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Veröffentlicht am 15.08.2022

Interessanter Plot, tolles Setting - leider nur mäßig spannend

Das Gotteshaus
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Das Cover finde ich richtig gelungen. Es fängt die düstere und triste Stimmung im Buch auf und bezieht sich auf den Inhalt der Geschichte, was ich positiv hervorheben möchte.
C.J. Tudor hat einen sehr ...

Das Cover finde ich richtig gelungen. Es fängt die düstere und triste Stimmung im Buch auf und bezieht sich auf den Inhalt der Geschichte, was ich positiv hervorheben möchte.
C.J. Tudor hat einen sehr flüssigen und einnehmenden Schreibstil, der mich im raschen Tempo durch die Story geführt hat.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich grundsätzlich mag, da dies für Abwechslung sorgt und der Inhalt aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wird. Weniger gut gefallen hat mir dabei jedoch der Wechsel zwischen den Erzählerformen. Jacks Kapitel wurden beispielsweise in der Ich-Perspektive (die ich persönlich bevorzuge) geschrieben, während die Geschehnisse aus Flos Sicht wiederum in der personalen Erzählperspektive geschildert wurden. Diesen ständigen Wechsel mochte ich eher weniger. Dafür haben mir die relativ knackigen Kapitel umso besser gefallen.
Der Einstieg in die Story hat mich hingegen überzeugt. C.J. Tudor schafft es spielend leicht, durch gezielte Beschreibungen und gewisse Vorfälle eine bedrohliche und leicht unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die mich als Leserin gespannt auf den weiteren Verlauf der Handlung gemacht hat.
Nach dem sehr vielversprechenden Start plätscherte die Geschichte dann allerdings in der ersten Hälfte etwas vor sich hin, da sich die Autorin in vielen, eher belanglosen, Beschreibungen und - für meinen Geschmack - zu vielen einzelnen Handlungssträngen verliert. Dadurch blieb die Spannung leider etwas auf der Strecke. Hier und da gab es zwar immer mal wieder ein paar Wendungen, die die Spannungskurve leicht nach oben getrieben haben, wirkliche Überraschungen gab es aber erst gegen Ende.
Dafür waren die Charaktere sehr gelungen. Sowohl Jack, die unkonventionelle Pfarrerin, die schon mal den ein oder anderen derben Spruch auf den Lippen hat als auch Flo, die mir mit ihrer mutigen Art auf Anhieb sympathisch war. Die anderen Charaktere blieben hingegen leider etwas blass. Der Antagonist gefiel mir anfangs noch sehr gut, da ihn diese düstere und böse Aura umgab. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin seine/ihre Hintergründe näher beleuchtet hätte.
Das Ende fand ich einerseits genial, weil ich nicht mit diesem Ausgang gerechnet hatte, andererseits war ich aber auch ein wenig enttäuscht, da man als Leserin - aufgrund von fehlenden Hinweisen - gar nicht die Chance erhalten hat, den Twists hervorzusehen.
Grundsätzlich liebe ich unvorhergesehene Wendungen (wer nicht?), jedoch hätte ich zumindest gerne die Möglichkeit gehabt, mir den Ausgang der Geschichte irgendwie herleiten zu können. So hat mich die Autorin mit dem Ausgang der Story zwar eiskalt erwischt, doch einen faden Beigeschmack hat die ganze Sache trotzdem irgendwie, was ich schade finde.

Fazit:
"Das Gotteshaus" war für mich leider nicht das erwartete Highlight. Ein richtig guter Thriller benötigt ausreichend Spannung und Tempo - beides blieb aufgrund der vielen privaten Ermittlungen der Hauptprotagonistin und der zahlreichen Handlungsstränge auf der Strecke. Zwar hat mir die Idee der Geschichte gut gefallen und auch das Mutter-Tochter-Gespann war mir auf Anhieb sympathisch, doch das allein reicht leider nicht aus.
Nichtsdestotrotz habe ich das Buch wirklich gern gelesen, auch wenn es wohl keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
3,5/5 Sterne

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 12.06.2022

Eine solide Fortsetzung, die mich nicht auf ganzer Strecke überzeugen konnte

Keeper of the Lost Cities – Das Tor (Keeper of the Lost Cities 5)
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Das Cover passt wundervoll zum Rest der Reihe, dabei bin ich normalerweise überhaupt kein Fan davon, wenn Menschen abgebildet sind. Aber hier harmonieren die Cover toll miteinander, was mir wirklich gut ...

