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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2020

Intensiv, aufregend und gleichzeitig ermüdend und langweilig...

Eine Liebe in Neapel
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MEINE MEINUNG
Das Buch habe ich beim Stöbern durch die Neuerscheinungen entdeckt und war gleich ganz fasziniert. Das Cover ist zwar eher einfach gehalten, strahlt aber genau das aus, was ich von dem Buch ...

MEINE MEINUNG
Das Buch habe ich beim Stöbern durch die Neuerscheinungen entdeckt und war gleich ganz fasziniert. Das Cover ist zwar eher einfach gehalten, strahlt aber genau das aus, was ich von dem Buch erwartet habe. Außerdem habe ich vorher nur wenigen Biografien gelesen, merke aber langsam, dass mir romanartige Biografien sehr gefallen, weswegen ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.

Heddi ist in Amerika geboren, hat ihr Herz aber schon nach einem Schüleraustausch Italien geschenkt und studiert jetzt, in den den 90ern, Linguistik in Neapel. Sie lebt in einer WG mit anderen Studenten, die für sie eine Art Familie geworden sind bis plötzlich Pietro auftaucht und ihr den Kopf verdreht. Es beginnt eine leidenschaftliche und aufregende Liebe, die sich aus dem Nichts entwickelt und wahnsinnig stark wird und beinahe süchtig wirkt.

Da der Roman aus Heddis Perspektive geschrieben ist, hat der Leser einen besonders tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, so schonungslos sie auch sind. Heddi kommt mir als ein sehr gefühlsintensiver Mensch vor, der gleichzeitig häufig nicht wirklich einfühlsam auf ihre Mitmenschen reagiert. Trotzdem hat sie ein großes Herz, in dem sie viele ihrer Freunde vereint, doch gleichzeitig nimmt sie sich auch sehr viel zu Herzen, obwohl sie häufig ignorant oder gelangweilt wirkt. Ich habe viele ihrer Handlungen verstanden, andere wiederum überhaupt nicht. Ich konnte ich nicht mit ihr identifizieren, aber sie war mir auf keinen Fall unsympathisch.

Pietro ist Geologiestudent in Neapel, kommt ursprünglich aber aus einem kleinen Dorf, in dem alte Traditionen noch sehr wichtig sind. Er ist intelligent und versucht stets, es seiner Familie recht zu machen. Obwohl der erste Schritt in dieser Beziehung von ihm aus ging, scheint Heddi viel mehr in die Beziehung zu stecken. Er ist ein durchwachsener Charakter, der einerseits liebevoll und leidenschaftlich handelt, andererseits aber auch oft unsensibel und stumpf ist. In einigen Momenten schüttet er sein ganzes Herz aus, doch oft versteckt er seine Gefühle und lässt sie nur unter der Oberfläche brodeln. Ich wusste das ganze Buch über nicht, was ich von ihm halten soll, obwohl sein erster Eindruck wirklich süß und schön war. Doch leider entwickelt er sich eine Richtung, die ihn mir immer unsympathischer gemacht hat.

Ein kleines Lob muss ich für die Nebencharaktere aussprechen, denn die haben mir sehr gut gefallen. Vielleicht ist dem biografischen Teil geschuldet, aber sie waren sehr detailliert und jeder hat seine eigene Geschichte mit sich getragen. Auch die Beziehungen zwischen Heddi und Pietro und ihren Freunden haben mir gut gefallen, weil es wirklich echt wirkte.
Ebenso detailliert war die Familie von Pietro aufgebaut, die immer wieder für Chaos zwischen den Liebenden sorgte. Auch sie hat ihre eigene Geschichte, die hier sehr schön nach außen getragen wurde.

Aber kommen wir mal zurück zu den Protagonisten und ihrer Geschichte. Die ganze Beziehung zwischen Heddi und Pietro startet so plötzlich, dass ich kaum wusste, woher die Leidenschaft zwischen ihnen auf einmal kam - doch so ist das manchmal! Die Liebesgeschichte zwischen ihnen ist zwar aus dem Nichts gekommen, dafür aber weitaus intensiver als andere Geschichten, die ich kenne. Die beiden verfallen wie in eine Sucht füreinander und scheinen ohne den anderen nicht mehr zu können, besonders scheint es Heddi so zu gehen. Oft hatte ich das Gefühl, Pietro würde sie als selbstverständlich nehmen und nicht mal auf den Gedanken kommen, die beiden könnten sich trennen. Doch während ihr Leben in Neapel dem eines Liebesromans gleicht, wird die junge Liebe in Pietros Heimatdorf stets auf die Probe gestellt. Hier scheint ihre Liebe nicht mehr so perfekt zu sein und Heddi beginnt zu zweifeln.

