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Veröffentlicht am 23.08.2021

Heftig aufgewühlt

Entscheidung in Florida
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Joe Baker ist am Puls der Zeit. Seine Songs gewinnen mehr und mehr Anhänger.

Bruce Cannon ist sehr krank, aber ein ehemaliger Countrystar und hat nach wie vor seine aktiven Connections in der Musikszene. ...

Joe Baker ist am Puls der Zeit. Seine Songs gewinnen mehr und mehr Anhänger.

Bruce Cannon ist sehr krank, aber ein ehemaliger Countrystar und hat nach wie vor seine aktiven Connections in der Musikszene.

Eins führt zum anderen und Bruce neue Hits komponieren, damit seine Familie im Falle seines Todes ausgesorgt hat.

Warum dann nicht das Wunderkind Joe ins Boot holen? Als große Hilfe. Er lädt ihn nach Florida ein. Das kommt Joe gerade recht. Denn seine Frau, Sängerin Alison, hat ihn betrogen. Eine Auszeit kann er da gut gebrauchen.

Die Synergie der beiden und das Endergebnis rütteln ganz Nashville auf und sogar die Grand Ol' Opry wird in seinen Grundfesten erschüttert.

Wird Bruce seine Krankheit doch besiegen? Ein Duett mit einer bekannten Countrysängerin könnte sich anbahnen. Wird Joe sich mit Alison wieder versöhnen?

Der zweite Joe Baker - Roman. Es IST ein Musikbuch. Legt eine Countryplatte ein und lest dieses Buch! ( Bei mir war es Steve Earle. )

Diese Lesereise in fluidem Stil war unterhaltsam und macht den Kopf frei. Es ist schön, wieder von Joe zu lesen. Alison kommt etwas unsympathisch rüber. Joe und Bruce überzeugen vollends. Man nimmt Anteil und hat Mitgefühl mit ihnen.

Man kann das Buch als Standalone lesen, aber es macht noch mehr Spaß, wenn man Teil Eins kennt.

Weil Chris Regez selber des öfteren in Nashville war, weiß er, wovon er redet und schreibt. Jedenfalls bekommt man einen guten Einblick in das Nähkästchen der Akkorde.

Das Ende hat mich ganz schön getroffen. Eine lesenswerte Reihe! Chris Regez selber ist Musiker und hat schon CDs veröffentlicht. Vielleicht könnte er ja einen QRCode mal in einem der Bücher veröffentlichen, für eine Hörprobe. Das wäre großartig! Danke, Chris Regez!!!!!

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Veröffentlicht am 19.07.2021

Die sieben Todsünden sollten auch ganz säkular gelten!

Das Werden des Menschen und Coronas Beitrag
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Der Österreicher Gernot Bernhofer hat hier ein launiges, aber auch sehr informatives Buch geschrieben, das zum Reflektieren anregt. Dieses Werk ist ein Hardcover ( ohne Schutzumschlag ) und edel aufgemacht ...

Der Österreicher Gernot Bernhofer hat hier ein launiges, aber auch sehr informatives Buch geschrieben, das zum Reflektieren anregt. Dieses Werk ist ein Hardcover ( ohne Schutzumschlag ) und edel aufgemacht mit Lesebändchen.

Um was geht es? Infolge des Lockdowns dank der tyrannischen Königin Corona, welcher ebenso in Austria streng gehandhabt worden war, kam und kommt man intensiv ins Grübeln. Ohnehin, wenn man schon immer ein kritisch nachdenklicher Mensch war und ist.

Der Autor, 1964 geboren, ist offenbar genau solch einer. Er arbeitet seit über 20 Jahren als Berater und Gesprächsmentor. Er hat also Kontakt der vielfältigsten Weisen.

Alles hängt mit allem zusammen. Die Pandemie kam nicht aus dem Nichts. Die Macht des Geldes und schrankenloser Konsum haben nun einmal sehr destruktive Seiten und ebenso schwerwiegende Folgen, sei es Abholzung von Regenwald für Soja, Rindfleisch und Palmöl - Plantagen oder die massive Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll.

Der Autor zeigt auf, wie sehr Angst destruierend sein kann, wenn diese entgleist. Einer seiner Lösungsansätze um die Macht des Geldes zu brechen, indem das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wird. Aber ebenso für Millionäre? Und dann sollen zeitgleich alle sozialen Sicherungssysteme abgeschafft werden, inklusive daß der jeweils Betreffende sich privat krankenversichern soll? Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll. Es gibt Menschen, die noch weit vom Rentenalter entfernt sind und nachweislich aus verschiedenen Grunden nicht arbeiten können. Freie Entfaltung hin oder her.

Er lernt überhaupt ausgeprägte Sozialsysteme ab und fördert mehr Eigenverantwortung des Einzelnen. Ob deswegen die Macht des Geldes gebrochen wird, nur weil jeder mehr davon hat, bezweifle ich eher.

In Form eines Essays, einer Erörterung, eines Zwiegesprächs mit dem Leser/in, äußert er sich ebenso zum Sinn des Ganzen, warum Menschen soziale Wesen sind, über "Gutmenschen" und den freien Willen, sowie überhaupt Freiheit.

