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Veröffentlicht am 26.07.2019

enttäuscht

BECOMING
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Ich hatte mir Block und Bleistift bereitgelegt, um mir inspirierende Zitate aus dem Buch abzuschreiben. Doch diese kamen nicht zum Einsatz. Ich hatte Mühe das Buch überhaupt zu Ende zu lesen.

Michelle ...

Ich hatte mir Block und Bleistift bereitgelegt, um mir inspirierende Zitate aus dem Buch abzuschreiben. Doch diese kamen nicht zum Einsatz. Ich hatte Mühe das Buch überhaupt zu Ende zu lesen.

Michelle Obama hatte ich bisher als stark und mutig eingeschätzt, daran interessiert gesellschaftliche Verbesserungen durchzusetzen.
Nun nach der Lektüre kann ich sagen, sie ist auch stark - stark darin sich anzupassen und ihre Wünsche hinter die von anderen zurückzustellen. Das kostet sie sicherlich viel Kraft.

Z.B. schreibt sie:
"Wie sollte ich ihm da im Weg stehen? Wie sollte ich meine eigenen Bedürfnisse - ja sogar die unserer Mädchen - vor die Möglichkeit stellen, dass Barack ein Präsident werden könnte, der Millionen von Menschen zu einem besseren Leben verhilft?"

"Meine Arbeit aufzugeben fiel mir schwer, aber ich hatte keine Wahl: meine Familie brauchte mich und das war wichtiger."

Sie trainiert, mit weniger Wasser auszukommen, um weniger Toilettenpausen auf den Wahlkampfreisen einlegen zu müssen.
Sie hat gelernt, das es ab und zu mal ok ist nur an das eigene Wohl zu denken. (!!!???!!)
Diese Sätze zu lesen machte mich traurig.

Das Argument von "es gibt keine Alternative" ist eine Lüge. Sie hätte Alternativen gehabt, hat aber entschieden sich anzupassen. Was auch ok ist, aber man sollte es bewusst tun und sich selbst nichts vormachen.

"Bin ich gut genug?", fragt sie sich. "Ja, bin ich."
Barack Obama macht sein Ding und alles darum fügt sich.
Selbst die Mutter von Michelle Obama zieht nach Washington (um bei der Kinderbetreung zu helfen) obwohl sich eigentlich nicht will.
Mandela bewundert sie dafür, dass er für seine Überzeugung ins Gefängnis gegangen ist.
Sie selbst will keine Umstände machen, keine Konfrontation. Nur wenn es um ihre Kinder ging, war sie hartnäckig. Sie schreibt, von den negativen Reaktionen auf Hillary Clinton habe sie gelernt, sich nicht in die Politik ihres Mannes einzumischen. Daher gibt sie dem sozialen Druck nach und ist bei ihren politischen Aktionen stets darauf bedacht, sich keine Gegner zu machen.
Sie versucht allen zu gefallen, sogar in Bezug auf Kleidung.
Makeup nennt sie "eine stillschweigende Gebühr, die eine in der Öffentlichkeit stehende Frau zahlen muss."
Sie beneidet ihren Mann darum, dass er einen Anzug tragen kann.

Sie erkennt zwar die Ungerechtigkeiten, aber nimmt sie als gegeben hin.
Ich will Anpassung nicht verurteilen. Oft ist der Druck so groß, dass es einfacher ist, sich anzupassen. Aber es hat langfristig seinen Preis:
1. Ändert sich nichts
2. Beschädigt man sein Selbstwertgefühl.

In ihrer Familie wurde viel Wert auf Bildung gelegt, aber man ist natürlich auch immer Produkt der Gesellschaft. Ich kann nur erahnen unter welchem grossen gesellschaftlichen Druck sie aufgewachsen sein muss - als Frau, als Schwarze, als Arbeiterkind. Das Buch ist daher für mich ein erstklassiges Beispiel dafür, wie sich das Umfeld und Liebe und Unterstützung sowie Scham und Angst auf das Leben eines Menschen auswirken.

Fazit: Für mich war das Buch leider nicht kraftvoll und inspiriend, wie vom Verlag angekündigt. Einiges war interessant zu lesen. Den Ton fand ich sehr sachlich, wenig begeistert. Sie klingt für mich nicht glücklich, sondern pflichtbewusst bis zur Selbstaufgabe. Also kein Vorbild für mich.

