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Veröffentlicht am 09.11.2025

Spannender Öko-Thriller!

Waldestod
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Robert Preis hat hat seinen Kriminalroman selbst als Endzeit-Thriller mit Mystery-Elementen bezeichnet, der den Klimawandel düster in der nahen Zukunft beschreibt.

Ich finde, das ist ihm wirklich gut ...

Robert Preis hat hat seinen Kriminalroman selbst als Endzeit-Thriller mit Mystery-Elementen bezeichnet, der den Klimawandel düster in der nahen Zukunft beschreibt.

Ich finde, das ist ihm wirklich gut gelungen. Sein Schreibstil war wie dafür gedacht, das Buch in sehr kurzer Zeit durchzulesen. Er schickt die junge Journalistin Emmi nach Rabenwald, da sich im Höllengrund ein schweres Unwetter mit Überschwemmungen und Toten ereignet hat. Die Dorfbewohner sind alles andere als freundlich und der nahe Wald zu einer Hütte, die ihr ein Kollege für die Dauer der Berichte zur Verfügung gestellt hat, ist auch eher unheimlich, scheint sie doch von dort ein unheimliches Flüstern der Bäume zu hören. Nachdem sie bei Erkundigungen auch noch Männer in Schutzanzügen im Wald sieht, die ihr scheinbar nachstellen, wird es für Emmi bald gefährlich.

Die beklemmende und nervöse Spannung, die einen durchfährt, wenn man spät abends durch einen Wald spazieren geht, konnte ich regelrecht spüren. Manchmal haben sich meine Nackenhaare aufgestellt bei jedem Knacken eines Zweiges.

Im Mittelpunkt steht dabei der fortschreitende Klimawandel, der unsere Umwelt und unsere Lebensbedingungen beeinträchtigt und hier am Waldsterben verdeutlicht wird. Der Wald ist nicht nur Sauerstoffgarant, sondern auch in der Lage, CO2-Emmissionen zu binden. Wie Robert Preis im Nachwort zutreffend sagt, der Wald braucht uns nicht, aber wir den Wald. Wäre Wald auf der Erde komplett verschwunden, wären wir binnen kurzer Zeit tot.

Emmi hat mir mit ihrer Charakterstärke und dem Willen herauszufinden, was es mit den Männer in Schutzanzügen auf sich hat, gut gefallen. An ihrer Seite ist Severin Moser, ein Dorfbewohner, der immer in brenzligen Situationen auftaucht und Emmi hilft.

Ein weiterer im Buch angesprochener Kritikpunkt ist die Presse. Sehr oft werden nur der Auflagen willen reißerische Artikel verfasst. Im Buch betrifft dies den scheinbar unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang, wodurch die Menschen mehr als nur verunsichert werden. Sichtbar wird das an der Person von August, dem Freund von Emmi.

Die Geschichte war von Anfang an spannend und wurde zum Ende hin noch intensiver und nervenaufreibender. Das Ende hat mich überrascht.

Allerdings frage ich mich, ob es sich bei dem Buch um einen Krimi oder ein Thriller handelt. Ich denke, weder noch. Auf alle Fälle aber ist ein spannendes und gut lesbares Buch zu einem der wichtigsten Themen unserer Zeit, nämlich unsere Umwelt für uns und die Nachkommen zu schützen und zu erhalten.

Ich gebe dem Buch aus dem Emons Verlag daher 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Toller Auftakt einer neuen historischen Eifelkrimireihe

Ein Echo aus stählerner Zeit
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Wer Krimis mit Lokalkolorit mag, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1946) spielen, ist hier genau richtig.

Der junge Schmied Karl hat zusammen mit seinem besten Kumpel Werner den Krieg überlebt ...

Wer Krimis mit Lokalkolorit mag, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1946) spielen, ist hier genau richtig.

Der junge Schmied Karl hat zusammen mit seinem besten Kumpel Werner den Krieg überlebt und sie kehren in ihr Dorf Disselbach bei Bitburg in der Eifel zurück und versuchen, wieder Fuß zu fassen. Das Leben ist nicht so einfach, man ist mit seiner Familie alleingestelt, auch wenn es große Nachbarschaftshilfe gibt, es gibt französische Besatzungstruppen und dann gibt es in der Nähe auch noch ein Lager für Kriegsflüchtlinge, die von den Dorfbewohnern argwöhnisch beobachtet werden. Dann kommt Werner durch eine Mine im Wald ums Leben. Karl entdeckt an der Unglücksstelle Ungereimtheiten und so beschließ er, das Unglück zu untersuchen. Ihm zu Seite steht dabei die Dorflehrein Fräulein Schneebach. Allerdings gerät Karl bald selbst in den Mittelpunkt der Untersuchungen durch französische Soldaten und einen hartnäckigen und unangenehmen deutschen Polizeiinspektor.

Die Story hat mir gut gefallen. Die Protagonisten wirken lebensnah und sehr authentisch, sie sind keine Superhelden mit messerscharfem Verstand, sondern Menschen wie Du und ich. Sie haben ihre Stärken und Schwächen. Es tauchen sodann auch Personen auf mit einem sehr dunklen Hintergrund auf und es wird klar, dass die letzen Jahre noch nicht ganz aufgearbeitet sind und es immer noch Unbelehrbare gibt.

Ralf Lano zeigt an vielen Stellen, was er von der damigen Zeit vor Kriegsende hält. Das spricht er über seine Protagonisten aus, was mir sehr gut gefallen hat.

Langsam, aber stetig wächst die Spannung und durch eine fulminante Wendung wird die Angelegenheit für Karl und die Lehrerin immer brenzliger.

Der Sprachstil ist einfach gehalten, aber präzise und schreckt auch nicht vor blutigen Szenen zurück.

Einziger Kritikpunkt sind die für meinen Lesegeschmack etwas zu langen Kapitel.

Diesen Krimi, der in 2023 erschien und 390 Seiten aufweist, kann ich sehr gerne empfehlen. Er ist der Auftak teiner mehrbändigen historischen Eifelkrimi-Reihe.

4,5 von 5 ⭐️

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Spannender 2.Teil der Serienkiller-Reihe

Die Tochter des Serienkillers
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Bestimmen die Gene, wer man ist?

Das fragt Alice Hunter in ihrem packenden Thriller Die Tochter des Serienkillers mit dem Untertitel Liegt Dir Mord im Blut?

Eine provokative Frage, auf die wir in spannender ...

Bestimmen die Gene, wer man ist?

Das fragt Alice Hunter in ihrem packenden Thriller Die Tochter des Serienkillers mit dem Untertitel Liegt Dir Mord im Blut?

Eine provokative Frage, auf die wir in spannender Art und Weise eine interessante Antwort bekommen. Bereits Die Frau des Serienkillers konnte mich überzeugen anhand des tollen Schreibstils und der packenden Story. Und auch hier konnte ich das Buch nicht aus der Hand leben.

Jenny und Mark leben mit ihren kleinen Kindern in einem schönen Vorort. Diese Idylle trübt sich, als eine Frau spurlos verschwindet. Diese ist eine heimliche Affäre von Mark gewesen, deren Verschwinden die Beziehung erneut straucheln lässt. Jenny hingegen hat nachts schlafwandlerische Aussetzer und wacht irgendwann morgens überall auf, nur nicht im Bett, zum Teil auch verschmutzt, ohne zu wissen, was sie in der Zwischenzeit gemachthat. Panik steigt allmählich in ihr auf, da Erinnerungen an ihren Vater, den Serienkiller, auftauchen und sie sich fragt, ob und was sie mit dem Verschwinden zu tun haben könnte..

Aus der jeweiligen Sicht von Jenny und Mark erlebt man hautnah mit, welche Auswirkungen das Verschwinden der Frau auf die Beziehung der beiden hat. Jenny wird allmählich mehr und mehr von ihrer Vergangenheit eingeholt. Wie wirkt es sich aus, als Tochter eines Serienkillers aufzuwachsen? Man fragt sich immer mehr, inwieweit Jenny ihre Finger im Spuel gat und ob sie vielleicht sogar in der Lage ist zu töten

Hinzu kommt, dass beide, Jenny und Mark, jeweils Geheimnisse voreinander haben und gerade auch deswegen die Spannungen, Zerwürfnisse und Vorwürfe sich häufen. Dabei häufen sich die Szenen, anhand derer ich immer mehr davon ausging, das die eingangs gestellte Frage zu bejahen ist.

Die Kapitel sind erfreulich kurz gehalten, man will unbedingt weiterlesen und man erfährt nach jeder Situation auch die Sichtweise des anderen.

Immer wieder werden auch die Gedanken einer weiteren Person mitgeteilt. Ständig ist man am Miträtseln, doch durch einige Wendungen erfährt man erst spät die Auflösung, die mir gut gefallen hat.

Diese beiden Bücher muss man gelesen haben.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen ⭐️

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Veröffentlicht am 01.03.2025

rasant, knackig, tödlich!

The Twenty
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Wow! Das war ja ein toller Thriller. Ich habe schon lange nicht mehr ein so spannendes Buch gelesen wie dieses. Die Seiten konnte ich gar nicht so schnell umblättern wie ich eigentlich lesen wollte. ...

Wow! Das war ja ein toller Thriller. Ich habe schon lange nicht mehr ein so spannendes Buch gelesen wie dieses. Die Seiten konnte ich gar nicht so schnell umblättern wie ich eigentlich lesen wollte. Schon ab den ersten Seiten hatte das Buch mich so richtig gecatcht. Es beginnt ja gleich mit einer Menge Leichen auf einer Müllhalde, die teilweise übelst zugerichtet sind. Die Ermittlungen gestalten sich wie immer schwierig. Doch durch Hinweise auf einen lebenslänglich verurteilten Serienmörder kommt allmählich Fahrt auf. Dabei geraten auch die Ermittler ins Visier des Mörders. Zwischendurch gibt sich auch der Mörder in zahlreichen Kapiteln ein Stelldichein. Seine kranken Gedanken und Fantasien gibt er hier zum Besten. Gänsehaut pur.

Die ermittelnden Polizeibeamten in der Gestalt von DCI Adam Bishop und DS Jamie Hoxton waren mir als eingespieltes Team von Anfang an sympathisch. Gut gefallen haben mir die persönlichen und familiären Aspekte, die hinter den Personen vor der Öffentlichkeit verborgen sind. Somit fiebert man mit ihnen um so mehr mit, je gefährlicher es für sie wird.

Es gibt zahlreiche drastische und böse Wendungen, die mich umgehauen haben. Zittern en masse. Viele kurze Kapitel sowie ein knackiger und präziser Schreibstil runden den für mich positiven Gesamteindruck ab.

In diesem Jahr bisher der beste Thriller, den ich gelesen habe und natürlich auch jedem empfehlen kann.

4,75 von 5 ⭐️

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Was Kinder Unheimliches zeichnen.....

Schlafenszeit – Albträume erwachen, wenn diese Tür sich schließt
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Schlafenszeit von Jason Rekulak ließ es nicht zu, an meine eigene Schlafenszeit zu denken. Dieser gelungene Grusel-Thriller schaffte es, dass ich fast durchgehend lesen wollte. Der überaus gelungene ...

Schlafenszeit von Jason Rekulak ließ es nicht zu, an meine eigene Schlafenszeit zu denken. Dieser gelungene Grusel-Thriller schaffte es, dass ich fast durchgehend lesen wollte. Der überaus gelungene Schreibstil hatte bei mir eine kleine Sogwirkung entfaltet, ich wollte unbedingt wissen, wie die spannende Geschichte ausging.

Mir war Mallory gleich sehr sympathisch. Gut 20 Monate clean nach Medikamenten- und Drogenkonsum bekommt sie als Kindermädchen die einmalige Chance, auf den 5jährigen Teddy der Eheleute Maxwell aufzupassen. Sie kann in einem umgebauten Pavillon auf dem Anwesen leben. Sie kommt gut klar mit Teddy, der gerne zeichnet, wären da nicht manchmal seltsame, verstörende Bilder, die Teddy zeichnet, die wohl einen Mord darstellen. Und dann erfährt Mallory, dass vor Jahren wohl eine Frau ermordet wurde, deren Geist sein Unwesen treibt. Teddys imaginäre Freundin Enya scheint irgendwie damit zu tun zu haben.

Ich bin kein großer Fan von Geistergeschichten, aber hier in gut dosierter Form mit immer seltsameren Bildern war meine Neugierde doch schnell geweckt. Die Story nimmt seinen Lauf. Immer wieder werden auch die Zeichnungen von Teddy eingestreut, die das Lesen fördern, aber auch den Rätselspaß eminent erhöhen. Es gibt zahlreiche Plotzwists, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Sukzessive steigt die Spannung an. Was letztlich herauskommt, hat mich umgehauen, war für mich nicht hervorsehbar. Wie es weitergeht ist schon filmreif. Der etwas andere Epilog ließ dann meinen Adrenalinspiegel in ungefährliche Bereiche absinken, er war emotional und einfühlsam und auch sprachlich anders verfasst.

Es zwar gab auch ein paar Längen, aber das war nicht schlimm.

Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

4,5/5 ⭐️



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