Leserunde zu "Die Spiegelreisende - Band 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" von Christelle Dabos

Band zwei der Spiegelreisenden-Saga
Cover-Bild Die Spiegelreisende
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Christelle Dabos (Autor)

Die Spiegelreisende

Band 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

Amelie Thoma (Übersetzer)

Ophelia wurde gerade zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk erkoren und glaubt sich damit endlich sicher. Doch es dauert nicht lange, und sie erhält unheilvolle anonyme Drohbriefe: Wenn sie ihre Hochzeit mit Thorn nicht absagt, wird ihr Übles widerfahren. Und damit scheint sie nicht die Einzige zu sein: Um sie herum verschwinden bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg. Kurzerhand beauftragt Faruk Ophelia mit der Suche nach den Vermissten. Und so beginnt eine riskante Ermittlung, bei der es Ophelia nicht nur mit manipulierten Sanduhren, sondern auch mit gefährlichen Illusionen und zwielichtigen Gestalten zu tun bekommt. Am Ende steht eine folgenschwere Entscheidung.

Vom glamourösen Hof der Himmelsburg in das abgründige Universum der Sanduhren und Orte, die gar keine sind – um ihr Leben sowie das ihrer Familie zu retten, muss Ophelia an ihre Grenzen gehen. Und das in einer Welt, in der sie so gut wie niemandem trauen kann, womöglich nicht einmal ihrem zukünftigen Ehemann Thorn?

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 24.06.2019 - 14.07.2019
  2. Lesen 29.07.2019 - 25.08.2019
  3. Rezensieren 26.08.2019 - 08.09.2019

Bereits beendet

Wir freuen uns sehr, mit dem zweiten Band der Spiegelreisenden-Saga - "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" - eine weitere gemeinsame Leserunde mit dem Insel Verlag anbieten zu dürfen.

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Die Autorin: Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’Azur geboren und zog nach ihrem Studium nach Belgien, wo sie als Bibliothekarin arbeitete. Als Dabos 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. Bereits bevor sie 2013 den Jugendbuchwettbewerb des französischen Verlags Gallimard Jeunesse gewann, veröffentlichte sie erste Auszüge ihrer Saga Die Spiegelreisende im Internet. Der erste Band der vierteiligen Serie, Die Verlobten des Winters, erschien im selben Jahr in Frankreich und wurde zum internationalen Bestseller. Seitdem sind zwei weitere Bände der Spiegelreisenden erschienen. Derzeit arbeitet Christelle Dabos am Abschluss der Tetralogie.

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 26.08.2019

„Gott will Euch hier nicht!“ - Eine im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Fortsetzung

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„Je voller ihr Herz war, desto leerer war ihr Kopf.“ (S. 222)

Meine Meinung:
Nachdem ich im ersten Band (den man unbedingt zuvor gelesen haben sollte!) noch so meine Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte ...

„Je voller ihr Herz war, desto leerer war ihr Kopf.“ (S. 222)

Meine Meinung:
Nachdem ich im ersten Band (den man unbedingt zuvor gelesen haben sollte!) noch so meine Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte hineinzufinden und mit den Charakteren vertraut zu werden, war ich hier von der ersten Seite an wieder mitten im Geschehen, auch dank des voran gestellten „was bisher geschah“ und des kleinen Personenregisters auf dem Lesezeichen.

Ich bin weiterhin vollkommen fasziniert von dieser irrwitzigen Welt mit ihren verschrobenen, undurchsichtigen Charakteren und den vielen, kleinen und skurrilen Details. Dieses eigenartige Universum, das sich Christelle Dabos erdacht hat, sucht wirklich seinesgleichen. Die Ränkespiele, Intrigen und undurchsichtigen Machenschaften der einzelnen Familienclans gehen hier munter weiter – und Ophelia ist unverändert der unfreiwillige Spielball, der nicht wirklich weiß, wie ihm geschieht. Doch langsam findet sie ihren ganz eigenen Platz in diesem verzerrten Spektakel und wächst an den neuen Aufgaben, die sich ihr fast täglich stellen. Sie ist dabei eine Protagonistin, wie man sie sich nur wünschen kann: bodenständig, liebenswert, mutig, hilfsbereit, neugierig und sehr pfiffig. Dazu noch immer (aber immer weniger) ein bisschen tollpatschig und naiv. Wenn man ein Vorbild für eine starke junge Frau braucht – hier bekommt man es! Besonders interessant ist dabei immer wieder ihr Wechselspiel mit den anderen Bewohnern von Pol. Sei es ihr paragrafenverliebter, stets überkorrekter und doch eher eisig wirkender Verlobter Thorn (und ich mag ihn trotzdem!), der Charmeur und Unterstützer Archibald (der dem Ganzen oft eine wunderbar humorige Note gibt), die zu Beginn noch undurchsichtige, aber auf ihre eigene Art doch herzliche Favoritin Berenilde (die für eine Sensation am Hof sorgt), der furcht- und ehrfurchteinflößende, oftmals lethargische Familiengeist Faruk oder auch der treue Freund und Bedienstete Reinecke, auf den sich Ophelia stets verlassen kann. Es ist ein wahrhaft bunter Reigen einzigartiger Charaktere, dem wir hier begegnen!

Erstaunlich ist es, wie mich diese Geschichte mittlerweile gepackt hat, ohne dass ich irgendeine Ahnung hätte, in welche Richtung sich das alles bewegt, auf was für eine Art von großem Finale diese Tetralogie hinstrebt. Genießen wir einfach den Augenblick und widmen uns den sehr merkwürdigen Vorkommnissen, die sich auf der Arche Pol ereignen. Denn in diesem Buch wird es so richtig spannend, und bedrohlich, ein bisschen unheimlich, ein wenig romantisch, wahrlich dramatisch und auf jeden Fall immer wieder vollkommen überraschend. Diese Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nur noch ganz schwer entziehen kann!

In Sachen Schreibstil bleibt sich Christelle Dabos treu und weiß erneut voll und ganz zu überzeugen: Modern, locker, stellenweise aufmüpfig, immer wieder humorvoll („Das Gespräch fiel in sich zusammen wie ein Soufflé.“ – S. 322) und wunderbar bildlich („Sobald die Sonne einmal durch die Wolken brach und ihre goldenen Klingen aufs Wasser trafen, veränderten sich die Farben der Umgebung sofort von zartem Pastell zu leuchtender Gouache.“ - S. 271). So macht das Lesen einfach Spaß!

FAZIT:
Die Fortsetzung einer unglaublichen Geschichte mit einzigartigen Charakteren. Diese Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nur noch ganz schwer entziehen kann!

Veröffentlicht am 01.09.2019

eine geniale Fortsetzung, die mindestens genauso mitreißend ist wie ihr Vorgänger, diese aber womöglich sogar noch übertrifft

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Mit Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast hat Christelle Dabos ihre Reihe um die Animistin Ophelia gekonnt fortgesetzt und eine geniale Fortsetzung geschrieben, die mindestens genauso ...

Mit Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast hat Christelle Dabos ihre Reihe um die Animistin Ophelia gekonnt fortgesetzt und eine geniale Fortsetzung geschrieben, die mindestens genauso mitreißend ist wie ihr Vorgänger, diese aber womöglich sogar noch übertrifft. Mit über 600 Seiten handelt es sich gewiss nicht um ein dünnes Buch, dennoch fliegen die Seiten quasi nur so dahin und am Ende wünscht man sich tatsächlich, dass das Buch noch länger gewesen wäre. Von einem schwächelnden Mittelteil kann hier auf jeden Fall keine Rede sein.

Die Protagonistin Ophelia ist nach wie vor eine fantastische Heldin, die sich im Hinblick auf den ersten Band schon jetzt merklich weiterentwickelt hat. Sie ist mutig und stark, tritt mittlerweile viel selbstbewusster auf und setzt sich für diejenigen ein, die ihr wichtig sind. Sie lässt sich von den vielen Intrigen am Hof, den unheilvollen Drohbriefen und dem herablassenden Verhalten der meisten Höflinge ebenso wenig unterkriegen oder einschüchtern wie von Thorns rätselhafter, wortkarger Art. Sie ist wesentlich cleverer als manche denken und entschlossen die Wahrheit über diese mysteriösen Vorgänge herauszufinden, notfalls eben auch im Alleingang. Glücklicherweise hat sie inzwischen jedoch Freunde und Verbündete am Hof gefunden, auf die sie dabei zählen kann.

Thorn kann man lange Zeit hingegen weiterhin nur sehr schwer durchschauen, weil er so schweigsam und verschlossen ist. Er ist stets akkurat, nimmt manche Dinge allerdings viel zu wörtlich. Er wirkt oft kalt, ist in Wirklichkeit aber alles andere als herzlos; es fällt ihm nur eben sehr schwer seine Gefühle zu offenbaren. Zum Ende hin öffnet er sich jedoch endlich etwas mehr, sodass man immerhin nicht bis zum Finale der Serie warten muss, um mehr über ihn und seine Beweggründe zu erfahren. Je besser man ihn kennen lernt, desto besser versteht man auch sein Verhalten und am Schluss hat man ihn irgendwann sogar wirklich gern.

Erfreulicherweise gilt das ebenso für seine Verlobte, wodurch Thorn und Ophelia sich langsam aber sicher näher kommen. Eine richtige Liebesgeschichte sollte man aber trotz einiger durchaus romantischer Momente auch im zweiten Band noch nicht erwarten. Erste Ansätze sind in dieser Hinsicht zwar immerhin vorhanden, worüber man sich sehr freut, sie nehmen allerdings nach wie vor allenfalls eine untergeordnete Rolle ein.

Im Vordergrund stehen somit vielmehr die geheimnisvollen Geschehnisse am Pol bzw. auf der Himmelsburg. Ophelia erhält bedrohliche Briefe, die nicht von ihr „gelesen“ werden können und seltsame Anspielungen auf einen gewissen „Gott“ enthalten. Nur wer könnte damit gemein sein? Drohungen sind insbesondere für Thorn nichts Neues, doch die Situation spitzt sich zu als auf einmal Personen spurlos aus dem Mondscheinpalast verschwinden, dem am besten bewachten und bis dahin sichersten Ort auf der ganzen Arche. Ist dafür die gleiche Person verantwortlich, von der auch Ophelias Briefe stammen?

Außerdem lernt man nun den überaus seltsamen Familiengeist der Arche näher kennen. Sein Gedächtnis ist so löchrig, seine Fähigkeit sich Dinge zu merken so eingeschränkt, dass er ständig auf einen Gedächtnishelfer und seine unzähligen Merkhefte angewiesen ist. Darüber hinaus ist Faruk, dessen Kind Berenilde zurzeit erwartet, ziemlich fixiert auf die Animistin und ihre Fähigkeiten als Leserin. Er ist geradezu besessen von seinem Familienbuch und will unbedingt mehr darüber erfahren. Diese Aufgabe will Thorn nach seiner Hochzeit mit Ophelia übernehmen. Zwischendurch tauchen zudem immer wieder mysteriöse Fragmente auf, die scheinbar aus Faruks Vergangenheit stammen und nur noch mehr Fragen aufwerfen.

Des Weiteren erfährt man im Verlauf der Geschichte mehr über die verschiedenen Orte auf der Himmelsburg sowie die einzelnen Etagen von Faruks Turm, lernt aber auch neue, realere Orte am Pol kennen, darunter zum Beispiel Opalsand. Nachdem es bislang kaum noch etwas anderes zu geben schien, obwohl es am Pol offenkundig noch andere Gebiete gibt, wirkt die Arche dadurch gleich viel größer und nimmt nun eine konkretere Gestalt an. Verstärkt wird dieser Effekt zudem durch das Hinzutreten weiterer Familien bzw. Clans, die bisher lediglich am Rande erwähn wurden. Generell wird die ganze Welt, die Christelle Dabos erschaffen hat, zunehmend komplexer. Irgendjemand scheint viel Arbeit darin zu investieren alle Erinnerungen an die Zeit vor dem so genannten Riss auszulöschen, nur warum?

Die Handlung ist durchweg fesselnd und erstreckt sich über mehrere Monate, was unter anderem an der sehr temporeichen Erzählweise der Autorin liegt, die gern großzügig ein paar Wochen überspringt, um so vermutlich Längen zu vermeiden. Sie zieht einen unablässig in ihren Bann, denn die Charaktere sind einem mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen mitzufiebern. Einerseits will man so schnell wie möglich wissen, was noch alles geschieht, andererseits das Erreichen der letzten Seiten so lange wie möglich hinauszögern. Man freut sich auf jede Begegnung zwischen Ophelia und Thorn, vor allem wenn sie zur Abwechslung einmal allein sind, was selten genug vorkommt. Man stellt gemeinsam mit Ophelia Vermutungen auf und sucht mit ihr nach der Wahrheit, wird aber mehr als einmal von unverhofften Wendungen überrumpelt. Der Besuch von Ophelias gesamter Familie lockert die angespannte Atmosphäre dagegen zwischenzeitlich etwas auf. Die chaotischen Animisten sowie der Einfluss ihrer Fähigkeiten auf diverse Gegenstände stellen nämlich einen unterhaltsamen Kontrast zu den eingebildeten Höflingen und ihren steifen Gepflogenheiten dar.

Zum Schluss hin wird das Buch dann außerdem noch einmal besonders spannend. Die Ereignisse überschlagen sich und es erwarten einen zahlreiche Überraschungen. Irgendwann will man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende kommt schließlich unerwartet und ist vollkommen anders als gedacht. Man bekommt zwar einige, lang ersehnte Antworten, umso mehr neue Fragen werden jedoch auch aufgeworfen. Infolgedessen ist man natürlich überaus neugierig auf den nächsten Band, der glücklicherweise schon in wenigen Wochen erscheint und noch nicht das Ende dieser großartigen Reihe ist.

Positiv hervorzuheben sind im Übrigen noch die Übersichten zu Beginn des Buches, bestehend aus einer Art Stammbaum und einer Karte der Himmelsburg, sowie die ausgesprochen hilfreiche, kurze Zusammenfassung des ersten Bandes. Letzteres sollte bei Fortsetzungen bzw. Reihen, deren einzelne Bände aufeinander aufbauen, zukünftig bei allen Verlagen zum Standard gehören.


FAZIT

Die Spiegelreisende - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist eine großartige, vielversprechende Fortsetzung, die mühelos mit ihrem Vorgänger mithalten kann und einen immer wieder überrascht. Entsprechend groß ist natürlich die Vorfreude auf den dritten Band und man ist mehr als gespannt, was einen im weiteren Verlauf dieser fantastischen Serie wohl noch alles erwartet.

Veröffentlicht am 27.08.2019

Ein riesiger Lesespaß durch Tempo, Action, Antworten und neue Fragen!

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Klappentext
„Ophelia wurde gerade zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk erkoren und glaubt sich damit endlich sicher. Doch es dauert nicht lange, und sie erhält unheilvolle anonyme Drohbriefe: Wenn sie ...

Klappentext
„Ophelia wurde gerade zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk erkoren und glaubt sich damit endlich sicher. Doch es dauert nicht lange, und sie erhält unheilvolle anonyme Drohbriefe: Wenn sie ihre Hochzeit mit Thorn nicht absagt, wird ihr Übles widerfahren. Und damit scheint sie nicht die Einzige zu sein: Um sie herum verschwinden bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg. Kurzerhand beauftragt Faruk Ophelia mit der Suche nach den Vermissten. Und so beginnt eine riskante Ermittlung, bei der es Ophelia nicht nur mit manipulierten Sanduhren, sondern auch mit gefährlichen Illusionen und zwielichtigen Gestalten zu tun bekommt. Am Ende steht eine folgenschwere Entscheidung.“

Gestaltung
Von dem Cover kann ich nur schwärmen! Mir gefällt das Pastellgelb total gut und dann diese schöne goldene Schrift vom Titel! Herrlich! Auch mag ich das Motiv total gerne mit der Zeichnung des Zuges und der Mauer. Ich finde es auch richtig schön wie sich dann Titel- und Autorenschriftzug auf dem weißen Band um die Zeichnung schlängeln.

Meine Meinung
Nachdem mir der erste Band der „Spiegelreisenden“-Reihe so gut gefallen hatte, war ich unheimlich neugierig wie es mit Ophelia, Thorn und den anderen weitergehen würde. Diesbezüglich fand ich es sehr hilfreich, dass „Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ mit einem kleinen „Was bisher geschah“ losging. Wenn ich als Vielleser zwischen zwei Bänden mehrere andere Bücher lese, bleibt es leider nicht aus, dass ich Dinge von der Handlung vergesse oder mich nur schwer daran erinnere. Darum hab ich mich sehr über diese Starthilfe gefreut!

Nach wie vor bin ich sehr begeistert von dem Setting und der Idee hinter dieser Reihe. Ich tauche gerne in diese fantasiereiche Welt ein und lasse mich von den Orten und den magischen Fähigkeiten und Gegebenheiten einnehmen. Dabei mag ich den Schreibstil von Christelle Dabos auch gerne, denn es gelingt der Autorin sehr gut, die Atmosphäre bestimmter Szenen einzufangen und damit beim Leser zur Szene passende Gefühle auszulösen. So hatte ich des Öfteren Gänsehaut auf den Armen, weil eine Stelle unheimlich war oder ein sanftes Lächeln im Gesicht, weil ich mich für die Charaktere gefreut habe. Toll gemacht!

Ich muss aber auch sagen, dass die Geschichte beim Lesen einiges an Aufmerksamkeit verlangt. Man muss wirklich aufpassen und sich konzentrieren, damit einem nichts Wichtiges entgeht und man all die Geheimnisse, Verbindungen und Verknüpfungen erkennt. Darum sollte man sich in meinen Augen Zeit für die Lektüre dieses Buches nehmen, vor allem wenn man gerne beim Lesen spekuliert und vermutet. Dies tue ich nämlich richtig gerne und ich finde, dass sich „Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ dafür perfekt eignet! Es gibt hier einige Antworten auf Fragen aus dem ersten Band, aber damit werden genauso viele neue Fragen aufgeworfen, auf die ich immer versuchte, eigene Antworten zu finden.

Außerdem fand ich die Handlung in diesem Band noch spannungsgeladener und actionreicher als die des ersten Bandes. Vor allem die zweite Hälfte dieser Fortsetzung hat mich richtig mit sich gerissen und sehr gut unterhalten. Hier passieren so viele Ereignisse und es geht Schlag auf Schlag zu. Einer fesselnden Enthüllung folgt direkt ein atemraubendes Ereignis! Ich hatte hier beim Lesen wirklich Herzrasen und war ganz unruhig vor lauter Spannung, weil ich so mit der Geschichte mitgefiebert habe.

Die Charaktere haben mich in diesem Band auch wieder überzeugt, denn es gibt interessante Enthüllungen bezüglich mancher Figuren und auch schöne Entwicklungen. So fand ich es beispielsweise super, dass Ophelia mutiger geworden ist. Auch Thorn fand ich in diesem Band klasse, da er zu seinen Prinzipien und auch seinen Gefühlen steht. Durch Faruk kam anfangs immer noch einiges an Undurchschaubarkeit in die Geschichte und Charaktere wie Archibald sorgten für humorvolle Einschübe, die die Geschichte auflockerten. Generell ist dieses Spiel der Gefühle, welches durch die Figuren beim Leser ausgelöst wird, klasse, denn ich war ständig zerrissen zwischen Zuneigung und Skepsis, wer wirklich das ist, was er/sie zu sein vorgibt. Nun bin ich wirklich gespannt, wie sich die Geschichte im nächsten Band weiterentwickeln wird!

Fazit
Mit „Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ ist Christelle Dabos eine wundervolle Fortsetzung gelungen, die mir sogar noch etwas besser gefallen hat als der Auftaktband, denn ungefähr ab der Hälfte des Buches geht es wirklich rasant und temporeich zu. Da es viele Verstrickungen gibt, ist auch einiges an Aufmerksamkeit beim Lesen gefordert. Doch all die Antworten und neuen Fragen sorgen für großen Lesespaß, da ich ständig spekuliert und gerätselt habe, was hinter allem stecken könnte. Zusätzlich sorgen auch die Figuren für einen Zwiespalt beim Leser, da ich ständig zwischen meiner Zuneigung und meinen Zweifeln, ob die Charaktere das sind, was sie zu sein scheinen, zerrissen war.
Sehr gute 4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters
2. Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
3. Die Spiegelreisende – Das Gedächtnis von Babel (erscheint im Winter 2019)
4. Die Spiegelreisende 04 (erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2020)

Veröffentlicht am 27.08.2019

Das unheilvolle Geheimnis der Archen …

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Die Verschwundenen vom Mondpalast ist der zweite Teil der Spiegelreisenden-Saga aus der Feder der französischen Autorin Christelle Dabos. Ich habe noch nie französische Fantasy gelesen, weshalb dieses ...

Die Verschwundenen vom Mondpalast ist der zweite Teil der Spiegelreisenden-Saga aus der Feder der französischen Autorin Christelle Dabos. Ich habe noch nie französische Fantasy gelesen, weshalb dieses Buch meine Aufmerksamkeit an sich zog, so wurde von einem Fantasyepos und sogar von einer Welt, die Harry Potter in nichts nachstehen soll, gesprochen und ich begann „Die Verlobten des Winters“, welches mir mit ein paar kleineren Aussetzern recht gut gefallen hat. So war ich definitiv interessiert an den Folgebänden und dann kam dieser Teil und der hat mich wahrlich überwältigt und richtig begeistern können, sodass ich mich nun vollständig in die Reihe verliebt habe!

Das Cover ist von der Art dem ersten unverkennbar ähnlich, mit der Zeichnung im Vordergrund, auch wenn es diesmal nicht die Himmelsburg ist, die man erkennt, sondern ein anderer Schauplatz, der natürlich im zweiten Band eine gewichtige Rolle spielt. Auch diese Zeichnung gefällt mir sehr gut. Die ganzen Details können mich darauf begeistern und von der Gestaltung des Buches wollen wir nicht reden, die schimmernde Schrift und die wunderschönen Zeichnungen am Anfang des Buches, in der wir mit einer kleinen Zusammenfassung von Teil I noch einmal der Welt von Ophelia näher kommen. Echt richtig toll gemacht mit viel Liebe zum Detail!

Ophelia musste dank ihrer Verlobung mit Thorn, dem Intendanten des Pols, an den Pol ziehen und verließ ihre Heimatarche Anima und lernte so die intrigante und schimmernde Welt des Pols und der Himmelsburg kennen. Mit viel Mühe hat sie sich langsam eingelebt und trifft nun zum ersten Mal den Familiengeist des Pols, Faruk. Als dieser sie zu seiner Vize-Erzählerin ernennt, glaubt Ophelia, dass ihr einziges Problem es nun wäre, dem Seigneur gute Geschichten zu erzählen. Aber der Pol steckt voller Gefahren, als Ophelia plötzlich Drohbriefe erhält. Mit der nahenden Hochzeit versucht irgendjemanden Ophelia aufzulauern und die Hochzeit zu verhindern. Ist das nicht genug, verschwinden von dem ein auf den anderen Tag wichtige Persönlichkeiten aus dem Mondpalast. Nun beginnt die Suche nach ihnen und Ophelia muss nicht nur mit gefährlichen Illusionen und Anfeindungen kämpfen, sondern sich fragen, wem sie überhaupt vertrauen kann. Denn das Geheimnis um die Archen scheint größer zu sein als Ophelia je ahnen würde und womöglich ist ihr der Feind näher als sie will…

Der Schreibstil und die Welt der Autorin sind der Wahnsinn und haben einen unvergleichlichen Zauber, der sich auch in diesem Teil gehalten, wenn nicht sogar verstärkt hat. Denn man lernt noch mehr neue Seiten des Pols kennen, neue Orte und immer mehr auch die Geschichte und Verknüpfungen der ganzen Clans. Auch die Handlung ist bereits zu Beginn wesentlich spannender als der erste Teil, so hatte die Fortsetzung seinen Vorgänger schon von Anfang an längst überholt und ist um Welten besser. Man wird in die Geschichte gesogen und kann kaum vorhersehen, was als nächstes passiert, geschweige denn, welche Wahrheit sich wirklich hinter den Archen verbirgt. Geheimnisvoll, originell, detailreich und verzaubernd, das ist die Welt der Archen.

Ich mochte Ophelia bereits zu Anfang recht gerne, aber das ist im Nachhinein nichts dagegen, wie sehr ich sie in diesem Band mochte, denn sie hatte sich deutlich verändert und eine tolle Entwicklung durchgemacht und auch ihre weitere Entwicklung konnte mich sehr begeistern, denn nicht nur sie taut langsam immer mehr auf und mausert sich zu einer starken Protagonistin, die sich in dieser komplexen Welt zurechtfindet, sondern auch Thorn und die ein oder anderen Charaktere werden einem immer sympathischer und man lernt sie immer näher kennen. Vor allem Thorn habe ich richtig zu lieben gelernt, denn es steckt immer mehr hinter dem ein oder anderen als man von außen sieht. Aber natürlich entdeckt man so einige Menschen, denen man nicht so gerne im echten Leben begegnet würde.

Ich bin mit nahezu keinen Erwartungen an das Buch gegangen, so hatte ich gedacht, dass es mich wieder gut unterhalten würde, doch was ich dann schlussendlich bekam, war der absolute Wahnsinn. Es war schon sehr lange her, als ich soo gefesselt wurde, richtig von der Geschichte eingenommen wurde und selbst nach dem Zuschlagen des Buches, haben mich Ophelia und Thorn noch lange weiterverfolgt. Ich kann nun richtig gut verstehen, warum es Fantasyepos genannt wird, denn es ist es wahrlich. Die Geschichte besitzt die perfekte Mischung aus Mystery und Fantasy und vor allem habe ich geliebt, dass dieser Teil auch sehr ans Herz geht und eine gehörige Portion Romantik bietet, neben der nervenauftreibenden Spannung und den überraschenden Wendungen. Man rätselt und fiebert mit und dann, nachdem man die Charaktere sehr liebgewonnen hat, kommt das Ende und das hat mich einfach total vom Hocker gehauen, ich war sprachlos, so verliebt in die Geschichte und vor allem voller Sehnsucht, denn man muss einfach weiterlesen nach dem Ende. Die Autorin spielt nur so mit den Gefühlen des Lesers und verknüpft Offenbarungen mit weiteren Geheimnissen, denen man einfach nachgehen muss. Band 3 erscheint, Gott sei Dank, schon recht bald und trotzdem werde ich die Tage zählen, bis ich endlich zu Thorn und Ophelia auf die Archen zurückkehren kann! Mehr als volle 5***** für eine neue Lieblingsreihe von mir!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Eine einzigartige, bunte, facettenreiche und skurrile Fortsetzung. Einfach grandios.

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„Hier meine Meinung: Ihr braucht dringend Rat. Und mein Rat: Hört immer auf meine Meinung.“ (S. 165)

Mein Rat und meine Meinung: Lest dieses Buch!

Mit „Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters“ ...

„Hier meine Meinung: Ihr braucht dringend Rat. Und mein Rat: Hört immer auf meine Meinung.“ (S. 165)

Mein Rat und meine Meinung: Lest dieses Buch!

Mit „Die Spiegelreisende – Die Verlobten des Winters“ hat Christelle Dabos ein irrwitziges, detailreiches, eigentümliches und fantastisches Universum erschaffen. Nun geht Ophelias Abenteuer in „Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“, dem zweiten Band der Saga, endlich weiter. Und es ist grandios.

Ophelia wird nun endlich offiziell in die Gesellschaft des Pols eingeführt und hat dabei nicht nur mit ihrem sturen, regelverliebten und scheinbar gefühllosen Verlobten Thorn und ihrer wuseligen Familie zu kämpfen, sondern muss sich auch vor den neusten Intrigen und Machtspielchen am Pol hüten. Als Vize-Erzählerin hat sie ungewollt Aufmerksamkeit auf sich gezogen und erhält schon bald anonyme Drohbriefe. Als kurz darauf bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg verschwinden, gibt Faruk ihr den Auftrag die Vermissten zu suchen. Dabei gerät sie immer tiefer in die Welt der Illusionen und muss lernen, dass nichts ist wie es scheint.

Bereits als ich das Buch in den Händen hielt, war mir klar: Das ist was ganz besonderes! Das Cover ist mit viel Liebe gestaltet und in einem sanften Pastellgelb gehalten, das ebenso wie die feine detaillierte Zeichnung hervorragend zu Band 1 passt.

Schlägt man das Buch auf, so erleichtern ein Rückblick, ein Personenregister-Lesezeichen und eine Übersicht über die Familien einem den Wiedereinstieg in die Geschichte.
Aus der schüchternen und zurückhaltenden Ophelia, die wir in Band 1 kennenlernen durften, ist inzwischen eine starke junge Frau geworden, die eine enorme Entwicklung im Laufe der Geschichte durchmacht. Ophelia ist außergewöhnlich und mir sehr sympathisch, da sie sich trotz aller Widerstände nicht unterkriegen lässt und an den Steinen, die ihr in den Weg gelegt werden wächst, die Dinge selbst in die Hand nimmt und zeigt was sie kann. Trotzdem bleibt sie sich immer treu. Auch viele bereits lieb gewonnene Charaktere wie Thorn und Berenilde, Ophelias Großonkel, Archibald und Reineke, durch die die Geschichte so lebendig, liebenswürdig und spannend wird, dürfen natürlich weiterhin nicht fehlen.

Von Anfang bis Ende ist und bleibt es spannend. Es gibt noch so viel zu entdecken und immer wieder werden alte Fragen beantwortet, Hinweise gegeben und neue Fragen aufgeworfen. Es passiert unglaublich viel in diesen 611 Seiten, sodass es zum Teil fast schwer fällt den Überblick zu behalten und man das Gefühl hat nicht nur ein Buch zu lesen.

Christelle Dabos Schreibstil ist unbeschreiblich. Sie erschafft ein ganzes Universum, lässt die Leser in die Geschichte eintauchen, gibt jeder Figur eine ganz eigene Stimme und erweckt alles zum Leben. Eine einzigartige und originelle Saga, die man nicht verpassen sollte!

Christelle Dabos hat mit „Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast“ eine äußerst gelungene Fortsetzung der Spiegelreisenden-Saga geschaffen, die die Leser wieder in eine bunte, facettenreiche, bezaubernde und einzigartige Welt mit skurrilen und liebenswerten Charakteren eintauchen lässt und für jeden Fantasy-Liebhaber ein Muss ist.