Leserunde zu "Das Mätressenspiel" von Martha Sophie Marcus

Intrigen und Ränkespiele am Hof von Hannover

Der Verlust ihres Bruders ändert für die junge Helena von Minnigerode alles, denn der Grundbesitz und die Privilegien, die bis dahin die Existenz der Familie gesichert hatten, gehen als Erbschaft unmittelbar an ihren nächsten männlichen Verwandten über – ihren Onkel Roderick. Und so bleibt Helena nichts anderes übrig, als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen.

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Besonders freuen wir uns, dass die Autorin die Leserunde begleiten wird. Im Bereich "Fragen an die Autorin Martha Sophie Marcus" könnt ihr euch direkt an sie wenden. Bitte achtet darauf, dass sie nur zwischen dem 04.06. bis 10.06. und dem 18.06. bis 24.06. online sein wird.

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 24.04.2018 - 21.05.2018
  2. Lesen 04.06.2018 - 24.06.2018
    Lesen
  3. Rezensieren 25.06.2018 - 08.07.2018
  1. Abschnitt 1, KW 23, Seite 1 bis 155 (inkl. Kapitel 16) bis 10.06.2018
  2. Abschnitt 2, KW 24, Seite 156 bis 292 (inkl. Kapitel 26) bis 17.06.2018
  3. Abschnitt 3, KW 25, Seite 293 bis Ende bis 24.06.2018
Cover-Bild Das Mätressenspiel
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Martha Sophie Marcus (Autor)

Das Mätressenspiel

Historischer Roman

Hannover, 1682: Die junge Helena von Minnigerode ist verzweifelt. Mit dem Tod ihres Bruders verlieren sie und ihre Mutter ihre gesamte Existenzgrundlage: Das Gut der Familie und sämtliche Privilegien gehen an ihren Onkel Roderick über. Helena bleibt nichts anderes übrig, als um die Aufnahme als Hofdame zu ersuchen. Nie hätte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet sie in das skrupellose Intrigenspiel zwischen Herzogin Sophie und Clara von Platen, der mächtigen Mätresse des Herzogs, geraten könnte.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Fragen an die Autorin Martha Sophie Marcus

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Hermione27

Mitglied seit 26.01.2017

Wer nicht liest, der lebt nicht.

Veröffentlicht am 04.06.2018 um 09:25 Uhr

Liebe Martha Sophie,

mir gefallen besonders die Abschnitte zu den Gartenthemen sehr gut, da ich selbst auch gerne gärtnere und mich an schönen Blumen und meinen bunten Stauden, Rosen etc. erfreue.
Wie bist Du denn auf dieses Thema gekommen?
Ich hoffe, wir dürfen noch weitere Exkurse hierzu erwarten?

Vielen Dank und herzliche Grüße,
"Hermione"

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Martha Sophie Marcus

Mitglied seit 09.08.2017

Ein gutes Buch ist eine Insel im Alltagsmeer.

Veröffentlicht am 04.06.2018 um 10:46 Uhr

Hermione27 schrieb am 04.06.2018 um 09:25 Uhr

Liebe Martha Sophie,

mir gefallen besonders die Abschnitte zu den Gartenthemen sehr gut, da ich selbst auch gerne gärtnere und mich an schönen Blumen und meinen bunten Stauden, Rosen etc. erfreue.
Wie bist Du denn auf dieses Thema gekommen?
Ich hoffe, wir dürfen noch weitere Exkurse hierzu erwarten?

Vielen Dank und herzliche Grüße,
"Hermione"

