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Veröffentlicht am 01.06.2021

Mein absolutes Herzensbuch & mein Top-Jahreshighlight!

Dear Enemy
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Okay, wow - wo fange ich am Besten an? Ich habe "Dear Enemy" bereits im April 2020 auf Englisch gelesen und schon damals hat mich dieses Buch einfach vollkommen umgehauen und in seinen Bann gezogen. Naja, ...

Okay, wow - wo fange ich am Besten an? Ich habe "Dear Enemy" bereits im April 2020 auf Englisch gelesen und schon damals hat mich dieses Buch einfach vollkommen umgehauen und in seinen Bann gezogen. Naja, und wenn ich ehrlich bin, hat es mich seitdem auch nicht mehr losgelassen, weshalb ich wirklich einen kleinen Freudentanz vollgeführt habe, als der LYX Verlag bekanntgegeben hat, dass er das Buch auf Deutsch mit einem wunder wunderschönen Cover rausbringen wird. Im Ernst, dieses Cover gehört zu meinen absoluten Lieblingscovern und ich kann mich einfach nicht daran sattsehen.

Viel wichtiger ist aber natürlich der Inhalt und für mich ist dieser tatsächlich noch einmal um Welten schöner als seine Verpackung. Ich habe lange kein Buch mehr so sehr geliebt, das Lesen so sehr genossen und so krass nicht genug von zwei Charakteren bekommen können, wie es hier der Fall war. Der Schreibstil von Kristen Callihan ist einer, der mir generell immer schon unglaublich gut gefallen hat, aber hier ist er noch einmal anders. Er ist mehr. Das Geschriebene geht tiefer als nur einfach unter die Haut. Die Worte berühren Herz und Seele, hinterlassen ihre Spuren und machen etwas mit einem. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, mich komplett von der Realität verabschiedet zu haben und in diesem Buch zu leben. Deliliahs und Macons Geschichte hat nicht nur jede Emotion, die in mir existiert, angestupst, sondern sie allesamt für sich eingenommen. Ich habe während des Lesens so viel gefühlt, dass ich manchmal vollkommen überfordert war. Mal war die Neugier zu groß, mal war der Schmerz zu viel, mal war die Verzweiflung zu greifbar und mal war mein Herz so voll mit Liebe, dass ich wirklich das Gefühl hatte, dass es gleich überlaufen und meinen ganzen Körper damit überfluten wird. Sowas passiert mir nur ganz ganz selten, aber dieses Buch hat es geschafft. Ein Buch wie dieses ist der Grund dafür, dass ich das Lesen meine Leidenschaft nenne - weil ich für Delilah, Macon und ihre gemeinsame Geschichte genauso gebrannt habe, wie man nur für eine absolute Leidenschaft brennen kann. Immer, wenn ich an dieses Buch denke - so wie jetzt, während ich diese Worte schreibe - bekomme ich Herzklopfen. Und wenn man Google glauben darf, basiert dieses Herzklopfen auf Adrenalin, welches z.B. immer dann ausgeschüttet wird, wenn man verliebt ist. Und ich glaube, das passt ganz gut. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich nicht nur in die Geschichte und die Charaktere, sondern auch gemeinsam MIT Delilah und Macon verliebt habe, weil die Gefühle hier so unfassbar greifbar und real waren.

Delilah ist eine Protagonistin mit der ich nicht nur von Anfang an unwahrscheinlich gut klargekommen bin, sondern die ich absolut verstehen, in deren Lage ich mich hineinversetzen und mit der ich absolut mitfühlen konnte. Ihre Gedanken- und Gefühlswelt war für mich nicht nur einfach greifbar, ich hatte sie mit lauter verschiedenen Bildern vor mir und konnte richtig darin abtauchen. Ich hatte während des Lesens wirklich das Gefühl, wir würden uns einen Kopf und ein Herz teilen, weil ich so sehr mit ihr in dieser Geschichte gelebt habe. Delilah ist ein unglaublich beeindruckender und bewundernswerter Mensch mit einem ganz großen Mundwerk, einem noch viel größeren Herzen und einer gewaltigen Ladung an Gefühlen in sich, die immer wieder aus ihr herausbrechen. Sie ist klug, sie ist talentiert, sie ist witzig. Sie ist loyal, absolut selbstlos und würde alles für die Menschen tun, die sie liebt. Sie strahlt eine unglaubliche Wärme und so viel Positives aus, dass einem während des Lesens sehr schnell klar wird, dass man sich in ihrer Nähe nur wohlfühlen kann. Aber was ich noch viel toller fand war, dass sie sich kein bisschen unterbuttern lässt. Ganz egal, wie es in ihr drin aussieht - nach außen hin lässt sie sich absolut nicht aus der Ruhe bringen. Sie schafft es immer, treffsicher zu kontern, ist wahnsinnig Sprachgewand und ihr gesundes Selbstbewusstsein macht sie noch viel attraktiver. Allerdings gibt es natürlich immer zwei Seiten und als LeserIn hat man das Glück, immer gleich beide zu Gesicht zu bekommen. Denn in ihr drin haben sich Selbstzweifel, Unsicherheiten, Wut, Schmerz, Enttäuschung und Ängste festgesetzt - alles Dinge, die ihren Urpsrung in der Vergangenheit haben und dessen Ursache ein ganz bestimmter Mann ist.

Macon Saint, der neue Mann meiner Träume, ist zu Beginn der Geschichte alles andere als ein Heiliger. Aber gerade durch den ersten Eindruck, den man von ihm bekommt, dass man ihn dann im Laufe der Geschichte immer näher kennenlernt, einen Einblick in seine Gedanken und Gefühle bekommt und ihn und sein Verhalten somit immer mehr zu verstehen lernt, ist er zu einer wahnsinnigen Faszination für mich geworden. Die Autorin hat aus Macon in diesem Buch ein Geschenk gemacht - etwas, wo das eigentlich Wichtige, das Wesentliche und das Wunderschöne erst "ausgepackt" werden muss. Man muss tiefer graben, genauer hinsehen, zwischen den Zeilen lesen und aufmerksamer sein. Man muss sich drauf einlassen und drauf einlassen wollen. Man muss sein Herz dafür öffnen. Denn je näher man Macon an sich heranlässt und je klarer der Blick hinter die Mauer wird, die er um sich herum errichtet hat, desto besser kann man sein Verhalten mit der Ursache dieses Verhaltens in Verbindung bringen. Und wenn man an diesem Punkt angekommen ist, dann KANN man gar nicht anders, als diesen Mann zu lieben. Sein Herz für diesen Mann bluten zu lassen. Es für ihn und mit seinem Herzen gemeinsam brechen zu lassen. Es gab so viele Momente, in denen ich Gänsehaut hatte. Wegen Erkenntnissen, die mir gekommen sind. Wegen der Gewalt der Emotionen, die er und seine Geschichte in mir ausgelöst haben. Wegen den Wahrheiten, die ans Licht gekommen sind. Und weil ich so unglaublich überwältigt davon gewesen bin, zu sehen, was alles in diesem wundervollen Mann steckt. Zu erfahren, warum er sich damals so schrecklich verhalten hat und warum er der Mensch war, der er eben war. Und dabei ein vollkommen neues Bild von ihm zu bekommen als das, was man bis dahin hatte - das ist es, was mich fasziniert und mich ihn ebenfalls hat bewundern lassen. Macon Saint mag kein Heiliger sein, aber er ist ein atemberaubender, aufmerksamer, fürsorglicher und liebevoller Mann, der die meiste Zeit seines Lebens einsam und verloren war und es immer noch ist und der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich gefunden zu werden und anzukommen. Seine charakterliche Entwicklung ist nicht nur emotional und ergreifend, sie ist auch unglaublich überraschend und wenn man nicht aufpasst, kann sie einen wirklich komplett umhauen.

Und dann ist da natürlich die gemeinsame Geschichte der beiden. Da sind Verwirrung und Enttäuschung. Da sind Verlorenheit und Einsamkeit. Da sind Neid und Bewunderung. Da sind jede Menge Schmerz und Wut. Da sind verborgene Wahrheiten und ganz präsente Lügen. Da sind Vergeltung, Reue und Vergebung. Da sind Abstand und Nähe. Da sind Anziehung und Anspannung. Da sind Leidenschaft und Intensität. Da ist eine ganz tiefe und besondere Verbindung. Und da sind Hass, Liebe und ganz viel dazwischen. Die Liebesgeschichte der beiden ist meine absolute Lieblingsliebesgeschichte. Und das sage ich als jemand, der verdammt viele davon gelesen hat. Aber ihre Geschichte ist in all ihrer unglaublichen Unperfektheit absolut perfekt. Von der allerersten bis zur allerletzten Seite ist ihre Geschichte etwas Gewaltiges, etwas Besonderes und etwas Einzigartiges. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit meinen Worten nicht einmal annähernd an das herankomme, was diese Geschichte während des Lesens mit einem macht, weil man das einfach selbst lesen und erleben muss, aber dieses Buch hat mich zerrissen und anschließend wieder zusammengesetzt. Und das krasse dabei? Nachdem es mich wieder zusammengesetzt hat, habe ich mich vollständiger gefühlt als jemals zuvor. Delilah und Macon haben nicht nur einen echt beschissenen Start, sondern durch Ungeklärtheiten, den Einfluss anderer Menschen und der Angst, sich und seine eigenen Gefühle zu offenbaren, geht es auch eine Weile nicht viel besser weiter. Aber die Entwicklung ihrer Beziehung? All die Offenbarungen? All die Erkenntnisse, die die beiden und einen als LeserIn treffen? Die schon immer vorhanden gewesene Verbindung zwischen ihnen, die immer stärker und stärker wird? Die sich verändernden Gefühle, die so gewaltig sind, dass sie einen selbst berühren? All die Emotionen, die hierbei eine Rolle spielen? Die Tiefgründigkeit und die Art und Weise, wie die Geschichte der beiden einen fesselt? ALL DAS WAR PERFEKT! Es gab für mich so viele Gänsehautmomente. Ich habe gelacht und ich habe wirklich geweint - vor Freude und weil mein Herz zerbrochen ist. Es ist wegen den beiden gebrochen, es ist für die beiden gebrochen und es ist gemeinsam mit ihren Herzen gebrochen. Ich habe gelitten, ich war verzweifelt, ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ich habe so sehr gehofft, wie schon lange nicht mehr und ich habe bedingungslos geliebt. Delilah und Macon sind das beste Beispiel dafür, dass am Ende immer zusammenkommt, was zusammengehört und dass wahre Liebe - die wirklich wahre Liebe - stärker ist als alles andere und in manchen Fällen sogar die Macht besitzt, Wunden zu heilen, von denen man nicht mehr gedacht hat, dass sie jemals wieder heilen würden. Sie zeigen, dass man manchmal im Leben an einen Punkt kommt, an dem man plötzlich das fehlende Teil findet, bei dem einem überhaupt nicht bewusst war, dass es einem gefehlt hat, bis man es direkt vor sich hat. Sie zeigen, wie wichtig offene und ehrliche Gespräche sind und was Worte für eine unglaubliche Macht haben - sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne. Sie zeigen, dass die Leere, die man vielleicht verspürt, durch nur einen einzigen Menschen so ausgefüllt werden kann, dass man sich plötzlich vollkommen fühlt. Und sie beweisen, dass es Dinge gibt, die es mehr als wert sind, dass man mit allem was man besitzt, für und um sie kämpft. Ganz egal, wie hart es manchmal sein mag und wie viel lieber man vielleicht aufgeben würde.