Wieviele Menschen fühlten sich durch den Lockdown ihrer Freiheit beraubt oder zumindest eingeschränkt? Lamentieren auf höchstem Niveau, wenn man an andere Teile der Welt denkt, in denen tatsächlich Unfreiheit herrscht, bis hin zu Mord und Totschlag. Tschetschenien, Iran, Aserbaidschan, nur um einige Beispiele zu nennen.

Der Autor rückt vieles auf kluge Art wieder in den Fokus, was abseits geraten ist oder entgleiste. Glauben versus Wissen, Identität und Unabhängigkeit, was mit uns in einer Krise geschieht, über den Wandel von Anstand, Sitte und Moral, krankmachende Faktoren, übers Konsumieren, was ein gutes Leben sein kann, über die Liebe und einiges andere.

Er versteht es, mit wenigen Sätzen pointiert Aussagen zu treffen, natürlich auch eher umstrittene, aber dafür ist ja das Buch da, um sich ebenso daran zu reiben. Betroffenheit löst es wahrscheinlich beim Autoren aus, wenn einen sein Werk kalt und gleichgültig ließe; dem ist jedoch nicht so.

Selbstredend gibt es in verschiedenen Punkten Konsens zwischen mir und ihm, wenn woanders eher der Dissens dominiert. Grenzenloser Konsum und ebensolcher Wachstum ist nicht möglich, ohne daß das sich negativ auswirkt. Eine relativ überschaubare Gruppe von Menschen werden superreich. Kein einzelner Mensch braucht 100 Milliarden Euro.

Gernot Bernhofer preist auf angemessene Weise die immateriellen Werte, die man nicht kaufen kann. Er wird aber nicht belehrend oder moralisierend, sondern schreibt differenziert über seine Schlußfolgerungen und potentiellen Lösungen dieser dringenden Probleme. Wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, haben wir bald die nächste Pandemie. Und diese ist dann womöglich wesentlich letaler als die jetzige.

Ich fürchte jedoch, daß nach dieser Pandemie alles sich wieder nach einer gewissen Übergangszeit ins Davor einpendeln wird und sich fundamental gar nichts ändert. Eine Minderheit wird durch die Pandemie dauerhaft umdenken und dementsprechend handeln. All die anderen Engagierten waren auch schon vor der Pandemie so handelnd.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Buches besteht darin, daß auf angenehme Art und Weise unaufdringlich Humor eingespeist ist, die einen schmunzeln und lachen läßt. Auf jeden Fall ist dieses Werk ein konzentrierter Input fürs Cerebrum, auf daß wir nie das reflektierende Denken verlernen. Danke, Gernot Bernhofer.

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Veröffentlicht am 08.07.2021

Wenn Schwierigkeiten dräuen ....

Der SM-Harem des Präsidenten
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Der dreiundvierzigjährige Johann Friedrich Kestner ist der Inhaber einer Firma, die allerlei Artikel produziert, die der Lust und der Libido dient.

Auch Kestner ist sehr libidinös. Er ist der dominante ...

Der dreiundvierzigjährige Johann Friedrich Kestner ist der Inhaber einer Firma, die allerlei Artikel produziert, die der Lust und der Libido dient.

Auch Kestner ist sehr libidinös. Er ist der dominante Part, der via Vertrag und Aufzeichnung sich rechtlich absichert und mit seinen weiblichen Angestellten allerlei vielfältige SM - Beziehungen pflegt.

Wichtig ist zu betonen, daß die Damen vorher eben per Kontrakt festlegen, was sie bei den Praktiken bejahen und verneinen.

Allerdings macht er den Fehler seine bisherige Zofe gegen eine jüngere auszutauschen, was gewiße Rachegelüste in ihr weckt. Das kommt Verlegerin Maria Merck zupass und beide tun sich zusammen. Später stößt noch ein gehörnter Ehemann zu ihnen.

Sie schmieden Pläne, um Kestner zu vernichten. Es ist dann geradezu gelegen, daß er eben jede seiner amourösen Episoden dokumentiert, als Bildmaterial. Wird ihm seine Vorliebe zum Verhängnis?

Das Buch ist ein leckerer Snack, nicht anspruchsvoll, sondern ein kurzweiliges, leichtes Vergnügen. Die expliziten Szenen sind durchaus heiß und anregend, aber der allerletzte Kick zum Prickeln fehlt manchmal ein wenig.

Nichtsdestotrotz sind die diversen Szenarien mit SM gut umgesetzt, sodaß es in diesem Subgenre der Erotikliteratur sich hinter vergleichbaren Werken nicht verstecken muß.

SM ist nämlich in der Tat sehr vielfältig und ein weitgefächertes Spektrum. Viele Klischees grassieren darüber. Manche denken, die, die das praktizieren, seien pervers oder krank. Mitnichten. Sie hat genausowenig mit 50 Shades of Grey gemein wie Harold Robbins mit Ken Follett.

SM jedenfalls bereichert das Sexualleben eines jeden Interessierten. Insofern ist diese Thematik hier gut umgesetzt. Und spannend allzumal, was aus Kestner wird. Lesenswert! Aber bitte keine Political Correctness erwarten, sonst wäre man hier fehl am Platz. Danke, Klaus X. Rohling!!!

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Veröffentlicht am 24.03.2021

Celestialer Beistand für den desolaten Zustand! 👼😇

Sieben Tage am Meer
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Es gibt manchmal wundersame Wege des Lebens. Gitta, Marlies und Cornelia sind schon scheinbar seit ewigen Zeiten Freundinnen seit der Schulzeit.

Anfang 50 sind sie nun und verbringen ein rein feminines ...

Es gibt manchmal wundersame Wege des Lebens. Gitta, Marlies und Cornelia sind schon scheinbar seit ewigen Zeiten Freundinnen seit der Schulzeit.

Anfang 50 sind sie nun und verbringen ein rein feminines Weekend auf Sylt. Gin Tonic ist der anästhesierende Strom, der reichhaltig fließt.

Die Ladies sehen leider nur die dunklen Punkte in ihrem Leben, ein unerfüllter Wunsch nach einem Baby, ein Ehemann, der freiwillig perdu ist, Karriereknick.

Als dann der düstere Teil des Tages seine samtene Decke über die Insel breitet, passiert etwas höchst Mysteriöses in der Stille der Nacht.

Ein Engel begegnet ihnen, der ihnen profunde nahelegt, mehr Dankbarkeit für das Gute, Schöne sowie Positive in ihrem Leben zu zeigen und altruistischer zu werden.

Als dem Morgen graut und das Licht all die nachtenen Schatten vertrieben hat, glauben die drei nicht wirklich an die Authentizität dieses Vorkommnisses. Alkoholinduzierte Träume? Oder doch Realität?

Die Damen waren mir zunächst etwas jammerlastig, aber schnell generierte ich Verständnis für sie, als auch Sympathie.

Das Buch hat etwas Zaubrisches, Märchenhaftes. Man mag einwenden,vdaß sich Umstände der eher unwahrscheinlichen Art sich ereigneten. Aber was soll's. Es ist magischer Realismus der locker - leichten Art, ohne banal oder zuckersüß zu sein.

Ella Rosens Schreibstil ist humorvoll, fluide und enthält durchaus die eine oder andere zu beherzigende Botschaft und Wahrheit.

Denn es stimmt schon, wir Menschen neigen dazu, unseren Fokus zu sehr auf das Negative ( unseres Lebens ) zu richten, anstatt all die schönen Momente angemessen zu würdigen.

Eine gute, entspannende Lektüre mit kleineren Schwächen in der Stimmigkeit, aber doch dazu angetan, einen beschwingt zu machen. Und ein Engel als Protagonist der Handlung? Klasse! Da hat man mich immer. Danke, Ella Rosen!



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Veröffentlicht am 20.01.2021

Bibliomanie wie noch nie!

Meine Inselbuchhandlung
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Die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau, die Buchhändlerin ist und den Büchern total verfallen! Toll geschrieben!!

In diesem Buch erfährt der geneigte Leser, wie Petra aufwuchs und ihre profunde ...

Die Lebens- und Liebesgeschichte einer Frau, die Buchhändlerin ist und den Büchern total verfallen! Toll geschrieben!!

In diesem Buch erfährt der geneigte Leser, wie Petra aufwuchs und ihre profunde Leidenschaft und Liebe für Bücher entdeckte und nie mehr verlor. Sie findet ihre große Liebe Beate und auf Rügen aufgewachsen und so dort verwurzelt und dieser Insel immer noch sehr verbunden, eröffnet sie dort als Buchhändlerin folgerichtig ihre Inselbuchhandlung.

Ihr Geschäft ist gut frequentiert und nach Streitigkeiten mit dem Vermieter finden sie eine neue Bleibe für ihren Laden. Eine Kulturscheune wird noch eröffnet, wo viele Dichterlesungen stattfinden.

Man erhält viele, auch amüsante als ebenso interessante Impressionen in das Leben einer leidenschaftlichen Buchhändlerin aus Berufung. Man erfährt von ihren Lieblingsbüchern und viel über Rügen, es ist eine Liebeserklärung an Rügen enthalten. Sie erzählt auch anekdotisch, was auf Lesungen so alles passieren kann.

Die Sprache des Buches ist luftig und leicht wie Creme Brûle - äußerst leckeres Gehirnfutter, um den Magen der wissbegierigen Neuronen zu füllen. Es macht einen satt, ohne zu übersättigenh sowie weckt durchaus eine tiefgehende Neugier, Rügen kennenlernen zu wollen. Eine Photostrecke zeigt auch magisch eingefangene stimmungsvolle Natur dieser Zauberinsel.

Außerordentlich interessant und sehr gut lesbar!

Petra und Beate sind auf der Insel festverwurzelt. Das Glück war ihnen hold, auch durch viel Arbeit. Das bedeutet ebenso, schwer arbeiten zu müssen. Als Einheimische hat man es vielleicht etwas leichter. Ich wünsche ihr jedenfalls viel Glück für die nächsten Jahrzehnte und nur das Beste!

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