Liebe Hermione,

ich bin die Tochter einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Meine Mutter lebt nun leider schon seit über zehn Jahren nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen sehe ich sie meistens im Garten oder zumindest draußen in der Natur. Ohne den Beruf der Gärtnerin erlernt zu haben, hatte sie sich ein gewaltiges Wissen zu jedem Bereich der Gartengestaltung angeeignet – sei es zu exotischen Zierpflanzen, dem Gemüsenutzgarten, die Obstbaumpflege oder auch der ökologischen Pflanzenvergesellschaftung. Und dieses Wissen hat sie unermüdlich umgesetzt. Dabei folgte sie übrigens den Fußstapfen ihrer Eltern, denn auch meine Großeltern liebten ihren eigenen riesigen Garten.
Schon meine Kindheit war daher vom Gartenthema geprägt, und ich empfinde das als wunderbare Erinnerung. Während ich im Garten spielte, war meine Mutter dort mit Spaten, Hacke, Schere beschäftigt und kam gelegentlich zu mir (und den Schildkröten) herüber, um uns mit gerade reif gewordenen Erdbeeren oder Tomaten zu füttern.
Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als meine Mutter und meine Oma mit meiner Schwester und mir zum ersten Mal nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten fuhren. Und ganz gleich, ob einem die sehr spezielle, strenge Barock-Gartenkunst persönlich liegt oder nicht – der Faszination eines gepflegten Barockgartens kann sich wohl kaum jemand entziehen. Ich war jedenfalls schon damals gebannt davon, wie in diesem Park eine Art prunkvolles lebendes Gemälde aus Pflanzen geschaffen und erhalten wurde.
Es folgte noch einige Besuche dort mit meiner Familie, bei denen mir dann irgendwann auch die Statue von Herzogin Sophie, der maßgeblichen Schöpferin der Anlage, auffiel. Während des Studiums lag nicht nur eines meiner Vorlesungsgebäude an den Herrenhäuser Gärten, sondern auch mein Weg in die Stadt führte direkt dort vorbei. Und weil der Eintritt frei war, saß ich oft mit einem Buch in einem der ruhigen Winkel der Anlage. Dass ich später, als ich mich aus einer anderen Recherche-Richtung der Geschichte des Herzoghauses von Hannover näherte, wieder auf diesen Garten zurückkam, lag nahe.
Meinen eigenen Garten liebe ich übrigens auch sehr. Da ich aber niemals genug Zeit hätte, um so viel aus ihm zu machen, wie meine Mutter oder meine Oma es getan hätten, lasse ich ihn weitgehend wild wachsen und genieße einfach alles, was freiwillig dort gedeiht.

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Hermione27

Mitglied seit 26.01.2017

Wer nicht liest, der lebt nicht.

Veröffentlicht am 04.06.2018 um 17:35 Uhr

Martha Sophie Marcus schrieb am 04.06.2018 um 10:46 Uhr

Liebe Hermione,

ich bin die Tochter einer leidenschaftlichen Gärtnerin. Meine Mutter lebt nun leider schon seit über zehn Jahren nicht mehr, aber in meinen Erinnerungen sehe ich sie meistens im Garten oder zumindest draußen in der Natur. Ohne den Beruf der Gärtnerin erlernt zu haben, hatte sie sich ein gewaltiges Wissen zu jedem Bereich der Gartengestaltung angeeignet – sei es zu exotischen Zierpflanzen, dem Gemüsenutzgarten, die Obstbaumpflege oder auch der ökologischen Pflanzenvergesellschaftung. Und dieses Wissen hat sie unermüdlich umgesetzt. Dabei folgte sie übrigens den Fußstapfen ihrer Eltern, denn auch meine Großeltern liebten ihren eigenen riesigen Garten.
Schon meine Kindheit war daher vom Gartenthema geprägt, und ich empfinde das als wunderbare Erinnerung. Während ich im Garten spielte, war meine Mutter dort mit Spaten, Hacke, Schere beschäftigt und kam gelegentlich zu mir (und den Schildkröten) herüber, um uns mit gerade reif gewordenen Erdbeeren oder Tomaten zu füttern.
Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als meine Mutter und meine Oma mit meiner Schwester und mir zum ersten Mal nach Hannover in die Herrenhäuser Gärten fuhren. Und ganz gleich, ob einem die sehr spezielle, strenge Barock-Gartenkunst persönlich liegt oder nicht – der Faszination eines gepflegten Barockgartens kann sich wohl kaum jemand entziehen. Ich war jedenfalls schon damals gebannt davon, wie in diesem Park eine Art prunkvolles lebendes Gemälde aus Pflanzen geschaffen und erhalten wurde.
Es folgte noch einige Besuche dort mit meiner Familie, bei denen mir dann irgendwann auch die Statue von Herzogin Sophie, der maßgeblichen Schöpferin der Anlage, auffiel. Während des Studiums lag nicht nur eines meiner Vorlesungsgebäude an den Herrenhäuser Gärten, sondern auch mein Weg in die Stadt führte direkt dort vorbei. Und weil der Eintritt frei war, saß ich oft mit einem Buch in einem der ruhigen Winkel der Anlage. Dass ich später, als ich mich aus einer anderen Recherche-Richtung der Geschichte des Herzoghauses von Hannover näherte, wieder auf diesen Garten zurückkam, lag nahe.
Meinen eigenen Garten liebe ich übrigens auch sehr. Da ich aber niemals genug Zeit hätte, um so viel aus ihm zu machen, wie meine Mutter oder meine Oma es getan hätten, lasse ich ihn weitgehend wild wachsen und genieße einfach alles, was freiwillig dort gedeiht.

Liebe Martha,

ganz herzlichen Dank für Deine wunderbare und so ausführliche Antwort!
Das sind ja wirklich ganz wunderschöne Kindheitserinnerungen.

Meine Mutter und meine Oma haben auch ein sehr gutes Händchen für ihre Gärten (gehabt), so dass ich auch sehr nette Erinnerungen an meine Kindheit habe, die ich in den jeweiligen Gärten verbracht habe. Auch jetzt bekomme ich noch jedes Jahr von meiner Mutter selbstgezogene Tagetes, die meinen Garten verschönern, oder auch Ableger von Stauden etc.

Die Herrenhäuser Gärten klingen auch wirklich sehr beeindruckend. Leider war ich noch nie in Hannover, aber das muss ich mir wohl dringend einmal vornehmen!
Ich besichtige immer sehr gerne Gärten (z.B. auch in Sevilla oder Granada oder zuletzt in Dresden am Schloss Pilnitz).

Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Kapitel des "Mätressenspiels", wenn es auch weiterhin um die Gärten geht!

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Mila_Milnesium

Mitglied seit 06.04.2018

"A book is proof that humans are capable of working magic." Carl Sagan

Veröffentlicht am 06.06.2018 um 06:51 Uhr

Liebe Frau Marcus, vielen Dank für die schönen Lesestunden. Ich hätte zwei Fragen, wobei die eine wahrscheinlich Quatsch ist . Die erste: Wie muss ich mir Florianos Tonfall vorstellen, wenn er auf Gabrielles Drängen dann doch sagt, dass er sie vermissen wird? (S.20). Zuvor hat er sooo cool reagiert, indem er trocken sagt, "Ich wünsche dir Glück." und dann gibt er ja doch nach. Wie wäre die Leseanweisung für einen Hörbsprecher? Ironisch? Genervt? Traurig? Er tut mir eh leid, er hat Gabrielle ja eigentlich durchschaut und hängt trotzdem an ihrer Angel. Und hier die zweite, wahrscheinlich bescheuerte Frage: Als in Kapitel 12 bei der Gartenplanung der Satz fällt "Ich bin Gärtner und kein Baumeister." musste ich schmunzelnd an Doktor McCoy aus Star Treks denken, der ja immer mit "Ich bin Arzt und kein..." anfing. Ist das Zufall oder ein augenzwinkerndes Easter Egg? Herzliche Grüße

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Martha Sophie Marcus

Mitglied seit 09.08.2017

Ein gutes Buch ist eine Insel im Alltagsmeer.

Veröffentlicht am 06.06.2018 um 12:04 Uhr

Mila_Milnesium schrieb am 06.06.2018 um 06:51 Uhr

Liebe Frau Marcus, vielen Dank für die schönen Lesestunden. Ich hätte zwei Fragen, wobei die eine wahrscheinlich Quatsch ist . Die erste: Wie muss ich mir Florianos Tonfall vorstellen, wenn er auf Gabrielles Drängen dann doch sagt, dass er sie vermissen wird? (S.20). Zuvor hat er sooo cool reagiert, indem er trocken sagt, "Ich wünsche dir Glück." und dann gibt er ja doch nach. Wie wäre die Leseanweisung für einen Hörbsprecher? Ironisch? Genervt? Traurig? Er tut mir eh leid, er hat Gabrielle ja eigentlich durchschaut und hängt trotzdem an ihrer Angel. Und hier die zweite, wahrscheinlich bescheuerte Frage: Als in Kapitel 12 bei der Gartenplanung der Satz fällt "Ich bin Gärtner und kein Baumeister." musste ich schmunzelnd an Doktor McCoy aus Star Treks denken, der ja immer mit "Ich bin Arzt und kein..." anfing. Ist das Zufall oder ein augenzwinkerndes Easter Egg? Herzliche Grüße

Liebe Mila_Milnesium,
auf jeden Fall sind das mal ungewöhnliche Fragen, danke dafür.. Zur ersten:
»Ich werde dich vermissen«, sagte Floriano trocken, mit der Betonung auf dem >werde<.
Und zur zweiten (keineswegs bescheuerten) Frage: Ich bin Schriftstellerin und keine Literaturwissenschaftlerin. Aber ich bin sicher, dass die Autorin diese Easter-Egg nicht absichtlich versteckt hat.

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KatharinaHohenfels

Mitglied seit 04.03.2018

Wattpad: KatharinaHohenfels

Veröffentlicht am 06.06.2018 um 20:22 Uhr

Liebe Martha Sophie Marcus,
ich wollte Ihnen ein paar Fragen stellen.

Wie lange schreibe Sie schon? Und wann stand für Sie fest, dass Sie ein Buch schreiben wollen? Wie finden Sie die Motivation zum Schreiben?

Und jetzt, auf das Buch bezogen: Woher haben Sie den breiten Wortschatz des Adels? Woher haben sie diese Wortwahl, die der Adel gebraucht? Wie haben Sie sich ihn angeeignet?

Mir persönlich hat es gerade diese Wortwahl nämlich sehr angetan - fast schon der Grund, weshalb ich Ihr Buch am meisten mag. Ich habe selten so schöne Formulierungen lesen dürfen.

Liebe Grüße
Katharina Hohenfels

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Jenny12

Mitglied seit 20.09.2017

Wer liest....genießt :-)

Veröffentlicht am 06.06.2018 um 22:18 Uhr

Liebe Frau Marcus,
lesen Sie außer historischen Romanen gerne auch andere Bücher (Krimis,Phantasy,Literatur....)?
Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Wenn Sie beim Schreiben sind, gibt es da ein Suchtmittel, was nicht fehlen darf, wie z.B. Schokolade, Tee, Kaffee oder das Schnurren der Katze.....oder oder?
Liebe Grüße
Jenny

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Martha Sophie Marcus

Mitglied seit 09.08.2017

Ein gutes Buch ist eine Insel im Alltagsmeer.

Veröffentlicht am 07.06.2018 um 09:48 Uhr

KatharinaHohenfels schrieb am 06.06.2018 um 20:22 Uhr

Liebe Martha Sophie Marcus,
ich wollte Ihnen ein paar Fragen stellen.

Wie lange schreibe Sie schon? Und wann stand für Sie fest, dass Sie ein Buch schreiben wollen? Wie finden Sie die Motivation zum Schreiben?

Und jetzt, auf das Buch bezogen: Woher haben Sie den breiten Wortschatz des Adels? Woher haben sie diese Wortwahl, die der Adel gebraucht? Wie haben Sie sich ihn angeeignet?

Mir persönlich hat es gerade diese Wortwahl nämlich sehr angetan - fast schon der Grund, weshalb ich Ihr Buch am meisten mag. Ich habe selten so schöne Formulierungen lesen dürfen.

Liebe Grüße
Katharina Hohenfels

Hallo Katharina,
ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich dich duze. Du darfst das gern auch umgekehrt tun, das finde ich gemütlicher . (Das gilt natürlich für alle Mitleser hier).
In deiner Vorstellung hast du ja schon erwähnt, dass du gern schreibst, was mich freut. Ich vermute, dass deine Fragen auch daraus entspringen und versuche, sie entsprechend zu beantworten.
Wie lange schreibe ich schon?
Ich schreibe, seit ich es in der Grundschule gelernt habe. In den ersten zwanzig Jahren habe ich mich dabei auf Kurztexte und ausufernde Tagebücher beschränkt und nur äußerst selten jemandem etwas davon gezeigt. Bis zum Ende meines Studiums hatte ich nie die Absicht, professionell zu veröffentlichen, obwohl ich mich immer mit Literatur, Sprache und dem Schreibprozess auseinandergesetzt und extrem viel gelesen habe. Während des Studiums (Germanistik/Literaturwissenschaft, Soziologie und Pädagogik) dachte ich noch, ich würde auf der »Verwerterseite« enden und einen Job in der Verlagsbranche annehmen, was meine Sterne dann anders entschieden.

