Leserunde zu "Die Hochhausspringerin" von Julia von Lucadou

Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?

Willkommen in der Zukunft. In einer Welt, in der innere Ausgeglichenheit obligato­risch ist, Anpassung begehrenswert und die Transparenz total. Eine Welt, fast wie unsere.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit "Die Hochhausspringerin" eine weitere gemeinsame Leserunde mit dem Hanser Verlag anbieten können! Der Roman ist das Debüt von Julia von Lucadou, die 1982 in Heidelberg geboren wurde und promovierte Filmwissenschaftlerin ist. Sie arbeitete als Regieassistentin, Redakteurin beim Fernsehen und als Simulationspatientin. Unter "Fragen an die Autorin" könnt ihr euch direkt an Julia von Lucadou wenden.

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 02.07.2018 - 22.07.2018
  2. Lesen 06.08.2018 - 26.08.2018
  3. Rezensieren 27.08.2018 - 09.09.2018

Bereits beendet

Cover-Bild Die Hochhausspringerin
Produktdarstellung
(30)
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Idee

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

Julia von Lucadou (Autor)

Die Hochhausspringerin

Roman

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert? „Die Hochhausspringerin“ führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 02.09.2018

Everything's gonna be okay™?

3 1

Es ist kein wohliges Gefühl, das einen beim Lesen der Hochhausspringerin überkommt. Julia von Lucadous Debüt schildert eine nicht allzu weit von unserer Realität entfernte Dystopie, die uns darüber nachdenken ...

Es ist kein wohliges Gefühl, das einen beim Lesen der Hochhausspringerin überkommt. Julia von Lucadous Debüt schildert eine nicht allzu weit von unserer Realität entfernte Dystopie, die uns darüber nachdenken lässt, welche eingeschlagenen Wege wir vielleicht nicht weiter gehen sollten und was wirklich wichtig ist im Leben.

Zum Inhalt:
Riva ist erfolgreiche Hochhausspringerin, als sie plötzlich in eine depressive Verstimmung fällt, fast nur noch schweigend auf dem Boden sitzt und nicht mehr zum Training geht.
Hitomi ist Psychologin, die von Rivas Arbeitgeber dazu beauftragt wird, Riva aus ihrer Misere zu holen und wieder zum Springen zu animieren.

Meine Meinung:
Das Buch liest sich beinahe wie ein Film. Zu Beginn zoomen wir uns aus dem Universum kommend auf die Welt und beobachten fasziniert den Sprung einer Hochhausspringerin. Hochhausspringen ist eine an Turmspringen anmutende Sportart, die nur mithilfe eines "Jumpsuits™" nicht tödlich endet.
Daraufhin wechselt die Erzählperspektive und Ich-Erzählerin Hitomi erhält das Wort. Aus der (Kamera-)Perspektive beobachten wir mit ihr gemeinsam Riva: Eine athletische junge Frau mit vielen Fans und einer großen Karriere. Zunächst ist völlig unklar, warum sie sich aus ihrem erfolgreichen Leben zurückzieht. Sowohl Hitomi als auch Rivas Partner Aston verzweifeln nach und nach und auch dem Leser wird das Gefühl der Machtlosigkeit Hitomis im Laufe der Geschichte immer klarer vor Augen geführt.
Denn obwohl sie alle möglichen Hebel in Bewegung setzt und dabei letztlich auch einen innovativen, auf Riva zugeschnittenen Weg verfolgt, wird sie von ihrem Arbeitgeber mangels gewünschter Ergebnisse immer wieder negativ bewertet.
Diese im Roman geschilderte offene Bewertungskultur betrifft nicht nur das Arbeitsverhalten der Menschen, sondern auch deren körperliche Gesundheit wird permanent überwacht. Ist Hitomis Herzfrequenz zu hoch, wendet sie automatisch Beruhigungsstrategien an. Schläft oder bewegt sie sich zu wenig, kommt eine unter dem Deckmantel der Besorgnis geäußerte Anweisung des Vorgesetzten, dass sie sich mehr um sich selbst kümmern solle.
Alles ist also auf Effizienz ausgelegt in dieser Gesellschaft und als Mitglied bekommt man im Gegenzug für sein Funktionieren einen begehrten Platz in der privilegierten Stadt, dessen Verlust eine die Protagonistin Hitomi dauerhaft begleitende Angst und auch ihr Motor zum Weitermachen ist. Denn schafft man es nicht, die Anforderungen zu erfüllen, droht die Ausweisung in die Peripherien.
Da wir als Leser an Hitomis Wahrnehmung gebunden sind und sie bereits in einem Kinderaufzuchthaus der Stadt groß geworden ist, erfahren wir zwar leider nicht viel darüber, wie genau es in den Peripherien aussieht; aber diese Erzählperspektive lässt uns auch mit- und weiterdenken und besonders intensiv erfahren, wie es ist, ein Teil der dargestellten Welt zu sein.
Man hat zwischendurch ein wenig das Gefühl, dass die Geschichte eine Weile auf der Stelle tritt. Zu lange tut sich nichts mit Riva. Aber in Kombination mit dem klaren, emotionsarmen Schreibstil wird dem Leser auf diese Weise das Gefühl für die Situation der heimlichen Protagonistin Hitomi perfekt übermittelt: Sie schafft es trotz aller Analysen nicht, Riva wieder zum Funktionieren zu bringen, die Abhängigkeit von Rivas Verhalten ist existenzbedrohend hoch, deren Nichtstun schmerzt und lässt auch Hitomi in die Abstiegsspirale geraten.
Die Frage nach dem Warum von Rivas Ausstieg ist also lediglich eine zentrale Handlungskomponente. Die Verfolgung von Hitomis Leben, das sich im Absturz befindet, und die Frage, ob sie es schafft, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, stellt einen zweiten wesentlichen Handlungskern dar.