Hier stellt schließlich der Unterschied zwischen der modernen Stadt Neapel und den kleinen, traditionellen Dörfern das Problem war. Es wurde schön aufgezeigt, welche Unterschiede dort herrschen und welche Prioritäten gesetzt werden.

Ebenfalls interessant waren die unglaublich bildhaften und detaillierten Beschreibungen von Neapel und dem Leben dort. Ich hatte das Gefühl, selbst durch die labyrinthartigen Gänge der Wohngegenden zu laufen und in der Mittagshitze zwischen dicken Altbau-Wänden zu sitzen. Ich hatte das Gefühl, gemeinsam mit Heddi und ihren Freunden am Esstisch zu sitzen, Wein zu trinken und über das Leben zu philosophieren. Die Freundesgruppe erlebt wahnsinnig authentische Dinge, die schön mit anzusehen waren, auch wenn sie nicht das ausgefallenste Erlebnisse darstellten. Das hat mir wahnsinnig gut gefallen und ich habe sehr gerne Zeit mit den Charakteren in Italien verbracht.

Auch sehr schön fand ich den E-Mail-Verkehr zwischen Eddi und Pietro in der Zukunft. Diese Kapitel waren eine schöne Abwechslung und haben noch einmal schöne Charakterzüge der beiden zeigen können.

Kommen wir aber nun zu meiner Kritik, nachdem ich zuvor einiges gelobt habe.
Leider hat sich das Buch unglaublich gezogen und ganze Passagen waren sehr langatmig. Wenn ich das Buch dritteln würde, hat mir besonders das erste Drittel sehr gut gefallen, während der Mittelteil wirklich schwer zu lesen war. Zum Ende hin wurde das letzte Drittel zwar noch besser, aber es kam nicht mehr an den Beginn heran.
Im Mittelteil musste ich häufig wirklich kämpfen, weiterzulesen. Einige Gespräche drehten sich im Kreis, die Charaktere kamen nicht voran und die Handlung verlief ins Nichts, ohne Aussichtspunkt. Natürlich weiß ich, dass dieser Roman biografisch ist und manchmal scheint das Leben eben aussichtslos und man fühlt sich, als würde man nicht voran. Doch das genauso in den Roman zu packen, hätte nicht sein müssen, der Roman wäre auch gut mit 100-150 Seiten weniger gut ausgekommen - und vielleicht wäre es dann sogar ein neues Lieblingsbuch geworden.

FAZIT
Neapel in den 90ern, Studentenleben, die große Liebe - klingt nach einem perfekten Roman. Teilweise war er das auch. Wunderschöne, bildhafte Beschreibungen der Stadt, eine intensive Liebe und detaillierte Charaktere. Doch leider auch immer wieder Langeweile, Charaktere, die sich im Kreis drehen und belanglos wirkende Dialoge. Natürlich sehr authentisch, da es eine romanhafte Biografie ist, doch leider ein wenig ermüdend für den Leser.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Nicht perfekt, aber nah dran

Verloren sind wir nur allein
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Meine Meinung
Aufgrund des Covers hat das Buch sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mir gefallen die Farbe, die Blumenverzierungen und die kleine Goldprägung in Kombination wahnsinnig gut. Die ...

Meine Meinung
Aufgrund des Covers hat das Buch sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Mir gefallen die Farbe, die Blumenverzierungen und die kleine Goldprägung in Kombination wahnsinnig gut. Die Autorin war mir vorher unbekannt, weswegen ich ohne eine bestimmte Erwartungshaltung an das Buch gegangen bin.

Sky ist gerade mit ihrer Mutter ins weit entfernte Texas gezogen, um dort ihren Highschool Abschluss zu machen. Beide haben einen Schicksalsschlag erfahren, den sie auf verschiedene Wege verarbeiten. Während Sky sich am liebsten von der Welt abschotten würde und niemanden an sich heran lässt, geht ihre Mutter offen in die Zukunft, was Sky nur noch wütender macht. Auch Jeff, der sich immer wieder in ihr neues Leben drängt, macht Sky nur noch frustrierter. Bis sie merkt, dass der Sunnyboy auch eine dunkle Seite hat und sie sich vielleicht gegenseitig helfen könnten…

Mit Sky konnte ich ehrlich gesagt nicht viel anfangen, auch wenn das jetzt erstmal hart klingt. Sie ist sehr stur und in ihrer Trauer so sehr versunken, dass sie sich keineswegs um die Gefühle anderer kümmert. Ich kann nicht sagen, wie ich mich in so einer Situation fühlen würde und möchte es auch nicht erfahren, doch hat mich ihr Verhalten ihrer Mutter gegenüber schnell gestört. In solchen Situationen hält man doch eigentlich noch stärker zusammen. Gleichzeitig habe ich ihre Reaktionen aber auch verstehen können und glaube, dass es so sehr realistisch ist, was sie wiederum zu einem guten Charakter macht. Auch ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen.
Von Jeff erfährt der Leser nach und nach mehr. Er wirkt wie ein Strahlejunge, der niemals etwas böses gesehen hat. Stets freundlich, zufrieden und der perfekte Vorzeige-Junge. Doch auch ihn jagen Dämonen, die er niemals an der Oberfläche lassen möchte. Wo er mir im ersten Moment einfach zu perfekt war, konnte er mir schließlich auch seine unperfekte Seite zeigen, was ihn mir nur sympathischer gemacht hat.

Der Schreibstil von Mila Summers ist sehr leicht zu lesen, sodass ich die Seiten regelrecht geflogen bin. Sie konnte mich stets mit ihren Worten fesseln, hat mir sehr gut gefallen.

Die Handlung ist genau das, was der Klappentext verspricht. Wir erleben mit, wie Sky sich langsam wieder zur Normalität kämpft und in Jeff jemanden findet, der ihr mit seiner eigenen Dunkelheit dabei helfen kann. Die Grundstimmung ist etwas herunterziehend und zurückhaltender, auch wenn das Lesen mir dadurch nicht schwerer gefallen ist. Großartig mehr kann ich dazu auch nicht sagen, es ist eben das, was man erwartet. Natürlich wird man noch mit einem größeren Schocker überrascht, der sich auch ein wenig angekündigt hat, dem Buch aber noch das „gewisse Etwas“ für den Spannungsbogen geben konnte. Das war dann auch der Punkt, an dem mich meine Emotionen dem Buch gegenüber eingeholt haben und mir die Tränen die Wangen herunterliefen.

Das Ende war mir schließlich dann etwas „zu perfekt“, gleichzeitig hat es aber einen wirklich runden Abschluss gegeben.

Fazit
Ein schönes Buch, das trotz seines schweren Themas sehr angenehm zu lesen war. Der Schreibstil hat mich sehr gut durch die Handlung geführt und auch wenn die Charaktere mich nicht vollends überzeugen konnte, habe ich sie sehr lieb gewonnen. Das Buch ist nicht perfekt, aber nah dran und ich kann es jedem empfehlen, der gerne etwas tiefgründigere Jugendromane liest.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

An Charakteren und der Handlung hat es etwas gefehlt

The Wild Ones
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MEINE MEINUNG
Cami trifft in einer Bar auf Trick und ist vom ersten Augenblick an hin und weg von ihm und das obwohl sie einen Freund hat. Trick geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und das aus gutem Grund: ...

MEINE MEINUNG
Cami trifft in einer Bar auf Trick und ist vom ersten Augenblick an hin und weg von ihm und das obwohl sie einen Freund hat. Trick geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und das aus gutem Grund: Er ist Angestellter auf dem Hof ihres Vaters und hält sich deswegen tagtäglich direkt vor ihrer Nase auf. Aber auch Cami lässt Trick nicht kalt, immer wieder denkt er an sie, während er die Pferde striegelt und wünscht sich, sie würde zur Tür herein kommen.

Die Beziehung zu ihrem eigentlichen Freund läuft Camis Meinung nach langsam immer mehr ins nichts, seitdem sie auf Trick getroffen ist, empfindet sie kaum noch etwas für Brent und ich habe das ganze Buch über nur darauf gewartet, dass die zwei sich endlich trennen. Und das dauert. Dass Cami auf Patrick steht muss sie streng geheim halten, wobei Brent nicht das Problem ist, sondern ihr Vater. Bei einer Affaire wäre Trick seinen Job sofort los und diesen braucht er dringend.

Cami ist Tochter eines Pferdezüchters und wächst somit natürlich in dieses Geschäft hinein. Allerdings spricht sie selbst ihren Vater darauf an, dass sie sich für das Geschäft interessiere und er ihr es doch ein wenig näher bringen solle. Bisher hat sie sich nur für Pferde als Freizeitbeschäftigung interessiert, weswegen sie auch selbst reitet. Mit Brent ist sie größtenteils zusammen, weil ihr Vater ein Fan von ihm ist. Allerdings wirkte sie auf mich eher charakterlos. Von Anfang an flirtet sie schamlos mit Trick, wird aber sonst als nicht wirklich draufgängerisch beschrieben. Ihr Charakter war meiner Meinung nach noch um einiges Ausbaufähiger.
Trick – Patrick – arbeitet bei Camis Vater um Geld für eine Familie zu verdienen. Seitdem sein Vater tot ist, hält seine Mutter sich und seine kleine Schwester mit der Auszahlung der Lebensversicherung über Wasser. Allerdings wird die Zahlung nun gestoppt, da geprüft wird, ob es sich nicht doch um Selbstmord handelte. Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, warum nicht einfach seine Mutter arbeitet, vielleicht wurde es erwähnt und ich habe es überlesen, aber schließlich muss sie nur zwei Personen durchfüttern, da Trick eigentlich schon ausgezogen ist. Irgendwie war das meiner Meinung nach ziemlich undurchsichtig. Auf jeden Fall wird über Trick hin und wieder gesagt, was für ein Frauenheld er doch sei, aber außer an einer Stelle, wird das nicht wirklich deutlich.
Auch die anderen Charaktere waren weitaus ausbaufähiger. Über Camis Eltern weiß man fast gar nichts, gut, sie sind nie zu Hause, weil sie immer arbeiten, aber dennoch weiß man kaum etwas. Auch über Tricks Mutter weiß man eigentlich nichts, von den anderen Nebencharakteren, wie Rusty beispielsweise, allerdings auch nicht. Und diese Charakterlosigkeit bei vielen Charakteren ist ein großer Minuspunkt, aber weil ich sie trotzdem nicht unsympathisch fand, gibt es noch den einen Punkt.

Geschrieben wurde abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Cami und von Trick, sodass der Leser von Beginn an den vollen Überblick über die Situation hatte. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ich konnte mich leicht einlesen und habe mich schnell an die Charaktere gewöhnt, was aufgrund schon geschilderter Gesichtspunkten nicht wirklich schwer war.

An sich hat mir alles – bis auf die Charaktere – ziemlich gut gefallen, allerdings war das Ende einfach schrecklich. Wie es so ist, gibt es immer einen großen Streit, nachdem sich die Protagonisten wieder versöhnen, aber dieses Mal fiel die Versöhnung sehr schlagartig und auch sehr … stark aus. Ich kann es nicht beschreiben, ohne zu spoilern, aber es war einfach zu viel.

FAZIT
Der Schreibstil war wirklich sehr gut und die Idee, die hinter dem ganzen steckte hat mir eigentlich auch sehr gut gefallen. An der Umsetzung hätte man noch arbeiten können und vor allem bei den Charakteren hat noch ein wenig gefehlt.

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Veröffentlicht am 27.11.2019

Sehr schöne Geschichte!

The Chase – Gegensätze ziehen sich an
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Meine Meinung
Die Off Campus-Reihe von Elle Kennedy stand schon lange auf meiner Wunschliste, doch bin ich nie dazu gekommen, sie zu lesen. Der Spin-Off, die Briar U-Reihe hat mich aber genauso angesprochen, ...

Meine Meinung
Die Off Campus-Reihe von Elle Kennedy stand schon lange auf meiner Wunschliste, doch bin ich nie dazu gekommen, sie zu lesen. Der Spin-Off, die Briar U-Reihe hat mich aber genauso angesprochen, weswegen ich sehr gespannt auf den 1. Teil war.

