Profilbild von Karin1910

Karin1910

Lesejury Star
offline

Karin1910 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karin1910 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2020

Mit einigen Abstrichen eine interessante Lektüre

Reden, die unsere Welt veränderten
0

In diesem Band sind ca 60 Reden versammelt, die von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Jesus von Nazareth, Napoleon Bonaparte, Adolf Hitler oder Malala Yousafzai im Lauf der letzten 2000 Jahre gehalten ...

In diesem Band sind ca 60 Reden versammelt, die von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Jesus von Nazareth, Napoleon Bonaparte, Adolf Hitler oder Malala Yousafzai im Lauf der letzten 2000 Jahre gehalten wurden, wobei der Schwerpunkt auf den letzten ca 100 Jahren liegt. Dies ist einerseits natürlich verständlich, sind diese Reden doch am besten in ihrem genauen Wortlaut dokumentiert und hatten am ehesten bis heute greifbare Auswirkungen. Andererseits wird der Blickwinkel deswegen doch deutlich eingeschränkt.
Noch stärker ist dies dadurch der Fall, dass ein überproportional großer Anteil der Reden von Personen aus englischsprachigen Ländern bzw auf Englisch gehalten wurde. Auch dies angesichts der Herkunft des Autors verständlich, ich hätte jedoch eine weiter gefasste Perspektive bevorzugt.
Immerhin wird dennoch eine relativ breite Palette an Themen angesprochen. Es geht in den Reden etwa um Krieg und Frieden, um die Hoffnung auf eine bessere Zukunft oder um den Kampf gegen diverse Formen von Ungerechtigkeiten.
Dabei haben sich jedoch ein paar Fehler eingeschlichen und die Erklärungen zu den Hintergründen der Reden könnten bisweilen ausführlicher sein. Außerdem ist fragwürdig, ob man wirklich alle verwendeten Reden als (langfristig) weltverändernd bezeichnen kann. Obwohl die Grundidee interessant ist, konnte mich dieses Buch daher nicht restlos überzeugen.

Veröffentlicht am 05.04.2020

Interessantes Thema, doch der Funke will nicht recht überspringen

Die Eisbaronin
0

Ich habe schon einige Romane von Nicole C Vosseler gelesen, die mir großteils sehr gut gefallen haben. Besonders schön fand ich dabei immer ihre farbenfrohen und lebendigen Schilderungen ungewöhnlicher ...

Ich habe schon einige Romane von Nicole C Vosseler gelesen, die mir großteils sehr gut gefallen haben. Besonders schön fand ich dabei immer ihre farbenfrohen und lebendigen Schilderungen ungewöhnlicher Persönlichkeiten und exotischer Landschaften. Derartiges war hier jedoch leider maximal ansatzweise vorhanden.

Erzählt wird die Geschichte zweier Geschwisterpaare: Grischa und Katya sind aus der Enge eines ärmlichen Dorfes in Russland geflohen. Während Grischa rastlos ist und an keinem Ort allzu lange bleiben will, träumt Katya davon, mit Hilfe ihres besonderen Talentes, die Eigenschaften von Eis zu erspüren, ein lukratives Geschäft aufbauen zu können. Ihre Geschäftspartner werden schließlich die Brüder Christian und Thilo, die trotz ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten bei der Führung des familieneigenen Gemischtwarenladens ein eingespieltes Team sind.

Diese Grundidee wäre vielversprechend, führt die Handlung doch bisweilen in eine Welt der Kälte und des Eises, die in Romanen sonst selten besucht wird. Auch werden interessante Informationen eingeflochten, etwa dazu, in welch verschiedenen Erscheinungsformen Eis auftreten kann.
Dennoch wollte der Funke nicht recht überspringen. Wirklich spannende oder mitreißende Szenen kommen nur selten vor und machen einen zu geringen Teil des Inhalts aus. Hauptsächlich geht es um Gefühlswirrwarr und diverse Liebesbeziehungen. Dabei dreht sich vieles im Kreis und es gibt kaum echte Überraschungen. Da die Protagonisten außerdem zu schablonenhaft gezeichnet sind, fiel es mir schwer, mit ihnen mitzufühlen.
Das Ende ist dann sehr offen, was wohl an der geplanten Fortsetzung liegt. Diesbezüglich kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Ich persönlich finde es jedoch besser, wenn auch die einzelnen Teile einer Reihe jeweils in sich abgeschlossen sind.

Alles in allem handelt es sich hier also um einen vielleicht ganz netten, aber nicht gerade fesselnden Liebesroman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2020

Uninspirierter zweiter Teil

1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte
0

Dieses Buch folgt im Wesentlichen demselben Schema wie „1913: Sommer des Jahrhunderts“. In ein paar Zeilen bis ein paar Seiten langen Episoden wird geschildert, was bekannte oder weniger bekannte bzw oftmals ...

Dieses Buch folgt im Wesentlichen demselben Schema wie „1913: Sommer des Jahrhunderts“. In ein paar Zeilen bis ein paar Seiten langen Episoden wird geschildert, was bekannte oder weniger bekannte bzw oftmals zu Unrecht in Vergessenheit geratene Personen im Jahr 1913 erlebt haben.
Wieder wird dabei ein breites Spektrum an Themen und Ereignissen abgedeckt, sodass ein ganz guter Eindruck davon entsteht, was in diesem letzten Jahr vor dem Hereinbrechen der Katastrophe des Ersten Weltkriegs so alles passiert ist.

Der Autor ist bestrebt, die einzelnen Beiträge auf humorvolle und geistreiche Weise zu kommentieren und immer wieder Zusammenhänge herzustellen.
Dennoch wollte beim Lesen der Funke nicht recht überspringen. Der Großteil des Inhalts ist doch eher banal und wird höchstens im Hinblick auf die Jahreszahl interessant.
Außerdem dürften sich einige Fehler eingeschlichen haben. (Beispiel: Auf Seite 270 wird vermerkt: „Bei der österreichischen Erzherzogin Zita beginnen ... die Wehen. .... Der werdende Vater, Erzherzog Franz Ferdinand, ...“. Zita war allerdings die Ehefrau von Erzherzog Karl. Franz Ferdinands Frau war Sophie von Hohenberg.)

Positiv hervorzuheben ist aber immerhin, dass sich am Ende des Buches ein Register über beide Bände befindet. Das ist ein nettes Service für die Leserschaft.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Eintönige Geschichte um drei Frauen und jede Menge Geheimnisse

Das Geheimnis meines Mannes
0

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die im Umfeld einer katholischen Schule aufeinander treffen:
Cecilia hat ihr Leben, das sich hauptsächlich um ihre Familie und ihre Tätigkeit als Tupperware-Beraterin ...

Dieser Roman handelt von drei Frauen, die im Umfeld einer katholischen Schule aufeinander treffen:
Cecilia hat ihr Leben, das sich hauptsächlich um ihre Familie und ihre Tätigkeit als Tupperware-Beraterin dreht, fest im Griff, bis ihr zufällig ein alter Brief ihres Mannes John-Paul in die Hände fällt, der erst nach seinem Tod geöffnet werden soll. Er reagiert seltsam, als sie ihn darauf anspricht, weshalb sie sich dazu entschließt, den Brief zu lesen.
Auch Tess muss mit einer schlimmen Überraschung zurechtkommen, als sie erfährt, dass ihr Mann Will und ihre Cousine und beste Freundin Felicity sich ineinander verliebt haben. Überstürzt fährt sie mit ihrem Sohn zu ihrer Mutter, wo sie einige alte Bekannte wiedertrifft.
Währenddessen hat Rachel den Tod ihrer Tochter vor mehr als zwanzig Jahren noch nicht überwunden.

Diese Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt, weisen aber natürlich viele Bezüge zueinander auf.
Die Protagonistinnen und auch diverse Nebenfiguren sind interessant gezeichnet und mit jeweils eigenen Persönlichkeiten sowie Stärken und Schwächen ausgestattet. Aufgrund des lebendigen und einfühlsamen Stils konnte ich mich auch überwiegend gut in sie hineinversetzen.

Die Handlung als solche ist jedoch über weite Strecken eher langweilig. Die Protagonistinnen denken wieder und wieder über die immer gleichen Dinge nach, meist ohne zu neuen Ergebnissen zu gelangen. Auch sind die meisten Geschehnisse vorhersehbar. Lediglich gegen Ende gibt es ein paar Überraschungen. Spannung kommt aber jedenfalls keine auf.

So konnte mich dieser Roman trotz einer vielversprechenden Grundidee und einiger eindrucksvollen Szenen nicht wirklich begeistern. Ich habe von der Autorin schon Besseres gelesen.

Veröffentlicht am 03.09.2019

Ereignisreiche, aber dennoch wenig spannende Reise nach Prag

Das Gold der Fugger
0

Augsburg, 1516: Agnes hat einige Schicksalsschläge zu verkraften. Zunächst muss sie miterleben, wie ihr Vater Balthasar Regner, ein Fuhrwerker der Fugger, hingerichtet wird, weil er während der letzten ...

Augsburg, 1516: Agnes hat einige Schicksalsschläge zu verkraften. Zunächst muss sie miterleben, wie ihr Vater Balthasar Regner, ein Fuhrwerker der Fugger, hingerichtet wird, weil er während der letzten Fuhre etwas gestohlen haben soll. Dann wird sie auch noch aufgrund einer falschen Beschuldigung aus der Stadt verbannt. Sie weiß nicht wohin sie sich wenden soll. Schließlich gelangt sie jedoch auf die Spur der Ereignisse, die zum Tod ihres Vaters geführt haben.
Auch Hannes hat allerlei Probleme. Er ist dafür verantwortlich, die Fuhre der Fugger sicher nach Prag zu bringen. Doch es geschehen seltsame Dinge und er weiß nicht, wem seiner Mitreisenden er trauen kann.

Diese Ausgangssituation wäre interessant und ich habe in diesem Buch einiges Neues über die Fugger und ihre Geschäftsmethoden erfahren.
Die Geschichte als solches konnte mich aber nicht überzeugen.
Viele Verhaltensweisen der Protagonisten, insbesondere von Agnes, waren für mich schwer nachvollziehbar. Ich konnte mich daher nicht in sie hineinversetzen oder mit ihr mitfiebern.
Auch die Handlung ist nicht wirklich fesselnd. Zwar reiht sich eine dramatische Situation an die nächste. Es war mir aber immer von Beginn an klar, wie das in etwa ausgehen wird, sodass keine echte Spannung aufkommt, sondern die „Action-Szenen“ im Gegenteil übertrieben und somit eher langweilig wirken.
Außerdem ist leicht vorhersehbar, wer die „Bösewichte“ sind. Trotzdem ist die Auflösung dann irgendwie verworren und es bleiben einige Fragen offen.

Fazit: So vielversprechend (und vermutlich gut recherchiert) das Thema wäre, so enttäuschend ist leider die Umsetzung.