Veröffentlicht am 04.10.2019

Da fehlt die Würze

Winterzauber in der kleinen Keksbäckerei (Teil 1)
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Man nehme zwei Freundinnen (Cat und Sadie), einen hübschen Laden, einen Ex-Mann, zwei attraktive Single-Männer (Jaren und Seb) und eine Rivalin und fertig ist eine süße Idee.

Wer träumt nicht davon, einen ...

Man nehme zwei Freundinnen (Cat und Sadie), einen hübschen Laden, einen Ex-Mann, zwei attraktive Single-Männer (Jaren und Seb) und eine Rivalin und fertig ist eine süße Idee.

Wer träumt nicht davon, einen kleinen, niedlichen Laden zu führen, sich Dekorationen, neue Kekskreationen und Marketing-Aktionen auszudenken?

Leider fehlt dem Ganzen die Würze. Die Protagonisten tauchen nacheinander auf, als würde man das Rezept zu einer romantischen Komödie abarbeiten. Die Story ist jedoch weder besonders lustig, noch besonders spannend.
Ich habe die Geschichte nach der Hälfte abgebrochen und nur noch quer gelesen. Schade.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Es fing spannend an ...

Die Astronautin - In der Dunkelheit wird deine Stimme mich retten
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Stell dir vor, du erwachst allein auf einem halb zerstörten Raumschiff auf.
Du hast dein Gedächtnis verloren.
Deine Mannschaft ist tot. Die Funkverbindung zur Erde ist gekappt.
Und vielleicht hast du ...

Stell dir vor, du erwachst allein auf einem halb zerstörten Raumschiff auf.
Du hast dein Gedächtnis verloren.
Deine Mannschaft ist tot. Die Funkverbindung zur Erde ist gekappt.
Und vielleicht hast du nur noch wenige Stunden zu leben.

Forschungsraumschiff Stephen Hawking II im Jahr 2067.
Commander Maryam Knox ist verloren im All.
Ihr Ex-Mann Stephen (am Boden) kann sie zurückholen.

Das Buch “Die Astronautin” startet mit einem spannenden Szenario. Die Erzählstränge wechseln zwischen May und Stephen und man versucht sich ein Bild zu machen, welche Beziehung zwischen den beiden Protagonisten besteht und was auf dem Raumschiff passiert ist.


SPOILER


Zu May konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen, da sie mir als Astronautin und Frau nicht realistisch erschien. Sie trank viel Alkohol, war teilweise sehr emotional und sprach wie ein Droschkenkutscher. Ich finde starke Frauen toll, aber Stärke drückt sich für mich nicht darin aus, möglichst viel zu fluchen.
Nachdem ich das Sachbuch der Astronautin Samantha Cristoferetti gelesen habe, bezweifle ich, dass Rauchen auf einem Raumschiff plausibel ist. Auch scheinen richtige Astronauten danach ausgewählt zu werden, ob sie sich verantwortungsbewusst verhalten und ihre Emotionen gut im Griff haben. Aber gut, vielleicht ist das im Jahr 2067 anders.

Die KI wird (wie in dem Film “Her”) behandelt, als hätte sie ein Bewusstsein. D.h. die KI lobt die Astronautin und ist “stolz” auf sie. Die KI wird später “gerettet”, und sie will “leben”. Das fand ich sehr absurd.

Die Astronautin May hat eine schwarze Mutter und auf dem Cover der englischen Ausgabe ist dementsprechend eine schwarze Frau als Astronautin abgebildet. Was ich super finde, wg. Diversity. Auf dem deutschen Cover ist dagegen eine weiße Frau zu sehen. Warum?

Zu guter letzt bemerkt May im Raumschiff, dass sie schwanger ist. Nachdem sie ihr Gedächtnis wiedererlangt hat, erinnert sie sich daran, dass sowohl ihr Mann Stephen, als auch ein anderer Mann, der Vater sein könnte.
Als Frau hat mich die Geschichte nicht angesprochen. Und ich musste immer wieder daran denken, ob der Autor sich coole Frauen so vorstellt.

Für Fans des Films “Her” (mit Joaquin Phoenix), rauhbeinigen Protagonistinnen und männlichen Rettern.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Es fing spannend an ...