Das Cover passt wundervoll zum Rest der Reihe, dabei bin ich normalerweise überhaupt kein Fan davon, wenn Menschen abgebildet sind. Aber hier harmonieren die Cover toll miteinander, was mir wirklich gut gefällt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, bildhaft und lässt sich sehr angenehm lesen.

Nach dem fiesen Ende des letzten Teils habe ich den fünften Band der Keeper of the Lost Cities-Reihe sehnsüchtig erwartet, da Keefe unter anderem einer meiner liebsten Charaktere ist.
Allerdings ist das Buch mit 640 Seiten sehr umfangreich, was der Geschichte meiner Meinung nach nicht gutgetan hat. Manche Passagen wurden extrem in die Länge gezogen, während andere Passagen problemlos hätten weggelassen werden können, da sie die Story nicht weitergebracht haben. Für meinen Geschmack treten die Figuren zu lange auf der Stelle, sodass ich für diesen Band vergleichsweise sehr lange gebraucht habe.
Zudem bedient sich die Autorin an zahlreichen Klischees, die in Jugendbüchern zwar oft verwendet werden, die es jedoch einfach nicht gebraucht hätte. Zumal gewisse Charaktere dadurch in ein schlechteres Licht gerückt wurden, was mir nicht ganz so gut gefallen hat.
Nichtsdestotrotz zieht die Handlung - abgesehen von einigen Längen - stark an, wird immer komplexer, düsterer und die Feinde, denen Sophie und ihre Freunde begegnen, werden zunehmend skrupelloser. Einige Fragen werden beantwortet, manche Rätsel werden gelöst - aber längst nicht alle. Insbesondere Keefe, der sich bereits im letzten Band zu einem äußerst dramatischen Schritt entschlossen hat, trägt wesentlich im Kampf gegen die Neverseen bei. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Charaktere, besonders Sophie, ein wenig erwachsener geworden sind, was der Autorin neue Möglichkeiten bietet.
Am Ende erwartet einen erneut ein fieser Cliffhanger, der mich gespannt auf den nächsten Teil warten lässt.

Fazit:
"Keeper of the Lost Cities - Das Tor" ist ein solider fünfter Band, der mich jedoch nicht auf ganzer Strecke begeistern konnte, da die Story zu viele Längen beinhaltet. Dennoch freue ich mich auf weitere Bände und bin gespannt, wie es Sophie und ihren Freunden auf ihrer weiteren Reise ergehen wird.
3,5/5 Sterne

Vielen Dank an Vorablesen und den arsEdition Verlag, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

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Veröffentlicht am 11.01.2022

Solider Spannungsroman

Was damals geschah
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Das Cover hat zwar keinen direkten Bezug zur Geschichte, trifft allerdings total meinen Geschmack, da mich diese Art der Gestaltung einfach anspricht. Außerdem ist das Buch ein echter Blickfang in jedem ...

