Profilbild von downey_jr

downey_jr

Lesejury Star
online

downey_jr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit downey_jr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2025

Magisches Kinder-Fantasy-Abenteuer in den Wolken

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
0

Es gibt aktuell eine schier unendliche Anzahl von Fantasy-Reihen für Kinder, daher finde ich es sehr schön, dass mit "Artemis - Abenteuer auf dem Meer der Wünsche" auch mal ein Einzelband erscheint, der ...

Es gibt aktuell eine schier unendliche Anzahl von Fantasy-Reihen für Kinder, daher finde ich es sehr schön, dass mit "Artemis - Abenteuer auf dem Meer der Wünsche" auch mal ein Einzelband erscheint, der nicht Auftakt zu einer neuen Reihe ist.

Zum Inhalt:
Weil Artemis in der Schule schlechtere Leistungen gebracht hat, soll sie nun auf den ersehnten Ostsee-Urlaub mit ihrer besten Freundin verzichten und stattdessen während der Ferien auf eine Art "Eliteschule" gehen um dort im Sommer den Lernstoff wieder aufzuholen. Davon ist sie natürlich wenig begeistert. Ihr gefällt es in dieser Schule so überhaupt nicht, die Charaktere und die Konkurrenz der anderen Kinder passen überhaupt nicht zu ihr. Doch dann kommt plötzlich alles ganz anders:
Als sie eigentlich nur ein wenig frische Luft schnappen möchte, landet sie völlig unerwartet und plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes, der "Dreamcatcher". Deren Besatzung besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor dem machtgierigen Baron Horazio beschützen. Artemis findet sich in einer völlig neuen Welt wieder, in der es vor Gefahren und magischen Abenteuern nur so wimmelt. Wird sie es gemeinsam mit ihren neuen Freund*innen schaffen, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten?

Das Buch ist wirklich sehr spannend und unterhaltsam geschrieben, manchmal (besonders am Anfang) geht es vielleicht sogar etwas zu schnell voran mit den Ereignissen, so dass man kaum mitkommt. Doch dann ist man doch recht schnell in der Geschichte drin und fiebert mit, man muss einfach immer weiterlesen, bis hin zum fulminanten Finale.

Das schön gestaltete Cover passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

Mein Lieblingszitat:
"Zu erkennen, wer wir wirklich sind, das ist der größte Schatz vom allen."

Das Buch ist meiner Meinung nachempfehlenswert für Kinder, die Freude an actionreichen Geschichten mit jeder Menge Magie und Fantasie haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2025

Elli und der Wunsch nach einem Raum für sich allein

Ein Zimmer für mich allein
0

Die neunjährige Elli (eigentlich Elizabeth, benannt nach der Queen) lebt mit ihren zwei Brüdern und ihrer alleinerziehenden Mutter in einer viel zu kleinen Wohnung. Ihr größter Wunsch ist ein eigenes Zimmer, ...

Die neunjährige Elli (eigentlich Elizabeth, benannt nach der Queen) lebt mit ihren zwei Brüdern und ihrer alleinerziehenden Mutter in einer viel zu kleinen Wohnung. Ihr größter Wunsch ist ein eigenes Zimmer, indem sie eine Rückzugsmöglichkeit aus dem turbulenten Alltag finden könnte.
Nur dank ihrer beste Freundin Nursemin übersteht sie Tag für Tag das Chaos.
Ob zu ihrem zehnten Geburtstag ihr größter Wunsch endlich erfüllt wird?
Frauke Angel hat hier ein sehr schönes Buch für Kinder ab ca. 10 Jahren geschrieben, in dem die Themen Freundschaft und Zusammenhalt ebenso wie Alltagsrassismus, Integration, Krieg/Flucht und alleinerziehende Eltern auf kindgerechte Art verarbeitet werden. Der Aufbau und Schreibstil haben mir sehr gut gefallen. Die mittellangen Kapitel sind gut lesbar, die Charaktere allesamt authentisch.
Das Cover ist sehr schön und treffend gestaltet. Ein paar Illustrationen im Buch wären wünschenswert gewesen, aber ansonsten ist das Buch wirklich empfehlenswert.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2025

Sehr persönliches Buch: Aufarbeitung einer Mutter-Tochter-Beziehung / Trauerarbeit

Erbgut. Was von meiner Mutter bleibt
0

"Ich weiß sehr wohl, dass dieses Buch meine Mutter über die Maße verletzt und gekränkt hätte. Ich weiß, dass viele sagen werden, man solle die Tote ruhen lassen. Doch das ist der Punkt: Die Tote kann ...

