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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2020

alles gut gemacht

Schweige still
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Ich bin ein Michael Robotham Fan der ersten Stunde und freue mich immer, wenn es Neues von diesem australischen Autor gibt. Bis jetzt spielten ja all seine Bücher in einer Welt, in der es einen Psychologen ...

Ich bin ein Michael Robotham Fan der ersten Stunde und freue mich immer, wenn es Neues von diesem australischen Autor gibt. Bis jetzt spielten ja all seine Bücher in einer Welt, in der es einen Psychologen und einen Polizisten gab, die ich liebe und schätze. Einer von beiden spielten immer zumindest am Rande eine Rolle. Aber Robotham macht sich auf zu neuen Wegen. Eine neue Reihe beginnt mit „Schweige still“. Dabei bleibt er aber zwei Dingen treu. Es gibt zwei Hauptdarsteller. Und einer davon ist Psychologe. Evie Cormac und Cyrius Haven. Was für Namen; da hat er aber wirklich hingefeilt. Die bleiben im Gedächtnis. Und er nimmt sich Zeit für seine Charaktere. Gibt ihnen eine dramatische dunkle Vergangenheit die psychologisch belastet. Gibt ihnen einen ersten Fall, der vielleicht sogar mit der Vergangenheit zu tun hat. Und dreht dann die Spannung bis zum Finale so auf, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
Michael Robotham hat alles richtig gemacht.

Ein toller Serienauftakt und ich hoffe, wir werden noch mehr, viel mehr, von Cyrus (Harry Potter lässt Grüßen) und Evie hören

Veröffentlicht am 13.01.2020

wunderschön

Das Lied des Achill
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Ich hatte schon wahnsinnig viel Gutes über die zwei Bücher von Madeline Miller gehört und war sehr neugierig, da mich die Vorstellung faszinierte, dass aus alten griechischen Sagen und Legenden lebendige ...

Ich hatte schon wahnsinnig viel Gutes über die zwei Bücher von Madeline Miller gehört und war sehr neugierig, da mich die Vorstellung faszinierte, dass aus alten griechischen Sagen und Legenden lebendige und reale Personen gemacht und Leben geschildert werden, die so durchaus hätten gelebt werden können.

Die ruhige aber kraftvolle Geschichte hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Patroklos ist ein Junge und junger Mann, der mehr durch seine Einfühlsamkeit und seine Sanftheit auffällt. Achill findet schnell einen ehrlichen und warmherzigen Freund in ihm. Nach und nach wird mehr aus dieser Jungenfreundschaft und die Tiefe der Gefühle ist greifbar und wunderbar geschildert. Das Thema Homosexualität wird so natürlich und unaufgeregt geschildert, ohne zu unterschlagen, dass es dadurch familiäre und gesellschaftliche Probleme und Ausgrenzungen gibt. Achill versucht sich darüber hinwegzusetzen während Patroklos lieber ein Geheimnis daraus machen würde und vor allem seinen geliebten Freund schützen will.

An dieser Geschichte hat mir einfach alles gefallen.
Das ruhige Tempo, die schöne Sprache, die beschriebene Gefühlstiefe und die sich langsam steigernde Dramatik.
Ich bin richtig froh, dass das Buch erneut verlegt wird, denn ich werde es mir nochmal als haptisches Erlebnis kaufen.
Das Buch über Circe liegt bereits auf meinem SUB.

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Veröffentlicht am 26.12.2019

Fantasy vom Feinsten

Rabenherz und Eismund
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Wer hochwertige All-Age-Fantasy sucht, ist bei Nina Blazon immer auf der sicheren Seite. Schon das wunderschöne Cover und der vielversprechende Klappentext machen Lust auf „Rabenherz und Eismund“. Die ...

Wer hochwertige All-Age-Fantasy sucht, ist bei Nina Blazon immer auf der sicheren Seite. Schon das wunderschöne Cover und der vielversprechende Klappentext machen Lust auf „Rabenherz und Eismund“. Die Handlung fußt auf einem Panoptikum zahlreicher Märchen und Sagen vermischt mit Anlehnungen an die Rituale und Fabeln alter Naturvölker. Die Autorin schafft es auf kongeniale Weise daraus aber eine ganz eigene phantastische Geschichte zu machen.


Drei starke junge Frauen stehen im Zentrum des Geschehens. Mailin, das mutige Menschenmädchen, welches immer noch auf der Suche nach der Mutter ist, die angeblich vor vielen Jahren im Fieberwahn im Eis verschwand. Toma, die kampferprobte und kratzbürstige Jägerin, die vor allem für die Freiheit ihres Volkes mit Mailin ins Land des kalten Feindes zieht. Und Brigida, die rothaarige Näherin aus dem Eispalast, die nach der Flucht aus dem Schloss immer erstaunlichere Fähigkeiten entwickelt und zur unverzichtbaren Dritten im Bunde wird. Trotz anfänglicher Differenzen und all ihrer Unterschiede sind sie zusammen ein unschlagbares Trio, welches Eiskönigen und tödlichen Nixen trotz und sich zusammen aufmacht, der Herrschaft des Winters Einhalt zu gebieten und dem Land den Sommer, die Zuversicht und die Liebe zurückzugeben.


An der Seite der geballten Frauenpower ist ein kühler und geheimnisvoller junger Mann, der sich Eismund nennt, und seine Vergangenheit und seine Pläne lange unter dem Deckmantel von Schweigen und Lüge verborgen hält. Ganz nebenbei fühlen sich auch zwei der Heldinnen gar nicht so magisch einfach zu ihm hingezogen.


