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Veröffentlicht am 29.08.2019

Ein Fall für Slow Horses

Dead Lions
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Ich habe erst jetzt festgestellt, dass dieses Buch der zweite Band einer Reihe ist. Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, den Vorgängerband „Slow Horses“ zu lesen, ist es sicherlich aber auch nicht ...

Ich habe erst jetzt festgestellt, dass dieses Buch der zweite Band einer Reihe ist. Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, den Vorgängerband „Slow Horses“ zu lesen, ist es sicherlich aber auch nicht schlecht, um etwas besser in die Geschichte hineinzukommen.
Der MI5 hat eine Außenstelle mit dem Namen „Slough House“ eingerichtet, wohin die Mitarbeiter abgeschoben werden, die nicht erwartungsgemäß funktioniert haben. Hier dürfen die „Slow Horses“, wie sie boshafterweise genannt werden, sich dann mit belanglosen Aufgaben beschäftigen und über ihr Versagen nachdenken.
Nun sollen zwei dieser Agenten einen russischen Oligarchen beschützen, der für die Briten zum Informanten werden soll. Dann wird auch noch ein ehemaliger Spion aus Zeiten des kalten Krieges tot aufgefunden. Angeblich hatte er einen Schlaganfall.
Es ist ein spannender und sehr unterhaltsamer Krimi. Der Schreibstil ist witzig und oft recht sarkastisch.
Die Agenten des „Slough House“ sind alle Einzelgänger, die nur eins im Sinn haben, nämlich möglichst bald wieder in den normalen Dienst zurück zu können. Als Einzelkämpfer haben sie natürlich auch höchst individuelle Eigenarten. Mit einem Kollegen zusammenarbeiten geht eigentlich gar nicht. Doch nun ist Zusammenarbeit angesagt und sie müssen beweisen, was sie draufhaben.
Mir hat der spannende und unterhaltsame Krimi gut gefallen.

Veröffentlicht am 24.08.2019

Atme!

ATME!
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Nile liebt Ben. Als sie ihn kennenlernte, war er noch verheiratet. Doch jetzt steht die Scheidung bevor und alles ist perfekt. Doch dann passiert etwas Schreckliches. Während Nile in der Umkleidekabine ...

Nile liebt Ben. Als sie ihn kennenlernte, war er noch verheiratet. Doch jetzt steht die Scheidung bevor und alles ist perfekt. Doch dann passiert etwas Schreckliches. Während Nile in der Umkleidekabine ein Kleid anprobiert, verschwindet Ben. Sie rennt auf die Straße, doch keine Spur von ihrem Geliebten. Nile ist sicher: Es muss etwas Schreckliches passiert sein. Doch niemand glaubt ihr. Bens Freunde halten sie sowieso für zu besitzergreifend. Nile macht sich alleine auf die Suche nach Ben. Nur Flo, Bens Frau, ist bereit ihr zu helfen. Doch kann ihr Nile trauen? Denn natürlich lief nicht alles problemlos, nachdem Nile Ben kennenlernte. Dann ist da auch noch Claus Jentsch, vor dem Nile Angst hat. Doch was ist der Grund?
Diese Geschichte wird aus der Sicht von Nile erzählt. Vom ersten Moment an mochte ich Nile nicht, war nur von ihr genervt. Warum veranstaltet sie gleich so einen Aufstand? Sie hat eine sehr aggressive Art an sich und bestürmt jeden. So verhält sich kein normaler Mensch. Später erfahren wir, dass ihr Ben empfohlen hat, gegen ihre Panikattacken anzugehen, indem sie Sich sagt: Atme!
Aber auch Flo verhält sich ziemlich merkwürdig.
Ich hatte ziemlich früh einen Verdacht, wie die Geschichte verlaufen wird. So war es dann auch. Trotzdem musste ich weiterlesen, denn ich wollte ja wissen, ob ich richtig liege. Was ist mit Nile los? Bildet sie sich alles nur ein? Es wird immer klarer, dass man nicht alles so hinnehmen kann, wie es von ihr dargestellt wird. Ob sie Ben wiederfinden wird, dazu möchte ich natürlich nichts sagen.
Es ist ein beklemmender und spannender Psychothriller.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Spannender historischer Krimi

Die im Dunkeln sieht man nicht
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Karl Wieners hat viel verloren und nun kommt er 1950 zurück nach München. Den Kontakt zu der Familie vermeidet er zunächst. Aber als er seiner Nichte Magda begegnet, zieht es ihn doch wieder in sein Elternhaus. ...

