Leserunde zu "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld

Drei Geschwister, drei Hoffnungen, drei Lebensentwürfe

Der große Berlin-Roman zum Gründungsjubiläum der Weimarer Republik

Bewerbt euch jetzt für die Leserunde zu "Was wir zu hoffen wagten" von Michaela Saalfeld und sichert euch die Chance auf eines von 30 kostenlosen Leseexemplaren!

Besonders freuen wir uns, dass die Autorin die Leserunde im Zeitraum vom 09.07. bis 15.07. begleiten und eure Fragen beantworten wird!

Ihr wollt wissen, nach welchen Kriterien wir die Teilnehmer für eine Leserunde auswählen? Dann schaut in unseren FAQs vorbei, hier für euch der direkte Link zum Thema Leserunden. Erfahrt dort auch, was einen guten Leseeindruck ausmacht.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 14.05.2018 - 24.06.2018
  2. Lesen 09.07.2018 - 05.08.2018
  3. Rezensieren 06.08.2018 - 19.08.2018
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Cover-Bild Was wir zu hoffen wagten
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Michaela Saalfeld (Autor)

Was wir zu hoffen wagten

Roman

Berlin, 1912: Felice träumt davon, Jura zu studieren, das aber ist Frauen im Kaiserreich verwehrt. Ihren Bruder Willi fasziniert die Welt des Films, doch er muss das väterliche Bankgeschäft übernehmen. Die Jüngste schließlich, Ille, ist in einer Ehe mit einem brutalen Mann gefangen. Drei Geschwister, drei Hoffnungen, drei Lebensentwürfe, die bei Ausbruch des großen Kriegs völlig auf den Kopf gestellt werden. Werden sich die Geschwister in den Trümmern ihrer Heimat neu finden? Ist die junge Republik auch für sie der Weg in eine neue Zeit?

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 06.08.2018

Beindruckend und bedrückend

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Dies ist das beste Buch das ich dieses Jahr gelesen habe. Es erzählt schonungslos die Realität des ersten Weltkrieges am Beispiel Yperns (Ieper).
Die Gräueltaten die dort begangen wurden stehen für die ...

Dies ist das beste Buch das ich dieses Jahr gelesen habe. Es erzählt schonungslos die Realität des ersten Weltkrieges am Beispiel Yperns (Ieper).
Die Gräueltaten die dort begangen wurden stehen für die Schrecken des gesamten ersten Weltkrieges.
Vieles war mir gar nicht bekannt, und ich war nicht die Einzige in unserer Leserunde die im Lesen innehalten musste um den Stoff zu verdauen.
Dies ist allerdings beileibe nicht das einzige Thema des Buches. Es geht um viel mehr:
sexuelle Belästigung in der Familie, häusliche Gewalt, und die Ohnmacht der Frauen der damaligen Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Frauenwahlrecht - Berufswahl für Frauen - Selbstbestimmung der Frau? Fehlanzeige. Unterdrückung wo man hinsieht.
Die Protagonistin Felice begehrt dagegen auf, und obwohl ich ihre Rebellion verstehen konnte, war sie mir über große Teile des Buches hinweg nicht nur unsympathisch -- ich konnte sie nicht ausstehen.
Das hat mir jedoch das Buch nicht vergällt, im Gegenteil. Eine Protagonistin mit Ecken und Kanten und einem klaren Profil, die kein Übermensch und keine Heldin ist trifft man in der Literatur viel zu selten an. Außerdem gibt es viele Nebencharaktere die faszinierend sind und ihre Rolle spielen.

Sie alle machen eine --mitunter erstaunliche -- Entwicklung durch.

Auch die Wissenschaft und Technik der Zeit macht rasante Fortschritte, sei es bei Film und Fernsehen, oder im Bereich der Luftschifffahrt -- von den Chemiewaffen gar nicht zu reden.

Das Buch vereint alle diese Themen, verwebt sie zu einer faszinierenden, nachdenklich machenden Geschichte die lange nachwirken wird. Das alles passiert in einer wunderschönen Sprache, und ohne dass der moralische Zeigefinger erhoben wird.

Ein wirklich beeindruckendes Buch das man unbedingt lesen sollte.

Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 14.08.2018

Ungewöhnlicher Schreibstil, eigenwillige Charaktere

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Die Thematik zu Michaela Saalfelds Roman „Was wir zu hoffen wagten“ interessierte mich. Außerdem gefiel mir das Buchcover.

Das Szenario beginnt im Jahr 1912 in Berlin und der Leser lernt zunächst die ...

Die Thematik zu Michaela Saalfelds Roman „Was wir zu hoffen wagten“ interessierte mich. Außerdem gefiel mir das Buchcover.

Das Szenario beginnt im Jahr 1912 in Berlin und der Leser lernt zunächst die drei Geschwister, Felice, Willi und Ille kennen.
Felice ist intelligent und emanzipiert. Sie möchte unbedingt Jura studieren, was jedoch Frauen im Kaiserreich untersagt wird. Ihr Bruder Willi soll eigentlich die väterliche Bank übernehmen, hat aber keine Lust dazu. Vielmehr fühlt er sich in der Filmwelt zuhause.
Ille ist die Jüngste und buhlt ständig um die Gunst ihrer Schwester.
Dann bricht der Krieg aus und das Leben der drei Geschwister verläuft in ganz anderen Bahnen, als ursprünglich vorgesehen.
Wird Felice doch noch als Juristin arbeiten können? Steigt Willi ins Filmgeschäft ein und wird Ille irgendwann ihrem brutalen Ehemann entfliehen können?

Der Einstieg in den Roman fiel mir schwer. Michaela Saalfeld hat einen ungewöhnlichen Schreibstil. Oft deutet sie an, drückt sich rätselhaft aus und liefert erst viel später eine Erklärung dazu. Dies könnte durchaus die Spannung anfachen, jedoch wirkte es hier auf mich ermattend und langatmig.
Obwohl sich die Autorin oft der bildhaften Beschreibung bedient, fand ich eine Interpretation dazu schwierig. Erst nach etwa 120 Seiten packte mich die Geschichte. Jetzt flossen historische Fakten in die Handlung und Spannung kam auf. Erwähnenswert scheint mir hier z.B. der „Hindenburg-Absturz“, den Michaela Saalfeld lebendig und atmosphärisch in ihre fiktive Geschichte einbindet.
Außerdem beschreibt sie die Ereignisse des Krieges sehr detailliert, hart und blutig. Nichts für schwache Nerven! Der Roman scheint gut recherchiert, mit vielen Hintergrundinformationen bestückt.
Doch irgendwann uferten die Schilderungen des Kriegstreibens aus und mir wurde es schlichtweg zu viel.
Im Finale kam wieder Schwung in die Handlung. Diesen letzten Teil arbeitet die Autorin für meinen Geschmack viel schnell und sprunghaft ab, was ich persönlich sehr schade fand. Gerade der Abschnitt schien mir besonders interessant.
Ich wage den Vergleich dieses Romans mit einem leckeren Kuchen. Alle Zutaten waren drin, nur die entsprechenden Mengen passten nicht.
Hinzu kommt, dass mir die Charaktere nicht wirklich sympathisch waren. Im Prinzip mag ich Antihelden, die mit ihren Eigenheiten, Ecken und Kanten beschrieben werden. Aber diesen Darstellern fehlte der gewisse Charme.
Am ehesten konnte ich mit Felice sympathisieren. Allerdings nervte mich ihr Desinteresse an ihren Mitmenschen und die Art wie sie sie behandelte.
Ille war für mich ein Puttchen, naiv und wehrlos.
Auch Willi mit seiner unerfüllten Liebe zu der Schauspielerin Recha erreichte mich nicht. Auf Recha hätte ich verzichten können. Sie mochte ich gar nicht.
Da ich schon einige Romane aus diesem Genre gelesen habe, waren vermutlich meine Erwartungen an das Buch zu hoch.

Fazit: Solider, historischer Roman mit eigenwilligen Charakteren, der mich nicht durchweg fesseln konnte. Meine 3 Sterne-Leseempfehlung!






Veröffentlicht am 14.08.2018

War es wirklich die gute alte Zeit?

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Ich bin der Meinung, dass der Klappentext dem Buch nicht ganz gerecht wird. Hier geht es um viel mehr als nur die genannten drei Geschwister. Mit viel Scharfsinn zeichnet die Autorin ein Bild der Jahre ...

Ich bin der Meinung, dass der Klappentext dem Buch nicht ganz gerecht wird. Hier geht es um viel mehr als nur die genannten drei Geschwister. Mit viel Scharfsinn zeichnet die Autorin ein Bild der Jahre 1912 bis 1919 in Berlin und Flandern. Mit schonungsloser Offenheit lässt sie den Leser teilhaben an den Grauen des ersten Weltkriegs, der aus unschuldigen Jungen im besten Fall verstörte und verletzte Männer machte. Der immer weiter einhieb auf alles, was sich ihm in den Weg stellte. Und ganz nebenbei bekommt man fantastische Einblicke in die Welt des Theaters und Films, die spannender nicht sein könnten. Mich hat beeindruckt, welche Visionen die Filmemacher schon damals hatten, Steven Spielberg hätte seine Freude gehabt. Auch der damalige Kampf der Frauen, sich einen Platz in der Männerwelt zu ergattern, wird anhand der nicht möglichen juristischen Karriere von Felice wunderbar dargestellt. Die Charaktere im Buch haben alle ihre Ecken und Kanten und nicht jeder kommt gleich sympathisch rüber. Das tut aber der Lesefreude keinen Abbruch – im Gegenteil, es regt zum Nachdenken an. Michaela Saalfeld hat mit ihrem Roman ein Geschichtsbuch und zugleich eine Liebesgeschichte vom Feinsten geschaffen. Ich habe es flüstern hören, dass es mit einem zweiten Teil weitergehen soll, da freue ich mich heute schon drauf!

Veröffentlicht am 13.08.2018

Ein Buch das Augen öffnen kann.

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Der Debütroman von Michaela Saalfeld "Was wir zu hoffen wagten" behandelt das Thema des ersten Weltkrieges. Kurz gesagt geht es um drei Geschwister die schon früh ihren Vater verloren haben und seitdem ...

Der Debütroman von Michaela Saalfeld "Was wir zu hoffen wagten" behandelt das Thema des ersten Weltkrieges. Kurz gesagt geht es um drei Geschwister die schon früh ihren Vater verloren haben und seitdem im Haus ihrer Mutter und eines Kollegen ihres Vaters aus der Bank, die dieser leitete, wohnen.

Felice zur Nieden, die älteste Schwester, welche ihrem Traum Juristin zu werden sehr nahe war, jedoch nicht ihre Staatsexamensvorbereitung nach sehr erfolgreichem Studium und vieler überwundener Schwierigkeiten nicht antreten kann, aufgrund der damals nicht vorhandenen Frauenrechte und Rollenverteilung in der Gesellschaft.

Willi zur Nieden, der einzige Bruder, möchte Filme produzieren und seiner Liebe einer Bekannten Schauspielerin schenken. Er wird jedoch zum Krieg eingezogen und erlebt dadurch alles hautnah und muss sich schlussendlich entscheiden was er wirklich möchte.

Ilsebill zur Nieden, ist die jüngste der drei Geschwister und an sich eine sehr schüchterne und introvertierte Person, welche ihre große Schwester als Vorbild nimmt und für diese alles aufgeben und riskieren würde. Sie muss im Laufe der Geschichte sehr viel Leid, abgesehen von der damals herrschenden Kriegssituation, erleben.

Das Buch zeigt unverändert die harte Realität der damaligen Zeit und führt die sinnlose Zerstörung von Menschen, Orten und Gemeinschaften.
Die Geschichte ist sehr berührend und man fühlt sehr stark mit den Protagonisten mit und hofft, dass diese sich ihre träume und Wünsche erfüllen können.

Trotz gewisser Anfangsschwierigkeiten hat mir das Buch letzten Endes sehr gut gefallen und mich in diesem sehr interessanten Thema noch einmal zusätzlich informiert.

Ich würde das Buch jedem empfehlen der sich mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, in Geschichte interessiert ist oder sich weiter zur Thematik des ersten Weltkrieges fortbilden möchte.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Wenn Hoffnung und die Realität des Zeitgeschehen aufeinander treffen...

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Die Entdeckung des Jahres 2018 und ein wunderbares Debüt von Michaela Saalfeld.

Die Thematik hat mich schon seit dem Geschichtsunterricht interessiert, jedoch hätte ich nie gedacht, dass mich ein Buch ...

Die Entdeckung des Jahres 2018 und ein wunderbares Debüt von Michaela Saalfeld.

Die Thematik hat mich schon seit dem Geschichtsunterricht interessiert, jedoch hätte ich nie gedacht, dass mich ein Buch so zum intensiven Nachdenken und Recherchieren bringen würde.

Das Buch erzählt schonungslos die Konsequenzen der Entscheidungen der Politik von damals.

Durch den Roman entwickelt der Leser eine Verbindung zu einer Zeit, die man sich aus heutiger Sicht gar nicht mehr so schrecklich vorstellen kann wie es wirklich war.

Ein Zitat, das mir meine Großeltern, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben, eingeprägt haben ist: "Aus dem Krieg geht niemand als Sieger heraus. Es gibt nur Opfer: die die Leid gesehen haben und die die Leid zugefügt haben. Ihre Seelen sind für immer geschädigt!"

Die Autorin hat die Fähigkeit zwischen detaillierter und überschauender Erzählung zu wechseln und genau das macht das Buch aus. Man lernt nicht nur die Weltgeschichte besser kennen (und wie es am Ende auch herauskam, dass die fiktiven Erzählungen mehr der Wahrheit entsprechen als man dachte), als auch Persönlichkeiten kennen, die einem mehr an Herz wachsen und man darauf hoffen kann, dass es eine Fortsetzung geben wird. Felice, Du wirst mir fehlen, obwohl ich dich und vorallem deine Art am Anfang nicht ausstehen konnte.

Emotional und voller neuer Erfahrungen verabschiede ich mich von dem Roman und all den tollen Charakteren! Vielen Dank für jeden spannenden Moment, jede geflossene Träne und jeden Stich ins Herz. Ich wage auf ein Wiedersehen zu hoffen! Ich ziehe meinen Hut vor dir, Michaela! Hier hast du ein wunderbares Werk erschaffen.