Das Buch ist ein richtiges Wintermärchen, ein Fantasyerlebnis, wie geschaffen zum Lesen in der kalten Jahreszeit. Mit unglaublicher erzählerischer Kraft und einer wunderschönen Sprache zieht Nina Blazon den Leser sofort in den Bann dieser geheimnisvollen Geschichte. Dabei nimmt sie sich sowohl Zeit für die liebevolle Gestaltung ihrer Charaktere als auch für jede Menge Action. Der Spannungspegel ist die meiste Zeit extrem hoch und man muss sich fast zwingen, das Buch nicht gleich in einem Rutsch zu lesen.


Ich habe jede Seite genossen, wurde vortrefflich unterhalten und immer wieder überrascht, habe die Darsteller ins Herz geschlossen und das Ende mit all seinen traurigen und glücklichen Momenten gefeiert.

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Veröffentlicht am 05.12.2019

Seufz

The Ivy Years - Bis wir uns finden
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Ich lese wenig Frauen-Liebesgeschichten-Literatur, einfach, weil sie mich selten fesselt. Entweder ist die Sprache plump oder der Plott. Aber hi und da findet man auch mal eine Perle. Die Reihe "The Ivy ...

Ich lese wenig Frauen-Liebesgeschichten-Literatur, einfach, weil sie mich selten fesselt. Entweder ist die Sprache plump oder der Plott. Aber hi und da findet man auch mal eine Perle. Die Reihe "The Ivy Years" hat tatsächlich jetzt schon die fünfte Perle rausgebracht. Ja, mich konnte jeder Teil dieser losen Reihe überzeugen. Ja, ich liebe diese Geschichten. Die Mischung aus Leichtigkeit und Drama, aus Humor und Liebe ist einfach perfekt. Ja, es passiert immer wieder ähnliches. Zwei Liebende, die scheinbar aus widrigen Gründen nicht zusammenfinden können. Und ja, ich finde es jedesmal zum Seufzen schön. Und ich bin echt KEINE, die sülzige Liebesgeschichten mag.

Wieder einmal vollauf zufrieden. Kauft, lest und werdet glücklich.

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Veröffentlicht am 06.11.2019

ein schönes Buch

Die Hüterin der verlorenen Dinge
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Eines Tages verschwindet ohne ersichtlichen Grund die Autorin Lila. Zurück lässt sie ihren Ehemann und ihre zehnjährige Tochter Ivy. Beide leiden seitdem darunter, dass trotz aufwendiger Suchaktionen niemand ...

Eines Tages verschwindet ohne ersichtlichen Grund die Autorin Lila. Zurück lässt sie ihren Ehemann und ihre zehnjährige Tochter Ivy. Beide leiden seitdem darunter, dass trotz aufwendiger Suchaktionen niemand herausfinden kann, was geschehen ist. Weder, ob Lila ihre Familie und ihr altes Leben freiwillig verlassen hat, noch, ob es eine Straftat gab und sie womöglich tot ist. Diese Ungewissheit hat Ivy zu einem Menschen heranwachsen lassen, der ständig auf der Suche nach dem Verlorenen ist. Überall in ihrer Heimatstadt New York sammelt sie vergessene Dinge und ihr Drang, hier die Besitzer zu finden oder wenigstens die Geschichte, die zu diesen Gegenständen gehört, ist fast zur Manie geworden. Auf der Straße lernt sie auch den Künstler Jack kennen, der versucht, ihr zögerliches Herz zu erobern. Dabei ist er sehr einfühlsam und geduldig, da er spürt, dass Ivy Angst vor Verletzungen hat und die Nähe eines anderen Menschen erst für sich annehmen muss.

Als Ivys Vater sich entschließt, die Ehefrau nach über 12 Jahren für tot erklären zu lassen, um seine neue Freundin heiraten zu können, merkt Ivy, dass sie noch einen letzten Versuch machen muss, das Rätsel um das Verschwinden der Mutter zu lösen. Vorher kann sie nicht abschließen mit dem großen Verlust, der ihr Leben so maßgeblich verändert hat. Also begibt Ivy sich auf die Suche nach der Vergangenheit von Lila und danach, wie und wer sie wirklich war. Es wird für sie eine Reise zurück in der Zeit und hinein in die Welt ihrer Mutter. Und es wird eine Reise zu sich selbst.

Besonders fasziniert hat mich, wie Nicole Vosseler es immer wieder schafft, für jedes ihrer Bücher einen ganz eigenen Ton zu treffen, der wunderbar zu ihren Hauptdarstellern passt. Gerade in dieser Geschichte ist es die Poesie, die Schönheit von Worten, die Kraft des Erzählens, die Bilder im Kopf erstehen lässt. Und auch die Traurigkeit und Sehnsucht, die mit dem tief empfundenen Verlust eines geliebten Menschen einhergeht. Der helle Ton in all der Melancholie ist der liebenswerte Jack, der wie ein optimistisches Licht herausleuchtet.

„Die Hüterin der verlorenen Dinge“ ist ein leises Buch. Eines, das sich still und heimlich ins Herz schleicht. Eines, dass man langsam und bedächtig lesen möchte und das nachhallt, wenn man es zu Ende gelesen hat. In dem das laute New York nochmal eine neue verträumte Facette bekommt. In dem zwischen den Zeilen auch ganz viel von Nicole Vosseler und dem Leben und Schaffen einer Autorin steckt. Ein schönes Buch.