Cover-Bild Das Kaffeehaus - Geheime Wünsche
Band 3 der Reihe "Die Kaffeehaus-Saga"
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 752
  • Ersterscheinung: 11.10.2021
  • ISBN: 9783442206193
Marie Lacrosse

Das Kaffeehaus - Geheime Wünsche

Roman
Nach dem Tod ihres Onkels leitet Sophie das Kaffeehaus Prinzess mit großem Erfolg. Sie erweitert das Angebot und setzt neue Ideen um, zum Beispiel eine spektakuläre Schaufensterdekoration. Das Café wird schon bald zum Treffpunkt der Wiener Kulturbohème. Privat ist Sophie in großer Sorge um ihre Schwester Milli. Und dann gefährdet auch noch ein unbekannter Saboteur das Kaffeehaus. Derweil ist Sophies große Liebe Richard sehr unglücklich in seiner Standesehe mit Amalie. Und sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, Sophie wieder nahe zu kommen ...

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2021

Sophie geht ihren Weg

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Wien zum Ende des 19. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres Onkels Stephan Danzer übernimmt Sophie von Werdenfels das Kaffeehaus Prinzess. Das Café wird unter ihrer Leitung schnell zum Treffpunkt der städtischen ...

Wien zum Ende des 19. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres Onkels Stephan Danzer übernimmt Sophie von Werdenfels das Kaffeehaus Prinzess. Das Café wird unter ihrer Leitung schnell zum Treffpunkt der städtischen Kulturbohème. Doch dann bedroht ein Saboteur ihren Erfolg. Auch privat ist Sophie in Sorge: Was ist mit ihrer Schwester Milli los? Derweil ist ihre große Liebe, Richard von Löwenstein, unglücklich in seiner Ehe und will Sophie wieder nahe kommen...

„Das Kaffeehaus - Geheime Wünsche“ ist der Abschluss der Trilogie um Sophie von Werdenfels, geschrieben von Marie Lacrosse.

Meine Meinung:
Der Roman beginnt mit einem Prolog und endet mit einem Epilog. Es gibt insgesamt 26 Kapitel, die sich über sechs Teile erstrecken. Die Handlung umfasst die Jahre 1891 bis 1897. Die Schauplätze variieren ebenfalls, wobei die meisten Ereignisse in Wien und Umgebung angesiedelt sind. Dank einheitlicher Orts- und Zeitangaben zu Beginn der Kapitel und zwischendurch findet man sich jedoch gut zurecht. Land- und Stadtkarten sind zusätzlich abgedruckt, damit man den Überblick behalten kann. Erzählt wird nicht nur aus der Sicht von Sophie, sondern auch aus der weiterer Personen. Ein schlüssiger und funktionaler Aufbau.

Der Schreibstil ist - wie in den ersten beiden Bänden der Trilogie - anschaulich und einfühlsam. Lebhafte Dialoge und gelungene Beschreibungen lassen viele Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Wieder sind gelegentlich Einschübe des Wiener Dialekts eingebaut, was ein authentisches Gefühl vermittelt. Ein Glossar mit Begriffen aus der Zeit, ein weiteres schönes Extra, ist am Ende des Buches eingefügt und hilft beim sprachlichen Verständnis.

Es empfiehlt sich, die Teile der „Kaffeehaus“-Saga in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Dennoch ist auch der dritte Band ohne Vorkenntnisse leicht verständlich.

Wieder steht Sophie im Vordergrund der Geschichte, eine starke und sehr sympathische Protagonistin, mit der ich auch dieses Mal mitgefühlt habe. Darüber hinaus sind etliche weitere Charaktere dabei. Sinnvoll ist daher die beigefügte Personenübersicht, die historische Persönlichkeiten beinhaltet.

Zwar spielt das Kaffeehaus an sich dieses Mal eine größere Rolle als in den Vorgängerbänden. Auch die Liebesgeschichte um Sophie und Richard nimmt breiteren Raum ein. Damit der Roman facettenreich und nicht zu seicht wird, hat es die Autorin aber erneut geschafft, ein differenziertes Bild der damaligen politischen und gesellschaftlichen Umstände zu liefern. Dabei geht es besonders um die Situation von Frauen in der Arbeitswelt und im Privaten. So kommt auf den mehr als 700 Seiten keine Langeweile auf und man lernt auf unterhaltsame Weise dazu.

Der Roman glänzt mit gründlich recherchierten Fakten und Hintergründen. Wie fundiert die Nachforschungen sind, zeigt sich nicht nur im Quellenverzeichnis, sondern auch im ausführlichen Nachwort „Wahrheit und Fiktion“. Darin erläutert die Autorin, was auf tatsächlichen Begebenheiten basiert und was ihrer Fantasie entsprungen ist.

Übrigens: Auch dieses Mal gibt es ein Kuchen-Rezept in den Innenklappen: eine lecker aussehende Orangentorte.

Das genretypische Cover und der passende Titel fügen sich gut in die Reihe ein.

Mein Fazit:
„Das Kaffeehaus - Geheime Wünsche“ ist ein überaus gelungener und würdiger Abschluss der Trilogie von Marie Lacrosse. Ein gleichsam bewegender wie abwechslungsreicher Roman, der nicht nur für eingefleischte Historienfans empfehlenswert ist und Lust auf weitere Bücher der Autorin macht.

Veröffentlicht am 30.10.2021

Aber bitte mit Sahne!

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Wer einmal die besondere Atmosphäre eines Wiener Kaffeehauses erlebt hat, weiß, dass diese Cafés einen ganz eigenen Charme haben. Man fühlt sich zurückversetzt in die Welt der österreichischen Monarchie ...

Wer einmal die besondere Atmosphäre eines Wiener Kaffeehauses erlebt hat, weiß, dass diese Cafés einen ganz eigenen Charme haben. Man fühlt sich zurückversetzt in die Welt der österreichischen Monarchie unter dem (oft verklärten) Regentenpaar Sisi und Franz Joseph.

 

Marie Lacrosse ist es gelungen, ein solches Kaffeehaus – hier das fiktive Café Prinzess – in seiner Glanzzeit zum Ende des 19. Jahrhunderts zu porträtieren und die Stimmung rund um dieses Etablissement und die Menschen, die darin arbeiten, perfekt einzufangen.

 

Möglicherweise scheut sich der eine oder andere, das mit 720 Seiten wirklich sehr umfangreiche Buch zur Hand zu nehmen – aber ich kann sagen, dass es sich richtig gut „wegliest“ – man spürt es gar nicht, wie man durch die Seiten rast Denn die Geschichte bleibt über die gesamte Länge spannend (was auch daran liegt, dass sich die Handlung über mehrere Jahre erstreckt und dadurch viel Raum für Erlebnisse der Protagonisten bietet, ohne dass diese künstlich „gestreckt“ oder zu detailverliebt erzählt werden.

 

Wir folgen vor allem Sophie von Werdenfels, die in ihren jungen Jahren schon eine „Karriere“ hinter sich hat – sie war Hofdame bei Kaiserin Elisabeth, hat sich aus diesem für sie einengenden Stand jedoch zum Ende des 2. Bandes „herausgekämpft“. Nun, in diesem 3. Teil, erbt sie von ihrem geliebten Onkel Stephan das Café Prinzess und muss sich die Geschäftsführung mit seinem langjährigen und erfahrenen Mitarbeiter Toni teilen. Doch das geht nicht ohne Reibereien. Während die junge Sophie den Kopf voller Ideen hat, die sie lieber heute als morgen umsetzen würde, steht der weit ältere Toni diesen Ideen sehr skeptisch gegenüber und ist bei weitem nicht so innovativ wie Sophie.

 

Daneben wird auch das Leben von Sophies großer Liebe, Richard von Löwenstein, weiterverfolgt. Der Offizier befindet sich noch immer in einer lieblosen Ehe – kann sich aber aufgrund der Gegebenheiten im Hochadel nicht einfach so scheiden lassen. Es würde einen Skandal geben, der nicht nur ihm, sondern auch seiner Frau und den Familien auf lange Zeit anhaften würde.

 

Großen Wert legt das Buch auf die Darstellung des Frauenbildes der damaligen Zeit und wie diese langsam versuchen, sich gegen die Unterdrückung in der Ehe und im Beruf zur Wehr zu setzen. Dazu gehört auch der Handlungsstrang, in dem Sophie als Arbeitgeberin sich in Frauenrechtsvereinen engagiert und für bessere Arbeitsbedingungen (mit-)kämpft. Meistens wird in Büchern ja aus der Sicht betroffener Arbeiterinnen geschrieben, hier ist interessant, dass die Sicht von Sophie als Unternehmerin der Ausgangspunkt ist.

 

Wie schon in den beiden vorigen Bänden hat mich besonders wieder das Nachwort fasziniert, in dem die Autorin noch einmal zusammengefasst, welche Geschehnisse sie tatsächlich historischen Belegen entnommen hat. Denn ein großer Teil der geschilderten Begebenheiten hat tatsächlich stattgefunden – wenn auch zum Teil in einem etwas anderen Kontext. Ich finde es bewundernswert, wie sie es schafft, diese historisch belegten Ereignisse so in die Handlung einzuweben, dass sie als „runder“ Teil der Geschichte fungieren, gleichzeitig aber sehr exakt die historischen Zusammenhänge wiedergeben. Dafür liebe ich die Bücher von Marie Lacrosse!

 

Wer an der Geschichte der Habsburgermonarchie und der Stadt Wien interessiert ist, sollte sich die „Kaffeehaus-Trilogie“ auf keinen Fall entgehen lassen! Dass die Bücher jeweils 600 - 700 Seiten haben, sollte keinen abschrecken – sie lesen sich wirklich super schnell weg. Und ich wünsche der Autorin von Herzen, dass die Trilogie sich verkauft wie – um es mal umgangssprachlich zu formulieren – geschnittene Mokkaprinzentorte…

 

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Veröffentlicht am 29.10.2021

Wien im 19. Jahrhundert

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Stephan Danzer, der Onkel von Sophie, ist verstorben und die junge Frau soll nun das Kaffeehaus Prinzess leiten. Sophie ist dabei sehr geschickt, sie versteht es, die Leute ins Café zu locken. Mit neuer ...



Stephan Danzer, der Onkel von Sophie, ist verstorben und die junge Frau soll nun das Kaffeehaus Prinzess leiten. Sophie ist dabei sehr geschickt, sie versteht es, die Leute ins Café zu locken. Mit neuer Schaufensterdekoration macht sie sich schon bald einen guten Namen. Alles scheint wunderbar zu laufen, doch dann geschehen immer seltsame Vorkommnisse, die das Kaffeehaus gefährden. Zudem stellt sich Sophie die Frage, was ist eigentlich mit meiner Schwester Milli los? Das junge Mädchen benimmt sich seltsam. Auch ihre Beziehung zu Richard gestaltet sich schwierig. Während er unglücklich verheiratet ist, suchen sie verzweifelt nach einer Lösung, wie sie sich doch nahe sein könnten.

Es ist kaum zu glauben, aber „Geheime Wünsche“ ist schon wieder der dritte und damit letzte Band dieser Trilogie. Ich habe die Bücher über das Kaffeehaus in Wien sehr gern gelesen und Sophie von Werdenfels in ihrem Leben begleitet. Schade, dass es nun schon wieder vorbei sein soll. In diesem dritten Band nun geht es fast ausschließlich um das Kaffeehaus, welches Luise von ihrem Onkel geerbt hat. Die Einblicke in so ein Leben als Geschäftsführerin fand ich gelungen. Zumal Marie Lacrosse es verstanden hat, auch den historischen Hintergrund mit einzuarbeiten. So gibt es auch in diesem Teil Einblicke in die politische Lage dieser Zeit. Der Kampf der Arbeiter geht genauso weiter und wird geschildert, aber auch das Leben der Frauen und welche Möglichkeiten sie hatten, wird authentisch erzählt. Interessant fand ich die Details über Scheidungen in dieser Zeit in Wien. Die Gesetzte dazu werden geschickt erläutert, sie fließen scheinbar nur so nebenbei in die Handlung ein.

An dieser Stelle gestehe ich auch, dass ich die Beziehung von Sophie und Richard voller Spannung verfolgt habe. Auch wenn es vielleicht etwas vorhersehbar war, fand ich die Beschreibungen dazu trotzdem gelungen und fühlte mich gut unterhalten. Überhaupt hat es die Autorin verstanden, ihre Protagonisten facettenreich zu gestalten und sie lebendig werden zu lassen. Der Fokus liegt aber nicht ausschließlich auf Sophie und Richard, auch die kleineren Charaktere werden anschaulich geschildert. Sie alle zusammen machen aus diesem Teil des Kaffeehauses eine wunderbare Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe.
Die Bücher sind zudem alle eigenständig zu lesen. In diesem Teil schildert der Prolog die Ereignisse aus den Vorgängern ausführlich und gibt somit eine schöne Inhaltsangabe wieder, die es eben erlaubt, das Buch ohne Vorkenntnisse zu lesen. Natürlich empfehle ich trotzdem, die Bücher der Reihe nach zu lesen, einfach, weil sie wunderbar geschrieben sind.

Der Erzählstil von Marie Lacrosse ist nicht nur leicht und locker zu lesen, sondern auch bildhaft und facettenreich. Auch in diesem Teil gibt es wieder Karten von Wien, die ein Flanieren durch die Stadt erlauben, ein Personenregister sorgt für den Überblick über die Protagonisten und ein Nachwort am Ende klärt Fiktion und Wahrheit. Sogar ein Glossar der fremden Begriffe ist vorhanden. Auch gefällt mir gut, dass die Bücher alle ein ähnliches Cover haben und somit gut zusammenpassen.

Fazit:

Dieser Abschluss der Trilogie über „Das Kaffeehaus“ hat mir richtig gut gefallen. Marie Lacrosse versteht es, eine gute Geschichte zu erzählen. Die drei Bände sind zwar durchaus einzeln lesbar, machen zusammen aber sicher noch mehr Spaß. Ich fühlte mich nicht nur gut unterhalten, sondern habe auch interessante historische Details aus dieser Epoche gelesen.

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Veröffentlicht am 26.10.2021

Spannend vermittelte Geschichte

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Nachdem mich schon die beiden voran gegangenen Teile der Kaffeehaus Trilogie, in ihren Bann zogen, war ich sehr gespannt auf den finalen Schlussteil. Schon der Titel, geheime Wünsche, macht neugierig. ...

Nachdem mich schon die beiden voran gegangenen Teile der Kaffeehaus Trilogie, in ihren Bann zogen, war ich sehr gespannt auf den finalen Schlussteil. Schon der Titel, geheime Wünsche, macht neugierig.
Wie die Vorgänger ist auch dieses Taschenbuch hochwertig als Klappenbroschur gestaltet. Durch den ähnlichen Bildaufbau des Covers mit der jungen Frau hat es einen hohen Wiedererkennungswert. Im Innenteil gibt es das Rezept der Orangentorte, die im Cafè Prinzess angeboten wird. Eine umfangreiche Liste der handelnden fiktiven und historischen Personen lädt zum Nachschlagen ein. Die Stadtpläne von Wien und das Glossar sind ebenso hilfreich für den Leser.
Das Buch schließt sich unmittelbar an den vorigen Band an. Es wird aus aus Sicht der Komtess Sophie von Werdenfels und ihrer großen geheimen Liebe, Richard von Löwenstein, erzählt.
Die Jahre 1891 bis 1897 im Habsburger Reich bilden den geschichtlichen Hintergrund. Es ist eine Zeit vieler Veränderungen. Mit der Bandbreite dieses Buches, die uns mit Künstlern, Politikern, Ärzten, dem Leben der armen Menschen, dem Hochmut des Adels, in ihrer so unterschiedlichen Vielfalt konfrontiert, hat Marie Lacrosse, die ersten beiden Bände nochmals übertroffen.

Nach dem frühen Tod ihres geliebten Onkels tritt die junge Sophie ihr großes aber auch sehr schwieriges Erbe an. Durch die von Stephan Danzer, zwar gut gemeinte aber recht komplizierte Nachlassverteilung, hat Sophie von Anfang an einen schwierigen Stand. Ihr Onkel leitete sowohl das Kaffeehaus als auch das später damit verbundene Cafè Prinzess. Das Kaffeehaus hat in Wien eine lange Tradition. Frauen sind in diesen Häusern nicht erwünscht. So übernimmt erst einmal der Chefkonditor, Toni Schleiderer, die Geschäfte im Kaffeehaus Danzer und Sophie die im Cafè, wo feine Torten, Pralinen und mehrere Kaffeespezialitäten, angeboten werden. Das urige Kaffeehaus ist ein beliebter Treffpunkt. Politiker, Maler, Literaten angehende Ärzte hielten sich stundenlang dort auf. Es wurde debattiert, geraucht, gespielt und vor allen Dingen, die vielen Zeitungen, konnten in einer separaten Leseecke kostenlos studiert werden. Hier begegnen sich viele aufstrebende Persönlichkeiten wie Dr. Sigmund Freud und Dr. Arthur Schnitzler. Aber auch der Maler Gustav Klimt, der eine andere Vorstellung von Malerei hat. Er will mit seinen Bildern polarisieren. Männer, in einer kunterbunten Mischung voller Gegensätze treffen aufeinander.

Marie Lacrosse schuf ein bildgewaltiges Gesamtwerk, das dem Leser das österreichische Leben, Ende des 19. Jahrhunderts, sehr nahe bringt. Das Kaiserhaus, welches in den vorigen Bänden noch eine wesentliche Rolle spielt, tritt nun in den Hintergrund. Stattdessen wird unter anderem der Geheimdienst und die k und k Armee beleuchtet, wo viele Dinge sehr im Argen liegen. Was eigentlich nicht mehr sein sollte, es gibt in diesem Kreis noch immer Duelle mit tödlichen Regeln. Überhaupt, Ehre und Hoffähigkeit stehen über allen Dingen. Koste es was es wolle. Das Menschen standesgemäß heiraten müssen und dadurch unglücklich werden ist oft vorhersehbar.

Geheime Wünsche, die nicht immer an das Tageslicht dringen, haben sicherlich viele in diesem Buch. Es gibt die ersten Frauenbewegungen, denn ob arm oder reich, der Mann hat die absolute Herrschaft über Frau, Kinder, Hab und Gut. Die Frauen fangen an sich zu wehren und organisieren sich. Auch Kindesmissbrauch, Homosexualität, Spielsucht und Antisemitismus. All diese Dinge fließen gekonnt in die Handlung ein und werden miteinander verwoben.
Sehr vielfältig sind die einzelnen Handlungsstränge. Mit der lebendigen Erzählweise der Autorin möchte man kaum mit dem Lesen aufhören.

Für mich ist dieser Abschlussband der grandiose Höhepunkt der Kaffee Haus Saga.Geballte Geschichte und eine ganze Reihe von später berühmten und erfolgreichen Menschen, fließen in dieses fantastische Werk ein.

Wie schon in den anderen Teilen der Saga, hat die Marie Lacrosse im Nachwort geschildert, was Wahrheit und Fiktion ist. Ihre Recherchearbeit war dieses Mal noch umfangreicher. Leider muss ich mich von dieser brillanten Trilogie verabschieden aber nicht ohne eine ausdrückliche Leseempfehlung zu geben. Die Reihe steigerte sich von Buch zu Buch, so das meine Erwartungen noch übertroffen wurden. Ich vergebe 5 Sterne für diese ausgezeichnete Leistung.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Glanzvolle Zeiten im Kaffeehaus

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Das Kaffeehaus, Geheime Wünsche
Inhaltsangabe: Quelle Goldmann Verlag

Nach dem Tod ihres Onkels leitet Sophie das Kaffeehaus Prinzess mit großem Erfolg. Sie entwirft neue Produkte und sorgt für eine ...

