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Veröffentlicht am 17.04.2019

Eine zähe Hetzjagd durch Berlin

So nah der Tod
2

Die neun Monate alte Janina wird eines Nachts aus ihrem Kinderbettchen entführt. Ihrer Mutter Annika wird ein Ultimatum gestellt. Sie hat maximal 24 Stunden Zeit ihre Tochter zu finden, sonst wird sie ...

Die neun Monate alte Janina wird eines Nachts aus ihrem Kinderbettchen entführt. Ihrer Mutter Annika wird ein Ultimatum gestellt. Sie hat maximal 24 Stunden Zeit ihre Tochter zu finden, sonst wird sie sterben. Um sie zu finden, muss Annika Rätsel lösen und eine Schnitzeljagd durch Berlin beginnt.

Erzählt wird dieser Thriller aus den beiden Ich-Perspektiven von Eric Weinsberg, dem Ermittler und Annika Ritter, der Mutter des entführten Kindes. Dazwischen gibt es immer wieder kursiv gedruckte Einschübe des Täters, so dass dem Leser seine Motive nähergebracht werden.
Die Hetzjagd durch Berlin ist sehr rasant, die gesamte Geschichte spielt an nur einem Tag. Es passiert wirklich viel, so dass man als Leser etwas zweifelt, ob das alles in einen Tag passt. Doch trotz des großen Tempos ist es nicht sonderlich spannend. Irgendwie eher ermüdend. Durch die Straße rennen, in die U-Bahn, aus der U-Bahn raus. Hier ein Rätsel dort ein Rätsel. Die Idee hinter der Schnitzeljagd fand ich gut, doch haben mich die Rätsel etwas enttäuscht. Einen Bezug zur Handlung an sich konnte ich nicht herstellen.
Die Charaktere konnten es leider auch nicht rausreißen. Eric Weinsberg ist ein Ermittler, der sich auf sein Gefühl verlässt und dabei alles und alle anderen ignoriert. Das fand ich etwas merkwürdig, denn meist macht er Alleingänge und seine Kollegen ermitteln munter weiter – bleiben aber im Hintergrund. Meiner Meinung nach hätte man aus Weinsberg viel mehr rausholen können. Dann Annika Ritter. Sie hat schon viel in ihrem Leben durchmachen müssen. Erst kürzlich ist ihr Mann verstorben und nun ist sie alleinerziehend. Annika Ritter ist sehr verwirrt und nervlich am Ende – verständlich, da ihr Kind verschwunden ist, allerdings macht dies sie sehr nervig und demnach unsympathisch. Bei der Suche nach Janina hilft ihr ihr Freund Bastian. Doch dieser wird gerade selbst von der Polizei gesucht – wegen Mordes. Das machte die Sache etwas spannend. Aber auch Bastian war mir unsympathisch und teilweise etwas merkwürdig.

Leider konnte mich dieser Thriller nicht überzeugen. Die Geschichte dümpelte vor sich hin. Spannung suchte ich vergebens. Und diese rasante Hetzjagd war eher einschläfernd als Nerven aufreibend. Da mir auch die Charaktere nicht zugesagt haben, da sie mir unsympathisch waren, kann ich leider nur zwei von fünf Sternen vergeben. Schade, denn nach der Leseprobe hatte ich einen sehr spanenden Thriller erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 01.04.2019

Ganz anders als erwartet

Die verborgenen Stimmen der Bücher
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Emmett Farmer beginnt eine Lehre bei der Buchbinderin Seredith. Bücher sind verpönt. Die Menschen meiden sie und so auch die Buchbinder. Emmett lernt schnell den Grund dafür kennen. Denn die Geschichten ...

Emmett Farmer beginnt eine Lehre bei der Buchbinderin Seredith. Bücher sind verpönt. Die Menschen meiden sie und so auch die Buchbinder. Emmett lernt schnell den Grund dafür kennen. Denn die Geschichten stammen nicht aus der Phantasie eines Schriftstellers, sondern direkt aus Menschen – diese werden gebunden und so zu einem Buch.

Ich habe ein Buch erwartet, in dem es um die Liebe zu Büchern geht. Allerdings geht es hier mehr um die Liebe zweier Männer. An sich ja nicht schlimm oder gar schlecht. Die Umsetzung hat mich aber so gar nicht angesprochen. Ich konnte die 400 Seiten über nicht ins Buch finden und musste mich durchquälen. Schade finde ich, dass ich nach dem Lesen weder weiß wo dieses Buch spielt (ich vermute Großbritannien), noch wann es spielt – es klingt nach 18. oder 19. Jahrhundert. Auch waren mir die Charaktere unsympathisch und blieben mir sehr fremd.
Der Schreibstil hat mich etwas überfordert. Die Geschichte ist sehr, sehr langsam. Es ist ein bisschen, als hätte jemand die Zeitlupe eingestellt. Für meinen Geschmack hätte es viel rasanter sein müssen. Selbst in den Dialogen ging es sehr langsam zu. Zudem enthält die Geschichte viele Einschübe aus dem Bereich der Phantasie und Magie. Das fand ich gar nicht so schlimm, da es einfach gepasst hat. Allerdings könnte man das vielleicht mehr publizieren. Denn das ist ja nicht jedermanns Geschmack.
Erzählt wird die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven. Zum einen die Gegenwart aus Emmetts Sicht, dann erfährt der Leser etwas über Emmetts Vergangenheit und im letzten Teil kommt Lucian Darnay zu Wort. Und sorgt so dafür, dass sich die Geschichte zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügt.

Leider konnte mich dieses Buch nicht abholen und somit auch nicht überzeugen, deshalb kann ich leider nur zwei von fünf Sternen vergeben, da mir die Idee hinter der Handlung gefallen hat.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Anders als erwartet

Der Allergie-Code
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Dieses Sachbuch war anders als ich es erwartet habe. Ich habe mit einem Buch gerechnet, in dem es um Allergien geht. Woher sie kommen, wie man mit ihnen umgeht, wie man sie (vielleicht) los wird. Allerdings ...

Dieses Sachbuch war anders als ich es erwartet habe. Ich habe mit einem Buch gerechnet, in dem es um Allergien geht. Woher sie kommen, wie man mit ihnen umgeht, wie man sie (vielleicht) los wird. Allerdings konfrontierte mich dieses Buch mit dem Thema Sensibilität, dem Umgang von Eltern mit ihrem (erkrankten) Kind und einen Überblick über unsere Gesellschaft gab es noch oben drauf. Es wurde zwar ein Bezug all dieser Themen zu dem Thema Allergien gezogen, allerdings war mir das teils etwas weithergeholt beziehungsweise nicht gut genug begründet. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Allergien im Vordergrund stehen, diese waren eher der gemeinsame Nenner, der anderen Themen.
Zu den Themen Allergien und Asthma wurde so gut wie nichts gesagt. Es waren hauptsächlich Kinder mit Neurodermitis als Fallbeispiele angegeben. Diese Fallbeispiele haben mir sehr gut gefallen. Da sie einen nicht nur die Symptome und Ausprägungen näherbringen, sondern auch das Verhalten von Kind und Eltern und auch die Gefühle, die die Eltern erkrankter Kinder haben. So zeigt sich auch der Teufelskreis. Denn Überfürsorglichkeit und Überbehütung gelten als Ursachen für Neurodermitis. Ist das Kind erkrankt steigen allerdings auch gerne die Überfürsorglichkeit und Überbehütung weiter an. Interessant ist, dass ich herausgestellt hat, dass es bei Kindern, deren Eltern Sensibilität aufweisen, häufiger zu Atopie kommt.
Ein großes Thema dieses Buches ist deshalb die Sensibilität. Es wird aufgezeigt woher sie kommt. Dabei wird auch auf unsere Gesellschaft geschaut und ein Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland (zu DDR-Zeiten) gezogen. So zeigte sich, dass Allergien und Neurodermitis im Osten kaum vorkamen. Mittlerweile haben sich die Level aber angeglichen und es lässt sich kein Unterschied mehr messen. Fazit: der westliche Lebensstil fördert allergische Erkrankungen.
Zum Schreibstil kann ich sagen, dass Fachwörter nur in Grenzen verwendet werden und somit der Text leicht verständlich ist. Wie schon erwähnt sind einige Fallbeispiele enthalten. Diese lockern den sachlichen Teil etwas auf.
Leider hat mir dieses Buch nicht so richtig zugesagt. Ich hatte etwas anderes erwartet und musste mich hier schon fast durchquälen. Größtenteils wartete ich darauf, dass es nun endlich zum eigentlichen Thema kommt.
Ich vergebe nur zwei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 06.03.2019

Langweilig und kalt

Die Mauer
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Großbritannien hat sich mit einer 10.000 km langen Mauer von der Außenwelt abgeschottet. Damit keine Eindringlinge, sogenannte „Andere“, ins Land eindringen, muss die britische Bevölkerung einen zweijährigen ...

Großbritannien hat sich mit einer 10.000 km langen Mauer von der Außenwelt abgeschottet. Damit keine Eindringlinge, sogenannte „Andere“, ins Land eindringen, muss die britische Bevölkerung einen zweijährigen Wachdienst absolvieren. Das bedeutet Mauerwache in Zwölfstundenschichten. Kommen Eindringlinge rein, geht der Wachposten baden und muss schauen, wie er überlebt. Es sind harte Schichten – die Gefühle wechseln immer wieder zwischen Langeweile und Todesangst hin und her. Vorteile gibt es nur für sogenannte „Fortpflanzer“, das sind Menschen, dies ich dazu entscheiden Kinder in diese Welt zu setzen – aber wer will das noch? Der Leser begleitet Joseph Kavanagh, einen Wachposten, auf der Mauer. Die Geschichte ist aus seiner Sicht als Ich-Erzähler geschrieben. Dennoch konnte ich mich nicht in ihn hineinversetzen.
Neben der Erzählperspektive hat mich auch gestört, dass man nicht erfährt, in welcher Zeit dieser Geschichte spielt. Auch erfährt der Leser nichts darüber, wieso sich Großbritannien nun durch eine Mauer von der Außenwelt abgeschottet hat. Es wird vieles einfach nicht erklärt und der Leser in Unwissenheit gelassen. Viele Andeutungen, aber keine Erklärungen. Das ist zu viel, um einen noch fesseln zu können.
Was sehr gut rüber kam, war die Kälte. Diese zeigt sich auch im Schreibstil und in den Charakteren. Der Schreibstil wirkt sehr poetisch – lange Sätze, teils auch Schachtelsätze. Es wirkt aber recht eintönig und stellenweise wiederholt es sich. Die Charaktere wirken fern und leer. Sie sind nicht ausgearbeitet, haben keine Vergangenheit und keine Zukunft. Es gibt nur das Jetzt und auch dieses ist recht geschränkt
Für meinen Geschmack bleiben mir viel zu viele Fragen offen. Eigentlich habe ich nicht verstanden, was mir diese Geschichte sagen möchte. Werden wir uns alle abschotten, nur weil Klimawandel und daraus resultierende Flüchtlingsströme kommen? Was sollen wir davon haben? Mir hat dieses Buch nicht richtig gefallen und deshalb vergebe ich zwei von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 14.02.2019

Nichts was man sich nicht schon dachte

Google Unser
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Dieses Sachbuch zieht einen Vergleich zwischen Religion und dem Internet beziehungsweise allem was damit zu tun hat, beispielsweise Google, Facebook, Apple. Zunächst gibt es eine Einführung in die Themen ...

Dieses Sachbuch zieht einen Vergleich zwischen Religion und dem Internet beziehungsweise allem was damit zu tun hat, beispielsweise Google, Facebook, Apple. Zunächst gibt es eine Einführung in die Themen Religionswissenschaft und Glauben. Anschließend starten die Vergleiche, eingeteilt in unterschiedliche Kapitel. Diese Vergleiche sind sehr einleuchtend und nachvollziehbar. Allerdings eben auch nichts Neues. Auf diese Vergleiche kommt man bei eigenem Überlegen auch sehr schnell. Beispielweise vergleicht Hoffmeister das Posten von Fotos, die das eigene Essen zeigen mit dem Tischgebet oder sieht die Timelines als neue Form der Sakralmalerei. Es ist ganz nett dieses Buch zu lesen und noch einmal darüber nach zu denken, wie abhängig wird mittlerweile vom Internet sind und wie stark manche Menschen die Sozialen Meiden vergöttern.

Lesen lässt sich dieses Buch eigentlich recht schnell und flüssig. Der Schreibstil ist einfach und durch die vielen Beispiele auch sehr anschaulich und nicht zu trocken.

Ob es dieses Buch nun wirklich gebraucht hat ist wohl Geschmacksache. Ich habe nichts wirklich Neues erfahren. Mir hätte der Inhalt dieses Buches in einem längeren Artikel besser gefallen. Letztendlich vergebe ich zwei von fünf Sternen.