Das Cover hat zwar keinen direkten Bezug zur Geschichte, trifft allerdings total meinen Geschmack, da mich diese Art der Gestaltung einfach anspricht. Außerdem ist das Buch ein echter Blickfang in jedem Bücherregal.
Die Autorin hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil, sodass ich gut durch die Geschichte gekommen bin. Zudem hat Lisa Jewell ein echtes Talent dafür, eine gelungene Atmosphäre zu schaffen, die einem als Leser*in das Gefühl gibt, hautnah mit dabei zu sein.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, was mir einiges an Konzentration abverlangt hat. Durch die Erzählweise, die nicht immer ganz klar war, habe ich etwas Zeit benötigt, um mir einen Überblick über das Geschehen und die einzelnen Figuren zu verschaffen.
Neben Libby, die im Hier und Jetzt mit einigen schockierenden Enthüllungen zurechtkommen muss, gibt es da auch noch einen zunächst unbekannten Ich-Erzähler, der die dramatische Vergangenheit packend erzählt. Lucy, die wir ebenfalls in der Gegenwart auf ihrer Reise begleiten, rundet die Geschichte ab.
Vergangenheit und Gegenwart prallen in diesem Buch aufeinander und sorgen vor allem in der zweiten Hälfte der Geschichte für viel Spannung. Die erste Hälfte hat sich leider ein wenig gezogen, da für meinen Geschmack nichts Nennenswertes passiert ist.
Die Grundstimmung, die sich durch das gesamte Buch gezogen hat, würde ich als schwer und melancholisch beschreiben. Auf Dauer war dies beim Lesen zwar etwas anstrengend, aber da die Stimmung ausgesprochen gut zum Geschehen gepasst hat, habe ich das gerne in Kauf genommen.
Die Ereignisse aus der Vergangenheit haben bei mir für einige fassungslose Momente gesorgt. Einige Dinge klangen so absurd, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass so etwas tatsächlich passieren konnte und wiederum andere Dinge wurden so bedrückend und realistisch beschrieben, dass sie genau so durchaus passieren könnten.
Jedoch hatte ich zwischenzeitlich des Öfteren den Eindruck, dass die Autorin so viele Themen wie möglich in die Geschichte packen wollte, ohne jeden einzelnen Strang auch wirklich zu Ende zu erzählen. So wurden Themen angeschnitten, die nicht sonderlich ausgebaut wurden und die sie meiner Ansicht nach auch gut und gerne hätte weglassen können.
Als Highlight würde ich das Buch nicht bezeichnen, da viele Dinge sehr vorhersehbar waren und die Story erst ab der zweiten Hälfte an Fahrt aufgenommen hat. Nichtsdestotrotz hat Lisa Jewell es geschafft, mich das ein oder andere Mal zu überraschen und in die Irre zu führen, was mir gut gefallen hat.

Fazit:
"Was damals geschah" ist ein solider Spannungsroman, der mich vor allem ab der zweiten Hälfte gut unterhalten konnte. Aufgrund der oben genannten Dinge kann ich dem Buch leider nicht die volle Punktzahl geben. Für zwischendurch empfehle ich die Geschichte aber sehr gerne weiter.
3,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 16.11.2021

Eine erschreckend realistische Dystopie mit kleineren Schwächen

Broken World
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Ich bin normalerweise kein Fan von Menschen auf Covern, aber hier hat mich die Aufmachung direkt angesprochen. Es gefällt mir, dass das Cover selbst irgendwie zerbrochen aussieht und damit perfekt zum ...

Ich bin normalerweise kein Fan von Menschen auf Covern, aber hier hat mich die Aufmachung direkt angesprochen. Es gefällt mir, dass das Cover selbst irgendwie zerbrochen aussieht und damit perfekt zum Titel passt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, leicht verständlich und an genau den richtigen Stellen mitreißend und spannend.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Yma - der Hauptprotagonistin - erzählt. Ich mochte sie ganz gerne, da sie empathisch, intelligent und eher introvertiert ist, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Allerdings bin ich der Meinung, dass sie in einer Welt, die förmlich nach einer Revolution schreit, nicht die richtige Wahl ist. Denn Yma ist weder besonders mutig noch kämpferisch, wodurch es mir ein wenig schwerfiel, sie in dieser Rolle zu sehen. Ein Mädchen aus der dritten oder vierten Zone hätte hier als Protagonistin eher Sinn gemacht, als ein Mädchen, das die besten Noten schreibt, einen der begehrtesten Jobs bekommt, in einer schicken Wohnung leben darf und ihren Schwarm heiraten wird. Aus diesem Grund erschloss sich mir nicht wirklich, warum sie all dies aufs Spiel setzen wollte, um - ja, was eigentlich? Den Armen und Kranken zu helfen? Ihr Leben für eine Sache aufs Spiel zu setzen, die aussichtslos scheint?
Ja, ich verstehe, dass sie Mitleid für diese Menschen empfindet und ihnen helfen möchte, jedoch stolpert sie ohne jegliches Wissen von einer gefährlichen Situation in die nächste, ohne wirklich etwas zu bewirken oder gar zu verändern. Und das war irgendwie frustrierend. Nichtsdestotrotz war ihr innerer Zwiespalt stets präsent, wodurch sie für mich als Leser*in unheimlich greifbar wurde.
Über Len, der ebenfalls eine tragende Rolle in der Story spielt, erfahren wir eigentlich gar nicht allzu viel. Er zählt nicht gerade zu der gesprächigen Sorte, sodass er mir zwar durchaus sympathisch war, da er gute Absichten verfolgte, ich aber keine wirkliche Bindung zu ihm aufbauen konnte. Dafür war er mir einfach zu distanziert.
Kimi - Ymas beste Freundin - war mir zunächst nicht sonderlich sympathisch, im Laufe der Geschichte machte sie jedoch eine Entwicklung durch, die mich positiv gestimmt hat. Denn trotz ihres Schicksalsschlags mutiert sie nicht zur missgünstigen Freundin, sondern gönnt Yma ihr Glück von Herzen.
Tja, und dann wäre da noch Adriel. Wenn ich ehrlich bin, war mir der Kerl von Anfang an suspekt, da ich ihm seine übertrieben freundliche Art nicht abgekauft habe. Irgendwas an ihm war faul und ihm Laufe der Geschichte hat sich mein Verdacht nur noch erhärtet. Da ich nicht spoilern möchte, werde ich es bei dieser schwammigen Aussage belassen.
Das Worldbuilding hingegen fand ich sehr gelungen. Die extremen Unterschiede der einzelnen Klassen wurden authentisch dargestellt und haben mir den ein oder anderen unangenehmen Schauer über den Rücken gejagt. Die Vorstellung, dass eine derartige Welt einmal unsere Zukunft sein könnte, war mehr als erschreckend, aber - in Anbetracht der derzeitigen Pandemie - leider auch vorstellbar und realitätsnah.
Das erste Drittel der Geschichte plätscherte für meinen Geschmack etwas vor sich hin, da es sich hierbei hauptsächlich um Yma und die Einführung in ihr neues Leben drehte. Doch vor allem im letzten Drittel nahm die Handlung für mich ordentlich an Fahrt auf. Es gab einige Wendungen, die mehr und weniger vorhersehbar waren und gerade die letzten Kapitel waren noch mal richtig spannend und vor allem brutal.
Das Ende hingegen hat mir leider nicht mehr ganz so gut gefallen. Die Beziehung zwischen Yma und Len entwickelte sich auf den letzten Seiten in eine Richtung, die für mich absolut unlogisch und alles andere als authentisch war. Während des Lesens hatte ich das Gefühl, dass sie sich gerade mal auf freundschaftlicher Ebene näherkommen und allein diese "Freundschaft" entwickelte sich relativ spät, da die beiden - bis auf ihre nächtlichen Ausflüge - kaum miteinander interagieren. Dass am Ende dann plötzlich die drei magischen Worte fallen, war für mich total unglaubwürdig und passte so gar nicht. Zwischen den Protagonisten ist über das ganze Buch hinweg kaum ein Prickeln zu spüren, da sich alles auf die dystopische Zukunftsversion konzentriert, und dann das?

Fazit:
Mit "Broken World" ist der Autorin eine spannende Dystopie gelungen, die erschreckend realitätsnah ist. Trotz kleinerer Kritikpunkte empfehle ich das Buch gerne weiter und freue mich nach dem doch sehr offenen Ende auf die Fortsetzung.
3,5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.01.2022

Eine einfühlsame Geschichte über Selbstzweifel, Selbstliebe und das zarte Band zweier Menschen

The Sky in your Eyes
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Das Cover ist wirklich wunderschön. Die abgebildeten Nordlichter runden das Gesamtbild in Kombination mit den leuchtenden Grüntönen perfekt ab und erzeugen eine passende Grundstimmung.
Der Schreibstil ...