Das Kaffeehaus, Geheime Wünsche
Inhaltsangabe: Quelle Goldmann Verlag

Nach dem Tod ihres Onkels leitet Sophie das Kaffeehaus Prinzess mit großem Erfolg. Sie entwirft neue Produkte und sorgt für eine spektakuläre Schaufensterdekoration. Das Café wird schon bald zum Treffpunkt der Wiener Kulturbohème. Da gefährdet ein unbekannter Saboteur ihren Erfolg, dem Kaffeehaus droht schwerer Schaden. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Sophie in tiefer Sorge um ihre Schwester Milli ist. Derweil ist Sophies große Liebe Richard sehr unglücklich in seiner Standesehe mit Amalie. Und sucht nach einer Möglichkeit, Sophie wieder nahe zu kommen ...

Meine Meinung zur Autorin und Buch
Marie Lacrosse, hat mit ihrem 3. Band ihrer Romantriolgie über „ Das Kaffeehaus „ einen krönenden Abschluss geschaffen. Der 3. Teil ist dem Kaffeehaus gewidmet. Sehr gut hat sie das Wien Ende des 19. Jahrhunderts geschildert. Wie drückt es Brecht so schön aus : „ Wien ist eine Stadt, die um einige Kaffeehäuser herum errichtet ist.“ Ihre Recherche über die Herstellung von Schokolade, ist sehr gut wiedergegeben. Auch all das kulturelle, Politische Zeitgeschehen, der Bürger Karl Lueger, Anna Sacher nimmt eine tragende Rolle ein, Gustav Klimt, Dr. Arthur Schnitzler, Dr. Sigmund Freud, nimmt eine große Rolle ein. Der Frauenstreik, wo wir Irene Gerban , Pauline von Sterenberg, viele Lieb gewonnene Figuren kreuzen unseren Weg. Fiktives und reales hat sie wunderbar verwoben. Es war wieder ein Genuss in das Geschehen einzutauchen, die Autorin nimmt einem Quasi an der Hand und man hat das Gefühl ein Teil ihrer Figuren zu sein, man verschmelzt quasi mit ihnen.
Irgendwie bin ich traurig, das alles zu Ende ist, aber ich bleibe zufrieden und glücklich zurück und Danke Marie für die wunderschöne Triolgie und ein Stück der Wiener Kulturboheme .

Ich konnte Sophie Kummer und Schmerz über ihren geliebten Onkel Stephan spüren. Ich war wie Sophie, Ihre Familie und den Anwesenden beim Notar genauso überrascht über das Testament ihres Onkels. Er hinterlässt nicht nur ein ordentliches Vermögen, auch setzt er sie zur Erbin des Kaffeehaus ein. Man konnte die Verbitterung von Chefkonditor Toni Schleiderer spüren, er hatte gehofft es alleine führen zu können. Er macht wirklich Sophie das Leben oft schwer, sie möchte vieles erneuern und Modernisieren. Mit Klimt entwirft sie Schaufensterdekorationen, und einiges mehr. Das Kaffee floriert, das muss auch Toni anerkennen, die Neuerungen kommen gut an, bei den Kunden. Aber es gibt auch Schattenseiten in Sophie Leben, ihre Schwester Millie bereit ihr und Mutter Henriette große Sorgen. Sophie bittet Dr. Freud um Rat, ich fand diese Sitzungen sehr interessant und spannend, besonders ob es ihm gelingt in sie vorzudringen und der Sache auf den Grund zu gehen. Auch ihre große Liebe Richard, hat Familiäre Sorgen, aber auch wie er sich endlich öffentlich zu Sophie bekennen kann. Als das Kaffeehaus immer besser läuft, gibt es plötzlich Sabotagen die das ganze Kaffeehaus gefährden, wer steckt dahinter und möchte Sophie in den Ruin treiben.
Es gibt noch so viele interessante Themen, ob die Arbeiterinnenbewegung und auch das Ehe und Familienrecht…
Nochmals vielen Dank auch für das leckere Rezept über die Orangentorte im Innenteil des Buches. Glanzvolle

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