Summer hat gerade auf die Briar University gewechselt und setzt dort ihr, an der Brown unterbrochenes, Studium in Modedesign fort. Als sie nicht zu ihrer ehemaligen Studenten-Verbindung zugelassen wird, steht sie ratlos vor einer langen Wohnungssuche. Bis ihr Bruder ihr eine Wohnung bei Freunden besorgt – doch ausgerechnet Colin Fitzgerald, Fitz genannt, wohnt in der WG. Und ausgerechnet er hat schon lange Summers Herz gestohlen.

Summer ist Tochter einer reichen und liebevollen Familie, weswegen ihr nie an etwas gefehlt hat. Sie ist besonders fürs Feiern bekannt und wird von vielen auch aufgrund ihres Studienganges als Oberflächig abgestempelt. Doch ist sie viel mehr das: sie liest gerne, ist immer für ihre Freunde da, setzt sich für ihre Mitmenschen ein und ist sehr fürsorglich und verletzbar.
Colin „Fitz“ ist begabter Eishockey-Spieler, der gleichzeitig seinen Traum vom Videospiele-Programmieren umsetzt. Innerlich ist er ein kleiner Nerd mit einem verletzten Herzen und einer introvertierten Art, weswegen er sich von allem Extrovertiertem fernhält- somit auch von Summer.

Bei beiden Charakteren musste ich meine Sympathie zunächst aufbauen. Ich muss zugeben, dass Summer für mich anfangs das kleine Party-Mäuschen dargestellt hat, doch diese Ansicht hat sich schnell geändert. Als ich das gemerkt habe, konnte ich sie schnell in mein Herz schließen. Besonders ihre Familie habe ich sehr gemocht. Denn obwohl sie reich sind, sind sie immer füreinander da und sehr herzlich zueinander, was ich noch nicht oft in solchen Büchern mit erlebt habe.
Fitz ist wie gesagt ein introvertierter Mensch, der eigentlich am liebsten Zeit verbringt. Er spricht nicht offen über seine Gefühle oder Gedanken und ist eher ein stiller Zuhörer, weswegen mir zunächst der Zugang zu ihm fehlte. Doch auch er ist sehr fürsorglich und unter seiner harten Schale ein sehr sensibler Charakter. Auch ihn habe ich nach und nach immer mehr mögen können.

Die Handlung ist eigentlich eine typische College-Geschichte, wie ich sie sehr liebe. Während Summer versucht, den verschlossenen Fitz zu öffnen und sein Herz für sich zu gewinnen, lernen wir auch den wunderbaren Freundeskreis immer besser kennen. Die Nebencharaktere waren nämlich sehr schön beschrieben und haben eine große Rolle in dem Leben von Summer und Fitz gespielt, was ich immer sehr schön finde.
Doch die zunächst eher oberflächig scheinende Geschichte, verbirgt wie ihre Protagonistin selbst, tiefgründigere Thematiken.

Wie bereits erwähnt lernen wir Summer zunächst als das Party-Girl kennen, doch gibt es so viel mehr, was sie ausmacht. Sie liest gerne, zeichnet, ist emotional und humorvoll, immer für ihre Freunde da und kümmert sich liebevoll um ihre Mitmenschen, gleichzeitig vertritt eine Krankheit, die (zumindest aus meinem Empfinden) nicht immer für Ernst genommen wird. Ebenso sieht man Fitz zunächst als grummeligen Sportler, doch er hat eine große Liebe zum Programmieren und ist eben nicht der „dumme“ Sportler, wie zunächst vermutet.
Dieses Buch lässt einen hinter die erste Fassade eines Menschen schauen und zeigt, was Menschen unter ihrer Oberfläche alles schönes verstecken können. Es geht darum, dass nicht immer der erste Eindruck auch der wahre sein muss und wir unser Schubladen-Denken etwas reduzieren sollten.

Gleichzeitig gibt es einige feministische Szenen, die unter anderem auch auf Slutshaming anspielen. Ebenso geht es um das „Runterspielen“ von sexuellem Missbrauch und darum, dass Frauen sich kleiden dürfen, wie sie wollen und sich auch nackt zeigen können, was immer noch keine Einladung für sexuelle Belästigungen darstellt. Ich fand diese kleinen Szenen wirklich schön und sehr sehr wichtig! Ich fand, sie waren schön inszeniert und passten auch sehr schön in die Handlung, ohne dass sie zu sehr nach „das Thema muss noch verbaut werden“ wirkten.

