Leserunde zu "Der rote Swimmingpool" von Natalie Buchholz

Unsere erste gemeinsame Leserunde mit dem Hanser Verlag
Cover-Bild Der rote Swimmingpool
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Natalie Buchholz (Autor)

Der rote Swimmingpool

Roman

Adams Mutter ist schön und wird von allen bewundert, sein Vater ist lebenshungrig und erfolgreich. Nichts kann sie trennen, denkt Adam, der kein Kind mehr ist und noch kein Mann. Bis es dann doch passiert: Sein Vater verschwindet ohne ein Wort. Seine Mutter sagt ihm nicht, was los ist. Und Adam tut etwas, das er besser gelassen hätte. Leichtfüßig und mit großer Wärme erzählt Natalie Buchholz in ihrem Debütroman von einer Vorzeigefamilie, die sich selbst zerstört. Sie erzählt, wie eine große Liebe zerbricht und eine neue beginnt. Denn während Adam versteht, dass nichts im Leben perfekt ist, kommt der Sommer und mit ihm das Mädchen, das ihn dazu bringt, sich endlich auf seinen eigenen Weg zu machen.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 02.04.2018 - 22.04.2018
  2. Lesen 07.05.2018 - 27.05.2018
  3. Rezensieren 28.05.2018 - 10.06.2018

Bereits beendet

Wie viel Wahrheit verträgt die Liebe? Ein Debütroman über das Ende einer perfekten Familie und einen Sommer, in dem alles neu beginnt.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit "Der rote Swimmingpool" unsere erste gemeinsame Leserunde mit dem Hanser Verlag anbieten können! Der Roman ist das Debüt von Natalie Buchholz, die 1977 geboren wurde und heute mit ihrer Familie in München lebt. Sie wird die Leserunde begleiten und freut sich schon auf eure Fragen! Während der Lesephase wird sie sich zwei Mal in der Woche Zeit nehmen, diese zu beantworten.

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 04.06.2018

Erwachsen werden kann weh tun

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Adams Eltern scheinen ein Traumpaar zu sein. Sie ist Französin, eine etwas zerstreut - liebevolle Mutter, charmant und alle Schul- und Jugendfreunde Adams scheinen für sie zu schwärmen. Der Vater ist als ...

Adams Eltern scheinen ein Traumpaar zu sein. Sie ist Französin, eine etwas zerstreut - liebevolle Mutter, charmant und alle Schul- und Jugendfreunde Adams scheinen für sie zu schwärmen. Der Vater ist als erfolgreicher Unternehmensberater sehr viel unterwegs, aber die Vater-Sohn-Beziehung ist fest und vertrauensvoll.

Doch dann bricht Adams Welt in Stücke, die Eltern trennen sich, über die Gründe schweigen sich Beide aus und Vater Wictor bricht den Kontakt völlig ab. Er weigert sich mit seinem Sohn zu sprechen, ist weder telefonisch, noch persönlich für ihn zu erreichen. Die Mutter geht zurück nach Paris und Adam ist völlig isoliert und dann verliert auch noch die letzte Bindung zu seinem Elternhaus, denn Wictor zieht sofort mit seiner neuen Beziehung und deren Kindern ein. Das führt zu einer Kurzschlusshandlung von Adam, die ihn vors Jugendgericht bringen wird und so lernen wir Adam kennen: bei der Ableistung seiner aufgebrummten Sozialstunden.

Das Buch zeigt das Innenleben eines Teenagers, dessen Leben völlig aus den Fugen geraten ist. Er hat Halt und Vertrauen verloren. Aber er reift auch an seinen Erfahrungen. Mir hat Adam als Figur besonders gut gefallen, sensibel und mit Sympathie schildert die Autorin diesen Charakter. Für mich strahlte der ganze Roman sehr viel Optimismus und Empathie für die Schwierigkeit des Erwachsen-werdens aus. Daneben gefiel mir auch der subtile Humor, die immer wieder witzigen Aktionen und Dialoge. Auch bei allen Nebenfiguren trifft der Roman immer den richtigen Ton.

Für mich war das Ende ein sehr befriedigender, weil optimistischer Abschluss. Es zeigt Adam als einen gereiften, gefestigten jungen Mann. Er ist mit diesem Familiendrama stärker geworden und kann auf seinen Vater zugehen. Mehr noch, er gibt seinem Vater nun den Halt und die Aussicht auf einen Neubeginn, die er zuvor gebraucht hätte und zu der der Vater nicht fähig war.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe mich wie ein stiller Beobachter in dieser Familie gefühlt, war also immer ganz nah dabei. Das ist ein Buch, dem ich auch viele junge Leser wünsche.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Spannender, unterhaltsamer Roman mit Nachdenkpotenzial

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Mutter, Vater, Kind – eine Familie wie sie im Buche steht, genau das sind Adam und seine Eltern. Jahrein, jahraus gehen sie liebevoll miteinander um, unterstützen sich gegenseitig und verstehen sich quasi ...

Mutter, Vater, Kind – eine Familie wie sie im Buche steht, genau das sind Adam und seine Eltern. Jahrein, jahraus gehen sie liebevoll miteinander um, unterstützen sich gegenseitig und verstehen sich quasi blind. Doch plötzlich ist es vorbei mit der Harmonie, alles zerbricht, die Familie ist keine mehr. Adam weiß weder warum die Familie zerbrochen ist, noch wie er damit umgehen soll.
Aus dem liebevollen und verständnisvollen Umgang miteinander wird ein angespanntes Verhältnis. Adam fühlt sich alleingelassen, weiß nicht wie er sich gegenüber seinen Eltern verhalten soll. Niemand redet mit Adam, die Gründe für den Zusammenbruch der Familie liegen im Dunkeln und das bleibt nicht folgenlos. Im zweiten Zeitstrang ist das Verhältnis zu den Eltern noch angespannt, doch das rückt dank Adams neuer Bekanntschaft, Tina in den Hintergrund.

Die Autorin erzählt auf zwei Zeitebenen eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Einmal erfährt der Leser scheibchenweise, was sich in der Vergangenheit bis zu einem verhängnisvollen Fehler abspielte, andererseits erhält er Einblicke in die Gegenwart. Diese mit jedem Kapitel wechselnden Stränge machen die Geschichte vielschichtig und interessant. Von Beginn an war ich gut in der Geschichte drin, beide Zeitebenen haben mir sehr gut gefallen und interessiert (häufig gefällt mir ein Zeitstrang besser als ein anderer, hier war das erfreulicherweise nicht so).
Der Schreibstil ist extrem gut gelungen. Locker und flüssig verfasst, könnte man das Buch sicher auch an einem Nachmittag lesen.

Neben der interessanten Geschichte haben mich auch die Charaktere weitgehend überzeugt. Sie sind zwar allesamt nicht gerade gewöhnlich, aber ihre Eigenarten sind unterhaltsam und man interessiert sich schnell für sie und ihr Leben – das galt in meinem Fall auch für weniger wichtige Charaktere. Trotzdem konnte man nicht immer gleich jede Verhaltensweise nachvollziehen, manche kann ich auch jetzt noch nicht verstehen, bzw. machte es mich stellenweise wirklich sauer, wie die Eltern so mit ihrem Sohn, den die eigentlich lieben (oder lieben sie sich selbst mehr?), umgehen konnten…

In sich war dieser gut lesbare Roman sehr stimmig und kaum eine Frage offen gelassen.

Ein beeindruckendes Debüt, bei dem mir manches etwas zu vorhersehbar war, allerdings hat das der Geschichte keinen Abbruch getan, denn spannend und unterhaltsam blieb sie trotzdem.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Hohes Lesevergnügen mit bitterem Nachgeschmack

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Wenn die Eltern sich trennen, ist das immer ein tragischer und tiefer Einschnitt. Er verändert das bisherige Leben, es verändert dich selber und das, wie du deine Umwelt wahrnimmst. Adam erlebt, wie die ...

Wenn die Eltern sich trennen, ist das immer ein tragischer und tiefer Einschnitt. Er verändert das bisherige Leben, es verändert dich selber und das, wie du deine Umwelt wahrnimmst. Adam erlebt, wie die Liebe seiner Eltern von einem Tag auf den anderen verschwindet. Wie sich der Vater zurück zieht, nicht nur von seiner Mutter sondern auch von ihm. Ein Problem, das in vielen Familien existiert. Man spürt förmlich die seelischen Qualen von Adam, sein Unverständnis. Seine Eltern waren doch sein glänzendes Vorbild. Er wird förmlich aus der Bahn geworfen und er kann beim besten Willen nicht verstehen, wie es so weit kommen konnte. Vor allem der Egoismus seiner Eltern hat mich erstaunt. Es war, als ob ihnen Adam völlig egal ist. Als ob er ein Ballast ist, dessen man sich entledigen muss. Dieses Verhalten ihm gegenüber lässt sein Verhalten in einem  ganz anderen Licht erscheinen.

Was mich wirklich von der ersten Seite an gepackt hat, war die Art und Weise, wie die Autorin die Menschen beschreibt. Einfühlsam, ehrlich, verbittert, glücklich, hart und weich. Die Beziehungen zwischen Adam, seiner Mutter und seinem Vater, aber auch zu seinem besten Freund und seiner ersten großen Liebe haben mich sehr berührt. Auch die Art und Weise wie der Roman aufgebaut ist, hat mir sehr gut gefallen. Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich ab. Man erfährt erst relativ spät, was alles in einem relativ kurzen Zeitraum vorgefallen ist und obwohl das Geschehen nicht ohne ist, kann man Adam verstehen und sein Handeln vielleicht nicht nachvollziehen aber nachempfinden warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Mein Fazit: Diese Buch geht zu Herzen und regt wirklich zum Nachdenken an. Ein Roman mit hohem Lesevergnügen aber einem bitteren Beigeschmack.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Fehler der Eltern erschweren dem Jugendlichen die Trennung zu verarbeiten

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„Der rote Swimmingpool“ steht für die perfekte, harmonische Vorzeigefamilie. Der Vater baute ihn extra für seine Frau, damit sie ihre Heimat und das Meer nicht so sehr vermisst.

Adam ist siebzehn Jahre, ...

„Der rote Swimmingpool“ steht für die perfekte, harmonische Vorzeigefamilie. Der Vater baute ihn extra für seine Frau, damit sie ihre Heimat und das Meer nicht so sehr vermisst.

Adam ist siebzehn Jahre, als seine Welt plötzlich und ohne Vorwarnung zerbricht. Sein Vater verlässt die Familie. Er bricht sogar den Kontakt zu Adam ab. Auch seine Mutter ist Adam keine wirkliche Hilfe. Sie lässt ihren Sohn ebenfalls im Ungewissen über die Trennungsgründe. Adam versteht die Welt nicht mehr. Aus all dieser Verzweiflung trifft Adam eine folgenschwere, falsche Entscheidung. Für die wird er auch zur Rechenschaft gezogen und wird zu Sozialarbeit verurteilt. Hierbei trifft er auf Tina. Sie wird ihm Stütze und wir dürfen die ersten Schritte einer aufkeimenden Liebe miterleben.

Das Verhältnis zu seinen Eltern ist angespannt, das Vertrauen verloren. Ob die drei es schaffen sich einander wieder anzunähern?

Natalie Buchholz führt uns durch Adams Geschichte mit zwei Erzählsträngen. Einmal Gegenwart nach der verhängnisvollen Tat, einmal wie es dazu kam. Diese Stränge wechseln sich kapitelweise ab. Anfangs hatte ich meine Probleme dieses System zu durchblicken, doch dann war es weiterhin kein Problem. Der Schreibstil hat mir persönlich sehr zugesagt. Er ist leicht und flüssig zu lesen. Bei entsprechender Freizeit kann ich mir vorstellen, das Buch in einem Rutsch lesen zu können.

Zu den Protagonisten ist zu sagen, dass sie alle irgendwie sehr speziell sind. Manches ist nachvollziehbar, manches nicht unbedingt auf den ersten Blick, wird aber schlüssiger, wenn man weiter liest, anderes macht einfach nur nachdenklich. Gerade der Egoismus der Eltern war für mich schwer zu verdauen, dennoch ist mir bewusst, dass dies teilweise sehr wohl Realität ist. Leider.

„Der rote Swimmingpool“ ist einerseits ein leicht lesbarer Roman, gleichzeitig aber regt er zum Nachdenken an. Die Geschichte wird harmonisch abgerundet und ließ bei mir keine Fragen offen. Ich empfehle das Buch für all jene, die gerne das Erwachsenwerden mit seinen gewöhnlichen bis ungewöhnlichen Problemen mitverfolgen wollen.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Toll gewähltes Thema für einen Debütroman

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In dem Debütroman von Natalie Buchholz geht es um den jungen Adam,der in einer gut behüteten, sehr liebevollen Familie aufwächst und kurz vor dem Abitur steht. Doch dann bricht seine Welt zusammen, als ...

In dem Debütroman von Natalie Buchholz geht es um den jungen Adam,der in einer gut behüteten, sehr liebevollen Familie aufwächst und kurz vor dem Abitur steht. Doch dann bricht seine Welt zusammen, als die Eltern sich trennen. Adam versteht die Welt nicht mehr und keiner sagt ihm den wahren Grund, zumal sein Vater den Kontakt mit ihm total verweigert.Dazu kommen die typischen Probleme und Sorgen eines Jungen auf dem Weg ins erwachsen werden. Selbst der Leser weiß den wahren Grund nicht,da der Roman in zwei Zeitebenen spielt, man erfährt in der zweiten Ebene lediglich,dass Adam irgendwelchen Mist gebaut haben muss, da er Sozialstunden abzuleisten hat. Er leistet diese bei alten Menschen und lernt dabei ein Mädchen kennen,Tina, in dass er sich verguckt. Leider findet auch sein bester Freund diese toll, so dass es auch da für ihn einiges an Problem gibt. Als er dann auch noch erfährt,dass sein Vater,mit einer neuen Frau und dessen Kindern in sein ehemaliges Zuhause zieht zerbricht seine Welt vollends.

Mein Fazit zu dem Buch:

Als ich das Buch in den Händen hielt war ich vollends begeistert.Was für ein mysteriöser Titel und was für ein toll gestaltetes Cover. Die Seiten flogen anfänglich nur so dahin und ich war gefesselt von der Geschichte und dem sehr flüssigen Schreibstil.Gut gefallen hat mir auch,dass man gleich zu Anfang erfährt,warum das Buch eben diesen Titel trägt. Da das Buch in zwei Zeitebenen spielt erfährt man auch ziemlich schnell, dass die anfangs so heile Familienwelt,anscheinend doch nicht so perfekt ist. Ich konnte das Buch bis zur Hälfte überhaupt nicht aus den Händen legen und war wie gefesselt von der Geschichte. Leider flaut es danach ein wenig für mich ab und wurde zum hin Ende hin doch ziemlich verwirrend, da mir die beiden Zeit Ebenen irgendwann einfach zu nah aneinander lagen und ich eben darum auch immer erst einmal überlegen musste wo die Geschichte nun gerade war. Ein paar Episoden haben mir auch nicht gefallen, so fand ich den Teil mit dem Onkel der sein Zimmer verwüstet,das manchmal doch sehr merkwürdige Verhalten der Mutter und die Story um Franzi, das dicke Baby und den fetten Kater doch ein wenig abgedreht und leider blieben am Ende des Buches ein paar Fragen offen.Trotz allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe 4 Sterne,alleine schon für das Thema der Geschichte und der sehr bildlich dargestellten Schreibweise. Ich würde jederzeit wieder ein Buch von Natalie Buchholz lesen und hoffe auf noch mehr von ihr.