch einlässt. Schon der Einband des Buches ist sehr ungewöhnlich und ein solches Buch habe ich noch nie gesehen. Es wirkt wie eine Mischung aus Taschenbuch und gebundenem Buch und liegt gut in der Hand.

Der Inhalt ist ebenfalls ungewöhnlich. Das Buch besteht nur aus Gedichten, die aber allesamt eine Geschichte erzählen. Die Geschichte ist die Kindheit und Jugend des Autors, der es wahrlich nicht leicht in seinem Leben hatte. Das wird in den Gedichten sehr deutlich. Dass die Gedichte alle nur in Blockschrift geschrieben sind, fand ich anfangs etwas störend, aber andererseits zeigt die durchgehend große Schrift auch noch mal, wie eindringlich der Autor seine Geschichte erzählen möchte. Auch zum aufmerksamen Lesen trägt die große Schrift mit bei.

Aus vielen Gedichten wird die Wut des Autors auf das ganze System sehr deutlich. Der Vater, der ihn geschlagen hat, hat ihm nie das Gefühl der Zugehörigkeit gegeben und auch seine Mutter und die Geschwister hatten scheinbar genug mit sich selber zu tun. In der neuen Heimat konnte die Familie auch nicht ankommen, weil der Vater verboten hat, die Sprache des Landes zu sprechen. So wird Integration natürlich schwierig und ein Teufelskreis aus Hass und Gewalt entstand.

Einige der Gedichte konnte ich mir nicht durchlesen, ohne schlucken zu müssen. Es ist schon unglaublich, was der noch sehr junge Autor in seinem Leben schon alles durchlitten hat, aber auch, was für Leid er anderen Menschen zugefügt hat. Man kann nur hoffen, dass er durch die Gedichte einen Weg findet, dieser Spirale zu entkommen. Ich fand das Buch sehr beeindruckend, aber es ist sicher nicht für jeden etwas und man muss sich ein Stück weit darauf einlassen.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Interessantes Buch zur Integration

Die Ungehaltenen
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Das Cover dieses Buches wirkt sehr einfach und fällt gerade dadurch auf. Das Buch selber hat mich überzeugen können. Die Sprache des Autors ist sehr unterschiedlich, aber immer sehr gut zu verstehen und ...

Das Cover dieses Buches wirkt sehr einfach und fällt gerade dadurch auf. Das Buch selber hat mich überzeugen können. Die Sprache des Autors ist sehr unterschiedlich, aber immer sehr gut zu verstehen und so ist es kein Problem, dem Handlungsverlauf folgen zu können. Die Handlung zeigt auf, wie schwer es auch für die junge Generation der Migranten ist, sich in unserem Land zurechtzufinden und richtig einzuleben. Auch wenn Cemo im Buch zu Elyas sagt, dass seine Generation nun etwas tun und kämpfen müsse (Seite 32), wird doch im Verlauf des Buches klar, dass es gar nicht so einfach ist, auch wenn viele dieser Menschen in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und die Sprache gut beherrschen.

Man begleitet Elyas auf der Suche nach seinen Wurzeln und danch, was er aus seinem Leben machen möchte. Dieser Weg ist schon sehr gut beschrieben und da alles aus der Sicht von Elyas geschrieben ist, kann man sich sehr gut in diese Person hinein versetzen. Irgendwie konnte ich ihn teilweise sogar verstehen, auch wenn ich ihm schon ab und an gerne einen Tritt gegeben hätte. Da sehr viel wörtliche Rede in dem Buch vorkommt, kann man auch die Gedanken der anderen Protagonisten gut verfolgen. Ich kann das Buch auf jeden Fall den Menschen empfehlen, die Interesse an der Migration haben und die erfahren möchten, was die Menschen mit ausländischen Wurzeln antreibt und wie sie sich bei uns fühlen.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Ein Hund mit vielen Namen

Sirius
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Der Romanheld Sirius erlebt in seinem Leben sehr viel und weil er ein kluger Hund ist, schafft er es auch, in den Lauf der Geschichte einzugreifen. Er wird geboren als Levi und ist ein Nachfahre von Hunden, ...

Der Romanheld Sirius erlebt in seinem Leben sehr viel und weil er ein kluger Hund ist, schafft er es auch, in den Lauf der Geschichte einzugreifen. Er wird geboren als Levi und ist ein Nachfahre von Hunden, die schreiben konnten und sogar Gedichte verfassten. Aus seinem Wurf ist er der letzte Überlebende, weil er sich versteckte, als die Gestapo den Züchter verhaftet und deportiert und seine Geschwister erschossen wurden. Dann kam er zu Familie Liliencron, wo er jeden Morgen mit dem Professor seine Runde drehte. Als alle Juden ihre Namen ändern mussten, bekommt auch Levi einen neuen Namen und heißt fortan Sirius.

In der letzten Minute schafft es die Familie Liliencron, Berlin zu verlassen und nach Hollywood zu fliehen. Natürlich ist Sirius mit von der Partie. Dort wird der Professor zum Chauffeur für einen Hollywood-Star und über diesen Job lernen er und seine Frau, sowie eben auch Sirius, noch viele weitere Größen der Branche kennen. Irgendwann kommt es dann dazu, dass Sirius eine kleine Rolle in einem Film übernehmen soll und seine Sache so gut macht, dass der Film zwar durchfällt, wegen des Hundes aber gerne von Publikum gesehen wird. So wird speziell für diesen Hund ein Film geschrieben, in dem er die Welt rettet und meistens wird Sirius nun nach dem Filmhelden Hercules gerufen.

Als Hercules kommt er dann auch zum Zirkus, wo er verschiedene Kunststücke erlernt und vorführt. Plötzlich findet er sich aber wegen einer Verwechslung in Berlin wieder, seiner Heimat, die aber sehr verändert aussieht. Dort wird er von dem Leiter der Abteilung für Vogelschutz gefunden und in seine Familie mitgenommen und Hansi genannt. Aber auch seinen ehemaligen Nachbarn trifft er wieder, der mittlerweile daran arbeitet, zusammen mit anderen Menschen Informationen zu sammeln, die gegen Hitler verwendet werden können.

Hansis neuer Besitzer wird befördert und so kommt es, dass Hansi Hitler persönlich kennenlernt. Da er nun schreiben kann, wird er zu einem Spion, denn er kennt Informationen direkt aus dem Hauptquartier des Führers, die die Gruppe um den ehemaligen Nachbarn sehr interessieren.

Ich fand das Buch ganz nett zu lesen und es ist eine schöne, leichte Unterhaltung. Sicher ist es ein Thema, das man noch immer mit Vorsicht betrachten sollte und ich habe mich beim Klappentext schon gefragt, ob es gut ist, diesen Teil der Geschichte aus der Sicht eines Hundes und nicht immer ganz ernst zu erzählen. Aber ich muss sagen, dass das Buch mich doch überzeugt hat. Es scheint gut recherchiert zu sein, wenn man mal von den Fakten absieht, die der Hund angeblich geschaffen hat. Außerdem wird eben nicht nur lustig geschrieben, sondern auch schlimme Dinge werden erzählt.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Die Freude auf den Montag

Thank God it's Monday!
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Die 30 Gründer der "Dark Horse Innovation" haben sich
an der d.school kennengelernt, wo sie zusätzlich zu ihrem Studium ein einjähriges Aufbaustudium im Design Thinking belegt haben. Dort arbeiteten sie ...

Die 30 Gründer der "Dark Horse Innovation" haben sich
an der d.school kennengelernt, wo sie zusätzlich zu ihrem Studium ein einjähriges Aufbaustudium im Design Thinking belegt haben. Dort arbeiteten sie schon mit echten Kunden zusammen, die sich neue Ideen für ihre Unternehmen gewünscht haben. Als diese Studenten dann Arbeit gefunden haben, stellten sie schnell fest, dass ihre Ideen bei ihren Arbeitgebern nicht in dem Maße gefragt waren, wie sie sich das erhofft hatten. Als sie neben der Arbeit noch Aufträge von Menschen bekamen, die sich wirklich neue Ideen für ihr Unternehmen versprachen und nicht nur in den üblichen, festgefahrenen Denkansätzen arbeiten wollten, beschlossen sie, dieses Hobby zum Beruf zu machen.

Und wie es eben meistens so ist, wenn man ein Hobby zum Beruf macht, dann macht einem der Beruf auch Freude. Besonders schön finde ich es, dass diese 30 Menschen noch immer befreundet sind, auch wenn andere Freunde sie vor der Gründung der Firma gewarnt haben. Aber wer nichts wagt, der kann eben auch nichts gewinnen. Und so haben sie es gewagt und es auch geschafft, mit ihrer Firma Erfolg zu haben. Das zu lesen ist schon sehr interessant, auch wenn es natürlich in einem solchen Buch sowohl sehr interessante Themen gibt, als auch Themen, die einen nicht so interessieren, beziehungsweise die nicht so relevant für jeden sind.

Aber dafür ist das Inhaltsverzeichnis sehr gut, weil es sehr übersichtlich gestaltet ist und man relevante Themen schnell wiederfinden kann, wenn man noch mal etwas zu einem Thema nachlesen möchte. So interessant das Buch auch war, hätte ich mir doch vielleicht einige Anregungen auch für meinen Berufsalltag gewünscht, um diesen interessanter gestalten zu können. Diese haben mir etwas gefehlt, aber es ist ja klar, dass diese Gruppe nicht für alle Berufe ein Patentrezept bieten kann. Trotzdem ist es ein sehr aufschlussreiches Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Auch das Cover gefällt mir gut, weil man sehr schnell erkennt, worum es geht und weil es durch die bunte Schrift ziemlich auffällig ist.