Karl Wieners hat viel verloren und nun kommt er 1950 zurück nach München. Den Kontakt zu der Familie vermeidet er zunächst. Aber als er seiner Nichte Magda begegnet, zieht es ihn doch wieder in sein Elternhaus. Der ehemalige Schriftsteller erhofft sich bei der neu gegründeten Zeitschrift „Blitzlicht“ einen Job. Daher ermittelt er in Sachen Raubkunst und findet immer mehr Gefallen an dem Job, zumal ihn Magda bei seinen Recherchen unterstützt. Dabei begegnet er auch dem früheren Schulkameraden Ludwig Gruber wieder, der inzwischen Kommissär ist und sich mit dem Mord an Fuhrunternehmer Otto Brandl schwertut. Karl und Magda kommen bei ihren Recherchen dubiosen Menschen in die Quere.
Obwohl das Buch mehr zeitgeschichtliche Dokumentation als Krimi ist, hat mir die Geschichte doch gut gefallen. Der Krieg ist noch nicht so lange vorbei und der Schwarzmarkt blüht noch. Aber es ist abzusehen, dass das Ende diesen besonderen Wirtschaftsmodells naht.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und die Handlung, die anfangs noch ein wenig träge verlief, hat mich mehr und mehr gepackt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und der Handlungszeit angepasst. Karl hat mit dem Verlust seiner Heidi noch nicht abgeschlossen, als er nach München kommt. Seine Nichte Magda war ein Kind, als er sie zuletzt sah, und nun ist sie eine Frau, die den Männern den Kopf verdreht. Auch Karl fühlt sich zu ihr hingezogen. Magda hatte dafür gesorgt, dass Karl nach München gelockt wird. Auch sie hegt Gefühle für ihren Onkel. Wie werden die beiden mit ihrem Gefühlschaos umgehen? Magda ist eine junge Frau, die weiß was sie will und sie ist geschickt darin, andere zu manipulieren, um ihre Interessen durchzusetzen. Der Schmugglerkönig Walter Blohm hat viele Menschen im Griff. Für ihn gibt es kein „nein“ und auch er hat ein Auge auf Magda geworfen. Wird sie sich widersetzen können?
Das Ende hatte ich so nicht erwartet, finde es aber passend.
Ein spannendes Buch, dass die Atmosphäre der fünfziger Jahre gut einfängt. Lesenswert!

Veröffentlicht am 22.08.2019

Am Abgrund

Zone C
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Sten ist neunzehn Jahre alt, lebt im Osten Deutschlands mit seiner depressiven Mutter und er trauert seiner Freundin nach, die weggegangen ist, um zu studieren. Außerdem nimmt er Drogen. Crystal Meth ist ...

Sten ist neunzehn Jahre alt, lebt im Osten Deutschlands mit seiner depressiven Mutter und er trauert seiner Freundin nach, die weggegangen ist, um zu studieren. Außerdem nimmt er Drogen. Crystal Meth ist günstig und lässt einen vergessen, wie bescheiden das Leben ist. Aber man bekommt auch nicht mit, wie nahe man am Abgrund ist.
Es ist eine verstörende Geschichte, aber sehr realistisch, und sie wird aus der Sicht von Sten erzählt. Die Sprache gefällt mir nicht, doch sie ist genau richtig.
Sten ist mir nicht besonders sympathisch, er mag diese Hoffnungslosigkeit nicht, schafft aber mit seinem Drogenkonsum nur noch mehr Hoffnungslosigkeit. Aber dass kann er wohl nicht mehr erkennen. Sein Leben besteht aus Angst vor der Zukunft, Sex und Drogen. Er verändert sich immer mehr, alle bemerken es, nur er selbst nicht. Ich konnte nicht mit Sten fühlen oder mit ihm leiden, denn ich habe wenig Verständnis dafür, wenn man nicht selbst versucht, seine Lage zu verbessern. Ich bin nicht naiv, es wird nicht immer gelingen. Aber zumindest möchte ich Ansätze dafür sehen.
Kann dieses Buch als Warnung dienen? Ich weiß es nicht, glaube es aber nicht. Denn wer das Leben so „Sch…“ findet, der lässt sich nicht davon abhalten, mit Drogen die Wirklichkeit zu vergessen.
Eine trostlose Geschichte, die eindrucksvoll die Realität beschreibt und nachdenklich stimmt.

Veröffentlicht am 20.08.2019

Gibt es Wunder?

Das Schweigen der Angst
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Dieser Thriller ist nach „Der Ruf der toten Mädchen“ der zweite Band um Dr. Alex Ripley, die sich auf die Erklärung übersinnlicher Phänomene spezialisiert hat.
Jane Hewitt hat Krebs im Endstadium, als ...

Dieser Thriller ist nach „Der Ruf der toten Mädchen“ der zweite Band um Dr. Alex Ripley, die sich auf die Erklärung übersinnlicher Phänomene spezialisiert hat.
Jane Hewitt hat Krebs im Endstadium, als sie sich an die Wunderheilerin Megan wendet, die eine besondere Gabe besitzt. Nach dieser einen Sitzung scheint es ihr wirklich besser zu gehen. Sie genießt den Tag mit ihrem Mann Ian. Doch schon am nächsten Tag ist sie tot. Ian macht Megan verantwortlich für den Tod seine Frau. Doch Megan liegt seit Jahren nach einem Unfall im Koma. In seiner Verzweiflung bittet Ian Hewitt die Theologin Dr. Ripley um Hilfe. Alex Ripley ist fasziniert von der Geschichte und reist nach Holy Island vor der Küste von Nordwales. Sie will herausfinden, ob Megan wirklich Wunder vollbringen kann. Dann erfährt sie, dass es noch andere gegeben hat, die auf Megan nicht gut zu sprechen sind. Doch die Menschen um Megan herum haben ihre eigenen Interessen und es wird gefährlich.
Gibt es Wunder? Kann eine junge Frau, die im Koma liegt, Menschen heilen?
Diese Frage nach Wundern ist nicht leicht zu beantworten. Auch Alex Ripley hat keinen Nachweis für Wunder finden können. Aber es spricht auch nichts dagegen. Dabei würde dieser Fall so gut in ihr Buch, an dem sie gerade arbeitet, passen.
Jane sah keinen Hoffnungsschimmer mehr und wollte die letzte Chance, die ihr blieb, wahrnehmen. Ian ist skeptisch und verzweifelt, als Jane sehr plötzlich stirbt. Er will etwas tun, doch erst einmal schießt er übers Ziel hinaus. Alex ist eine sympathische Person, die alles hinterfragt und der Sache auf den Grund gehen will. Sie lässt sich auch nicht so leicht einschüchtern.
Als die Theologin ins Dorf kommt, wird sie anscheinend freundlich aufgenommen. Doch die Unterstützer von Megan haben ihre eigenen Interessen. Megan zieht die Menschen an, die Hilfe suchen. Doch es gibt bittere Enttäuschungen und die dürfen nicht bekannt werden. Es ist ein lukratives Geschäftsmodell, dass hier von Megans Unterstützern betrieben wird. Auch die Menschen im Dorf sind abhängig von diesem Wunder-Tourismus, daher wird es nicht einfach für Alex und sogar gefährlich.
Es ist eine interessante Geschichte, die sich gut lesen lässt und einen zum Nachdenken bringt.