Profilbild von Amelien

Amelien

Lesejury Profi
offline

Amelien ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Amelien über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

Wenn Liebe und Tod die Zeit überdauern…

Our Infinite Fates
0

„Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich lieben.“ (Seite 9)

Stell dir vor, was dich liebt, vernichtet dich in jedem deiner Leben!
Was würdest du tun?
Ist es ein Fluch oder ein Versprechen?

Die ...

„Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich lieben.“ (Seite 9)

Stell dir vor, was dich liebt, vernichtet dich in jedem deiner Leben!
Was würdest du tun?
Ist es ein Fluch oder ein Versprechen?

Die Grundprämisse handelt von zwei Seelen, die sich über die Jahrhunderte hinweg begegnen, sich lieben und letztlich nie überleben.
Hier erwartet man als Leser ganz klar eine Geschichte voller Schmerz, Schönheit und ein bisschen Hoffnung. Eben eine tragische Liebesgeschichte.

Evelyn kann sich an all ihre früheren Leben erinnern, aber auch an all ihre Tode. Immer war es Arden, ihre große Liebe, der sie vor ihrem 18ten Geburtstag umbrachte. Doch diesmal ist etwas anders. Evelyn will einmal überleben, nicht für sich, sondern für ihre todkranke Schwester. Sie will ihr Leben retten – also muss sie auch ihr eigenes Leben retten.

Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Leser reist durch Zeiten und Länder. Und dabei erfahren wir mehr über Evelyn und ihre verschiedenen Inkarnationen. Doch jede Variante endet gleich. Mit dem frühzeitigen Tod. Die Wiederholungen unterstreichen die Tragik der Geschichte sehr gut, aber verlieren dadurch auch an Bedeutung, da es sich wie Schema F liest.

Arden blieb leider ziemlich blass innerhalb der Geschichte. Er war zwar das Gegenstück, doch wirkte mehr wie ein Schatten, nicht wirklich greifbar. Die Liebesgeschichte war mehr immer eine Begegnung, aber die Emotionen fehlten. Vielleicht hätten Kapitel aus Ardens Sicht der Geschichte gutgetan. So war er mehr nur eine Randfigur.

Der Schreibstil ist sehr poetisch und bildhaft, allerdings mit einigen Längen, welche die Geschichte kaum voranbrachten. Dafür mit schönen atmosphärisch beschriebenen Zeitsprüngen in verschiedenen Epochen.

Fazit: Das Buch hatte eine sehr schöne Idee, welche nicht ganz ausgeschöpft wurde, durch das sich immer wiederkehrende Muster. Vielleicht war es letztlich das Schicksal dieser Geschichte, sich immer zu wiederholen, weil es keine andere Möglichkeit zuließ?
Ein bisschen wie eine sich wiederholende Melodie von Leben und Tod.


⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Zwischen Dekadenz und menschlichen Problemen

Pineapple Street
0

Der nach Jane Austen klingende angepriesene Roman Pineapple Street von Jenny Jackson befasst sich mit dem Leben der Reichen. Der Leser erhält Einblick wie die wohlhabenden Stocktons, eine alte New York ...

Der nach Jane Austen klingende angepriesene Roman Pineapple Street von Jenny Jackson befasst sich mit dem Leben der Reichen. Der Leser erhält Einblick wie die wohlhabenden Stocktons, eine alte New York Familie in ihrer luxuriösen Welt mit banalen Dingen kämpfen.
Doch wie immer ist nicht alles Gold was glänzt. Die Familie hat genug Probleme. Die älteste Tochter Darley erkennt das Liebe nicht immer alles ist, wenn plötzlich die finanzielle Sicherheit infrage gestellt wird. Ihre jüngere Schwester Georgiana verliebt sich in den falschen und hadert mit ihrer Identität. Und dann ist da noch die Schwiegertochter Sasha, welche neu in dieser elitären Gesellschaft ist, sie kämpft darum akzeptiert zu werden. Soweit die Ausgangslage.

Jackson erzählt die Geschichte mit viel Witz und einem feinen Gespür für gesellschaftliche Zwischentöne. Dabei glänzt sie mit einem flüssigen Schreibstil und pointierten Dialogen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, privilegiert aber doch eben menschlich. Gerade Sasha ist der Anker der dem Leser eine bessere Sicht auf diese Welt nahe bringt, da sie diese von „außen“ betrachtet.

Kritik: Die Geschichte kratzt mir zu sehr an der Oberfläche. Ich hatte mir eher eine Gesellschaftskritische Note oder komplexe Charakterbeschreibungen gewünscht. Konflikte wie die Entscheidung, ein Sommerhaus in den Hamptons zu verkaufen, wirken mir hier zu banal und irgendwie langweilig. Mir fiel jetzt auch nicht wirklich eine Parallele zu Jane Austen auf, die so stark angeworben wurde. Jackson hat einen feinen Humor und ihr Blick auf familiäre Dynamiken mögen entfernt daran erinnern, doch fehlt mir hier der scharfsinnige gesellschaftliche Kommentar den eine Austen so gekonnt einsetzen konnte.

Abschließend möchte ich sagen, das Buch hat mich unterhalten. Ich habe zwar lange gebraucht es zu beenden, da es mich nicht fesseln konnte. Dennoch hatte ich angenehme Lesestunden und wurde in eine glamouröse Welt entführt. Tiefe Reflexionen über Reichtum, Privilegen und soziale Ungleichheit habe ich vergeblich gesucht, da sie nur in Ansätzen anklangen. Für mich ein Buch, welches zu unterhalten weiß, aber ich auch ganz klar sagen muss – durch die aufgezählten Kritikpunkte – man muss es nicht gelesen haben. Daher keine Weiterempfehlung meinerseits.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2024

Dramen am Limit

Alles, was ich geben kann – The Last Letter
0

„Du bist mehr als genug.“ (Seite 109)

Bei diesem Buch habe ich lange gesucht, um die passenden Worte zu finden.
Alles was ich geben kann – The last letter, ist ein sehr sehr sehr emotionaler Liebesroman ...

„Du bist mehr als genug.“ (Seite 109)

Bei diesem Buch habe ich lange gesucht, um die passenden Worte zu finden.
Alles was ich geben kann – The last letter, ist ein sehr sehr sehr emotionaler Liebesroman aus der Feder von Rebecca Yarros. Ich dramatisiere an dieser Stelle absichtlich und betone es, weil der Roman nichts anderes gemacht hat.

Aber zunächst einmal die wesentlichen Punkte und ein kurzer Umriss zur Handlung. Ella gerade mal 25 und schon alleinerziehende Mutter von sechsjährigen Zwillingen, erlebt ein Schicksalsschlag nach dem nächsten, um Spoiler zu vermeiden, werde ich sie an dieser Stelle nicht ausführen. Ella hat eine Brieffreundschaft mit dem Elitesoldaten Beckett, welchen sie aber nur unter dem Namen Chaos kennt. Nach dem Tod ihres Bruders, welcher Chaos gebeten hatte sich um seine Schwester zu kümmern, taucht Beckett bei ihr auf. Doch Beckett behält das Geheimnis ihrer Brieffreundschaft für sich und Ella mag keine Lügen. Wird sie die Wahrheit rausfinden?

Pro: Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Emotionen der Charaktere werden gut rübergebracht und es bleibt kaum ein Auge trocken. Außerdem gefällt mir das Setting der Geschichte, die Hütten in einer wunderschönen abgelegenen Landschaft. Weiterhin ist Beckett der schon fast zu perfekte Bookboyfriend, welcher sich liebevoll um Ella und ihre Kinder kümmert. Ein weiterer schöner Aspekt sind die Briefe der beiden, jedes Kapitel beginnt mit einem (hierbei hat meinen inneren Monk nur gestört, dass sie nicht chronologisch waren!!). Abwechselnd werden die Kapitel aus Ellas und Becketts Sicht erzählt, was ein noch tieferes mitfühlen erlaubt.

Contra: Dieser Punkt hat mich ehrlich sehr gestört. Die Autorin arbeitet hier mit einem übertriebenen Einsatz an dramatischen Schicksalsschlägen. Dadurch ist es kein seichter Liebesroman, sondern eher eine etwas zu erzwungene Tragödie. Die Handlung wird dadurch Vorhersehbar und nahezu von überbordendem Drama erdrückt. Ein weiterer Punkt welcher mich störte, war die schnelle Verliebtheit von Beckett, dass kam für mich nicht wirklich authentisch rüber.

Insgesamt fand ich das Buch okay, aber durch die schweren Themen fiel es mir nicht leicht es zu lesen. Wer hier ein romantisches und schönes Liebesbuch erwartet ist falsch. Es ist tragisch, traurig und beinhaltet nicht wirklich das Konzept einer herzerwärmenden Liebesgeschichte. Durch die obengenannte Kritik vergebe ich nur drei Sterne.


⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2024

Rückkehr in die Berge: Eine Hebamme kämpft um Akzeptanz

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
0

Wir schreiben das Jahr 1893 und befinden uns im bayerische Bergdorf Brannendorf, wo die junge Hebamme Maria nach ihrer Ausbildung in München zurückkehrt. Linda Winterberg schildert den schwierigen Weg ...

Wir schreiben das Jahr 1893 und befinden uns im bayerische Bergdorf Brannendorf, wo die junge Hebamme Maria nach ihrer Ausbildung in München zurückkehrt. Linda Winterberg schildert den schwierigen Weg einer jungen Frau, die als Findelkind in ihrer Heimat stets auf Ablehnung stieß und nun, als ausgebildete Hebamme, um Anerkennung und Vertrauen der Dorfbewohner kämpft. Besonders die alte Hebamme Alma, die sich durch Marias Rückkehr verdrängt fühlt, macht ihr das Leben schwer und lehnt Marias moderne Methoden ab.

In dem Buch passiert nicht sonderlich viel. Maria wird bei den Geburten, zu denen sie gerufen wird, teils freundlich empfangen, teils mit Misstrauen behandelt. Ein bisschen mehr Abwechslung und Tiefe hätten der Erzählung gutgetan, denn es wiederholt sich zuviel. Zudem sind einige Rechtschreibfehler enthalten. Solche Fehler trüben für mich den Lesegenuss.

Nichtsdestotrotz ist die Heldin Maria eine sympathische Figur, die trotz vieler Rückschläge niemals ihre Aufgabe aus den Augen verliert und mutig für das Wohl der Mütter einsteht. Die Darstellung der damaligen Schwierigkeiten – hohe Mütter- und Kindersterblichkeit, schmerzhafte Entbehrungen – bringt das harte Leben jener Zeit gut zur Geltung. Das Buch liest sich leicht und flüssig, doch manchmal verlor ich den Überblick bei den zahlreichen Geburten und Figuren.

Insgesamt ein ansprechender Auftakt zur "Kinder-der-Berge-Saga", der unterhält, jedoch ohne allzu viel Tiefe bleibt. Ein netter, leichter Roman, für den ich jedoch nur eine eingeschränkte Empfehlung ausspreche. Von mir bekommt das Buch 3 gutgemeinte Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.09.2024

Eine Familie im Schatten der Schuld

Even If I fall
0

„Jason war weg.
Meine Familie war zerbrochen.
Und Träume hatten keinen Platz mehr in diesem Albtraum, den wir lebten.“
(Seite 70)

Forbidden love

Ein Young Adult Roman der tief in die emotionalen und ...

„Jason war weg.
Meine Familie war zerbrochen.
Und Träume hatten keinen Platz mehr in diesem Albtraum, den wir lebten.“
(Seite 70)

Forbidden love

Ein Young Adult Roman der tief in die emotionalen und sozialen Herausforderungen einer Familie eintaucht, welche mit den Folgen eines Mordes leben muss. Die Geschichte wird aus der Perspektive der siebzehnjährigen Brooke erzählt, deren Bruder Jason für den Mord an seinem besten Freund verurteilt wurde. Seitdem lastet ein dunkler Schatten auf ihrer Familie und verändert ihr Leben dramatisch. Ihr einziger Trost das Eiskunstlaufen, bis sie Heath kennenlernt, den jüngeren Bruder des Opfers, es entwickelt sich eine verbotene Liebe.

Brooke kämpft mit der Ausgrenzung und Verachtung der Gemeinschaft, dadurch wird eine bedrückende Atmosphäre geschaffen, die den Leser auf emotionaler Ebene abholen soll. Auch das zentrale Element des Romans mit der verbotenen Liebe schafft eine spannende Prämisse. Jedoch bleibt stets der Hauptfokus auf der Aufklärung des Mordes sowie dem Umgang und der Verarbeitung mit diesem schrecklichen Geschehen. Dadurch gerät die Liebesgeschichte in den Hintergrund und erfährt eine weniger intensive Erzählung.

„Ich schaue aus dem Fenster. Die wenigen Bäume, an denen wir vorbeifahren, sind zwar keine Steineichen, trotzdem muss ich an den Jungen denken, der vielleicht an einer auf mich wartet, und an den Jungen, dessen Leben ausgelöscht wurde.“
(Seite 85)

Ein weiterer Punkt der in diesem Buch gut dargestellt wird, ist die Auswirkung die Jasons Tat auf alle Beteiligten hat. Einfühlsam schildert die Autorin wie tiefgreifend ein solches Ereignis das Leben aller Familienmitglieder beeinflussen kann und zeigt so die Zerbrechlichkeit und den inneren Kampf der Charaktere.

Die Geschichte ist randvoll mit emotionalen Themen, aber aufgrund der begrenzten Seitenzahl (379 Seiten) werden diese weniger vertieft. Genau wie die Auflösung des Mordes, welche mich irgendwie enttäuscht hat, da die Spannung des Romans auf diesem aufbaute.

Fazit:
Insgesamt ist „Even if i fall“ ein solides Buch, welches mich nicht komplett überzeugen konnte, da es viel Potenzial verschenkt, welches es aufgrund der emotionalen Themen haben könnte. Die Darstellung war mir persönlich insgesamt zu wenig und die Geschichte hat mich nicht wirklich emotional ergriffen und abgeholt. Positiv dagegen war die authentische Beleuchtung von Trauer, Schuld und Vergebung wie auch die spannende Liebesgeschichte durch den Trope „forbidden love“.

⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere