Leserunde zu "Aufbruch voller Sehnsucht" von Gabriele Sonnberger

Eindringlich, fesselnd und nachhaltig berührend
Cover-Bild Aufbruch voller Sehnsucht
Produktdarstellung
(24)
  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Gabriele Sonnberger (Autor)

Aufbruch voller Sehnsucht

Eine böhmische Familiensaga. Roman

Eine von wahren Begebenheiten inspirierte Familiengeschichte aus Böhmen

Nach der dramatischen Vertreibung aus ihrer böhmischen Heimat Hohenfurth verschlägt es Erika und ihre Tante Mimi 1945 mittellos nach Wien, wo sie bei Verwandten unterkommen. In der Stadt hat niemand auf die "Ausländer" gewartet, doch Erika sucht fest entschlossen nach einer Anstellung, um ihren Traum von einem selbstbestimmten Leben zu verwirklichen. Bei einer Geburtstagsfeier lernt sie den schneidigen Studenten Erich kennen, und die beiden verlieben sich Hals über Kopf. Als Erich ihr einen Heiratsantrag macht, ist Erika im siebten Himmel - endlich scheint das Glück zum Greifen nahe. Doch schon bald zeigen sich erste Risse. Erich hat kein Verständnis für Erikas künstlerische Neigungen und ihren Freiheitsdrang. Als sich für sie die Möglichkeit eines Studiums bietet, kommt es zu einem folgenreichen Streit.

Fesselnd, warmherzig und mit großer Liebe für ihre Heldin Erika erzählt Gabriele Sonnberger, wie es war, als Sudetendeutsche nach dem Krieg eine neue Heimat zu finden. In atmosphärischen Bildern lässt sie eine bewegte Zeit lebendig werden - voller Sehnsucht und Hoffnung auf eine verheißungsvolle Zukunft


Timing der Leserunde

  1. Bewerben 21.03.2022 - 10.04.2022
  2. Lesen 16.05.2022 - 12.06.2022
  3. Rezensieren 13.06.2022 - 26.06.2022

Bereits beendet

Schlagworte

Heimat Identität Migration Vertreibung Familie Solidarität Böhmen Sudeten Wien Nationalsozialismus Nazi Liebe Freundschaft Frauenleben Frauenstudium Malerei Literatur Saga

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 23.06.2022

Spannende Thematik mit Schwächen

0

Meine beiden Großmütter waren Vertriebene aus Orten in dem heutigen Tschechien. Eine meiner Omas hat viel aus dieser Zeit erzählt, aber als Erwachsene ist mir klar geworden, dass sie vieles auch nicht ...

Meine beiden Großmütter waren Vertriebene aus Orten in dem heutigen Tschechien. Eine meiner Omas hat viel aus dieser Zeit erzählt, aber als Erwachsene ist mir klar geworden, dass sie vieles auch nicht erzählt hat. Darum wollte ich sehr gerne einen Roman lesen, der sich mit der damaligen Vertreibung beschäftigt. Der zweite Band "Aufbruch voller Sehnsucht" der Trilogie von Gabriele Sonnenberger beschäftigt sich mit genau diesem Thema: Erika und ihre Tante Mimi wurden aus dem kleinen Ort Hohenfurth vertrieben und suchen nach der Flucht aus einem Internierungslager ihr Glück in Österreich. Der zweite Weltkrieg hat auch hier seine Spuren hinterlassen und man erfährt mehr über die entbehrungsreiche Zeit von Erika und verschiedener Verwandte und Freunde aus Hohenfurth.

Gabriele Sonnenberger hat einen angenehmen, lockeren Schreibstil, der es erlaubt, schnell und beschwingt durch die Seiten zu fliegen. Viele ihrer Ideen, über die Schwierigkeiten der Protagonisten zu berichten, fand ich sehr gut und gelungen. Was mir jedoch gar nicht gefallen hat war, dass es zu viele Figuren mit zu vielen Handlungssträngen gab. Es hat zwar einerseits die Geschichte etwas aufgelockert, war aber andererseits einfach etwas zu viel des Guten. Denn so mussten einzelne Figuren oft sehr schnell ein gutes oder schmerzhaftes Ende finden oder versanken gänzlich in Vergessenheit. Darüber hinaus wurden einzelne Probleme und Schwierigkeiten für meinen Geschmack zu oft allzu plötzlich durch überraschende Wendungen nivelliert. Das war für meinen Geschmack an vielen Stellen recht plump und unglaubwürdig. Außerdem entwickelte sich auch die Hauptfigur zu einer immer flatterhaften Person, die urplötzlich Dinge tat, die meines Erachtens nicht so recht zu ihr passen wollten.
Gut gefallen hat mir, am Rande auch etwas über die österreichische Geschichte nach dem Krieg zu erfahren.