Fazit:
'Die Hochhausspringerin' schildert detailgetreu eine auf Effizienz und Funktionalität getrimmte "schöne neue Welt". Ein Roman, der durch seine besondere Sprache und genauen Beobachtungen zu fesseln vermag, und der zum Nachdenken anregt. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 02.09.2018

Kalt und Bizarr

1 0

Die Geschichte in einer bizarren und optimierten Welt, dystopisch und doch nicht allzu fern unserer digitalisierten Gegenwart, in der Brainhacking und Gehirnoptimierung bereits existieren, erzählt die ...

Die Geschichte in einer bizarren und optimierten Welt, dystopisch und doch nicht allzu fern unserer digitalisierten Gegenwart, in der Brainhacking und Gehirnoptimierung bereits existieren, erzählt die Autorin Julia von Lucadou in ihrem beeindruckendem Debüt „Die Hochhausspringerin“.

Totale Transparenz, Perfektionismus, Optimierung prägen das Leben der jungen Riva, eine Sportlerin und ein Star im Hochhausspringen, der ausbrechen möchte aus dem vergitterten Leben. Hitomi, eine Überwacherin weit weg von Riva, soll sie zurückholen ins perfekte gläserne Leben, dazu bewegen wieder zu trainieren und gefügig machen. Beiden Frauen droht im Falle von Hitomis Scheitern die Existenzvernichtung, der Abstieg und die Ausweisung aus dem leuchtenden Lebenszentrum in die Peripherien, ohne Bezug zur übrigen Gesellschaft, ein Leben in Schmutz, sich selbst überlassen und ohne Möglichkeit des Dienstes an der Gesellschaft.
In einer scheinbar perfekten, klinisch reinen, technisierten Gesellschaft, in der Entspannung und Ausgeglichenheit ebenso Pflicht sind wie das perfekte Funktionieren, um dienen zu können, ist das wohl das schlimmste Abseits, in das ihre Mitglieder geraten können.

Julia von Lucadou stellt auf sehr diffizile Weise die Menschlichkeit in einer perfekten Gesellschaft in Frage, unterwirft ihre Charaktere einer Prüfung, was bleibt wenn man all den Glanz, den Ruhm und die obligatorische Optimierung von Körper und Geist abkratzt. Sie wandelt dabei gekonnt auf dem schmalen Pfad von Begehrlichkeiten und Auflehnung, von verlangter Ausgeglichenheit und verhaltenem Zögern, setzt ihre Figuren existenziellen Entscheidungsfragen aus, und all das in einer glitzernden,völlig bizarren, detailliert gruseligen schönen neuen Welt a la „Big Brother“ oder „1984“.

Die Sprache fügt sich nahezu perfekt in das Geschehen ein. Knapp und kalt mit hackenden Sätzen liest sich der Roman mit zukunftsträchtigen Wortschöpfungen, die man aus dem normalen Sprachgebrauch (Gottseidank) nicht kennt.
Spannend entwickelt sich die Geschichte, mit hinreichendem Background zu den Figuren und einigen Überraschungen halte ich diesen Roman für äußerst gelungen, beängstigend, schockierend und aufrüttelnd, wenn man sich vor Augen führt, wie nahe wir schon an der hier beschriebenen optimierten Gesellschaft leben.

Veröffentlicht am 01.09.2018

Fremdbestimmung vs. Selbstbestimmung

2 1

In dieser Dystopie geht es um die existentiellen Probleme, die ein extrem fremdbestimmtes Leben mit sich bringen kann.
Julia von Lucadou macht uns bekannt mit Riva Karnovsky, einer Hochhausspringerin, ...

In dieser Dystopie geht es um die existentiellen Probleme, die ein extrem fremdbestimmtes Leben mit sich bringen kann.
Julia von Lucadou macht uns bekannt mit Riva Karnovsky, einer Hochhausspringerin, sehr beliebt und perfekt in ihrer attraktiven Rolle, die sich aber plötzlich aus diesem glamourösen Leben zurückzieht und in Lethargie verfällt. Dann ist da noch Hitomi Yoshida, die für Psy-Solutions arbeitet und durch geeignete Maßnahmen Riva reanimieren soll, damit sie sich wieder dem Highrise Diving zuwendet. Diese Maßnahmen bestehen in erster Linie aus minutiöser Überwachung, die Gründe für den Rückzug herausfinden und geeignete Therapiemöglichkeiten bieten soll.
Schnell wird deutlich, dass in dieser neuen Welt jeder permanent überwacht wird, bis in die Intimsphäre hinein, um die bestmögliche Optimierung der einzelnen Individuen zu gewährleisten, denn nur dann kann die Gesellschaft funktionieren. So wird auch Hitomi immer mehr bewußt, dass auch ihr Leben komplett fremdbestimmt ist, und wenn sie nicht funktioniert wie gewünscht, erfolgt der gesellschaftliche Abstieg, bis hinaus in die Peripherien, wo die Menschen bei ihren Biofamilien selbstbestimmt leben, aber eben nicht vollkommen sind.
Mir scheint es, als gehe es darum, sich zu entscheiden. Was möchte ich, Ruhm und Anerkennung, wobei ich mich dann aber in totale Fremdbestimmung begebe und mich anpasse, quasi meine eigene Persönlichkeit aufgebe. Oder möchte ich ein Individuum bleiben, selbstbestimmt, aber ohne Rückendeckung durch die Gesellschaft?
Offensichtlich ist Riva es leid, vom System vermarktet zu werden und im goldenen Käfig zu leben. Hitomi hingegen schätzt ein solches Leben, merkt aber sehr schnell, wie schwierig es ist, den gesellschaftlichen Ansprüchen dieser neuen Welt zu genügen.
Ein Sympathieträger ist keiner der Protagonisten, denn Hitomi missfällt mir durch ihren Ja-Sager Status, während ich über Rivas Beweggründe wenig erfahre, da der Roman aus Hitomis Sicht geschrieben ist. Ich denke aber, dass Rivas Aufbegehren ihr Wesen aufwertet.
Die Grundidee der Autorin ist lobenswert und in der heutigen Zeit keine reine Utopie mehr. Allerdings muss ich sagen, dass sich in der Umsetzung eine gewisse Langatmigkeit deutlich macht, denn es passiert einfach seitenweise nichts wirklich Neues, auf der einen Seite ständige Lethargie und auf der anderen permanente Überwachung. Besonders im Mittelteil war die Motivation zum Weiterlesen sehr niedrig. Zum Ende hin kam dann wieder deutlich mehr Spannung auf, denn Rivas und Hitomis weiterer Lebensweg wurde aufgezeigt.
Auf jeden Fall bringt einen die Geschichte um Riva und Hitomi zum Nachdenken. Wie ist unsere Rolle in der Gesellschaft und möchten wir daran etwas ändern?

Veröffentlicht am 10.09.2018

Ich lebe auf die einzige Weise auf die es sich zu leben lohnt: in der Gegenwart

0 0

Hitomi ist Wirtschaftspsychologin und gerade auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, als ihr der Fall der bekannten Hochhausspringerin Riva Karnovsky übertragen wird. Denn diese zieht sich plötzlich in ihre ...

Hitomi ist Wirtschaftspsychologin und gerade auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, als ihr der Fall der bekannten Hochhausspringerin Riva Karnovsky übertragen wird. Denn diese zieht sich plötzlich in ihre Wohnung zurück und weigert sich zu trainieren.
Hitomi stürzt sich in die Arbeit, aber egal wie lange sie Riva auch beobachtet, sie erkennt einfach keinen Grund für die apprupte Depression. Dazu kommt die Dringlichkeit des Falls und Hitomi wird immer panischer, denn wenn sie versagt wird sie abgeschoben, in die Peripherien, den Alptraum jedes normalen Bürgers...



Julia von Lucadou führt uns in ihrem ersten Buch gleich in eine Zukunft, die für jeden von uns ein abschreckendes Beispiel ist. Eine Welt der totalen Kontrolle und Überwachung, die leider gar nicht so weit von unserer eigenen entfernt ist.

"Die Hochhausspringerin" von Julia von Lucadou wird aus der Perspektive der jungen Wirtschaftspsychologin Hitomi Yoshida erzählt, die bei ihrem Job an ihre Grenzen kommt. Der wachsende Druck und die panische Angst in die Peripherien ausgewiesen zu werden sorgen bei ihr für einen langsamen innerlichen Zusammenbruch.
Ich habe beim lesen genau dieses Gefühl gespürt, das man hat wenn so krank wird, dass man sich auflöst und die eigene Welt Schritt für Schritt zerfällt.

Bei Riva war das anders. Ich konnte sie nicht so richtig nachvollziehen wie Hitomi, habe sie aber trotzdem in gewisser Weise verstanden.

Die Geschichte an sich spielt dabei in der nahen Zukunft, in der Hitomi erwachsen ist. Dennoch gibt es immer wieder Rückblicke in ihre Kindheit und ihrer dortigen besten Freundin Andorra, die nach all den Jahren immer noch in Hitomis Herz ist und vermisst wird.
Auch in Rivas Kindheit gibt es immer wieder Rückblicke, die von Hitomi analysiert werden um den Grund der plötzlichen Depression herauszufinden.

Der Prolog und damit erste Eindruck in das Buch ist sehr gut gelungen. Dabei wird Rivas Arbeit in genauester Weise beschrieben und ein wunderbarer Übergang ins erste Kapitel geschaffen. Aber ab da wird es verwirrend. Man erkenntnicht genau den Protagonisten und ob es ein Mann ist oder eine Frau. Der Bericht am Ende des ersten Kapitels hat mich dann völlig aus der Bahn geworfen und ich habe eine ganze Weile gebraucht,um wieder in das Buch reinzufinden und die Geschichte völlig zu kapieren.
Kurz gesagt: Wenn man nicht von Anfang an jedes Detail beachtet und sich merkt, ergibt die Geschichte nicht mehr viel Sinn und man muss zurückblättern um bestimmte Details zu entdecken.

Im Hauptteil wird dann vieles einfacher und das Buch nimmt einen so richtig mit.
Auch die Identität der zunächst noch geheimnissvollen Andorra wird nach und nach gelichtet, wobei ich mir bei ihr ein anderes Ende ausgedacht und die Erzählungen der ehemaligen Freundin nicht so apprupt gestoppt hätte. Wenigstens ein letztes Treffen, oder ein Abschied der beiden, aber so war es irgendwie blöd.

Das Finale Ende hab ich so nicht erwartet, denn auch dieser Teil kommt ziemlich plötzlich und abgehackt, aber trotzdem in gewisser Weise schön und abgerundet. Außerdem bleiben mehrer Fragen am Ende übrig, oder unklare Stellen. Ich weiß nur noch nicht, ob ich diese gut oder schlecht finden soll.



Alles in allem finde ich die Hochhausspringerin ein gelungener Scienes-Fiction Roman, der wie jedes andere Buch seine Höhen und Tiefen hat.
Er hat viele Gegensätze, die mich sehr beeindrucken, weil ich noch in keinem Buch zuvor eine solche Wiedersprüchliche Meinung hatte. Es ist auch kompliziert zu lesen, da man öfters Stellen wiederholen muss, aber das stört mich nicht wirklich.
Also auf mich hat das Buch einen sehr guten Eindruck gemacht und ich empfehle es an alle Leseratten weiter, die gerne Romane lesen, aber auch an alle anderen, denn diese Geschichte fasziniert glaube ich jeden, der sie gelesen hat.

Veröffentlicht am 09.09.2018

Düstere Dystopie

0 0

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass ...

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?

„Die Hochhausspringerin“ ist ein Roman, in dem es sehr viel um den gesellschaftlichen Status geht. Entweder, man ist erfolgreich oder muss zurück in die Peripherien. Alles wird stetig überwacht.

Während man zunächst den Eindruck hat, es würde um Riva gehen, eine Hochhausspringerin, die ihre Karriere beenden möchte, merkt man doch später, dass ihre Beobachterin Hitomi im Mittelpunkt steht, die in eine immer tiefer absinkende Spirale gerät. Es ist größtenteils sehr ruhig geschrieben, teilweise war es schon fast einschläfernd.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, konnte das Buch aber leider nicht so richtig retten. Es war sehr langatmig und enthielt kaum Spannung. Auch das Ende war sehr offen gehalten, in dem Fall hätte ich mir etwas ausführlicheres sehr gewünscht.