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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2020

Korruption, Vertuschung, Verrat

Beute
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Ein spannendes und aktuelles Thema, das von Deon Meyer in diesem Kriminalroman in Szene gesetzt wird. Wechselnde Örtlichkeiten, unterschiedlichen Protagonisten und eine interessante Geschichte erwarten ...

Ein spannendes und aktuelles Thema, das von Deon Meyer in diesem Kriminalroman in Szene gesetzt wird. Wechselnde Örtlichkeiten, unterschiedlichen Protagonisten und eine interessante Geschichte erwarten den Leser. Griessel und Cupido, zwei unbestechliche Polizeibeamte einer Eliteeinheit, ermitteln in Südafrika in einem merkwürdigen Mordfall, der sich in einem Luxuszug ereignete. Und der offensichtlich vertuscht werden soll. In Frankreich wird Daniel Darret für einen Mordauftrag rekrutiert. Der ehemalige Profikiller soll den korrupten südafrikanischen Präsidenten ermorden.
Griessel und Cupido verfolgen ihre wenigen Spuren mit akribischer Polizeiarbeit, die sehr detailliert und mit viel südafrikanischem Lokalkolorit beschrieben wird. Das ist an sich nicht schlecht, aber darunter leidet die Spannung im ersten Teil des Buches ein wenig. Spannender ist da schon die Geschichte in Frankreich, wo Daniel Darret sich zu einem Mordauftrag überreden lässt.
Gegen Ende des Buches lässt der Autor die Kapitel immer kürzer werden, was die Spannung steigern soll. Aber das gelingt meiner Ansicht nach nur teilweise.

Wie ich finde, wurde hier eine gute Geschichte nicht besonders gut umgesetzt. Viele Fehler in der Wiedergabe trüben das Lesevergnügen. Grammatikfehler und logische Fehler, die nicht hätten sein müssen.
Fragwürdig erschien mir beispielsweise, dass ein trockener Alkoholiker samstags immer ein Glas Wein trinkt. Oder das der Protagonist in einen Peugeot einsteigt, und auf der nächsten Seite hält er an und schaltet die Scheinwerfer im Renault aus.
Grammatikfehler wie z. B. auf S. 192: „Er fütterte ihm.“ kommen einige vor.
Dies sind nur wenige Beispiele von etlichen, die mir den Lesespaß doch etwas getrübt haben. Schade, ich denke, da wäre mehr drin gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2019

Teilweise sehr spannend

Todeskäfig (Ein Sayer-Altair-Thriller 1)
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Eine Frau verdurstet in einem Tierkäfig. Eine weitere Frau, die ebenfalls in einem Käfig gefangen gehalten wird, scheint noch am Leben zu sein. Die Zeit wird knapp, die Ermittler sind im Stress. Professionell ...

Eine Frau verdurstet in einem Tierkäfig. Eine weitere Frau, die ebenfalls in einem Käfig gefangen gehalten wird, scheint noch am Leben zu sein. Die Zeit wird knapp, die Ermittler sind im Stress. Professionell verfolgt das Team, das für diesen Fall zusammengestellt wurde, die Spuren. Rückschläge werfen Fragen auf. Doch man kommt dem Täter immer näher.
Die Spannung in diesem atemberaubenden Thriller ist kaum auszuhalten. Jedenfalls ging mir das auf den ersten 300 Seiten so. Doch dann kam durch die Ereignisse meine Erkenntnis, dass nur eine ganz bestimmte Person der Täter sein konnte. Auch die nachfolgend noch verwirrenden Geschehnisse konnten meine Meinung nicht ändern, und am Schluss stellte ich fest, dass ich richtig lag. Die Spannung war für mich ab Seite 300 raus, und das fand ich schade, denn die ersten Seiten waren hochspannend und sehr vielversprechend. Insgesamt eine gute Geschichte, wer nicht auf den Täter kommt, für den mag es sogar bis zum Ende spannend bleiben. Das war bei mir leider nicht der Fall.

Veröffentlicht am 18.05.2018

Nicht so gut wie erwartet

Das Grab unter Zedern (Ein-Leon-Ritter-Krimi 4)
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Na ja. Zunächst das Positive: Der Roman lässt sich gut lesen, flüssiger Schreibstil, kurze Kapitel, Spannung wird aufgebaut. Die Geschichte beginnt vielversprechend. Die kleine Amelie ist vor Jahren verschwunden, ...

Na ja. Zunächst das Positive: Der Roman lässt sich gut lesen, flüssiger Schreibstil, kurze Kapitel, Spannung wird aufgebaut. Die Geschichte beginnt vielversprechend. Die kleine Amelie ist vor Jahren verschwunden, ihr Vater wurde des Mordes beschuldigt und eingesperrt. In einem Wiederaufnahmeverfahren wird nun festgestellt, dass die Beweislage bei der damaligen Verurteilung unzureichend war. Dadurch kommt er jetzt frei. Nahezu alle Leute im Ort sind allerdings weiterhin der Meinung, dass der Vater die Tat begangen hat, auch wenn nie eine Leiche gefunden wurde. In dem Fall wird neu ermittelt, neue Beweise müssen gesammelt werden. Weitere Leichen werden entdeckt, und der Rechtsmediziner Dr. Ritter stößt auf einige Ungereimtheiten.

Wie gesagt, Spannung ist vorhanden. Was mich aber gestört hat, ist die Darstellung völliger Inkompetenz der örtlichen Polizeibehörde. Die müssen ja alle ziemlich blöd sein, vom Dienststellenleiter abwärts. Und alle sind gegen Dr. Ritter, was auch irgendwie merkwürdig erscheint. Der Gerichtsmediziner legt wissenschaftliche Tatsachen vor, doch die Flics interessiert das nicht weiter. Sie wollen den Fall möglichst schnell und bequem abschließen. Tut mir leid, aber so ein dummes Verhalten scheint mir selbst für eine Provinzpolizei sehr unwahrscheinlich. Hier hat der Autor meiner Ansicht nach zu dick aufgetragen. Ein Gerichtsmediziner vom Format eines Leon Ritter hätte sich so etwas nie wirklich bieten lassen. Schade, dadurch hat eine an sich gute Geschichte doch einiges an Wert verloren.

Mal ganz abgesehen von ein paar Ungereimtheiten im Text. Als Beispiele seien hier nur Seite 319/320 genannt, wo Madame Moreau Isabelle erklärt, dass Delphine im Sommer 2011 zu ihr kam und bis 2013 blieb. Nur um kurz darauf zu erklären dass eben diese Delphine den Monsieur Legrand genau am 15. März 2011 getroffen hat. Wie konnte sie das wissen, wenn Delphine doch erst im Sommer zu ihr gekommen ist?
Auf Seite 424 muss es statt „Schwester Marguerite“ natürlich „Schwester Monique“ heißen, denn Marguerite arbeitet nicht im Saint Sulpice.
Kleinigkeiten nur, die man als Leser vielleicht gar nicht bemerkt, aber das sollte eben in einem guten Roman nicht passieren.

Veröffentlicht am 02.05.2017

Was wirklich zählt auf dieser Welt

Glück ist teuer
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Eine Geschichte über die große Finanzwelt und die darin agierenden Menschen. Noah ist 22 Jahre alt und studiert Wirtschaft an der angesehenen Universität von St. Gallen. Er ist mit seiner Freundin Sophia ...

Eine Geschichte über die große Finanzwelt und die darin agierenden Menschen. Noah ist 22 Jahre alt und studiert Wirtschaft an der angesehenen Universität von St. Gallen. Er ist mit seiner Freundin Sophia zusammen, die Beziehung ist jedoch nicht sehr stabil. Erst jetzt lernt Noah seinen Vater kennen, der bisher kein großes Interesse an seinem Sohn gezeigt hatte. Peter Widmer ist ein reicher Finanzstratege, und er vermittelt Noah einen Eindruck aus seiner Welt. Noah ist nicht überzeugt, er ist eigentlich gar nicht an der Welt des großen Geldes interessiert. Doch mit dem Startkapital, das ihm sein Vater zukommen lässt, fängt er dann doch zu spekulieren an. Und er hat Erfolg. Er wird Millionär und verfällt zunehmend den Verlockungen des Reichtums. Das führt zur Trennung von seiner Freundin, der diese Seite an Noah nicht gefällt. Der kommt schließlich zu der Einsicht, dass Geld eben doch nicht alles ist.
Nun ja, die Geschichte ist nicht neu. Erfolgreicher Finanzjunkie, unter Druck und unter Drogen, dann der Einbruch und die Erkenntnis. Es liest sich gut, es hat eine gewisse Spannung, doch es ist auch irgendwie klar, was passieren muss, was passieren wird. Ein Buch, das man lesen kann, aber nicht lesen muss.

Veröffentlicht am 18.04.2017

Jagd nach der Gottesformel

Das Einstein Enigma
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Man erfährt viel in diesem Roman. Astrophysik, Quantenmechanik, Thermodynamik, Gravitationstheorie und einiges mehr. Die Grundlagen dieser Fachgebiete werden anhand einiger sehr anschaulicher Beispiele ...

Man erfährt viel in diesem Roman. Astrophysik, Quantenmechanik, Thermodynamik, Gravitationstheorie und einiges mehr. Die Grundlagen dieser Fachgebiete werden anhand einiger sehr anschaulicher Beispiele erklärt. Auch über Buddhismus, Hinduismus und Taoismus wird einiges gesagt. Das ist durchaus interessant für Leser, die etwas darüber erfahren möchten. Die Darstellungen und Erläuterungen zu diesen Themen sind sehr umfangreich. Die eigentliche Handlung um den Protagonisten Tomas gerät eher zur Nebensache. In der Beschreibung klingt das zunächst spannend: die Jagd nach der Gottesformel von Einstein, internationale Verwicklungen, der Iran, die CIA, Doppelagent usw. Aber ein Spionagethriller ist das nicht. Interessant wird das Buch durch die oben angesprochenen Themen und die Erläuterungen dazu. Die Rahmenhandlung ist dürftig. Der Protagonist wirkt auf mich ziemlich naiv. Als studierter Historiker und Kryptanalyst sollte er eigentlich wissen, wie die politischen Verhältnisse damals im Iran waren. Er aber lässt sich ganz blauäugig auf ein Abenteuer ein, das von vornherein recht merkwürdig anmutet. Und wofür? Er. bekommt im Iran nicht mehr zu sehen, als er bereits in Kairo auf.der Kopie von Ariana gesehen hat. Wenn ihn das wirklich interessiert hätte, dann hätte er bereits in Kairo oder in Portugal mit der Analyse beginnen können. Die Reise in den Iran war völlig überflüssig. Und überhaupt: Bei der Entschlüsselung hätte ich zuerst die einfachen Systeme untersucht. Mir ist das Anagramm sofort aufgefallen, danach sucht man doch zuerst. Und ich bin kein Kryptanalyst. Tomas tut sich schwer, und das alles mit seinen Gefühlen für Ariana zu entschuldigen, ist etwas weit hergeholt. Nein, die Handlung der beteiligten Personen hätte der Autor sehr viel spannender gestalten müssen, aber darum ging es ihm offensichtlich nicht. Er wollte die Fachthemen herausheben, Einsteins Genialität noch einmal unterstreichen(als ob das nötig gewesen wäre) und ein wenig über fernöstliche Weisheiten erzählen. Das hat er auch ganz gut hinbekommen, und nur dafür gibt es eine gerade noch positive Bewertung. Den hoffnungslos naiven Protagonisten hätte er sich schenken können.