Ob diese beiden wundervollen Menschen ihr Happy End bekommen? Nein. Und wisst ihr auch, warum? Aus dem einfachen Grund, dass ich gelernt habe, dass wirklich wahre Liebesgeschichten niemals enden und das Ende dieses Buches ist gerade einmal der Anfang! Und ich würde auch nicht wollen, dass das, was die beiden haben, jemals endet. Es ist zu kostbar, zu einmalig und zu mächtig.

Als ob dieses Buch damit nicht schon perfekt genug wäre, rundet das ganze Drumherum die Geschichte sogar noch perfekter ab. Es gibt ein paar ganz wundervolle Nebencharaktere, die man sehr ins Herz schließt. Das Setting ist unglaublich schön und man hat während des Lesens manchmal das Gefühl, dass man - wenn man die Augen schließt und ganz tief einatmet - die Meeresluft riechen und auf der Haut spüren, sowie das Meeresrauschen hören kann. Wenn das nicht nach einem absoluten Wohlfühlsetting klingt, dann weiß ich es auch nicht. Und die Atmosphäre der Geschichte sorgt zudem dafür, dass man voll und ganz gefesselt wird und es unmöglich ist, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen, sobald man erst einmal mit dem Lesen angefangen hat.

Die Geschichte von Delilah und Macon hat eine Lücke in meinem Herzen gefüllt, von der ich gar nicht wusste, dass sie überhaupt da war. Die beiden haben mich die Realität für einen Augenblick vergessen lassen, indem sie mich mit in ihre Welt genommen haben. Sie haben mich mit ihrer Echtheit, ihrer Greifbarkeit und ihrer Tiefgründigkeit nicht nur vom Anfang bis zum Ende überzeugt, sondern mich auch ganz tief berührt. Und sie haben sich nicht einfach nur einen Platz in meinem Herzen gesichert, sie haben es komplett für sich eingenommen.

Kristen Callihan hat mit "Dear Enemy" eine Geschichte erschaffen, die die Leserherzen nicht nur erobern, sondern sie - genau wie meines, da bin ich mir ganz sicher - voll und ganz erfüllen wird.
Und auch wenn ich glaube, dass es überhaupt nicht mehr notwendig ist, es zu erwähnen, tu ich es trotzdem: Dieses Buch ist nicht nur ein absolutes Herzensbuch von mir, sondern auch mein Top-Jahreshighlight bisher und ich kann die Geschichte von Delilah und Macon wirklich nur jedem empfehlen! Glaubt mir, sie wird so viele Dinge mit eurem Herzen anstellen, dass ihr gar nicht wissen werdet, wohin mit all euren Gefühlen!

Und wisst ihr, was mir während des Lesens ganz klar geworden ist?

Wenn unsere Herzen die Leinwand sind, dann sind Kristen Callihans Worte die kunterbunten Pinselstriche, die im Laufe der Geschichte ein wahres Kunstwerk auf unseren Herzen hinterlassen. Ein Kunstwerk, das man für immer bei sich tragen und dessen Anblick man niemals vergessen wird.

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Ein wundervolles Wohlfühlbuch!

Everything We Had (Love and Trust 1)
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EVERYTHING WE HAD ...

ist ein Buch, das mich wahnsinnig überrascht hat!💗
Der Schreibstil von Jennifer Bright ist nicht nur wunderbar gefühlvoll, sanft und dabei trotzdem unglaublich aussagekräftig, sondern ...

EVERYTHING WE HAD ...

ist ein Buch, das mich wahnsinnig überrascht hat!💗
Der Schreibstil von Jennifer Bright ist nicht nur wunderbar gefühlvoll, sanft und dabei trotzdem unglaublich aussagekräftig, sondern lässt sich auch wahnsinnig schnell lesen & sorgt dafür, dass man das Gefühl bekommt, federleicht durch die Seiten getragen zu werden.

Kate und Aidan sind zwei Charaktere, die ich unwahrscheinlich gerne ein Stück auf ihrem Weg begleitet habe und auch gerne noch länger begleitet hätte. Es ist nicht nur so, dass die beiden einfach eine unglaubliche Wärme & Vertrautheit ausgestrahlt und wie zwei Menschen gewirkt haben, in deren Nähe man sich nur absolut wohlfühlen kann. Sondern dass man auch ganz viel von ihnen lernen & sich zu Herzen nehmen kann. Sie zeigen, dass die Vergangenheit keine Macht über unsere Zukunft haben muss. Dass uns unsere Schwächen nicht weniger stark und unsere Narben uns nicht weniger schön oder liebenswürdig machen. Dass es vollkommen okay ist, eben nicht immer okay zu sein. Und dass nach jedem Regen - selbst nach jedem noch so schlimmen Sturm - die Sonne wieder scheinen wird. Und dabei erfüllen sie einen mit wahnsinniger Liebe und schenken neuen Mut und neue Hoffnung!

Auch ihre Liebesgeschichte hat es geschafft, mich absolut zu berühren. Sie ist auf der einen Seite zuckersüß und sanft und auf der anderen Seite so tiefgründig und stark. Ich habe die langsame, aber wundervolle Entwicklung der Beziehung zwischen ihnen mit jedem einzelnen Moment, der dazugehört, geliebt und die beiden haben sich Seite für Seite mehr in mein Herz geschlichen!

Und mein persönliches Highlight? Das Cosy Corner. Dadurch, wie der Laden und seine Atmosphäre beschrieben worden ist, habe ich mir irgendwann nichts sehnlicher gewünscht, als dass es ihn wirklich gäbe. Ich würde dort definitiv eine Stammkundin werden und mir sowohl regelmäßig Bücher als auch wundervolle Leckereien holen!💗

„Everything We Had“ ist wirklich ein absolutes Wohlfühlbuch, das mich berühren konnte, mich wahnsinnig viel hat fühlen lassen & mich am Ende sehr glücklich gemacht hat! Kate und Aidan werden auf jeden Fall immer einen festen Platz in meinem Herzen haben!📖💗

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Veröffentlicht am 09.05.2021

Ich habe mich verliebt ...

Keeping Secrets
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Ich habe mich verliebt. Und zwar in so viele Charaktere und Dinge gleichzeitig, dass mein Herz vor Liebe fast überquillt. Ich habe mich in den Schreibstil von Anna Savas verliebt, der so wunderbar sanft ...

Ich habe mich verliebt. Und zwar in so viele Charaktere und Dinge gleichzeitig, dass mein Herz vor Liebe fast überquillt. Ich habe mich in den Schreibstil von Anna Savas verliebt, der so wunderbar sanft ist und sich super leicht lesen lässt, dabei aber jede Menge Gefühl und eine unglaubliche Tiefe und Intensität besitzt. Ich habe mich in Faerfax verliebt - einen Ort, der hier im Buch so wunderbar bildhaft dargestellt worden ist, dass ich teilweise beim Lesen das Gefühl hatte, selbst dort zu stehen, durch die Straßen zu laufen, den Campus der Faerfax-University zu erkunden und das Cafe Happiness zu besuchen. Ich habe mich in die wundervollen und einzigartigen Nebencharaktere verliebt, die allesamt einen ganz entscheidenen Teil dazu beigetragen haben, dass das Buch so unwahrscheinlich toll ist, wie es eben ist. Und ich habe mich in die beiden Protagonisten - vor allem in Tessa - verliebt, die sich Seite für Seite mehr in mein Herz geschlichen haben.

Sowohl Tessa als auch Cole sind für mich zwei unglaublich interessante, facettenreiche und vor allem greifbare Charaktere gewesen, bei denen es mir eine wahnsinnige Freude bereitet hat, sie näher kennenzulernen und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.
Tessa hat es mir sehr leicht gemacht, sie zu mögen, weil ich zu ihr einfach sofort eine Verbindung aufgebaut habe. Als LeserIn bekommt man zwar nicht gleich zu Beginn ihre ganze Geschichte, aber doch einen wesentlich tieferen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt als die meisten Personen um sie herum. Und genau diese war es, die sie für mich so wunderbar authentisch, greifbar und liebenswürdig gemacht hat. Auch die Tatsache, dass ich mich in einigen Punkten sehr gut mit ihr identifizieren konnte, hat einen großen Teil dazu beigetragen. Am meisten überzeugt und berührt hat mich glaube ich Tessa’s wahnsinnige Echtheit. Dass man die Seite von ihr sieht, die sie nach außen hin zu zeigen gelernt hat, die aber mehr wie eine Maske für sie ist, hinter der sie sich versteckt. Gleichzeitig aber eben auch im Laufe der Geschichte eine ganz andere Seite von ihr immer besser kennenlernen darf. Eine deutlich verletzlichere, unsichere und teilweise sehr einsame Seite, die es aber gerade durch all ihre rohen und ungefilterten Gefühle schafft, einen ganz tief zu berühren und einen mitfühlen zu lassen. Ich habe ihre inneren Kämpfe gemeinsam mit ihr ausgefochten, habe mich mit ihr verliebt, habe ebenso mit ihr gezweifelt wie ich gehofft und ebenso geweint wie ich mit ihr gelacht habe. Und während ich das getan habe, ist sie mir immer und immer mehr ans Herz gewachsen.

