Profilbild von PrinzessinButterblume

PrinzessinButterblume

Lesejury Star
offline

PrinzessinButterblume ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PrinzessinButterblume über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2025

Fesselnd, düster, erschreckend - großartig!

Der Gott des Waldes
0

Wir schreiben das Jahr 1975. Vor 14 Jahren ist ein Junge im Ferien-Camp der Van Laars spurlos verschwunden - und nicht nur irgendein Junge, sondern der kleine Sohn der Van Laars. 14 Jahre später scheinen ...

Wir schreiben das Jahr 1975. Vor 14 Jahren ist ein Junge im Ferien-Camp der Van Laars spurlos verschwunden - und nicht nur irgendein Junge, sondern der kleine Sohn der Van Laars. 14 Jahre später scheinen sich die Ereignisse zu wiederholen. Als Barbara, die Tochter der Van Laars im Sommer selbst zur Camp-Teilnehmerin wird, ist auch sie plötzlich verschwunden. Was ist passiert? Warum ereilt schon wieder die selbe Familie dieses schreckliche Unglück? Und was hat "Der Schlitzer" damit zu tun, der sowohl damals als auch heute die Wälder rund um das Camp durchstreifte?

"Der Gott des Waldes" war mein erstes Buch von Liz Moore und ich kann jetzt schon sagen, dass es nicht mein letztes gewesen sein wird. Diese Frau kann einfach großartig schreiben. Ihr Erzählstil hat mich ein bisschen an Donna Tartt erinnert, eine meiner absoluten Lieblingsautoren.

Die Geschichte wird aus einer handvoll verschiedener Charaktere erzählt und springt zwischen eben so vielen Zeitebenen hin und her. Was auf den ersten Blick verwirrend erscheinen mag, war es beim Lesen aber zu keinem Zeitpunkt. Durch die Kapitelüberschriften und einen kleinen Zeitstrahl zu Anfang jedes Kapitels, wusste man immer sofort, wo man sich gerade bewegte und ich habe mich sehr gut durch die Handlung geführt gefühlt. Wenn überhaupt wurde durch dieses Springen, die ohnehin schon drastische Spannung nur nochmal erhöht.

Die Stimmung im Ferien-Camp und in den umliegenden Wäldern, auf dem Anwesen der Van Laars, aber auch in der angrenzenden Ortschaft, wurden ganz wunderbar beschrieben. Wir begleiten Camp-Teilnehmerinnen, Betreuerinnen, aber auch die Polizei bei ihren Ermittlungen. Es werden sehr viele wichtige Themen aufgegriffen und es geht viel um soziale Ungleichheit, um Macht und der Umgang mit ihr, aber auch Moral, Feminismus, Trauma, Klassenkampf - in diesem Buch steckt viel drin, viele schwere Themen, aber sie werden alle mit viel Gefühl behandelt und man hat bei allen das Gefühl, dass sie super zu der Story passen und nicht nur da sind, um da zu sein, sondern weil sie wirklich etwas zu sagen haben. Dadurch hat sich das Lesen wirklich rund angefühlt.

Über den Handlungsverlauf will ich gar nicht zu viel sagen, um nicht zu spoilern. Am besten lässt man sich einfach auf die Geschichte ein und schaut, wo sie einen hinträgt. Es ist ein sehr sogvoller Ritt, der mir großen Spaß gemacht hat und mich diesen Schinken in zwei Tagen hat durchlesen lassen.

Abschließend kann ich nur eine große Leseempfehlung aussprechen. "Der Gott des Waldes" gehört jetzt schon zu meinen Jahreshighlights und ich freue mich darauf, mehr von dieser talentierten Autorin zu entdecken!

Veröffentlicht am 11.12.2024

Verführerischer Klassiker

Carmilla
0

Laura lebt mit ihrem Vater auf einem Anwesen in der Steiermark. Eines Tages bekommen die beiden Besuch von der rätselhaften Carmilla und ihrer Mutter. Schnell ist Laura fasziniert und regelrecht besessen ...

Laura lebt mit ihrem Vater auf einem Anwesen in der Steiermark. Eines Tages bekommen die beiden Besuch von der rätselhaften Carmilla und ihrer Mutter. Schnell ist Laura fasziniert und regelrecht besessen von der schönen Carmilla und eine intensive Freundschaft entsteht. Wenn Larua nur nicht mit jedem Tag immer schwächer werden würde und da nur nicht all die unheimlichen Albträume von spitzen Eckzähnen und schwarzen Katzen wären ...

"Carmilla" ist ein Klassiker, den ich vor Jahren bereits auf englisch gelesen habe. Über diese Übersetztung, die das Buch den deutschen Lesern auch endlich in einer ansprechenden Aufmachung präsentiert, habe ich mich wirklich gefreut. So macht es Freude, diesen Klassiker der Vampirromane zu entdecken.

Für mich ist es unvergleichbar, wie Sheridan Le Fanu die Faszination von Carmilla beschreibt und auch das Verhältnis in das Laura schlittert. Das schafft eine unheimliche und betörende Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Gegen Ende ist es dann doch ein bisschen arg klassischer Vampirroman, aber das tut dem unheimlich starken Hauptteil keinen Abbruch.

So verführerisch habe ich Vampire noch nie erlebt - da können auch Stephanie Meyers Glitzerwesen nicht mithalten. Ganz große Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.10.2024

Göttliches Vergnügen

The Games Gods Play – Schattenverführt
0

Lyra wird ausgewählt Championesse für Hades, den Gott der Unterwelt, bei den Crucibles anzutreten. Diese göttlichen Spiele bestehen aus zwölf Aufgaben, die die Auserwählten für ihre Götter spielen müssen ...

Lyra wird ausgewählt Championesse für Hades, den Gott der Unterwelt, bei den Crucibles anzutreten. Diese göttlichen Spiele bestehen aus zwölf Aufgaben, die die Auserwählten für ihre Götter spielen müssen und an dessen Ende für den Gott mit dem Gewinner die Götterkrone winkt. Lyras einziges Ziel ist Überleben, denn die Aufgaben können leicht tötlich enden, aber Hades verfolgt ganz eigene Pläne ...

Ich bin kein typischer Fantasy/Romantasy-Leser, aber manchmal packt mich doch die Lust und ich greife zu diesem Genre, so war es auch mit "The Games the Gods play" und ich muss sagen, ich habe es keine Sekunde bereut. Eher im Gegenteil hat mich dieses Buch sehr positiv überrascht und ich hatte einen Heidenspaß beim Lesen. Hätte man mir vorher gesagt, dass der Schreibstil schon ziemlich flapsig ist und auch vor Umgangssprache und Kraftausdrücken nicht zurückschreckt, hätte ich es mir vielleicht doch zweimal überlegt, aber zum Glück war mir das vorher gar nicht so bewusst. Denn überraschenderweise ist hier genau das Gegenteil passiert - statt, dass mich die Sprache genervt hat, fand ich sie einfach nur köstlich. Lyras Tonfall war so flapsig, aber auch so lustig, dass ich mich oft dabei ertappt habe, wie ich laut lachen musste.

Die Handlung erinnert durch die Spiele im ersten Moment vielleicht ein bisschen an Panem, aber man merkt schnell, dass da etwas ganz anderes hintersteckt und sie auch ganz anders funktionieren. Es sind mehr Prüfungen, die zu bestehen sind und das fand ich wirklich spannend. Jede Herausforderung ist anders und kann nur anders bewältigt werden - aber eins haben sie alle gemein, sie können tötlich enden - und tun das durchaus auch. Also für Spannung ist definitiv gesorgt und oft fiel es mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen!

Natürlich haben wir auch eine kleine Lovestory. Häufig stört mich das oder ich finde die Annährung zwischen den Charakteren zu schnell, zu unglaubwürdig oder einfach ohne Chemie - nicht so hier. Bei "The Games the Gods play" passt einfach alles. Es ist ein bisschen Enemies to Lovers, ein bisschen Slow Burn, ein bisschen Spice (aber zum Glück nicht zu viel) und ganz viel Knistern. Ich mochte Hades sehr und auch die Schlagabtäusche zwsichen ihm und Lyra waren immer ein Vergnügen.

Aber auch abseits von der Lovestory kann die Geschichte mit jeder Menge ineressanten Charakteren aufwarten. Da sind zum einen die Götter, alle ein bisschen so, wie man sie sich auch vorstellt, aber dann doch auch wieder auf ihre ganz eigene Art grumpy. Generell hat mir der Mix zwischen historischen Sagenelementen und Moderne richtig gut gefallen. Auch beim Setting der Welt. Es mag im ersten Moment etwas seltsam wirken, harmoniert aber wirklich großartig wenn man sich darauf einlässt.

Ich kann nur eine große Leseempfehlung für "The Games the Gods play" aussprechen und bin schon seehr gespannt auf den zweiten Teil (einem ordentlichem Cliffhanger sei dank^^). Ein wirklcih sehr vergnügliches, lustiges, romantisches Götterbuch, das einfach nur Spaß macht.

Veröffentlicht am 01.10.2024

Aktuell, aufwühlend, fesselnd

Das Comeback
0

Vor einem Jahr ist der ehemalige Kinderstar Grace Turner kurz vor Verleihung der Golden Globes von einem Tag auf den anderen aus dem Rampenlicht verschwunden. Niemand weiß, wo sie hin ist oder warum - ...

Vor einem Jahr ist der ehemalige Kinderstar Grace Turner kurz vor Verleihung der Golden Globes von einem Tag auf den anderen aus dem Rampenlicht verschwunden. Niemand weiß, wo sie hin ist oder warum - bis sie ein Jahr später wieder auftaucht, aber da ist nichts mehr so wie vorher. Grace muss ihren Platz in der Hollywood-Welt neu definieren, sie muss alte Beziehungen beleben oder beenden, aber am wichtigsten, sie trifft wieder auf den Mann, unter dem sie jahrelang gelitten hat. Und Grace muss sich ihrer Vergangenheit stellen und sich selbst neue definieren - wer ist sie? Ist sie mehr als Ables Opfer?

"Das Comeback" ist ein packendes und auch beklemmendes Buch, das hinter die glitzernde Fassade von Hollywood, aber auch von Kinderstars blickt. Ein wichtiger Beitrag zur Me-too-Debatte, aber auch ganz generell zum Thema Missbrauch, gleich ob durch den Missbrauch von Macht oder sexueller Handlungen. Ich musste beim Lesen oftmals schlucken, vor allem mit dem Gedanken, dass die Handlung sich auch in der echten Welt genauso hätte zugetragen haben können - oder noch schlimmer, sich noch immer zuträgt. Es geht um das Thema Opfer - wie definiert man sich, ohne nur das Opfer zu sein? Wie spricht man überhaupt über geschehenes, wenn man sich sicher ist, dass einem niemand glauben wird? Und was macht das mit einem? So viel schon mal vorweg - auch der missbräuchliche Konsum von Alkohol und Drogen spielen keine ganz unerhebliche Rolle in der Geschichte.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Grace erzählt, die immer wieder zurück in die Vergangenheit springt, sodass wir in Erinnerungen erleben, wie es zu dem heutigen Stand der Dinge gekommen ist. Manchmal wirkt die Handlung dabei vielleicht etwas sprunghaft oder konfus, aber das passt perfekt zu dem zerrütteten Zustand, in dem sich Grace befindet. Wir lernen jede Menge Stars und Sternchen kennen, sind an Film-Sets und in Villen am Strand - aber was auf den ersten Blick so glitzernd klingt, ist hier oft einfach nur trostlos, beklemmend und schmierig - kurz realistischer. Das Buch liest sich wirklich schnell mit, weil man sehr mit Grace mitfiebert und einfach nur so sehr hofft, dass sie es schafft, sich von Ables Einfluss zu befreien. Ob ihr das gelingt werde ich jetzt natürlich nicht verraten.

"Das Comeback" ist ein sehr eindrückliches Buch mit einem leider sehr aktuellen Thema, das noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient - aber abgesehen von der Ernsthaftigkeit ist es auch einfach ein sehr gut geschriebenes Buch, das Spaß macht zu lesen!

Veröffentlicht am 02.09.2024

Pures Wohlfühlbuch für jung und alt

Agency for Scandal
0

Izzy Stanhope ist nicht unbedingt das Musterbeispiel, wie eine junge Dame, in der Regency Zeit zu sein hatte - sie kann Schlösser knacken, ist nicht auf den Mund gefallen und Mitglied der Agency for Scandals. ...

Izzy Stanhope ist nicht unbedingt das Musterbeispiel, wie eine junge Dame, in der Regency Zeit zu sein hatte - sie kann Schlösser knacken, ist nicht auf den Mund gefallen und Mitglied der Agency for Scandals. Einer Agentur von Detektivinnen, die Skandale in der High Society aufdeckt und für die Rechte von Frauen kämpft. Und so ganz nebenbei ist Izzy auch noch in einen äußerst charmanten Duke verliebt. Doch dann wird ausgerechnet besagter Duke in einen Juwelen-Diebstahl vermittelt ...

"Agency for Scandals" ist ein unglaublich charmantes Buch, so voller cozy Vibes. Ich bin in Izzys Welt abgetaucht und habe da ein paar ganz wundervolle Stunden verbracht. Laura Wood hat einen tollen Schreibstil, voller Humor und Augenzwinkern und sie schafft es ganz wunderbar die Atmosphäre von Villen, Herrenhäusern und Theatern zu erschaffen. Ihre Beschreibungen der damaligen Zeit sind einfach toll.

Und auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen - allen voran natürlich Izzy, die mit ihrem Doppelleben als Lady und Detektivin so einiges zu jonglieren hat. Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist wie das Thema Feminimus aufgeriffen wurde - denn die damalige Zeit war jetzt ja wirklich nicht besonders Frauen freundlich, aber durch die Agentur hat das Buch definitiv einen feministischen Touch, der aber so gelungen und glaubwürdig eingebaut ist, dass er trotzdem perfekt in die Zeit, und natürlich vor allem in die Geschichte, zu passen scheint.

Insgesamt hat mir "Agency for Scandals" wirklich viel Spaß gemacht und ich freue mich total, dass es kein Einzelband ist, sondern wir Izzy noch ein bisschen begleiten dürfen.