Wann stand für mich fest, dass ich ein Buch schreiben will?
Schon im Studium habe ich davon geträumt, eines Tages einen Roman zu schreiben, doch die Richtung war mir noch völlig unklar. Nach dem Studium hatte ich dann erst mal ein paar Jahre mit meinen kleinen Kindern zu tun, und für geistig-schöpferische Arbeit gab es wenig Gelegenheit. Gelesen habe in dieser Zeit aber auch sehr viel. Und irgendwann brauchten die Kinder dann meine Aufmerksamkeit nicht mehr so viel. Ich sah meine Chance, hatte inzwischen herausgefunden, welche Art von Belletristik mir am meisten liegt, und schrieb meinen ersten Roman. Den ich übrigens aus guten Gründen nie zur Veröffentlichung angeboten habe. Dann schrieb ich den zweiten, für den dasselbe gilt. Erst danach hatte ich den Bogen heraus und schrieb den dritten (»Der Rabe und die Göttin«), für den sich kein Verlag fand, weil das Thema angeblich nicht verkäuflich war. (Später wurde er doch noch veröffentlicht und hat sich ausgezeichnet verkauft.) Mein vierter Roman (»Herrin wider Willen«) war der erste, der veröffentlicht wurde. Was ich damit sagen möchte: Schreiben ist toll, lass dir den Spaß daran niemals nehmen. Auf eine Veröffentlichung hinzuarbeiten, erfordert hingegen eine Menge Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen.

Wie finde ich die Motivation zum Schreiben?
Meine Motivation liegt vor allem in den Themen und Personen meiner Geschichten. Wenn ich am Anfang der Planungsphase überzeugende Figuren geschaffen habe, die echt wirkende Hindernisse überwinden müssen, bin ich selbst gespannt darauf, wie es mit ihnen weitergeht und wie es mir gelingen wird, das zu erzählen. Im historischen Roman kommt hinzu, dass ich mein eigenes Interesse für eine Epoche oder ein geschichtliches Thema in eine Form gießen möchte, die auch für andere interessant und unterhaltsam ist, die sich sonst nicht viel mit Geschichte beschäftigen. Jedes Mal, wenn ich bei meinen Recherchen auf etwas stoße, was mein Interesse weckt, überlege ich gleich, wie sich das in einem Roman darstellen ließe.
Trotzdem gab es bisher bei jedem meiner Romane im Laufe der langen Zeit (etwa ein Jahr), die ich daran arbeite, Motivationsflauten. Da brauche ich dann etwas, ohne das man als Berufsautorin nicht existieren kann: eiserne Disziplin, die mich trotzdem jeden Morgen an den Schreibtisch zwingt.
Wenn es dir mit der Frage eher darum ging, wie du als noch experimentierende Autorin Themen und Anlässe zum Schreiben findest, dann rate ich dir, zu einem Buch mit Schreibanregungen zu greifen. Davon gibt es viele und einige sind wirklich gut. Ich schicke dir gern ein paar Tipps, wenn du möchtest.

Zuletzt noch zu deiner Frage nach dem Wortschatz:
Erst mal vielen Dank für dein wunderbares Lob. Es freut mich sehr, dass dir die Sprache Freude macht.
Ich habe schon als Jugendliche nicht nur aktuelle Bücher gelesen, sondern auch alte und sehr alte, und im Studium setzte sich das fort. Wenn ich für eine bestimmte Zeit recherchiere, stoße ich außerdem häufig auf Quelltexte wie Briefe, Tagebücher und Urkunden, aus denen sich zumindest die Schriftsprache der Epoche entnehmen lässt. Für »Das Mätressenspiel« habe ich unter anderem die »Briefe der Herzogin von Orléans. Lieselotte von der Pfalz« gelesen, von denen sich viele an ihre Tante Herzogin Sophie richten, und die Memoiren der Herzogin selbst. (»Memoiren 1639-1680. Sophie von Hannover«).
Nun ist es allerdings trotzdem nicht so, dass die Sprache im Roman wirklich der entspricht, die damals gesprochen wurde, denn die wäre für moderne Leser eine Zumutung. Sogar das damalige Deutsch würden wir kaum noch verstehen, geschweige denn das alte Französisch oder zum Teil gar noch Latein, das im höfischen Umfeld oft die Umgangssprache war. Ich muss als Autorin also eine neue Sprache erfinden, die dennoch die alte widerspiegelt. Wenn mir das gelungen ist, freut es mich sehr.

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Martha Sophie Marcus

Mitglied seit 09.08.2017

Ein gutes Buch ist eine Insel im Alltagsmeer.

Veröffentlicht am 07.06.2018 um 09:54 Uhr

Jenny12 schrieb am 06.06.2018 um 22:18 Uhr

Liebe Frau Marcus,
lesen Sie außer historischen Romanen gerne auch andere Bücher (Krimis,Phantasy,Literatur....)?
Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Wenn Sie beim Schreiben sind, gibt es da ein Suchtmittel, was nicht fehlen darf, wie z.B. Schokolade, Tee, Kaffee oder das Schnurren der Katze.....oder oder?
Liebe Grüße
Jenny

Oh, ja, ich lese mit Begeisterung kreuz und quer. Nur Krimis mag ich nicht besonders, da lasse ich mich nur auf besondere Empfehlungen ein. Aber mit Fantasy zum Beispiel kann ich mich wunderbar entspannen, und ich würde unheimlich gern eines Tages noch einmal etwas in diesem Genre schreiben.
Es gibt wahnsinnig viele Bücher, die ich liebe – unmöglich, sie hier alle aufzuzählen. Aber am häufigsten wiedergelesen habe ich Twains Tom Sawyer, Lindgrens Die Brüder Löwenherz, Tolkiens Der Herr der Ringe & Der kleine Hobbit, Irvings Das Hotel New Hampshire, Harper Lees To kill a Mockingbird, Sara Donatis Im Herzen der Wildnis (im Englischen eine mehrbändige historische Saga, die leider nie vollständig übersetzt wurde, so weit ich weiß), Penelope Williamsons Westwärts, Niffeneggers Die Frau des Zeitreisenden, Diana Wynne Jones’ Chrestomanci-Geschichten, die Romane von George Eliot, Jane Austen und den Brontë-Schwestern … Wow, sogar das werden zu viele zum Aufzählen.
Mein Suchtmittel ist Tee. (Was für ein Glück, denn der gesundheitliche Schaden von Teekonsum hält sich in Grenzen ) Ich trinke am Tag literweise meist grünen Tee. Auf meinem Schreibtisch steht buchstäblich immer eine Thermoskanne Tee, und der Griff zur Tasse ist eindeutig eine Suchthandlung, die nichts mit Durst zu tun hat. Neuen Tee kochen zu müssen ist eine typische und immer willkommene Unterbrechung der Arbeit.
Eine zweite Sucht ist Stille. Ich brauche bei der Arbeit Ruhe. Zur Not setze ich sogar einen Gehörschutz auf, wenn zu viele Nachbarn ihre höllischen Gartenmaschinen in Betrieb nehmen.
Ach ja, und gegen Schokolade habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden. Die brauche ich nicht ständig, aber gerade bei der Textüberarbeitung, dem Druckfahnenlesen und der Steuererklärung ist sie ein wertvolles Hilfsmittel. Am besten funktionieren bei mir karamellverstärkte Varianten. Schoko-Pfefferminztaler gehen auch. Beim gewöhnlichen Schreiben genügt ein Schälchen mit Studentenfutter.

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milkysilvermoon

Mitglied seit 15.08.2017

Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor. - Voltaire

Veröffentlicht am 07.06.2018 um 10:19 Uhr

Liebe Martha Sophie,

auf deinem Blog habe ich gelesen, dass du gerade schon an einem neuen historischen Roman schreibst. Kannst du uns schon grob verraten, worum es dabei geht?

Und: Habe ich das auf einem Foto richtig gesehen, dass du einige Passagen noch mit der Hand vorschreibst?