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Marshall-Trueblood

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2020

Langsam steigt die Spannung bis zum explosiven Showdown

Heißes Pflaster
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Der Politiker Guido Ehrlich wird tot am Ufer eines Sees gefunden. Hanna Seiler und Milo Novic laufen mit ihren Ermittlungen schnell ins Nichts, weil von oberster Stelle der Fall mit natürlicher Todesursache ...

Der Politiker Guido Ehrlich wird tot am Ufer eines Sees gefunden. Hanna Seiler und Milo Novic laufen mit ihren Ermittlungen schnell ins Nichts, weil von oberster Stelle der Fall mit natürlicher Todesursache geschlossen wird. Hanna und Milo ermitteln weiter und geraten zwischen Fronten.

Heißes Pflaster war mein erster Krimi von Alex Pohl. Aber er hat mir so gut gefallen, dass der Vorgänger sofort auf die Wunschliste gewandert ist und auf den Nachfolger bin ich schon gespannt. Das ist wirklich gut gemacht. Die Spannung wird langsam aufgebaut, sie entsteht mehr durch das, was nicht gesagt wird, als durch übertriebene Action. Das actionreiche Finale ist dann äußerst explosiv. Die Dialoge sind absolut gelungen, manchmal sogar sehr witzig.

Hanna und Milo sind ein gutes Ermittlerduo, obwohl Hanna für mich neben dem sehr eigenen Milo ein wenig verblasst. Die privaten Schwierigkeiten sind gut im Krimi untergebracht; sie ergänzen und da ist eine weitere Entwicklung wünschenswert. Der Krimi ist logisch aufgebaut und aus einer einzelnen Leiche entwickelt sich ein hochaktueller und brisanter Kriminalfall.

Am Ende bleiben ein paar Fragen offen, aber da denke ich, die sind schon jetzt die Basis für den Nachfolger. Mir persönlich geraten die Ermittlungen auch ein wenig in den Hintergrund, vieles offenbart sich dadurch, dass Milo nachdenkt. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht; aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Diese Reihe kann sehr gerne weitergehen und ich werde sie im Auge behalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2019

(Fast) Nix zu meckern

Böse Leute
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Weil der neue Polizeichef auf Sylt eine Reihe von Einbrüchen nicht aufklären kann, bildet sich ein Quartett um Hauptkommissar a.D. Karl Sönnigsen. Undercover ermittelt die Rentnercrew zwischen Eierlikör, ...

Weil der neue Polizeichef auf Sylt eine Reihe von Einbrüchen nicht aufklären kann, bildet sich ein Quartett um Hauptkommissar a.D. Karl Sönnigsen. Undercover ermittelt die Rentnercrew zwischen Eierlikör, Chorproben und Kochwettbewerben.

Böse Leute hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vielleicht liegt es daran, dass der Krimi auf meiner zweiten Heimat Sylt spielt; vielleicht daran, dass das Personal ausnahmslos sympathisch bei mir angekommen ist; vielleicht liegt hier aber auch einfach ein guter Regionalkrimi vor. Miträtseln konnte ich zwar nicht, dafür war alles von Anfang an zu leicht zu durchschauen, aber ich war sehr gut unterhalten. Charmant, witzig und solide führte mich die Autorin durch die Einbrüche, durch ein Familiengeheimnis und vor allem über die Insel Sylt. Bitte kein Gemetzel erwarten, auch keine konstruierte und raffinierte Krimihandlung, aber richtig gute Unterhaltung.

Einen kleinen Abzug gibt es leider auch, denn die Autorin betreibt schamlose Werbung für das Restaurant mit dem großen S. Erstens glaube ich nicht, dass das Lokal überhaupt Werbung braucht und zweitens gibt es auf Sylt schönere und bessere Gastronomie.

Die Ermittler auf Sylt werden wieder in meinem Bücherregal landen.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Wie gut Hakan Nesser schreiben kann

Himmel über London
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Leonard Vernim ist todkrank und lädt zu einem letzten Abendessen. Der Tisch ist für sechs Personen gedeckt, nur wer sind die zwei Personen, die bis auf den Gastgeber nach keiner kennt. Gleichzeitig macht ...

Leonard Vernim ist todkrank und lädt zu einem letzten Abendessen. Der Tisch ist für sechs Personen gedeckt, nur wer sind die zwei Personen, die bis auf den Gastgeber nach keiner kennt. Gleichzeitig macht ein Serienmörder die Stadt unsicher.

Bisher kannte ich Hakan Nesser als Autor von Krimis, die mal Spitze, mal nur Durchschnitt waren. Deshalb habe ich Himmel über London irgendwann als Schnäppchen mit nach Hause gebracht. Nach einiger Zeit auf dem SUB war es jetzt soweit. Vor dem Lesen dann die Erkenntnis, dass Roman und eben nicht Krimi auf dem Umschlag steht. Egal? Ja, egal! Denn die Reise, auf die Hakan Nesser mich mitgenommen hat, war sehr unterhaltsam, sehr spannend und sehr doppelbödig. Da musste ich auch mal um die Ecke denken. Die Menschen sind allesamt gefangen in ihrer eigenen Welt; machen ihre Pläne, ohne daran zu denken, dass der Erzähler die Erzählung lenkt, oder lenkt doch die Erzählung den Erzähler? Am Ende sieht man sie alle vom Leben geschlagen und der Autor steht daneben und lacht sich eins.

Ein eigenwilliger Roman, der zeigt, wie gut der Autor Hakan Nesser eigentlich ist.

Achso, fast vergessen: Der oben genannte Serienmörder verschwindet in einem Nebenstrang und trotzdem ist er ungeheuer wichtig für das Ende des Romans.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Carter kann Thriller

Der Kruzifix-Killer (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 1)
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Detective und Profiler Robert Hunter ermittelt in seinem ersten Fall. Ein Serienmörder kommt ihm und seinem Partner Carlos Garcia gefährlich nahe.

Die Serie geht ins zehnte Jahr und bisher habe ich einen ...

Detective und Profiler Robert Hunter ermittelt in seinem ersten Fall. Ein Serienmörder kommt ihm und seinem Partner Carlos Garcia gefährlich nahe.

Die Serie geht ins zehnte Jahr und bisher habe ich einen Bogen um Chris Carter gemacht. Das wollte ich dieses Jahr ändern und habe natürlich zum ersten Band gegriffen. Warum ich bisher nicht zu den Stammlesern gehört habe, ist mir nicht mehr klar. Der Kruzifix Killer ist Thriller nicht auf allerhöchstem Niveau, aber doch auf ziemlich hohem Niveau. Für mich jedenfalls. Obwohl Carter das Rad nicht neu erfindet, macht er doch alles richtig: Gutes Personal, Spannung, Verwicklungen, falsche Spuren und das Ende, das ordentlich den Fall komplett auflöst, habe ich so auch nicht erwartet. Wenn die Serie so weitergeht, kann ich mich auf einige Stunden spannender Unterhaltung freuen. Noch ein Satz zu der Grausamkeit der Schilderungen, die oft in Rezensionen erwähnt wird: Die sind nicht schlimmer als bei Gerritsen, Löffler, Kepler oder wie sie alle heißen. Vielleicht bin ich dadurch auch einfach nur abgehärtet, wer weiß?

Klare Leseempfehlung und bei mir große Vorfreude auf den zweiten Fall von Hunter und Garcia.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Guter Auftakt

Menschensöhne
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Ein Krimi aus Island, der mich überzeugt hat. Auch mit wenig Ermittlungsarbeit erarbeitet das Personal einen Fall, der mir am Ende doch sehr unter die Haut gegangen ist. Die zwei Erzählstränge, die sich ...

Ein Krimi aus Island, der mich überzeugt hat. Auch mit wenig Ermittlungsarbeit erarbeitet das Personal einen Fall, der mir am Ende doch sehr unter die Haut gegangen ist. Die zwei Erzählstränge, die sich oft berühren, entlarven eine Grausamkeit, die kaum zu fassen ist. Dazu die Einsamkeit in Island, die der Autor sehr gut ausgearbeitet hat. Ich freue mich auf weitere Fälle mit Erlendur.