Cole hat es mir am Anfang nicht gleich so leicht gemacht wie Tessa, aber dafür habe ich ihn hinten raus umso intensiver und tiefer ins Herz geschlossen. Er zeigt sich zu Beginn eher distanziert und besitzt Tessa gegenüber eine ziemliche Abwehrhaltung - woran ihre erste Begegnung wohl nicht ganz unschuldig sein wird -, wohingegen durch den Umgang mit seinen Freunden schnell klar wird, dass er keinesfalls immer so ist. In gewisser Weise hat ihn sein Verhalten tatsächlich ziemlich interessant und mich dadurch neugierig gemacht. Ich wollte ihn näher kennenlernen, wollte mehr von der Seite zu Gesicht bekommen, die er seinen Freunden zeigt und hatte natürlich vor allem den Wunsch, dass auch Tessa diese zu sehen bekommt. Daher habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass nach und nach all meine Wünsche erfüllt worden sind. Je mehr ich von seiner Lockerheit, seinem Humor, seinem Charme, seiner Intelligenz, seiner Fürsorge und seiner Aufmerksamkeit zu sehen bekommen habe, desto mehr habe ich mich in ihn verliebt. Zudem hat er mich im Laufe der Geschichte mehrfach überraschen können. Denn es gabe einige Momente, in denen ich mir ziemlich sicher war, zu wissen, wie er reagieren oder handeln wird, er aber kurz darauf genau das Gegenteil davon getan hat. Und das habe ich geliebt. Weil es unvorhersehbar war, weil es mich positiv überrascht und weil es mir dadurch umso besser gefallen hat.

Die Liebesgeschichte war einfach wundervoll, wirklich. Auch sie hat es geschafft, mich total zu überraschen, hat mich mitfiebern und mitfühlen lassen, ist mir unter die Haut gegangen und hat mich nicht nur überzeugen, sondern vor allem tief berühren können. Ich dachte am Anfang, dass das Interessanteste an der Geschichte der beiden die Tatsäche wäre, dass sie Schauspielerin und er angehender Journalist ist, aber dem war nicht so. Es hat zwar den Anfang von allem ergeben und der Geschichte auch ordentlich Spannung beigefügt, aber es war nicht, was die Liebesgeschichte der beiden ausgemacht hat und das Ganze hat sich auch nicht so entwickelt, wie ich es erwartet hätte. Ich liebes es, wenn die Charaktere vom "sich necken, ärgern und dem jeweils anderen immer mal wieder einen Spruch rein drücken" dazu übergehen, dass sie ganz langsam und schleichend, aber dafür umso intensiver Gefühle füreinander entwickeln. Und genau das war hier der Fall. Ich habe alles daran geliebt. Die kleinen, zarten und wunderschönen Momente zwischen ihnen, ebenso wie die komplizierten und verworrenen, die nicht nur die beiden, sondern auch mich haben verzweifeln lassen. Weil sie alle zusammen die Liebesgeschichte zu der gemacht haben, die sie ist. Weil sie die Charaktere geformt und geprägt haben. Weil sie den Gefühlen ihre Zeit gegeben haben, zu reifen. Und weil sie mich dabei so unglaublich vieles haben fühlen lassen. Es war manchmal hart mit ansehen zu müssen, wie den beiden Steine in den Weg gelegt werden und sie eine Herausforderung nach der anderen zu bewältigen haben. Aber umso schöner war es eben auch, zu sehen, wie sie sich dadurch weiterentwickeln, an eben genau diesen schwierigen Situationen wachsen und am Ende so viel stärker aus dem Ganzen hervorgehen. Und das natürlich gemeinsam.

Neben zwei wundervollen Protagonisten, einer tiefgründigen, emotionalen, wunderschönen Liebesgeschichte und einem absoluten Wohlfühlsetting, hat die Geschichte aber noch ein weiteres Highlight für mich parat gehalten - nämlich die Nebencharaktere. Ich liebe Nebencharaktere, bei denen es nicht nur so ist, dass man gar nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen, sondern die neben der eigentlichen Geschichte auch zum Teil ihre eigene ein wenig erzählen und einen daran teilhaben lassen, was hier der Fall war. Und dass ich die Chance bekommen habe, sie bereits näher kennenzulernen, hat meine Vorfreude auf den zweiten Band - in dem Julian seine Geschichte erzählen wird - und den dritten Band - in dem Ella und Jamie ihre Geschichte erzählen werden - umso größer werden lassen. Die Freundesclique in diesem Buch hat der Geschichte nicht nur noch einmal eine ganz besonders vertraute und warme Atmosphäre vermittelt, sondern auch in mir drin den Wunsch geweckt, selbst ein Teil dieser kleinen wunderbaren Familie zu sein, in der jeder für jeden einsteht und in der man sich absolut aufeinander verlassen kann.

Was soll ich sonst noch sagen? "Keeping Secrets" besitzt alles, was das Herz begehrt. Wunderbar greifbare, authentische und interessante Charaktere, eine Liebesgeschichte, die einen sehr berührt, eine Setting zum Verlieben, einzigartige Freundschaften und dazu hält es auch noch einige Überraschungen bereit. Es geht um Liebe, Freundschaft und Hoffnung. Um Schmerz, Angst und dem Wunsch nach Freiheit. Es geht um Geheimnisse, Wahrheiten und Lügen. Um Unsicherheiten und Vertrauen. Und darum, herauszufinden, wer man ist und wer man sein will - also darum, zu sich selbst zu finden. Sein Glück zu finden. Sich endlich "angekommen" zu fühlen.
Und mit all diesen Dingen hat sich dieses Buch einen festen Platz in meinem Herzen ergattern können.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Dieses Buch zeigt, dass auch nach den schlimmsten Unwettern die Sonne wieder scheinen und das Leben der Menschen mit Licht erfüllen wird ...

Durch die kälteste Nacht
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Wie jedes Mal, wenn ein neues Buch von Brittainy C. Cherry erscheint, war auch meine Freude auf "Durch die kälteste Nacht" wieder unwahrscheinlich groß. Nicht nur das Cover sieht einfach wunderschön aus, ...

Wie jedes Mal, wenn ein neues Buch von Brittainy C. Cherry erscheint, war auch meine Freude auf "Durch die kälteste Nacht" wieder unwahrscheinlich groß. Nicht nur das Cover sieht einfach wunderschön aus, auch der Klappentext klang wieder nach einer Geschichte von BCC, die mir das Herz ordentlich brechen und mich leiden lassen wird. Wie immer ist ihr Schreibstil unglaublich ergreifend, intensiv, berührend und emotional. Man kommt sehr gut und schnell in die Geschichte hinein, allerdings muss ich hier ausnahmsweise einmal sagen, dass ich dem Buch nach den ersten 50 Seiten noch etwas kritisch gegenüberstand, was sonst bei ihren Büchern eigentlich nicht der Fall ist. Allerdings ist das nach spätestens weiteren 50 Seiten komplett verflogen und ab da hatten mich sowohl die Charaktere als auch die Geschichte voll und ganz.

Kennedy und Jax sind zwei unglaublich gebrochene und verletzliche Menschen, die beide eine wahnsinnige Last mit sich herumtragen. Sie beide mussten nicht nur einen schrecklichen Verlust erleiden, sie tragen seitdem auch unglaublich schwerwiegende Schuldgefühle auf ihren Schultern mit sich herum, die sie jeden Tag ein Stückchen mehr runterzudrücken scheinen. Jeder Tag ist ein Kampf - ein Kampf gegen ihre eigenen Gedanken und Gefühle, ein Kampf gegen das endgültige kraftlose Aufgeben, das immer näher zu kommen scheint. Was ich hierbei besonders geliebt habe? Wie unglaublich authentisch BCC die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden dargestellt und mich hat mit ihnen mitfühlen lassen. Auch, wenn ich selbst nichts von alldem, was die beiden erlebt haben, erlebt habe, konnte ich mich sehr gut in Kennedy und Jax hineinversetzen und ihr Denken und Handeln nachvollziehen. Sie waren für mich zwei sehr greifbare Charaktere mit denen ich ebenso sehr mitgelitten- und gekämpft, wie auch mitgeliebt und gehofft habe. Was mir nicht ganz so gut gefallen und mich teilweise tatsächlich etwas überfordert hat, war, dass dieses Buch nicht nur ein oder zwei schwierige und ernste Themen behandelt, sondern sehr sehr viele. Es gibt an jeder Ecke Probleme, Trauer, Wut, Enttäuschung, Schuld, Angst und Gebrochenheit. Versteht mich nicht falsch - ich liebe ernste und schwierige Themen. Ich liebe es wenn Autoren/Autorinnen diese in ihren Büchern behandeln und ich liebe es auch, wenn es ein Buch mit eben genau diesen Themen schafft, mich emotional zu erreichen, mich zu berühren, mir die ein oder andere Träne zu entlocken und mir mein Herz zu brechen. Aber das geht am allerbesten, wenn der Fokus hier auf etwas Bestimmten liegt und es sich nicht anfühlt, als würde mich all das während des Lesens unter sich begraben. Das ist kein besonders großer Kritikpunkt und hat das Buch für mich auch nicht weniger wertvoll, besonders oder ergreifend gemacht, aber ich glaube, es hätte mich noch mehr fesseln und packen können, wenn ich meine Aufmerksamkeit und meine Gefühle nicht hätte auf so vieles gleichzeitig hätte richten müssen.

Die Liebesgeschichte zwischen Kennedy und Jax hat es mal wieder geschafft, mich absolut mit sich zu reißen. Das liegt zum einen daran, dass sich zwischen den beiden schon in Kindheitstagen eine ganz tiefe und besondere Verbindung entwickelt hat, und sowas vergisst man nicht und sowas geht auch niemals komplett verloren - zumindest nicht, ohne dabei seine Spuren auf Herz und Seele zu hinterlassen. Und zum anderen daran, dass es eine Liebesgeschichte ist bei der sich zwei Ertrinkende gegenseitig davor retten, unterzugehen. Zwei Menschen, denen scheinbar wichtige Teile zum Leben fehlen und die dem jeweils anderen genau die Teile geben, die er benötigt, um sich langsam wieder vollständig zu fühlen. Zwei Menschen, die merken, dass gemeinsam alleine zu sein weitaus weniger einsam ist. Zwei Menschen, die am jeweils anderen alles lieben - die guten, wie die schlechten und die heilen ebenso wie die zerbrochenen Teile. Diese vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Es scheint, als würde sie beide nur vollkommene Dunkelheit umgeben, aber für den jeweils anderen sind sie das Licht am Ende des Tunnels, das heller leuchtet als alles andere und ihnen so den Weg weist. Kennedy und Jax zeigen, dass den anderen in den dunkelsten Tagen einfach nur nicht alleine zu lassen, manchmal genau das ist, was dieser Person am allermeisten hilft. Und dass, wenn du es nicht schaffst, die zerbrochenen Teile eines anderen Menschen aufzusammeln und sie wieder zusammenzusetzen, du stattdessen jedem einzelnen dieser Bruchstücke deine bedingungslose Liebe schenken und demjenigen so zeigen solltest, dass es auch für ihn möglich ist, diese lieben zu lernen.

Was mir diese beiden sonst noch einmal ganz deutlich vor Augen gehalten haben?
1. Schwäche zuzugeben ist manchmal die größte Stärke.
2. Lieber eine Handvoll Menschen in seinem Leben haben, die einen so sehen, akzeptieren und lieben, wie man ist, anstatt ganz viele Menschen um sich herum zu haben, die einen so formen wollen, wie es ihnen am besten passt.
3. Jeder Mensch braucht eine Joy an seiner Seite, denn Menschen wie sie sind nicht nur etwas ganz Besonderes, sondern eine absolute Bereicherung für das eigene Leben.

Neben Joy ist Connor mein absoluter Lieblingsnebencharakter gewesen und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich ihn bereits hier etwas näher kennenlernen durfte, da ich mich nun umso mehr darauf freue, ihn im zweiten Band der "Compass" Reihe ein Stück auf seinem Weg begleiten und dabei sein zu dürfen, wie er seine Geschichte mit uns teilt.

"Durch die kälteste Nacht" ist für mich zwar nicht Brittainys stärkstes Buch, hat mich aber mal wieder wahnsinnig viel fühlen und mich verlieben lassen. Es überzeugt mit seinen greifbaren und authentischen Charakteren, seinem Tiefgang, seiner Intensität und all seinen Gefühlen, sowie mit einer Liebesgeschichte, die einem nicht nur unter die Haut geht, sondern einen auch nochmal ganz wesentliche Dinge vor Augen hält. Die Geschichte von Kennedy und Jax regt zum Nachdenken an, fesselt einen, zieht einen mit in seine Tiefen und zeigt, dass selbst nach den regnerischsten Tagen und den schlimmsten Unwettern, die Sonne wieder scheinen und das Leben der Menschen mit Licht erfüllen wird.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Ich habe mich absolut in Cain und Warden verliebt!

Midnight Chronicles - Blutmagie
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Nachdem mir der erste Band der Reihe schon so gut gefallen und mich super neugierig auf die Geschichte von Cain und Warden gemacht hat, habe ich mich riesig gefreut „Midnight Chronicles - Blutmagie“ endlich ...

Nachdem mir der erste Band der Reihe schon so gut gefallen und mich super neugierig auf die Geschichte von Cain und Warden gemacht hat, habe ich mich riesig gefreut „Midnight Chronicles - Blutmagie“ endlich in den Händen halten und lesen zu dürfen. Den Schreibstil von Laura Kneidl habe ich schon in all den anderen Büchern, die ich bisher von ihr gelesen habe, sehr geliebt und auch hier beweist sie wieder, wie fesselnd und spannend sie schreiben kann. Ich konnte wirklich innerhalb weniger Seiten wieder voll und ganz in die Welt der Hunter abtauchen und bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen.

Cain gehört zu der Sorte Protagonistinnen, die ich besonders liebe. Sie ist absolut badass, sehr direkt und dazu defintiv nicht auf den Mund gefallen. Sie ist eine wahre Kämpferin, setzt sich lieber für sich selbst ein als sich von anderen beschützen zu lassen und beweist jeden Tag aufs Neue ihren Mut und ihre Stärke. Ich habe es geliebt, dass sie auf der einen Seite eine unglaublich gute Anführerin sein kann - jemand, der in schwierigen und beängstigenden Situationen die Zügel in die Hand nimmt und die vor nichts zurückschreckt. Und gleichzeitig aber - gerade, wenn es um ihre Gefühle der Menschen gegenüber geht, die ihr wichtig sind und die sie liebt - auch unglaublich emotional, sanft und verständnisvoll sein kann. Denn genau diese perfekten Grad zwischen „hart sein können, wenn es darauf ankommt, aber keine Probleme damit zu haben, auch mal Schwäche zu zeigen, sich fallen zu lassen und Gefühle zu zeigen“ hat mir so unglaublich gut an ihr gefallen!

Ist es eigentlich möglich, Warden nicht absolut toll zu finden? Ich bin mir nämlich ziemlich sicher, dass es mir nicht gelungen wäre, ihm nicht zu verfallen - selbst wenn ich es versucht hätte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir vollkommen sicher sein konnte, dass wirklich mehr hinter der kühlen und distanzierten Maske steckt, die er - vor allem Cain gegenüber - aufgestezt hat, aber sobald ich diese Sicherheit hatte, hat alles in mir drin danach gerufen, einen Blick dahinter und auf den Warden, der er früher gewesen ist und der noch immer in ihm steckt, zu erhaschen. Was mir beim ihm besonders gut gefallen hat, waren zum einen der Kampf zwischen Verstand und Gefühl, der lange Zeit in ihm tobt und bei dem man als LeserIn deutlich mitfühlen kann. Und zum anderen die charakterliche Entwicklung, die er durchmacht. Die kleinen Veränderungen in seinem Denken und Handeln waren wunderbar zu beobachten und bei jedem Mal, wenn er sich ein wenig mehr geöffnet oder etwas von dem Schmerz und der Enttäuschung in ihm drin gezeigt und nicht so getan hat, als wäre ihm alles vollkomemn egal, habe ich mich noch ein bisschen mehr in ihn verliebt!
Die Liebesgeschichte der beiden konnte mich nicht nur voll und ganz überzeugen, sondern emotional auch wesentlich mehr erreichen als die von Roxy und Shaw im ersten Band - wobei ich hier sagen muss, dass das vermutlich einfach darin liegt, dass Cain und Warden nur ein Buch bekommen haben und Roxy und Shaw ja noch zwei Bücher mehr Zeit haben, ihre Geschichte zu erzählen. Das zwischen den beiden ist eine Mischung aus den zwei Kategorien von Liebesgeschichten, die ich am meisten liebe: nämlich „Best Friends to Lovers“ und „Enemies to Lovers“. Dass die beiden Jahre zuvor beste Freunde gewesen sind, sich einander alles - ihr eigenes Leben eingeschlossen - anvertraut haben und sich dort bereits eine tiefe Verbidnung zwischen ihnen aufgebaut hat, hat die Gefühle hinten raus noch einmal verstärkt. Und die Tatsache, dass sie eine lange Zeit über genau das Gegenteil von besten Freunden - nämlich zwei Menschen, die einander nicht mal mehr in die Augen sehen, geschweige denn sich im selben Raum wie der andere aufhalten konnten - waren, hat alles zwischen ihnen so viel intensiver gemacht. Denn egal, was die beiden einander oder auch sich selbst versucht haben einzureden - die Verbindung zwischen ihnen von damals ist nie unterbrochen worden, ebenso wenig wie sich ihre Gefühle füreinander in Luft aufgelöst haben. Und die Kombination aus den damaligen Gefühlen, gepaart mit der Anspannung, die sich die Jahre über aufgebaut und die ganze Zeit nur darauf gewartet hat, frei zu kommen, hat dafür gesorgt, dass mich ihre gemeinsame Geschichte absolut umgehauen hat. Ich konnte voll und ganz mit den beiden mitfühlen, habe die Intensität und die Tiefe ihrer Gefühle sehen und spüren können und habe mich über jeden gemeinsamen Moment - selbst über die, in denen sie sich scheinbar gehasst haben - wahnsinnig gefreut!

Was natürlich wieder zu meinen Highlights in diesem Buch gehört hat, ist alles rund um die Hunter. Hier ist von Anfang an eine Spannung, die sich Seite für Seite weiter aufbaut. Es gibt Momente, in denen man den Atmen anhält, absolut mitfiebert, vollkommen angespannt und unruhig ist und einen wahnsinnigen Nervenkitzel verspürt. Man ist während des Lesens immer auf der Hut, wartet auf die nächste Gefahr, die überall lauern könnte und ist ständig am Miträtseln und Mitüberlegen. Man versucht Verbindungen herzustellen, sucht den Sinn, will den Durchblick haben. Und auch, wenn es hier einige Dinge gab, die sehr vorhersehbar waren, gab es wiederum aber auch einige Überraschungen, die auf mich gewartet haben und über die ich mich sehr gefreut habe. Einiges hat mich teilweise wirklich verzweifeln und mein Herz ordentlich leiden lassen - aber genau das ist es ja, was ein wirklich gutes Buch ausmacht. Dass es einen mit sich reißt und einen alles gemeinam mit den Charakteren fühlen und durchleben lässt!

„Midnight Chronicles - Blutmagie“ hat mich mit seiner wunderbaren Mischung aus starken und wundervollen Charakteren, einer wahnsinnigen Menge Spannung und genau der richtigen Portion an Liebe, die einem eine kleine Verschnaufpause von all den nervenaufreibenden Dingen in diesem Buch hier gegeben hat, absolut überzeugen und begeistern können. Ich liebe die Welt der Hunter und freue mich sehr darauf, im nächsten Band Roxy und Shaw wieder weiter auf ihrem Weg begleiten zu können, wobei ich natürlich hoffe, dass Cain und Warden dort auch nochmal den ein oder anderen Auftritt haben werden. Denn wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich noch nicht bereit dazu, mich komplett von ihnen verabschieden zu müssen.

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