Erstens: das Cover. Wow. Es sieht so mystisch, dunkel und atmosphärisch aus, dass direkt das Interesse geweckt wird.
Zweitens: der Klappentext. Bereits da war es eigentlich schon klar, dass dieses Buch etwas für mich sein würde. Es klingt perfekt.
Und drittens: die Leseprobe.
Wie poetisch, atmosphärisch und wunderschön kann ein Buch bitte geschrieben sein? Ich bin absolut begeistert vom Schreibstil der Autorin. Trotz der vielen (noch) unbekannten Begriffe, die in die Story gestreut sind, bin ich gut voran gekommen und hatte die Leseprobe in Rekordzeit durchgelesen. Dabei finde ich es wahnsinnig toll, dass es ein Glossar gibt, welches all die Begriffe erklärt - so kann man jederzeit nachschlagen, wenn man wissen möchte, was ein bestimmter Begriff denn nun bedeutet.
Bereits der Prolog hat mich sehr überzeugt. Die Atmosphäre ist unheimlich düster und man findet sich in einer unheimlichen Welt wieder. Dass Lady Rydainn im Prolog auch noch ihren jüngsten Sohn Zevander opfern muss, empfand ich als noch düsterer - und sehr grausam. Ich bin selbst keine Mutter - aber eine ältere Schwester - und dennoch musste ich weinen, als ich las, wie verzweifelt Zevanders Mutter ist... Und dass sie lieber sich selbst opfern würde, als das ihrem Sohn anzutun. Vor allem, da sie Branimir schon mehr oder weniger verloren hat. Der Schmerz dieser Mutter geht unglaublich tief unter die Haut und lässt die Taten von Cadavros noch grausamer erscheinen. Wer oder was ist dieses böse Wesen, dass eine Mutter zu so etwas zwingt?? Und was genau ist am Ende mit Zevander geschehen, der beinahe von Cadavros verspeist worden ist? Was hat ihn abgehalten? Welcher Fluch lastet jetzt auf dem Baby und was hat das zu bedeuten? Vor allem die Worte "Was genommen ist, wird nie wiederkehren." machen mich neugierig und ich will unbedingt wissen, wie es um Zevander steht und wie seine Geschichte weitergeht.
Die beiden Kapitel in der Gegenwart aus Maevyths Sicht waren ebenfalls äußerst spannend und erschreckend sowie grausam zugleich. Besonders der erste Satz hat es mir angetan "Der Wald hatte schon seit einer Weile nicht gefressen." Die Spannung, die mit einem einzigen Satz aufgebaut wurde, ist unheimlich und unglaublich. Direkt wollte ich wissen, wie es weitergeht und was es mit diesem fressenden Wald auf sich hat.
Als Maevyth dann ein wenig dazu erklärt hat, überzog eine Gänsehaut meine Arme. Zusammen mit den atmosphärischen Beschreibungen der Umwelt war ich dem Buch vollkommen ausgeliefert.
Was für eine Welt ist das, in der eine unverheiratete Frau wie Maevyth keine Chancen oder Perspektiven mehr hat, nachdem ihr Vater verstorben ist? Das Gruselige ist, dass das für uns Frauen vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls Realität war. Doch während wir jetzt in besseren Zeiten leben, tut Maevyth das nicht. Also muss sie entweder heiraten oder sich der Kirche als Mitglied der Rotschleier anschließen, denen beim Schweigegelübde die Zunge herausgeschnitten wird. Eine wundervolle Aussicht auf die Zukunft, nicht wahr?
Maevyth ist mir bereits jetzt äußerst sympathisch. Alleine wie viel Empathie eine junge Frau empfinden kann, obwohl ihr niemand (außer ihre Schwester) dieselbe Empathie je entgegenbrachte, hat mich überrascht. Sie wirkt so sanft, so freundlich. Wie kann die Gesellschaft sie ausstoßen und sagen, sie sei eine Ausgeburt der Hölle?
Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Auch der Fakt, dass die Worte auf dem Brief sich verändert haben, könnte alles bedeuten. Was will der Wald von ihr? Und was hat Zevander damit zu tun? Und was ist diese "Verbannung", die Maevyth bevorsteht? Was passiert dabei??
Ich hoffe sehr, bei dieser Leserunde dabei sein zu dürfen und würden mich sehr darüber freuen.
Liebe Grüße
Stacy