Die Astronautin - In der Dunkelheit wird deine Stimme mich retten
0

Stell dir vor, du erwachst allein auf einem halb zerstörten Raumschiff auf.
Du hast dein Gedächtnis verloren.
Deine Mannschaft ist tot. Die Funkverbindung zur Erde ist gekappt.
Und vielleicht hast du ...

Stell dir vor, du erwachst allein auf einem halb zerstörten Raumschiff auf.
Du hast dein Gedächtnis verloren.
Deine Mannschaft ist tot. Die Funkverbindung zur Erde ist gekappt.
Und vielleicht hast du nur noch wenige Stunden zu leben.

Forschungsraumschiff Stephen Hawking II im Jahr 2067.
Commander Maryam Knox ist verloren im All.
Ihr Ex-Mann Stephen (am Boden) kann sie zurückholen.

Das Buch “Die Astronautin” startet mit einem spannenden Szenario. Die Erzählstränge wechseln zwischen May und Stephen und man versucht sich ein Bild zu machen, welche Beziehung zwischen den beiden Protagonisten besteht und was auf dem Raumschiff passiert ist.


SPOILER


Zu May konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen, da sie mir als Astronautin und Frau nicht realistisch erschien. Sie trank viel Alkohol, war teilweise sehr emotional und sprach wie ein Droschkenkutscher. Ich finde starke Frauen toll, aber Stärke drückt sich für mich nicht darin aus, möglichst viel zu fluchen.
Nachdem ich das Sachbuch der Astronautin Samantha Cristoferetti gelesen habe, bezweifle ich, dass Rauchen auf einem Raumschiff plausibel ist. Auch scheinen richtige Astronauten danach ausgewählt zu werden, ob sie sich verantwortungsbewusst verhalten und ihre Emotionen gut im Griff haben. Aber gut, vielleicht ist das im Jahr 2067 anders.

Die KI wird (wie in dem Film “Her”) behandelt, als hätte sie ein Bewusstsein. D.h. die KI lobt die Astronautin und ist “stolz” auf sie. Die KI wird später “gerettet”, und sie will “leben”. Das fand ich sehr absurd.

Die Astronautin May hat eine schwarze Mutter und auf dem Cover der englischen Ausgabe ist dementsprechend eine schwarze Frau als Astronautin abgebildet. Was ich super finde, wg. Diversity. Auf dem deutschen Cover ist dagegen eine weiße Frau zu sehen. Warum?

Zu guter letzt bemerkt May im Raumschiff, dass sie schwanger ist. Nachdem sie ihr Gedächtnis wiedererlangt hat, erinnert sie sich daran, dass sowohl ihr Mann Stephen, als auch ein anderer Mann, der Vater sein könnte.
Als Frau hat mich die Geschichte nicht angesprochen. Und ich musste immer wieder daran denken, ob der Autor sich coole Frauen so vorstellt.

Für Fans des Films “Her” (mit Joaquin Phoenix), rauhbeinigen Protagonistinnen und männlichen Rettern.

Veröffentlicht am 02.09.2019

Habe das Buch abgebrochen

Wo steckst du, Bernadette?
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Bernadette Fox lebt mit Mann und Tochter in Seattle.
Ich weiß gar nicht, was ich groß schreiben soll. Die Handlung drehte sich um oberflächliche Dinge, die super wichtig genommen wurden. Ab und zu war ...

Bernadette Fox lebt mit Mann und Tochter in Seattle.
Ich weiß gar nicht, was ich groß schreiben soll. Die Handlung drehte sich um oberflächliche Dinge, die super wichtig genommen wurden. Ab und zu war es lustig, oft überflüssig und banal.
Die Geschichte wurde teilweise in E-Mails und Rechnungen und Elternmitteilungen erzählt und war dadurch anstrengend zu lesen.
Bernadette hat eine Assistentin in Indien, die sie mit ihren First-World-Problemen belämmert. Das ganze zu einem Stundensatz von weniger als einem Dollar. Leider habe ich es nicht lustig empfunden, sondern arrogant.
Irgendwie kam die Story nicht richtig in Gang.

Bevor die Protagonistin aus ihrem Alltag ausbrechen konnte, habe ich das Buch nach 120 Seiten abgebrochen und mir dazu gratuliert, dass ich nicht in Bernadettes Nachbarschaft in Seattle lebe.