Das Cover ist wirklich wunderschön. Die abgebildeten Nordlichter runden das Gesamtbild in Kombination mit den leuchtenden Grüntönen perfekt ab und erzeugen eine passende Grundstimmung.
Der Schreibstil von Kira Mohn hat mir ausgesprochen gut gefallen, da sie mit Worten umzugehen weiß und ein tolles Setting erschaffen hat, das ich mir bildlich vorstellen konnte.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir durch Kiras flüssigen Erzählstil unheimlich leicht gefallen, sodass ich sehr schnell in die Handlung gefunden habe.
Elín hat mir als Protagonistin gut gefallen, da ich mich - obwohl ich nicht selbst betroffen bin - sehr gut in ihre Lage und vor allem in ihre Gefühlswelt hineinversetzen konnte. Das lag vor allem daran, da die Handlung ausschließlich aus ihrer Perspektive erzählt wird, sodass wir als Leserinnen einen umfassenden Einblick in ihr Leben erhalten. Ihre Hoffnungen, Träume, aber gerade auch ihre Ängste waren so greifbar und präsent, dass ich sie beinahe spüren konnte.
Elín ist eine junge Frau, die wahnsinnige Probleme mit ihrem Gewicht hat, was sich in enormen Selbstzweifeln äußert. Sie hat nie gelernt, sich selbst zu akzeptieren oder gar zu lieben, wodurch sie permanent von negativen Gedanken, Gefühlen und Zweifeln geplagt wird, die ihr wirklich zu schaffen machen. Erschwerend hinzu kommt, dass ihr Exfreund ein absoluter Asch ist, der ihr permanent verletzende Dinge an den Kopf geworfen hat und sie wie den letzten Dreck behandelt hat. Dass sie ihre letzte Beziehung, die gerade einmal wenige Monate zurückliegt, nie richtig verarbeitet hat, wird im Laufe der Geschichte deutlich.
Jón hingegen war ein richtiger Schatz. Ich mochte seine ruhige, besonnene und sehr geduldige Art auf Anhieb und fand es toll, wie er sich Elín gegenüber verhalten hat. Positiv hervorheben möchte ich auch, dass ihre Beziehung den Raum und die Zeit erhalten hat, um sich langsam zu entfalten. Jedes Mal, wenn es Elín zu viel geworden ist, hat Jón ihr den nötigen Freiraum gegeben, um die Dinge in ihrem Tempo anzugehen.
Insgesamt empfand ich die restlichen Charaktere als authentisch und lebendig ausgearbeitet - fast so, als wären sie tatsächlich aus dem Leben gegriffen worden.
Gut gefallen hat mir zudem, dass die Autorin einige wichtige Themen wie Bodyshaming, Mobbing, toxische Beziehungen, Selbstzweifel usw. anspricht und diese gut in die Story eingebunden hat. Da hier jedoch sehr viele Themen angesprochen wurden, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte an einigen Stellen etwas ausführlicher gewesen wäre. So kratzt sie bei manchen Punkten leider nur an der Oberfläche, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen.
Was mir außerdem gut gefallen hat, war, dass sich Elíns Selbstzweifel nicht plötzlich in Luft aufgelöst hatten, als sie Jón kennengelernt hat. Andererseits fand ich gerade diese Passagen oft auch etwas anstrengend, da sie sich meistens selbst im Weg stand und ich irgendwie das Gefühl hatte, dass sie nicht vom Fleck kommt. Meiner Meinung nach hat sie noch einen sehr langen Weg vor sich, weshalb ich ihre Entscheidung, eine Therapie zu machen, sehr gutheiße.
Etwas schade fand ich auch, dass sich Elins Gedanken ständig wiederholen (obwohl ich natürlich verstehe, dass sie erst zu sich selbst finden muss, etwas Abwechslung wäre dennoch schön gewesen) und zum anderen, dass das Buch leider nur wenig Spannung bietet. Ich hätte mir ein paar Highlights, Wow-Momente oder Plot-Twists gewünscht, da die Geschichte eher gemächlich vor sich hin plätschert.

Fazit:
»The Sky in your Eyes« ist eine sehr einfühlsame Liebesgeschichte über Selbstzweifel, Selbstliebe, Akzeptanz und das zarte Band zweier Menschen, die so viel mehr verbindet, als sie zunächst annehmen.
3,5/5 Sterne

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