Das Buch hat mich an einigen Stellen gut unterhalten, auch wenn es für meinen Geschmack zu viele Handlungsstränge und Personen gab.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 16.06.2022

Neue Wege

0

"Aufbruch voller Sehnsucht" ist Band 2 der böhmischen Familiensage von Gabriele Sonnberger.
Nach der Vertreibung aus Hohenfurth landen Erika und ihre Tante Mimi 1945 mittellos in Wien. Als "Ausländer" ...

"Aufbruch voller Sehnsucht" ist Band 2 der böhmischen Familiensage von Gabriele Sonnberger.
Nach der Vertreibung aus Hohenfurth landen Erika und ihre Tante Mimi 1945 mittellos in Wien. Als "Ausländer" sind sie ungern gesehen und sie müssen sich durch schlagen, um ihren Platz und auch ihre Träume zu erfüllen. Dabei lernt Erika Erich kennen. Beide verlieben sich ineinander doch das junge Glück scheint schneller zu brökeln als Erika lieb ist..

Das Thema mit der Vertreibung und den Neuanfang in einem fremden Land fand ich äußerst interessant und wurde für mich authentisch dargestellt. Ich hätte mir hierbei an einigen Stellen mehr Tiefe und Emotionen gewünscht.
Die Hindernisse auf ihren Wegen wurden rasch gelöst und wirkten für mich dadurch etwas unrealistisch. Trotzdem habe ihre Reise gerne verfolgt.

Als Leser begleitet man in den Kapiteln unterschiedliche Charaktere durch ihre Geschichte, was für mich eine gelungene Abwechslung war. Somit konnte ich mehr die einzelnen Schicksale und neuen Wege nachvollziehen.

Eine Bedrohung aus dem Hintergrund bildet hier bis zur Mitte der Geschichte eine Grundlage für Spannung, welche ich gerne gelesen habe. Leider wurde diese für mich nicht intensiv genug ausgearbeitet, sodass es schlagartig vorbei war und kurz zum Ende wieder erwähnt wurde. Hier hätte ich mir gerne mehr gewünscht.

Ansonsten begleitet man die Clique aus Hohenfurth dabei, wie jeder nachdem Krieg neue Weg geht. Daher ist die Geschichte an sich eher ruhig gehalten.

Erika und ihre Geschichte stehen dabei trotzdem im Vordergrund. Als Leser begleitet man sie, wie sie versucht für ihren Traum zu kämpfen, aber leider dabei auch einige Entscheidungen trifft, die nicht ohne Folgen bleiben.

Insgesamt ist es ein gutes Buch über die Vertreibung und den Neuanfang. Ich hätte mir mehr Tiefe und Gefühle gewünscht, da für mich die Geschichte etwas flach geschrieben war.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 24.06.2022

Von der Lebenslust nach dem Krieg

0

Wien 1945. Erika und ihre Tante Mimi können nach der Vertreibung aus ihrem böhmischen Heimatort Hohenfurth glücklicherweise bei Verwandten unterkommen. Die Wohnsituation ist beengt und mit Entsetzen müssen ...

Wien 1945. Erika und ihre Tante Mimi können nach der Vertreibung aus ihrem böhmischen Heimatort Hohenfurth glücklicherweise bei Verwandten unterkommen. Die Wohnsituation ist beengt und mit Entsetzen müssen die Frauen feststellen, dass sie hier als Ausländer unerwünscht sind. Unermüdlich sucht Erika nach Lösungen wie einer festen Arbeit um endlich ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen zu können. In Erich scheint sie ihren Traummann gefunden zu haben und gibt seinen Werben nach. Doch je länger sie zusammenleben umso deutlicher wird die unterschiedliche Lebensvorstellung beider und Erich stört sich an ihrem Bestreben nach Selbstverwirklichung.
Dies ist der zweite Band der Reihe um die Sudetendeutsche Erika, ihre Familie und Freunde. Zum besser Verständnis wäre es sinnvoll "Aufbruch voller Sehnsucht" im Anschluss an den ersten Teil zu lesen.
Bereits die Aufmachung der Seiten des Printexemplares mit Rahmen und besonderer Kapitelüberschriftgestaltung macht etwas her. Dank der eindringlichen Schilderungen ist man sofort im Geschehen und leidet mit den Frauen. Trotz der gegensätzlichen Ansichten kann ich sowohl Erika als auch ihre Tante Mimi verstehen. Während sich die jüngeren dem aktuellen Geschehen recht rasch anpassen bzw. darauf reagieren können, ist es für die Alten doppelt so schwer. Die Leichtigkeit und Lebenslust der junger Menschen die nur ein ganz normales Leben führen möchten, reißen den Leser mit. Steht anfänglich noch das Geschehen während des Krieges mit sehr viel Leid und Grausamkeiten im Fokus, wird im Verlauf der Handlung deutlich das mit Kriegsende noch längst nicht alles "gut" ist, denn in den wichtigsten Ämtern dominieren die alten Schergen. Dort begegnet Erika auch einem alten Widersacher, der gegen sie und ihre Freunde immer noch Rachepläne schmiedet. Etwas zu viel des Guten ist für mich die Häufung der glücklichen Zufälle, die Erika alle Steine aus den Weg räumen. Allerdings lebt so ein Buch auch davon.
Sehr gelungen ist für mich die Darstellung ihrer Gefühle, vor allem ihr Zwiespalt zwischen Verpflichtung als Ehefrau und Mutter und der Erfüllung ihres Traumes. Der Schluss des Buches wird mit dem Geschehen um einen guten von ihr realistisch abgerundet und es bleibt damit auch noch genug Material für eine spannende Fortsetzung.
Trotz einiger Schwächen unterhaltsame und flüssig zu lesende Story für Freunde von Fortsetzungsromanen.


  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 16.06.2022

Verlorene Sympathien

0

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges werden Erika und ihre Tante wie so viele andere Deutsche aus der Tschechei vertrieben. Dieser 2. Teil der Böhmen-Trilogie beschreibt leider nur sehr kurz diese Vertreibung ...

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges werden Erika und ihre Tante wie so viele andere Deutsche aus der Tschechei vertrieben. Dieser 2. Teil der Böhmen-Trilogie beschreibt leider nur sehr kurz diese Vertreibung und hauptsächlich den weiteren Lebensweg der im 1. Band liebgewonnenen Einwohner Hohenfurths.
Die Protagonistin Erika wandelt sich dabei von einem hilfsbereiten Gutmenschen zu einer Egoistin und geht dabei über Leichen. Auch wenn die Situation noch so ausweglos scheint, für Erika geht mit Glück alles glatt. So war das damals eben nicht. Die Vertriebenen mussten hart kämpfen, ihnen wurde nicht geholfen. Das alles wirkt sehr an den Haaren herbeigezogen. Genauso unrealistisch wie eine Schwangere, die einen Mann findet, der ihr Kind selbstverständlich mit groß zieht.
Am meisten gestört hat mich aber, dass Erika hinter jedem Mann her war, der bei 3 nicht auf dem Baum war. Das schickte sich für die damalige Zeit nun wirklich nicht.
Manche Schicksale der Nebendarsteller werden nur kurz beschrieben wie z.B. ihre Eltern, bei anderen zumindest ein kurzes Kapitel gewidmet. Das wirkt wie eine Aufzählung und störte den Lesefluss.
Ich hatte mir bezüglich der Vertreibung mehr Informationen erhofft, so schien es eher ein fiktiver Roman mit partiell historischem Hintergrund zu sein. Schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 14.06.2022

Panorama der Nachkriegszeit

0

Im zweiten Band der böhmischen Saga flieht Erika mit ihrer Tante und einer Freundin von den Tschechen aus ihrer Heimat und landet zunächst in Österreich bei Freunden/Verwandten. Es beginnt eine Zeit der ...

Im zweiten Band der böhmischen Saga flieht Erika mit ihrer Tante und einer Freundin von den Tschechen aus ihrer Heimat und landet zunächst in Österreich bei Freunden/Verwandten. Es beginnt eine Zeit der Neuorientierung und Suche, in der der Verlust verarbeitet werden muss und gleichzeitig das Leben wieder neu in Angriff genommen wird. Während die Tante sich in ihrem Griesgram verhängt, knüpft Erika schnell neue Kontakte, findet sich unter den neuen Gegebenheiten zurecht und kann durch ihren Überlebenswillen auch die anderen versorgen. Außerdem finden sich bald sehr viele ehemaligen Hohenfurther in ihrem Umkreis ein. Wir begleiten Erika dann die nächsten 10 Jahre, in denen sie von einer jungen lebenslustigen Frau zu einer pflichtbewussten Mutter wird, die sich nur noch „nebenher“ privates Vergnügen und private Kontakte erlaubt.
Der Ban ist ein Panorama des Lebens in der Nachkriegszeit. Alle im 1. Band angerissenen Biografien, seien sie noch so am Rand gelagert, werden fortgeführt, was ihm nicht nur einen großen Umfang, sondern auch eine Fülle an Einzelerzählungen beschert, was dem Lesevergnügen nicht unbedingt dient. Um den Erzählfortgang zu beschleunigen gibt es immer wieder größere Sprünge und vor allem müssen die Protagonistinnen viele Herausforderungen ziemlich schnell und ziemlich erfolgreich bewältigen, was dem Ganzen einen unglaubwürdigen Anstrich gibt. Wer große Literarische Kunst sucht ist hier eher nicht glücklich. Wer unterschiedliche Einblicke in das Leben der Nachkriegszeit erhalten und gut unterhalten sein will, dem sei das Buch empfohlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema