Profilbild von Lesezauber_Zeilenreise

Lesezauber_Zeilenreise

Lesejury Star
offline

Lesezauber_Zeilenreise ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lesezauber_Zeilenreise über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2020

Eine Schriftstellerin als Detektiv löst einen Mordfall auf einem Kreuzfahrtschiff – recht unrealistisch, aber nett zu lesen

Lady Arrington und die tödliche Melodie
0

Es handelt sich um den 2. Teil dieser Reihe um die Krimi-Autorin Lady Arrington - doch man muss Teil 1 nicht zwingend gelesen haben, um Anschluss zu finden. Der Schreibstil ist - würde ich mal sagen - ...

Es handelt sich um den 2. Teil dieser Reihe um die Krimi-Autorin Lady Arrington - doch man muss Teil 1 nicht zwingend gelesen haben, um Anschluss zu finden. Der Schreibstil ist - würde ich mal sagen - typisch englischer Krimi und lässt sich sehr leicht lesen. Zunächst dachte ich, er würde viel früher in der Zeit spielen - die Dialoge und das Verhalten der Protagonisten hat mich das vermuten lassen. Doch nein, er spielt jetzt in der aktuellen Zeit. Lady Arrington ist eine berühmte Krimi-Autorin über 60 Jahren mit einer Schreibblockade. Diese möchte sie durch eine Auszeit an Bord der Queen Anne lösen. Doch - natürlich - wird sie, wie auch schon im ersten Teil, in einen Mordfall verwickelt.

Der Fall selbst ist zunächst sehr spannend und man rätselt mit, wer den nun den Pianisten warum ermordet hat. Er wirkt dann aber auch etwas konstruiert und zum Teil weit hergeholt. D.h., nein, der Fall selbst nicht, aber der Weg zur Auflösung dann irgendwie schon. Es werden zu viele Klischees bedient: die divenhafte Opernsängerin, der schmierige, übergewichtige österreichische Bordarzt, der eine Beziehung zum Schiffseigner auf unrealistische Weise einsetzt (Leiche und Beweise verschwinden lassen, dem Kapitän Vorschriften machen - also bitte), ein völlig überzeichnet dargestellter Gast (der Kritiker mit dem perfekten Gehör), der wunderschöne, zuvorkommende Offizier de Jong, der erst bärbeißige, dann aber schnell handzahme Kapitän, der mit Seemannsausdrücken um sich wirft u.s.w. und nicht zuletzt natürlich die ältliche Dame ohne kriminalistische Ausbildung, die nichtsdestotrotz innerhalb weniger Tage ohne Equipment, ohne Leiche, ohne Beweismittel (die wurden ja vom Bordarzt entsorgt), den Fall löst.

Wen ich am meisten mag, ist Lady Arringtons Lektor Mr. Bayle. Er ist mit seiner trockenen, steifen englischen Art einfach super! Von ihm hätte ich gerne mehr gelesen.

Alles in allem eine leicht spannende, kurzweilige Story für den kleinen Lesegenuss zwischendurch, aber keinesfalls ein anspruchsvoller Kriminalroman, der einen fesselt oder besonders berührt. Das ist an und für sich nicht schlimm. Ich mag leichte Unterhaltung zwischendurch sehr gerne und englische Krimis sowieso. Da hier aber für meinen Geschmack zumindest sehr viel einfach an den Haaren herbeigezogen und konstruiert wirkt, vergebe ich immer noch gute 3,5 von 5 Punkte. Das Buch ist gut und unterhaltend, haut mich aber nicht vom Hocker.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.11.2019

Ein Umweltkrimi von der Meisterin der historischen Romane

Das Floriansprinzip
0

"Heiliger Florian, verschone mein Haus, zünde lieber das Dach meines Nachbarn an." Nach diesem Prinzip entsorgt die Wohlstandsgesellschaft ihren Müll in der Dritten Welt. Als Mark Malecki für seine ehemalige ...

"Heiliger Florian, verschone mein Haus, zünde lieber das Dach meines Nachbarn an." Nach diesem Prinzip entsorgt die Wohlstandsgesellschaft ihren Müll in der Dritten Welt. Als Mark Malecki für seine ehemalige Kollegin und ebenfalls ehemalige Freundin einen Versicherungsbetrug aufklären will, stößt er auf einen Müllschieberring, der mit illegaler Abfallbeseitigung Millionen verdient und skrupellos jeden "entsorgt", der die Geschäfte gefährdet.

Bei seinen Nachforschungen im Zusammenhang mit der offensichtlich betrügerischen Brandstiftung stolpert er sozusagen über einen Toten und wird nun erst richtig hineingezogen, in die ganzen Skandale und Verbrechen rund um das Thema Entsorgung von Giftmüll. Zu allem kommt dann noch eine Entführung im ganz persönlichen Bereich von Mark Malecki vor und nun ist Handeln angesagt.

Mir gefällt die Geschichte an und für sich sehr gut. Sie hat alles, was ein guter Krimi braucht: eine spannende, nicht abwegige Story, viel Tempo, einen Hauptcharakter, der polarisiert und einige interessante Nebencharaktere.

Mark Malecki erinnerte mich beim Hören tatsächlich ziemlich an Horst Schimanski: immer mit dem Kopf durch die Wand, immer direkt, immer ein bisschen illegal und eine ziemliche Kodderschnauze. Ich empfand diesen Charakter aber nicht als übertrieben. Was sicher auch daran lag, dass die Autorin in nicht nur so gezeichnet sondern auch seine liebevollen Seiten als quasi alleinierziehender Vater zweier Kinder aufgezeigt hat.

Alles in allem eine lesenwerte Geschichte, die fesselt und wirklich gut unterhält. Schade nur (und das ist meine ganz persönliche Meinung), dass der Sprecher des Hörbuchs (Simon Jäger) mit seiner Stimme bei einigen Charakteren wirklich ins Nervige hineinkommt. Seine reine Erzählstimmt ist total angenehm, aber wenn er die einzelnen Charaktere spricht (und er hat für jeden eine andere Stimmlage), dann wirkt das in meinen Ohren oft einfach nur nervig und übertrieben und total überspielt.

Dass es sich um eine gekürzte Ausgabe handelte, die ich mir da angehört habe, habe ich tatsächlich irgendwie gemerkt. Ich hatte immer so das Gefühl, als würde mir was fehlen, konnte das aber nie mit Fingern greifen.

Ich glaube, wer sich für diesen Umweltthriller aus der Feder der Queen of history interessiert, sollte lieber zur Printausgabe greifen als zum Hörbuch.

Von mir 3,5 von 5 Sternen. Die 1,5 Sterne Abzug kommen wirklich nur aufgrund des Hörbuchs (gekürzt und dann die teils wirklich nervige Stimme des Sprechers) zustande und haben nichts mit der Geschichte an und für sich zu tun.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstimme
  • Handlung
  • Charaktere
  • Spannung
Veröffentlicht am 19.10.2019

Appetitanregend, gut beschrieben aber mit Luft nach oben

Ultimativ Tasty
0

Jedem sind die leckeren Videos von einfach Tasty sicherlich schon im Netz begegnet. Entweder direkt auf Youtube (oder auch auf Facebook. Aber es gibt nur diese Filmchen, sondern sogar richtige Kochbücher. ...

Jedem sind die leckeren Videos von einfach Tasty sicherlich schon im Netz begegnet. Entweder direkt auf Youtube (oder auch auf Facebook. Aber es gibt nur diese Filmchen, sondern sogar richtige Kochbücher. Und eins davon durfte ich über Randomhouse Bloggerportal lesen.

Dieses große Paperback (24 x 20 cm) bringt ein sattes Kilogramm auf die Waage und umfasst 304 Seiten.
Und es macht durch seine bunte, jugendlichfrische Aufmachung auch einfach Spaß, darin zu schmökern.

Die ersten 25 Seiten widmen sich den Basics des Kochens: nämlich den Grundzutaten, der Grundausstattung und Küchentipps. Und das auch wirklich praxisnah und schön ausführlich. Damit kommt jeder zurecht, egal ob versierter Hobbykoch oder völliger Topfneuling.

Danach geht es auch schon los mit den Rezepten. Gegliedert ist das Kochbuch in zwei Teile:

Teil I = Beeindrucke dich selbst
• Mit Käse
• Mit Fleisch
• Mit Geflügel
• Mit Fisch & Meeresfrüchten
• Mit Eierspeisen
• Vegetarisch
• Mit Desserts
Teil II = Beindrucke deine Freunde
• Beim Brunch
• Am Spieltag
• Abends beim Date
• An Feiertagen

Insgesamt sind über 160 Rezepte in diesem Buch versammelt. Alles sind sehr schön erklärt und teilweise auch mit Schritt-für-Schritt-Bildern unterstützt.

Das gefällt mir schon mal sehr gut. Nicht so gut finde ich, dass nicht alles Rezepte mit Bildern vom fertigen Gericht versehen sind. Mir persönlich ist es schon wichtig sehen zu können, wie das Ergebnis denn in etwa aussehen wird. Und da einfachTasty ursprünglich ja mit Videofilmen arbeitet, hätte ich zumindest zu jedem Rezept ein Bild erwartet.

Auch mag ich persönlich es, wenn zu den einzelnen Rezepten noch ein paar Grundinfos stehen wie z.B. Zubereitungsdauer, Nährwertangaben, einfach oder nicht so einfach in der Zubereitung. Aber wahrscheinlich ist es besser, dass keine Angaben zu den Kilokalorien angegeben sind... die sind bei den meisten Gerichten nämlich wirklich enorm, wenn man sich das mal so Pi mal Daumen zusammenrechnet. Aber das ist ja auch ein Kochbuch und kein Ernährungs- oder Diätbuch.

Nachgekocht haben wir bisher nur ein Gericht, nämlich die Schweinekoteletts mit Pilzen in Weißweinsauce. Die Pilzsauce war - warum auch immer - recht sauer. Wir können nicht nachvollziehen, warum. Zumal wir den im Rezept angegebenen 1 EL Zitronensaft mangels Zitrone weggelassen haben. Ansonsten ein leckeres LowCarb Gericht.


Fazit:

Ich mag die Abwechslung in den einzelnen Gerichten und auch die Fotos im Buch sehr gerne. Die Rezepte sind gut beschrieben, so dass ein Nachkochen leicht fällt. Schön wären auch ein paar eher "gesündere" Gerichte, die nicht so sehr fett- und kohlenhydratlastig sind... vielleicht mit einem Teil III im Buch: Beeindrucke Deinen Körper? Das wäre ganz nett.

Auch vermisse ich die weiteren Angaben bei den Rezepten (Kalorien,...).

Mir persönlich gefällt es nicht so gut, dass viele Rezepte gar keine Fotos haben. Appetit holt man sich durch ein Bild und dann kocht man auch gerne nach. So ist ein eine Art Blindflug und man weiß nicht so recht, was dabei herauskommt.

Vielleicht gehöre ich mit meinen 46 Jahren aber auch nicht mehr so wirklich zur Zielgruppe und jüngere Menschen sehen das alles ganz anders als ich. Wäre natürlich möglich.

Alles in allem ist ein gelungenes, buntes Kochbuch, das zwar Appetit macht und gut beschrieben ist, das aber auch definitiv noch Luft nach oben hat.

Für "Ultimativ Tasty - Das Original" vergebe ich daher 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Schwacher Anfang, spannendes Ende

Nächstes Jahr in Havanna
0

Eine… oder nein: zwei Liebesgeschichten, die in Havanna spielen. Einmal das Havanna um 1958 und dann um 2017. Ein Buch, das wirklich grandios sein kann… das aber leider meiner Meinung nach einen sehr schwachen ...

Eine… oder nein: zwei Liebesgeschichten, die in Havanna spielen. Einmal das Havanna um 1958 und dann um 2017. Ein Buch, das wirklich grandios sein kann… das aber leider meiner Meinung nach einen sehr schwachen Anfang hat. Aber von vorne:

1958: Elisa, Tochter des „Zuckerbarons“ und damit Spross der in Kuba angesehenen und reichen Familie Perez wächst mit ihren 3 Schwestern im politisch arg gebeutelten Kuba auf. Eigentlich gehen diese ganzen politischen Wirren mehr oder weniger an ihr vorbei. Dann aber trifft sie Pablo, einen politisch aktiven Mann, der unter ihrem Stand ist und der zudem auf der „gegnerischen Seite“ ist, den sie daher niemals ihrer Familie vorstellen kann. Pablo verändert einfach alles in Elisa´s bis dahin sehr behütetem und privilegiertem Leben. Dann geschehen aber schreckliche Dinge, die auch vor der Familie Perez nicht halt machen und die ganze Familie verlässt Kuba Richtung USA, wo sie fortan als Exil-Kubaner leben.

2017: Marisol, Enkelin von Elisa, geboren und aufgewachsen in den USA, macht sich mit der Asche ihrer Großmutter auf nach Kuba. Sie wird das Land ihrer Familie nun zum ersten Mal kennenlernen und erhofft sich, einiges über das alte Kuba zu erfahren, von dem sie so viel von ihrer Großmutter erzählt bekommen hat und das Zeit ihres Lebens ein fester und wichtiger Bestandteil war. Auch Marisol begegnet in Kuba den dort noch immer herrschenden politischen schwierigen Zuständen und natürlich auch… einem Mann, Luis. Gemeinsam erfahren sie einiges über Elisa und nach und nach kommen Dinge zum Vorschein, die sich Marisol niemals hätte träumen lassen.

Bis knapp vor der Hälfte des Buches fand ich dieses eher langweilig und nichtssagend. Für mich gab es absolut zu wenig politische/historische Handlung, es ging nur um Elisa und Marisol und deren aktuelles Leben, was eher wenig aufregend ist. Sicher, es hätte aufregend sein können, wenn die Charaktere einfach mehr Tiefgang gehabt hätten. Ich liebe Bücher, in denen einem die Personen entweder ans Herz wachsen oder die man aus tiefstem Herzen verabscheuen kann. Einfach Charaktere, mit denen man gemeinsam das Buch durchlebt und fühlt. Das hat mir hier leider fast vollständig gefehlt. Alles kratze nur so ein bisschen an der Oberfläche. Ich war nahe dran, die Lektüre abzubrechen. Habe mich aber durchgebissen, da ich ja schließlich eine Rezension schreiben wollte.

Zum Glück bin ich drangeblieben, da es aber etwa der Hälfte dann wirklich deutlich besser wurde. Nun kam die unbestreitbar mächtig interessante Geschichte Kubas endlich zum Tragen und war Hauptbestandteil des Buchs. Die politischen Umwälzungen wurden nun endlich in die Geschichten von Elisa und Marisol mit eingeflochten und machten das Lesen damit um gefühlte 200% spannender und fesselnder. Nun nahmen auch beide Geschichten – vor allem natürlich Elisa´s – Fahrt auf und alles fügte sich zusammen.

Schade nur, dass es so lange gedauert hat. Meiner Meinung nach hätte man gleich von Anfang an viel mehr daraus machen können, was dem Buch einfach sehr gutgetan hätte. Viel mehr Tiefgang, viel mehr Menschlichkeit und Humor und weniger nur an der Oberfläche kratzendes Geschreibsel. Dann wäre es ein Buch gewesen, dem ich sehr gerne die vollen 5 Punkte gegeben hätte. So sind es leider nur 3,5 .

Nebenbei bemerkt: ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Buch – in den Händen eines guten Regisseurs – einen wirklich tollen Film ergeben könnte: Liebe, Familie, Freundschaft, Macht, Mut, politische Geschehnisse, Leid, Tod… hier ist alles drin. Wäre schön gewesen, wenn das alles auch im Buch von der ersten Seite an so umgesetzt worden wäre, wie ab etwa der Hälfte.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Spannend - wenn auch mit kleinen Unstimmigkeiten

Das falsche Kind
0

Sasha erhält weit vor dem errechneten Geburtstermin einen Notkaiserschnitt. Als sie in der Klinik aufwacht, ist sie felsenfest überzeugt, dass das Kind nicht ihres ist. Sie versucht verzweifelt, ihr richtiges ...

Sasha erhält weit vor dem errechneten Geburtstermin einen Notkaiserschnitt. Als sie in der Klinik aufwacht, ist sie felsenfest überzeugt, dass das Kind nicht ihres ist. Sie versucht verzweifelt, ihr richtiges Baby zu finden und durchquert dazu so manche psyschisch belastende Situation und auch ihre Ehe mit Mark wird auf eine harte Belastungsprobe gestellt.

Auch wenn das ganze Buch fast ausschließlich in der Klinik spielt, empfinde ich das keineswegs als langweilig. Ganz im Gegenteil. Der Schreibstil von Susi Fox gefällt mir sehr gut, da er immer leicht zu lesen ist und es schafft, dass ich am Ende eines Kapitel weiterlesen muss, weil ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

In mehreren Rückblicken erfährt man viel aus der Vergangenheit von Sasha und Mark und versteht dadurch besser, warum sie jetzt so sind, wie sie eben sind.

Ich kann jetzt hier nicht verraten, ob Sasha ihr richtiges Baby findet oder ob Toby, das vermeintlich falsche Kind nicht vielleicht doch das richtige Kind ist... das wäre nicht fair für diejenigen, die das Buch lesen möchten. Aber so viel kann ich sagen: auch wenn ich wirklich gut und kurzweilig und spannend unterhalten wurde, sind mir die einen oder anderen Unstimmigkeiten aufgefallen, die so nicht recht passen. Da hat man wohl ein bisschen das eine oder andere Auge zu gekniffen, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Und das Ende... hm... das war jetzt auch nicht so recht meines.

Nichtsdestotrotz ist "Das falsche Kind" von Susi Fox ein spannender, kurzweiliger Thriller, der mir gut gefallen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Psychologie
  • Spannung
  • Charaktere