"Ich weiß sehr wohl, dass dieses Buch meine Mutter über die Maße verletzt und gekränkt hätte. Ich weiß, dass viele sagen werden, man solle die Tote ruhen lassen. Doch das ist der Punkt: Die Tote kann nicht ruhen, solange ihr Rätsel ungelöst bleibt."

Die Autorin Marlen Hobrack begann mit der Arbeit an ihrem Buch „Erbgut“ direkt nach dem Tod ihrer Mutter, als der Schock darüber noch frisch war. Sicherlich ist dieses Buch ein Stück Trauerarbeit, heilsam und wichtig zugleich. Das Buch ist gleichzeitig auch eine Art Aufarbeitung einer Mutter-Tochter-Beziehung, einerseits sehr persönlich, andererseits kann es auch durchaus hilfreich und heilsam für alle sein, die ein schwieriges bzw. zwiegespaltenes Verhältnis zur eigenen Mutter haben.

"Man kann seine Mutter nicht heilen. Man sollte es gar nicht erst versuchen."

Als Marlen Hobracks Mutter stirbt, hinterlässt sie eine Wohnung, die vollgestopft ist mit vielen Dingen: Massen an Steppdecken, Vitaminpillen, Tupperdosen, Putzmittel, Keramikfiguren und anderem, alles im Übermaß.
Doch sie hinterlässt auch jede Menge Erinnerungen, gute wie schlechte, Kindheitstraumate und auch Gedanken an die eigene Vergangenheit, denn die Mutter hatte es selbst nicht leicht, war das ungeliebte Kind ihrer eigenen Mutter, was diese ihr auch immer gezeigt hatte.
Marlen Hobrack muss die Wohnung ihrer Mutter ausmisten, die Dinge loswerden, die Gefühle und Gedanken verarbeiten. Das ist Scherstarbeit, physisch, aber vor allem emotional. Vor allem die Frage, wieviel „Erbgut“ sie von der Mutter in sich hat, beschäftigt sie stark.

„Das Erbgut ist diese Angst: Wie viel meiner Mutter steckt in mir? Werde ich sein, wie meine Mutter gewesen ist?“

"Dann die bedrückende Erkenntnis: dass ich an meiner Mutter am meisten ablehne, was ich selbst tue. Dass ich mich in ihr erkenne, aber nicht wiedererkennen will. Deswegen das Aussortieren, das zur Gewohnheit gewordene ausmisten, das sich wie ein Befreiungsschlag anfühlt."

"Jeder Akt des Aufräumens bestätigt, dass ich nicht bin wie meine Mutter. Jedes Aufräumen ist der Beweis, dass ich ich bin."

Das Buch ist sehr ehrlich, offen und authentisch geschrieben. Viele Gedanken und Gefühle kann man sehr gut nachempfinden und man kommt nicht umhin, über sein eigenes Leben und Verhältnis zur Mutter nachzudenken.

"Kein Mensch sollte Massen von irgendetwas besitzen. Massen von Dingen, Massen von Geld. Kein Mensch sollte seine Verluste und Traumata mit dem massenhaften Konsum von Gegenständen ver¬arbeiten können. Das Problem ist so alt wie die Konsumgesellschaft.“

"Erbgut. Schreibt sich die Arbeit dem Körper ein? Wird er geformt, über Generationen hinweg, wird er optimiert für ein Leben, das aus Arbeit besteht? Körper lassen sich formen, bis zu einem gewissen Grad."

"Am Ende steht keine tiefere Erkenntnis, sondern die Ordnung. Sie ist wiederhergestellt, das rechte Maß gefunden. Doch die traurige Erkenntnis muss lauten: nachträglich lässt sich das Leben meiner Mutter nicht ordnen. Der Prozess des Ordnens kann nur für diejenige, die ihn ausgeführt hat, katharisch sein."

Ein Buch, das stark zum Nachdenken anregt über die Fragen, wer wir sind, wie wir sind und warum; empfehlenswert für alle Töchter (und Mütter).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2025

Coming-of-Age-Roman mit bedrohlicher Grundstimmung

Licht zwischen den Bäumen (Steidl Pocket)
0

Der Roman "Das Licht zwischen den Bäumen" von Una Mannion spielt 1981 in den USA, im Bundesstaat Pennsylvania. Am letzten Schultag vor den Sommerferien ist die 14jährige Libby mit ihrer Mutter und ihren ...

Der Roman "Das Licht zwischen den Bäumen" von Una Mannion spielt 1981 in den USA, im Bundesstaat Pennsylvania. Am letzten Schultag vor den Sommerferien ist die 14jährige Libby mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern im Auto unterwegs. Die Stimmung im Wagen ist angespannt, die Mutter genervt. Libbys jüngere Schwester Ellen reizt die Mutter, woraufhin diese die Zwölfjährige am Straßenrand aussetzt, mitten im Wald, es wird langsam dunkel. Die Geschwister protestieren, doch die Mutter bleibt hart und fährt weiter. Dieser Augenblick wird alles verändern.
Man hätte es nicht erwartet, doch Ellen kehrt zurück, mitten in der Nacht und stark verletzt. Libby und ihre Geschwister beschließen, der Mutter nichts zu sagen, um keinen Ärger zu bekommen, da Ellen getrampt war. Doch was in dieser Nacht geschehen war, wird noch weitere Kreise ziehen...
Das Buch ist in einer eher ruhigen Tonart geschrieben, mit vielen Naturbeschreibungen, die Autorin hat es nicht eilig.

"Im Wald verändern sich die Geräusche; alles verklingt vor dem Summen des Untergrunds und dem leisen Rascheln des Laubs oben im Blätterdach, das Licht bündelt sich zu einzelnen Wolken, alles ist nur noch Grün und Licht und Schatten. "Die Stille des Grüns", wie mein Vater immer aus einem Gedicht zitierte. Ich wusste nicht genau, was das bedeuten sollte, aber unter den geheimnisvollen Worten lag ein Gefühl, dass ich begriff. Die Stille des Grüns, diese Stille Gelassenheit des Waldes."

Es herrscht eine düstere Grundstimmung, die ganze Zeit liegt etwas Bedrohliches in der Luft. Die Beschreibung der fünf Geschwister und ihrer Beziehung zueinander fand ich sehr treffend und gut gelungen. Besonders in Libby konnte man sich gut hineinversetzen, da der Roman aus ihrer Sicht erzählt ist.
Auch den Schmerz der Kinder über den Verlust des Vaters konnte man gut nachempfinden, ebenso die Dynamik in dieser kaputten Familie. In dieser Familie wird über vieles geschwiegen, was letztlich auch zu den tragischen Ereignissen dieses Romans beiträgt.

"Ist dir klar, was du getan hast, Libby?", brüllte Mom mich an. Und die anderen, selbst Marie, hatten mich angeschaut, als wollte ich uns alle ruinieren. Ich hatte das Schweigegelübde gebrochen, an das wir uns in allen Dingen hielten, und das jetzt war ein weiterer Beleg dafür, dass uns allen Schlimmes drohte, wenn ich Geheimnisse an Fremde ausplauderte."

Das Verhalten der Mutter konnte ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, wenn auch ihr Charakter sehr authentisch beschrieben war. Was für ein Mensch muss das sein, der sich so wenig um seine Kinder kümmert?
Gegen Ende der Geschichte spitzt sich die Lage zu und es wird immer spannender, bis zu einem fulminanten Finale.
Dennoch bin ich etwas zwiegespalten bei diesem Buch. Aufgrund des Klappentextes uns der Leseprobe hatte ich ein wenig mehr erwartet. Es ist wieder mal so ein Roman, der nicht wirklich schlecht war, aber auch nicht herausragend. Atmosphärisch ist der Roman insgesamt gelungen, das Schreibstil gut lesbar, aber das gewisse Etwas hat mir leider dennoch gefehlt. Ich vergebe schlussendlich 3,5 Sterne.

Positiv hervorzuheben ist allerdings noch das wirklich wunderschön gestaltete Cover!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.04.2025

Coming-of-Age-Roman mit bedrohlicher Grundstimmung

Licht zwischen den Bäumen
0

Der Roman "Das Licht zwischen den Bäumen" von Una Mannion spielt 1981 in den USA, im Bundesstaat Pennsylvania. Am letzten Schultag vor den Sommerferien ist die 14jährige Libby mit ihrer Mutter und ihren ...

Der Roman "Das Licht zwischen den Bäumen" von Una Mannion spielt 1981 in den USA, im Bundesstaat Pennsylvania. Am letzten Schultag vor den Sommerferien ist die 14jährige Libby mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern im Auto unterwegs. Die Stimmung im Wagen ist angespannt, die Mutter genervt. Libbys jüngere Schwester Ellen reizt die Mutter, woraufhin diese die Zwölfjährige am Straßenrand aussetzt, mitten im Wald, es wird langsam dunkel. Die Geschwister protestieren, doch die Mutter bleibt hart und fährt weiter. Dieser Augenblick wird alles verändern.
Man hätte es nicht erwartet, doch Ellen kehrt zurück, mitten in der Nacht und stark verletzt. Libby und ihre Geschwister beschließen, der Mutter nichts zu sagen, um keinen Ärger zu bekommen, da Ellen getrampt war. Doch was in dieser Nacht geschehen war, wird noch weitere Kreise ziehen...
Das Buch ist in einer eher ruhigen Tonart geschrieben, mit vielen Naturbeschreibungen, die Autorin hat es nicht eilig.

"Im Wald verändern sich die Geräusche; alles verklingt vor dem Summen des Untergrunds und dem leisen Rascheln des Laubs oben im Blätterdach, das Licht bündelt sich zu einzelnen Wolken, alles ist nur noch Grün und Licht und Schatten. "Die Stille des Grüns", wie mein Vater immer aus einem Gedicht zitierte. Ich wusste nicht genau, was das bedeuten sollte, aber unter den geheimnisvollen Worten lag ein Gefühl, dass ich begriff. Die Stille des Grüns, diese Stille Gelassenheit des Waldes."

Es herrscht eine düstere Grundstimmung, die ganze Zeit liegt etwas Bedrohliches in der Luft. Die Beschreibung der fünf Geschwister und ihrer Beziehung zueinander fand ich sehr treffend und gut gelungen. Besonders in Libby konnte man sich gut hineinversetzen, da der Roman aus ihrer Sicht erzählt ist.
Auch den Schmerz der Kinder über den Verlust des Vaters konnte man gut nachempfinden, ebenso die Dynamik in dieser kaputten Familie. In dieser Familie wird über vieles geschwiegen, was letztlich auch zu den tragischen Ereignissen dieses Romans beiträgt.

"Ist dir klar, was du getan hast, Libby?", brüllte Mom mich an. Und die anderen, selbst Marie, hatten mich angeschaut, als wollte ich uns alle ruinieren. Ich hatte das Schweigegelübde gebrochen, an das wir uns in allen Dingen hielten, und das jetzt war ein weiterer Beleg dafür, dass uns allen Schlimmes drohte, wenn ich Geheimnisse an Fremde ausplauderte."

Das Verhalten der Mutter konnte ich leider überhaupt nicht nachvollziehen, wenn auch ihr Charakter sehr authentisch beschrieben war. Was für ein Mensch muss das sein, der sich so wenig um seine Kinder kümmert?
Gegen Ende der Geschichte spitzt sich die Lage zu und es wird immer spannender, bis zu einem fulminanten Finale.
Dennoch bin ich etwas zwiegespalten bei diesem Buch. Aufgrund des Klappentextes uns der Leseprobe hatte ich ein wenig mehr erwartet. Es ist wieder mal so ein Roman, der nicht wirklich schlecht war, aber auch nicht herausragend. Atmosphärisch ist der Roman insgesamt gelungen, das Schreibstil gut lesbar, aber das gewisse Etwas hat mir leider dennoch gefehlt. Ich vergebe schlussendlich 3,5 Sterne.

Positiv hervorzuheben ist allerdings noch das wirklich wunderschön gestaltete Cover!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere