Leserunde zu "Am Fluss der Zeiten" von Ulrike Renk

Auftakt einer großen Familiengeschichte
Cover-Bild Am Fluss der Zeiten
Produktdarstellung
(25)
  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Ulrike Renk (Autor)

Am Fluss der Zeiten

Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin schreibt über Menschen, deren Leben nie in Vergessenheit geraten soll. Historischer Roman

1551: Elze wächst mit ihren Geschwistern als Eigenbehörige auf dem großen Hof Kalmule auf. Die harte Arbeit auf den Feldern ist ihr Alltag. Doch ihr Leben wandelt sich von Grund auf, als sie ihre Familie verlassen muss und ihren Pflichtdienst als Küchenmagd in der Stadt Münster antritt. Eines Tages wird sie jedoch mit einer Magd der Herren von Oer getauscht und muss künftig auf der Wasserburg Kakesbeck leben, auf der ein Fluch liegt. Dort trifft sie auch Jacob wieder. Aber um den Müllerssohn ranken sich geheimnisvolle Gerüchte. Soll sie diesen Glauben schenken? Und wird Elze nun Teil der alten Prophezeiung werden, um den Fluch der Familie von Oer zu brechen?

Auftakt eines historischen Mehrteilers von Ulrike Renk vor dem Hintergrund des Spanisch-Niederländischen und des Dreißigjährigen Krieges

Dieser eindrucksvolle Roman basiert auf der eigenen Familiengeschichte der SPIEGEL-Bestseller-Autorin.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 19.08.2024 - 08.09.2024
  2. Lesen 23.09.2024 - 20.10.2024
  3. Rezensieren 21.10.2024 - 03.11.2024

Bereits beendet

Schlagworte

Starke Frauen Neuzeit Wahre Geschichte(n) Generationenroman Münsterland Achtzigjähriger Krieg Leben auf einem Gut Eigenbehörige Dienstmagd Liebe Historische Romane

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 22.10.2024

Toll recherchierter und spannender Auftakt einer Trilogie

3

Zum Inhalt:
Münsterland, im 16. Jahrhundert: Elze lebt mit ihren Eltern und Geschwistern als Eigenbehörige auf dem Hof Kalmule, den sie mit Vieh, Getreide etc. bewirtschaften. Doch dann soll sie ein Jahr ...

Zum Inhalt:
Münsterland, im 16. Jahrhundert: Elze lebt mit ihren Eltern und Geschwistern als Eigenbehörige auf dem Hof Kalmule, den sie mit Vieh, Getreide etc. bewirtschaften. Doch dann soll sie ein Jahr Gesindedienst als Küchenmagd in der großen Stadt Münster ableisten, wovor sie sich sehr fürchtet, hat doch ihre Tante Stine dort zur Zeit der Wiedertäufer gedient…
Und was ist eigentlich mit Jacob, dem netten Müllerssohn? Stimmt es, was die unheimlichen Gerüchte ihr weismachen wollen?


Meine Meinung:
Ich lese die Bücher von Ulrike Renk immer unglaublich gerne, weil sie stets unglaublich recherchiert sind und gleichzeitig eine spannende Geschichte mit warmherzig angelegten Personen erzählen.
Auch dieses Buch zeichnet sich durch diese beiden Charakteristika aus, wobei es in einer Zeit spielt, über die ich bisher - was das Leben in Deutschland und speziell im Münsterland betrifft - noch nicht so viele Kenntnisse hatte.

Besonders gut gefallen hat mir bei diesem Roman wieder, dass man erleben konnte, wie Bauern und Bedienstete zu dieser Zeit lebten, wohnten und arbeiteten, wie ihr Alltag aussah, was ihre Sorgen und Nöte waren und wie sie ihr Leben gestalten (oder auch nicht gestalten) konnten.

Dieses Leseerlebnis kommt vor allem dadurch zustande, dass man als Leser:in mit der Protagonistin Elze, die so warmherzig und authentisch angelegt ist, mitfiebert. Elze hat mir wirklich außergewöhnlich gut gefallen, denn sie ist reflektiert, clever und emphatisch und hat gleichzeitig großen Respekt vor den vor ihr liegenden Aufgaben. Da sie stets vieles hinterfragt und gerne lernt, lernt man auch als Leser:in mit ihr viele neue Zusammenhänge.

Auch die anderen Personen aus Elzes Familie und ihrer Umgebung sind sehr authentisch gezeichnet, so dass man gerne lesend Zeit mit ihnen verbringt.

Die Handlung zeichnet sich insgesamt durch einen sehr gelungenen Spannungsbogen aus und es gibt manche Szene, die sich liest wie in einem guten Film, so dass man nur so an den Seiten klebt. Gleich zu Beginn wird zum Beispiel ein großes Unwetter beschrieben, was sehr bedrohlich war.

Ich habe die Lektüre insgesamt wieder sehr genossen und das spannende und emotional berührende Buch war viel zu schnell ausgelesen. Neben manch historischem Zusammenhang oder eben den Einblicken in den Alltag einfacher Menschen zu der Zeit habe ich auch einige spezielle Begriffe aus der damals üblichen Sprache gelernt (die auch in einem Glossar ausführlich erklärt werden), was das Leseerlebnis wunderbar abgerundet hat.


Fazit:
Nun heißt es ungeduldig auf den nächsten Teil der Trilogie warten - die Figuren sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich möchte so gerne wissen, wie es Elze (in den kommenden unruhigen Zeiten) ergehen wird!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 21.10.2024

abtauchen in eine vergangene Zeit

0

Eines muss man der Autorin lassen, sie versteht es ganz einzigartig vergangene Zeiten wieder lebendig werden zu lassen. Bereits nach wenigen Seiten bin ich in das Mittelalter und das Leben auf dem Kalmulehof ...

Eines muss man der Autorin lassen, sie versteht es ganz einzigartig vergangene Zeiten wieder lebendig werden zu lassen. Bereits nach wenigen Seiten bin ich in das Mittelalter und das Leben auf dem Kalmulehof eingetaucht. Sehr detailliert erlebt man, wie der Tagesablauf auf dem Bauernhof von Sonnen Auf- bis Untergang von harter Arbeit geprägt ist. Vor allem aber, dass die Menschen mit den Jahreszeiten lebten und ihr Leben danach angepasst haben. Die Familie Kalmule ist nicht reich, kommt aber über die Runden, wenn da nicht die Steuern und Abgaben wären. Denn die Herren nehmen keine Rücksicht auf schlechte Ernten oder sonstiges Unglück.
Hauptfigur in diesem Roman ist die 17jährige Tochter Elze. Eine fleißige, umsichtige und warmherzige junge Frau, die außer dem Leben auf dem Hof bisher nichts weiter kennt. Ich mochte sie von Anfang an. Es sind zwei Jahre bei denen man an Elzes Freuden, Leiden und Enttäuschungen teilnahmen kann. Es ist nicht nur geschichtlich fundiert, sondern auch bewegend zu lesen, wie andere über Elzes Leben bestimmen, weil sie als Eigenbehörige einfach keine Wahl hat. Trotzdem und gerade das hat mich für Elze eingenommen, verliert sie nicht ihren Lebensmut, nimmt ihr Schicksal an, sieht es als gottgewollt.
Was Elze in den beiden Jahren erlebt hat, welchen Ängste und Widerwärtigkeiten sie sich stellen musste, hat mich sehr kurzweilig und spannend unterhalten. Ich kann dieses Buch allen, die gerne historische Romane lesen, uneingeschränkt empfehlen. 5 Lese-Sterne sind voll verdient.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 21.10.2024

Auftakt einer neuen Reihe

2

1551:
Auf dem Hof Kalmule im Münsterland wächst Elze ,zusammen mit ihren Geschwistern,als Eigenbehörige auf.Der Alltag der Familie ist von harter Arbeit und dem täglichen Kampf ums Überleben bestimmt. ...

1551:
Auf dem Hof Kalmule im Münsterland wächst Elze ,zusammen mit ihren Geschwistern,als Eigenbehörige auf.Der Alltag der Familie ist von harter Arbeit und dem täglichen Kampf ums Überleben bestimmt. Die große Wende in ihrem Leben beginnt, als sie ihre Familie verlassen muss und den Dienst als Küchenmagd in Münster antritt.Von dort gerät sie durch einen Tausch zur Burg Kakesbeck,auf der ein Fluch liegt.Was hat es damit auf sich und kann der Fluch gebrochen werden?

Meine Meinung:

Ich kenne und schätze die Autorin durch viele Romane, welche in der Vergangenheit angesiedelt sind. In diesem Fall ist es etwas Besonderes,weil die Geschichte zum einen sehr weit zurückreicht und außerdem eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden ist.
Mit ihrem besonders intensiven Schreibstil gelingt es ihr erneut sehr gut,beim Lesen die Vergangenheit aufleben zu lassen und die einzelnen Personen ganz nahe zu bringen.
Sie verbindet geschickt die historischen Ereignisse, kurz vor Ausbruch des 30-jährigen Kriegs, mit einer Familiengeschichte, die von harter Arbeit, Krankheit und Leid, aber auch großer Zusammengehörigkeit, geprägt war.
Es wurde sehr deutlich,wie groß die Kluft zwischen der einfachen Bevölkerung und dem Adel ,sowie der Kirche ist.Die Familie war in sehr hohem Maße von der Gunst der Oberschicht abhängig und fristete ein sehr bescheidenes Leben.Immer wieder schlug das Schicksal in Form von schweren Unwettern, Krankheit und Tod zu, was aber die Bevölkerung umso enger zusammenschweißte.
Ich bin sehr gerne für eine Zeit in die Vergangenheit eingetaucht,aber sehr froh,im Hier und Jetzt zu leben.
Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt ,bin ich sehr gespannt auf die folgenden Bücher.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 21.10.2024

Das Ende der Welt

1

Der Auftakt zur Trilogie um den dreißigjährigen Krieg, „Am Fluss der Zeiten“ von Ulrike Renk schildert das Leben der Eigenbehörigen Elze mit ihrer Familie auf dem Hof Kalmule im Münsterländischen. Anschaulich ...

Der Auftakt zur Trilogie um den dreißigjährigen Krieg, „Am Fluss der Zeiten“ von Ulrike Renk schildert das Leben der Eigenbehörigen Elze mit ihrer Familie auf dem Hof Kalmule im Münsterländischen. Anschaulich und mit profunder Kenntnis entwirft die Autorin ein lebendiges Bild vom bäuerlichen Leben im 16. Jahrhundert, das nicht nur den Naturgewalten, sondern auch der Willfähr der adeligen Herrschaften unterworfen ist. So muss der Hof, den Elzes Familie bewirtschaftet, neben Tante und Eltern auch das junge Bauernpaar, Elzes Bruder mit Frau und Kind, sowie zwei weitere Brüder und eine jüngere Schwester ernähren. Dürre und Unwetter machen die Ernten schlecht. Doch der Lehnsherr will seinen Anteil, und er will Geld für die Auffahrt des ältesten Bruders, der den nach einem Unfall kränklichen Vater in der Hoffolge ablösen soll. Da dies nicht reicht, muss Elze ihren Dienst für ein Jahr in der großen Stadt Münster bei einem Domherren ableisten. So wie zuvor schon ihre Tante Stine zur Zeit der Widertäufer in Münster. Seit dieser Zeit predigt sie den Untergang der Welt. Und der scheint nahe, als sich ein neuer Belagerer der Stadt Münster nähert und der Beginn des 30jährigen Krieges abzuzeichnen beginnt.
Eine spannende Lektüre über eine Zeit voller Aberglaube und Tod durch Krieg und Krankheit. Auch die Passagen, in denen Ulrike Renk das bäuerliche und das höfische Leben schildert und das Beziehungsgeflecht innerhalb der Familien und innerhalb der damaligen Gesellschaft nachzeichnet, sind sehr interessant zu lesen. Sie verleiht den unbekannten, weil niederen Menschen der damaligen Zeit Gesicht und Stimme. Mit der Figur der Elze kann der Leser abtauchen in die Gefühlswelt eines jungen Mädchens, dass zwischen realen Ängsten und abergläubischer Hysterie versucht, ihren Weg im Rahmen der ihr durch die Gesellschaft vorgegebenen Einschränkungen und somit ein klein wenig Lebensglück zu finden. Eine auf jeden Fall lohnenswerte Lektüre!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 29.10.2024

Ländliches Leben im 16. Jahrhundert

1

Elze und ihre Familie leben Mitte des 16. Jahrhunderts als Eigenbehörige auf einem Hof im Münsterland, nahe der Wasserburg Kakesbeck. Das Leben ist hart, aber die Familie hält zusammen und ist glücklich. ...

Elze und ihre Familie leben Mitte des 16. Jahrhunderts als Eigenbehörige auf einem Hof im Münsterland, nahe der Wasserburg Kakesbeck. Das Leben ist hart, aber die Familie hält zusammen und ist glücklich. Bis Elze eines Tages aus ihrer Mitte gerissen wird und ihren Dienst in Münster antreten muss. Sie lernt eine andere Lebensweise und neue Leute kennen, denn es verschlägt sie in eine klerikale Umgebung. Sie lässt sich nicht unterkriegen und nimmt ihr Schicksal an.

Die Details der damaligen Zeit sind hervorragend recherchiert und, wie das Nachwort verrät, entspringt die Grundlage der Erzählung der Familiengeschichte der Autorin. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, mit seiner Mischung aus Ausdrücken aus dem 16. Jahrhundert und heute flüssig zu lesender Sprache finde ich ihn gut gelungen. Die Charaktere werden authentisch vorgestellt und entwickelt. Leider verrät der Klappentext bereits so einiges, was erst gegen Ende des Buches eintritt. Hier hätte ich mir etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Erstellung des Textes gewünscht. Aber eine Leseempfehlung gibt es natürlich trotzdem, denn dieser historische Roman hat mir gut gefallen und ich freuen mich schon auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema