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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2019

Absolutes Highlight!

Red Rising - Im Haus der Feinde
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Darrow hat es geschafft. Die Passage und das Institut liegen hinter ihm und er ist nun ein Teil des Hauses Augustus. Im Kampf heißt es nun Hic sunt leones, auch auch wenn er sich nun seinen Stand unter ...

Darrow hat es geschafft. Die Passage und das Institut liegen hinter ihm und er ist nun ein Teil des Hauses Augustus. Im Kampf heißt es nun Hic sunt leones, auch auch wenn er sich nun seinen Stand unter den Goldenen erkämpft hat, verfolgt Darrow noch immer seine eigenen Pläne und die der Söhne des Ares. Doch Uneinigkeit spaltet die Rebellion und Darrow versinkt langsam in den Sümpfen der Intrigen und Lügen. Kann er Eos Vision einer besseren Welt noch gerecht werden? Und wem kann man überhaupt noch vertrauen?
Selten habe ich eine Buchreihe gelesen, in der der erste Band noch so weit übertroffen werden konnte. Pierce Brown legt mit Im Haus der Feinde den Maßstab allerdings nochmal ein ganzes Stück höher, sodass ich nur in Begeisterungsstürme ausbrechen kann. Ich kriege von dieser Buchreihe einfach nicht genug und gerne verrate ich dir auch, wieso.

Durststrecken gibt es in jedem Buch. Diese kleinen Talfahrten zwischen den spannenden Momenten, in denen man Luft holen kann, das Gelesene verarbeitet und vielleicht auch um gefallende Helden trauert. Naja, in fast jedem Buch, denn dieses mal hatte ich kaum die Möglichkeit dazu. Von der ersten Seite an wird man mitten ins Geschehen katapultiert und bekommt praktisch keine Verschnaufpause, denn die Spannung wird konstant hoch gehalten, nur getoppt durch ein paar Momente, in denen mir fast das Herz stehen geblieben ist. Dennoch bietet die Geschichte unheimlich viel Abwechslung, denn man erlebt einen konstanten Wechsel zwischen politischen und zwischenmenschlichen Dramen, Zweikämpfen und wahnsinnig beeindruckenden galaktischen Schlachten. Irgendwo eine Pause einzulegen, wird dem Leser unfassbar schwer gemacht.
Wer George R. R. Martin für den König der Plottwists gehalten hat, sollte der Red Rising-Reihe unbedingt eine Chance geben. Man behauptet ja so gern eine Ahnung zu haben, was als nächstes passieren könnte, doch bei diesen Büchern ist das fast unmöglich. Die Story ist so komplex, so vielschichtig als würde man ein Kunstwerk von allen Seiten betrachten und erst aus dem letzten Blickwinkel ergibt sich dann ein fertiges Bild. Genau das liebe ich an dieser Geschichte so sehr!
Doch auch Browns Figuren können mit ihrer Komplexität punkten. Es gibt kaum eine Figur, die als rein gut oder rein böse beschrieben werden kann. Sie alle haben ihre Beweggründe und Motive, die sie antreiben, sodass man mit ihnen allen ein Stück weit mitfühlen und sich in sie hineinversetzen kann. Trotzdem habe natürlich auch ich meine Lieblinge, doch die verrate ich lieber noch nicht, um dich nicht doch irgendwie zu beeinflussen!
Was ich an den Büchern allerdings besonders gern mag, sind die Sprache und der Schreibstil. Die Art, wie die Geschichte erzählt wird– rotzig, dreckig, vulgär, aber auch sehr bildhaft und gefühlvoll– spricht mich unheimlich an und ich liebe es zwischen den Seiten zu versinken. Vor allem die Vergleiche, die es wirklich zu Hauf gibt, lassen in meinem Kopf Bilder, ja sogar ganze Welten entstehen. Zwar sind nicht alle diese Vergleiche auf unsere Gesellschaft oder das, was wir kennen, anwendbar, doch dadurch wird die Fantasie beim Lesen nur noch mehr angeregt und ich genieße die Zeit mit dieser Story umso mehr.
Schlussendlich kann ich wieder nur sagen, dass ich es hier mit einem Highlight zu tun hatte. Wie schon beim ersten Band war ich von der Atmosphäre und dieser gewaltigen Geschichte absolut begeistert. Wer also nichts gegen intergalaktische Auseinandersetzungen, persönliche Abgründe und außergewöhnliche Bindungen hat, ist mit dieser Reihe gut beraten!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Einfach wunderschön!

Love - Her - Wild Gedichte und Notizen
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Die Gedichte und Notizen in diesem Buch sind pure Emotionen. Das Buch ist in drei Bereiche eingeteilt, nämlich Love, Her und Wild und beinhalten Texte mit den entsprechenden Themen. In meinem ganzen Leben ...

Die Gedichte und Notizen in diesem Buch sind pure Emotionen. Das Buch ist in drei Bereiche eingeteilt, nämlich Love, Her und Wild und beinhalten Texte mit den entsprechenden Themen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht so viele Marker in einem einzigen Buch verwendet, doch es gab schlichtweg so viele Stellen, die mich in irgendeiner Art und Weise angesprochen haben. Diese Worte haben so viele Saiten in mir zum Klingen gebracht, so viele Gefühle geweckt. Es ist einfach unfassbar, was dieser Künstler in einem auslösen kann!
Endlich habe ich zur Lyrik zurückgefunden. Endlich kann ich Gedichte wieder genießen und in ihnen versinken. Wie viele davon habe ich mit meinen Kollegen geteilt, weil ich sehen wollte, was die Zeilen in ihnen auslösen. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und ich kann Wiebi nicht genug für dieses Geschenk danken. ♥
Auch das Cover ist einfach eine Augenweide! Generell ist das Buch sehr hochwertig verarbeitet und bietet sich als Geschenk einfach an. Innen verstecken sich nicht nur die authentischen Texte, sondern auch wunderschöne Schwarz-Weiß-Fotografien, die einen beim Betrachten gefangen nehmen. Ich könnte mir kaum etwas Schöneres vorstellen, als an einem regnerischen Abend mit einer Tasse Tee und einer Kuscheldecke auf der Couch in diesem Buch zu versinken. Ein Highlight der besonderen Art, zu dem man sehr gern immer wieder greift.

Veröffentlicht am 07.05.2019

WOW! Einfach wow!

Red Rising
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Kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2018 entdeckte ich die Red Rising-Trilogie zum ersten Mal. Jill präsentierte die Bücher in ihrer Instagram-Story, lobte sie, pries sie an und irgendwie reizte es mich. ...

Kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2018 entdeckte ich die Red Rising-Trilogie zum ersten Mal. Jill präsentierte die Bücher in ihrer Instagram-Story, lobte sie, pries sie an und irgendwie reizte es mich. Vorher hatte ich sie noch nie gesehen und ich war direkt angefixt. Als ich beim Verlag Cross Cult auf der FBM den vierten Teil auch noch als Rezensionsexemplar bekam, bestellte ich die ersten Bände sogar noch auf der Messe und legte zu Hause direkt los. Doch auf das, was kam, war ich absolut nicht vorbereitet!
Übrigens würde ich den Klappentext vielleicht doch lieber überspringen. Ich finde, dass er ziemlich doll spoilert! Ansonsten: Ich hab dich ja gewarnt!
Sollte ich mich jemals unter Folter dazu gezwungen sehen mir einen Book Boyfried für das ganze Leben auszusuchen, würde meine Wahl definitiv auf Darrow fallen. Ich bin dem Protagonisten dieser Reihe absolut verfallen! Nicht umsonst habe ich das Buch nicht nur gelesen, sondern auch mit Freuden gemeinsam mit meinem Freund das Hörbuch angehört. Darrow ist für mich einer der besten Protagonisten, die ich in der letzten Zeit erleben durfte. Ein junger Mann aus einfachen, ja fast ärmlichen Verhältnissen, der aber engagiert und loyal seine Aufgaben verrichtet. Sein Leben ist hart, doch mit seiner Frau Eo und seiner Familie an seiner Seite scheint er dennoch zufrieden zu sein. Doch von einem Tag auf den anderen bekommt Darrows Welt nicht nur Risse, sondern wird förmlich gesprengt– so wie er es auch mit den Ketten tun soll!
Doch nicht nur der Hauptcharakter hat es mir angetan. Vor allem Pierce Browns Schreibstil erweckt die Geschichte förmlich zum Leben. Wer Kraftausdrücke nicht ertragen kann, ist hier definitiv falsch! Als roh, brutal, schonungslos realistisch und absolut faszinierend würde ich dieses Buch beschreiben, das immer noch tief in mir nachhallt und mich begeistert zum Folgeband greifen ließ! Einem ersten Impuls folgend würde ich die Story als eine Art Tribute von Panem auf dem Mars beschreiben, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto falscher klingt es für mich. So etwas habe ich bisher nicht gelesen und kein Vergleich könnte dem gerecht werden, was den Leser hier erwartet. Es ist einfach phänomenal!
Doch neben dem vielschichtigen und wunderbaren Protagonisten und dem genialen Schreibstil besticht dieses Buch vor allem durch seine komplexe Handlung mit den überraschenden Wendungen und mit den großartigen Nebencharakteren. Ich würde an dieser Stelle gern Namen nennen, um diese Figuren in den Himmel zu loben, doch auch das würde zu sehr spoilern. Daher beiße ich mir an dieser Stelle auf die Zunge und baue darauf, dass du mir einfach vertraust und dir die Reihe mal genauer ansiehst. Sie ist es absolut wert und schon der Reihenauftakt lässt mich ganz schön fangirlen. Den ersten Band als Highlight zu bezeichnen, ist noch ganz schön untertrieben und ich danke vor allem der lieben Jill für’s Anfixen.

Veröffentlicht am 07.05.2019

Überraschungshighlight!

Die Luna-Chroniken 1: Wie Monde so silbern
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Lange Zeit lag dieses Buch auf meinem SuB, denn Märchenadaptionen… was soll ich sagen– uns verbindet eine Hassliebe. Es gibt ein paar, die ich mag und es gibt weit mehr, die ich nicht mag und so stand ...

Lange Zeit lag dieses Buch auf meinem SuB, denn Märchenadaptionen… was soll ich sagen– uns verbindet eine Hassliebe. Es gibt ein paar, die ich mag und es gibt weit mehr, die ich nicht mag und so stand ich diesem Buch äußerst kritisch gegenüber. Trotzdem versuchte ich mich immer wieder zum Lesen zu motivieren, indem ich diese Geschichte auf meine Leseliste setzte und wie es manchmal so ist, bereue ich nun, dass ich es nicht viel früher gelesen habe. Was für ein Buch!
Märchen meets SciFi beschreibt Wie Monde so silbern wohl am besten. Cinder, die Protagonistin, lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern in Neu-Peking und verdient die täglichen Brötchen der Familie als Mechanikerin. Doch dann wird sie als Versuchskaninchen an ein Labor verkauft, das nach einem Heilmittel für eine tödliche Krankheit sucht, die die Bevölkerung kontinuierlich dahinrafft. Was hat es mit der Blauen Pest auf sich? Und was hat der junge Prinz Kai für ein Interesse an Cinder? Fragen, denen sich das junge Mädchen stellen muss und die Antworten, die sie dabei zutage fördert, verändern nicht nur ihr eigenes Leben!
Ich bin absolut begeistert von diesem Reihenauftakt! Cinder ist mir unheimlich sympathisch und durch ihre rebellische, aber auch träumerische Art konnte ich mich leicht in sie hineinversetzen. Obwohl sie echt nicht gerade leicht hat, versucht sie das Beste aus der Situation zu machen und sich daraus zu befreien, anstatt in Gejammer zu verfallen und sich über ihr schweres Schicksal zu beklagen. Trotz aller Fehl- und Rückschläge beißt sie sich durch und hat dabei immer noch ein Lächeln auf den Lippen.
Besonders gut gefallen hat mir auch der Weltenaufbau. Das Neu-Peking 126 Jahre nach dem Vierten Weltkrieg baute sich nach und nach in meinem Kopf auf und vor allem der großartige Schreibstil der Autorin gaben mir wirklich das Gefühl dabei zu sein. Sand zwischen den Zähnen? Angst wegen der Ansteckungsgefahr? Öl verschmierte Hände bei der Arbeit als Mechaniker? Nichts, was ich während des Lesens nicht auch selbst erlebt hätte! Für mich ist es genau die richtige Mischung zwischen Beschreiben und der Fantasie überlassen. So gefällt mir das!
Natürlich war der Verlauf der Geschichte ein wenig vorhersehbar, schließlich ist mir das Märchen Aschenputtel nicht erst seit gestern bekannt. Trotzdem nahm die Story immer wieder unvorhergesehene Wendungen mit einem tollen Spannungsbogen, der immer wieder neues Futter bekam und mich bis zuletzt bei Laune hielt. Vor allem die Geheimnisse rund um Cinder machten mich das ein oder andere mal sprachlos, denn mit vielen Dingen hätte ich so nie gerechnet. Trotz dass sich Marissa Meyer also an die Vorlage hält, gibt es für den Leser einige Überraschungsmomente, die man nicht unbedingt kommen sieht.
Für mich war Wie Monde so silbern mein Überraschungsbuch des Jahres 2018! Niemals hätte ich mit dem gerechnet, was ich geboten bekommen habe und ich bin immer noch absolut begeistert von dem Titel! Wer also mal eine etwas andere Märchenadaption sucht, ist hier genau richtig und wird keinesfalls enttäuscht werden. Für mich ist dieses Buch definitiv ein Highlight und ich freue mich schon auf die Folgebände!

Veröffentlicht am 07.05.2019

Keine leichte Lektüre, aber absolut grandios!

Juli im Winter
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Jeder von uns hatte schon einmal in irgendeiner Art und Weise mit Mobbing zu tun, doch nichts, was ich je erlebt habe– und darüber bin ich wirklich froh!– hätte mich darauf vorbereiten können, was mich ...

Jeder von uns hatte schon einmal in irgendeiner Art und Weise mit Mobbing zu tun, doch nichts, was ich je erlebt habe– und darüber bin ich wirklich froh!– hätte mich darauf vorbereiten können, was mich mit Juli im Winter erwartet hat. Eine Achterbahn der Gefühle ist hiergegen ein Kinderspiel.
Juli hat es geschafft. Nach einem Schulwechsel konnte sie endlich die Altlasten ablegen und ein neues Leben beginnen. Gute Noten, Freundschaften und die ersten zarten Gefühle für diesen einen Jungen, bei dem sie das Gefühl hat, dass auch er sie mag. Endlich scheint alles so zu laufen, wie sie es sich wünscht. Doch dann taucht plötzlich die neue Schülerin Nessa im Internat auf und bevor Juli weiß wie ihr geschieht, gerät alles aus den Fugen und sie fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt, die sie unbedingt hinter sich lassen wollte.
Als ich das Buch begonnen habe, hätte ich niemals erwartet, dass es so bedrückend, fast düster sein würde. Wut stieg in mir auf, Beklemmung machte sich breit und die Hilflosigkeit wuchs von Zeile zu Zeile. Nein, es ist kein “schönes” Buch, keine seichte Lektüre. Es ist ein Buch, dass den Leser bei den Schultern packt und so lange an dir zerrt und rüttelt bis du selbst nicht mehr weißt, was hier gerade passiert. Aus diesem Grund hätte ich mir auch tatsächlich eine Triggerwarnung gewünscht, denn aus dem Klappentext geht nicht ansatzweise hervor, was dich beim Lesen erwartet.
Ich bin tief beeindruckt von der Story, die Lena hier erzählt, wie sie es schafft die Geschichte einer Gemobbten so darzustellen und so authentisch zu beschreiben, dass man selbst ein Wechselbad der Gefühle durchlebt, wie ich es in einem Buch selten erlebt habe. Hier wird nichts beschönigt oder verharmlost und ich habe keine Ahnung, wie oft ich die Figuren am liebsten angeschrien hätte, dass sie ihre verdammten Augen aufmachen sollen und wie oft ich Juli am liebsten in den Arm genommen hätte, um ihr Trost und Beistand zu spenden. Man durchlebt eine breite Palette an Emotionen und nicht alle sind sonderlich angenehm.
Dieses Buch geht tief und wird dort für lange Zeit bleiben. Wie ein kleiner Splitter, an den du nicht herangekommen bist und der nun nach und nach aus der Haut rauswächst, aber wenn man an ihn denkt oder sogar an der Stelle herumdrückt, ziemlich weh tut. Es regt zum Nachdenken und Reflektieren an und ich würde mir sehr wünschen, dass es den richtigen, nein eigentlich allen Leuten die Augen öffnet. Jeder von uns kann mit Mobbing in Berührung kommen: als Täter, als Opfer, als Zeuge und wir alle müssen lernen uns in solchen Situationen richtig zu verhalten. Wir dürfen keine Angst haben!
Julis Geschichte ist wichtig und ich bin tief davon beeindruckt, wie Lena es geschafft hat dieses Buch in seinen Lesern so nachklingen zu lassen. Es ist Wochen her, dass ich es gelesen habe und dennoch ist es so präsent in mir und löst noch die selben Gefühle aus wie während des Lesens. Juli im Winter kann nichts anderes als ein Highlight sein und ich wünsche mir, dass jeder diese Geschichte liest und für sich etwas daraus mitnimmt. Danke dafür, Lena.