Allerdings muss ich noch zugeben, dass der Mittelteil sich etwas gezogen hat. Während das Drumherum mich schnell begeistern konnte, sind Fitz und Summer etwas zu lange auf der Stelle getreten.


Fazit
Das Buch habe ich als leichte College-Romanze begonnen und als ein gar nicht so oberflächiges Buch über Freundschaft, Liebe, Oberflächigkeit und weitere spannende Themen beendet. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und konnten mich schlussendlich sehr begeistern, die Handlung ist einerseits zwar etwas langatmig, andererseits aber fesselnd und aufregend. Ich freue mich schon sehr auf den 2. Teil!

Veröffentlicht am 29.10.2019

Nett für Zwischendurch!

Only with You - Du bist mein größtes Glück
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Meine Meinung
Nachdem mir der erste Teil der Reihe so unglaublich gut gefallen hat, konnte ich mich auch nach der kleinen Enttäuschung des zweiten Teils nicht davon abhalten, nun auch den dritten zu lesen. ...

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Teil der Reihe so unglaublich gut gefallen hat, konnte ich mich auch nach der kleinen Enttäuschung des zweiten Teils nicht davon abhalten, nun auch den dritten zu lesen. Das Cover reiht sich wunderschön neben die anderen beiden und passt im gleichen Stil mit anderer Farbgebung perfekt dazu.

Wir treffen auf Cassie, eine junge Studentin, die vor ihrem Praktikum bei einer begehrten Firma in Seattle steht. Bereits auf dem Weg dorthin trifft sie auf all ihre Ex-Freunde, die sie bisher nur enttäuscht haben. Vom sexy und gut aussehenden Sportgott über den lieben und etwas schüchternen jungen Mann bis hin zu ihrem letzten „Fehler“, der nun ausgerechnet ihr Konkurrent in ihrer Praktikum-Firma darstellt. Doch das war noch nicht alles: ihr Chef, Gavin, ist ein wahnsinnig gut aussehender junger Mann, von dem sie sich zugleich angezogen fühlt.

Cassie ist ergeizig und zielstrebig, aber zugleich auch humorvoll und offen. Zudem glaubt sie noch Fest daran, ihre wahre Liebe zu finden und steht eher weniger auf One Night Stands, nur hatte sie da bisher leider noch kein Glück. Dennoch habe ich gerne aus ihrer Perspektive gelesen, da sie mich ständig zum Schmunzeln bringen konnte.
Gavin hingegen hat es mir etwas schwerer gemacht. Ich konnte ihn zunächst nicht wirklich zuordnen und wusste nicht, worauf er hinaus möchte, als junger Chef ist er, wie Cassie, sehr ergeizig und zielstrebig. Ich hatte fest damit gerechnet, einen Bad Boy à la Christian Grey zu bekommen, was ihn für mich zunächst so undurchschaubar gemacht hat. Doch er ist wirklich genau das Gegenteil und ein liebenswerter junger Mann, der sich liebevoll um Freunde und Familie kümmert und alles für seine Liebsten tun würde. Nachdem ich das erkannt habe und gemerkt habe, dass er kein großes, dunkles Geheimnis verbirgt, habe ich ihn sehr in mein Herz schließen können.

Der Schreibstil ist einfach und schnell zu lesen, ohne dass ich wahnsinnig emotional berührt oder mitgerissen wurde.

Die Handlung ist genau das, was man aus dem Klappentext vermuten würde. Es gab keine Überraschungen oder schockierenden Wendungen und das war auch okay, denn so wurde es ein reines Wohlfühl- und Abschalt-Buch. Auch die zahlreichen Klischees haben mich kaum gestört, da ich genau damit gerechnet habe. Insgesamt war es also weder emotional berührend, tiefgehend oder etwas, worüber ich mir länger den Kopf zerbrechen würde, doch schlecht war es ebenfalls nicht.


Fazit
Ein kurzweiliges Lese-Abenteuer ohne Überraschungen oder Tiefgang, das dennoch in seiner Leichtigkeit überzeugen konnte.