Leserunde zu "Before we were innocent" von Ella Berman

Drei Freundinnen fahren in Urlaub, nur zwei kehren zurück
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Ella Berman (Autor)

Before we were innocent

Roman | Ein aufwühlender Roman über die tiefen, komplexen Bindungen unter Teenagern und wie sie unser Leben prägen

Elina Baumbach (Übersetzer)

Wenn du zwischen Wahrheit und Freundschaft wählen musst

Bess ist überrascht, als ihre Freundin Joni plötzlich vor ihrer Tür steht. Seit sie vor zehn Jahren von jeglicher Mittäterschaft am Tod ihrer Freundin Evangeline freigesprochen wurden, haben sie sich nicht mehr gesehen. Nun bitte Joni Bess um einen Gefallen. Sie braucht ein Alibi. Bess hat keine andere Wahl, als Ja zu sagen. Denn sie ist Joni noch etwas schuldig. Und sie beginnt sich zu fragen, ob damals wirklich alles so war, wie sie immer glaubte ...

Ein Coming-of-Age-Roman über tiefe, komplexe Freundschaften und wie sie unser Leben prägen

»Dieser packende Roman liest sich wie ein True-Crime-Fall. « REESE WITHERSPOON

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 24.03.2025 - 30.03.2025
  2. Lesen 07.04.2025 - 24.04.2025
  3. Rezensieren 25.04.2025 - 09.05.2025

Bereits beendet

Schlagworte

pola KulturPass AktionKulturpass coming of age Geheimnisse Tod Teenager Freundschaft:Frauenfreundschaft:queer feministisch Verlust Familie Selbstfindung Social Media spannend düster Literarische Unterhaltung

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 09.05.2025

Fesselnder Roman über Freundinnenschaft und Schuld

1

Die drei Freundinnen Joni, Bess und Evangeline leben in den USA und kommen aus sehr wohlhabenden, privilegierten Familien. Nach ihrem Schulabschluss 2008 beschließen sie, einen Sommer in Griechenland auf ...

Die drei Freundinnen Joni, Bess und Evangeline leben in den USA und kommen aus sehr wohlhabenden, privilegierten Familien. Nach ihrem Schulabschluss 2008 beschließen sie, einen Sommer in Griechenland auf der Insel zu verbringen, auf der Evangeline die Sommer ihrer Kindheit verbracht hat. Doch aus diesem Urlaub kehren nur Joni und Bess zurück. Evangeline ist gestorben und die Polizei hat geprüft, inwiefern Joni und Bess in ihren Tod involviert waren. Auch wenn sie aus dem Prozess als unschuldig herausgehen, stürzen sich die Medien auf sie, halten sie trotzdem für schuldig. Bess zieht sich zurück und lebt isoliert, als Joni zehn Jahre später vor ihrer Tür steht und sie um einen Gefallen bittet: Sie braucht ein Alibi.

Ella Bermann hat mit "Before we were innocent" einen fesselnden und tiefgründigen Roman über Freundinnenschaft, Vertrauen, Verlust, Schmerz und Schuld geschaffen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart, im Jahr 2018, erfahren wir mit der Zeit, wie Bess' und Jonis Leben momentan aussehen und was es mit den aktuellen Ermittlungen zu Jonis Alibi auf sich hat. Auf der Vergangenheitsebene erzählt Ella Bermann von der Freundinnenschaft zwischen den drei Mädchen und den Geschehnissen in Griechenland, die zu Evangelines Tod geführt haben. Dabei werden die Beziehungen sehr detailliert und komplex aufgebaut, sodass nachvollziehbar ist, weshalb jede von ihnen entsprechend reagiert und wie es zu den Konflikten kommt.
Auf sehr nachvollziehend und spannende Weise wird erzählt, wie Nähe zu Konkurrenzdenken, zu Verletzungen, Schmerz, Verlust und Frustrationstoleranz führt.
Ich mag den ruhigen, intensiven Schreibstil sehr. Auch wenn es Spannungselemente gibt und die Atmosphäre oftmans angespannt und aufgeladen ist, handelt es sich auf jeden Fall um einen Roman und nicht um einen Thriller.

"Before we were innocent" gehört definitiv zu meinen Lesehighlights 2025.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Tiefgründige Geschichte

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Ein intensiver Roman über Freundschaft, Schuld und die Frage, wie sehr uns ein einziger Sommer für den Rest des Lebens prägen kann.

Zum Cover: Die äußere Gestaltung entspricht leider nicht wirklich meinem ...

Ein intensiver Roman über Freundschaft, Schuld und die Frage, wie sehr uns ein einziger Sommer für den Rest des Lebens prägen kann.

Zum Cover: Die äußere Gestaltung entspricht leider nicht wirklich meinem Geschmack und ich finde auch, dass der Roman nicht wirklich heraussticht, aber natürlich passt das Cover zum Inhalt und macht wegen der schwarz-weiß-Gestaltung doch auch ein wenig neugierig.

Zum Inhalt: Es handelt sich hierbei um eine tiefgründige Geschichte über drei junge Frauen und ein Ereignis handelt, das alles verändert. Die Charaktere Bess, Joni und Evangeline verbringen nach der Schule einen Sommer in Griechenland, aber nur zwei von ihnen kehren zurück. Zehn Jahre später holt die Vergangenheit Bess wieder ein, als Joni plötzlich vor ihrer Tür steht.

Die Autorin Ella Berman erzählt hier auf zwei Zeitebenen, die sie klug miteinander verwebt. Ich habe beide Zeitstränge gerne gelesen und die Charaktere dadurch im Laufe der Geschichte immer besser verstanden. Besonders beeindruckt hat mich, wie realistisch und vielschichtig die Beziehungen der Freundinnen dargestellt werden. Sowohl die guten als auch die schlechten Seiten der Freundschaft werden authentisch aufgezeigt, was die Charaktere noch lebendiger wirken lässt.

Ich möchte ungern noch tiefer auf den Inhalt eingehen, denn mir hat dieser mitunter gerade deshalb so gut gefallen, weil ich nicht wusste, was mich erwarten würde.

Ich habe nicht damit gerechnet, aber dieser Roman gehört definitiv zu meinen Highlights in diesem Jahr. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Eine literarische Reise durch Freundschaft, Schuld und Erinnerung

2

Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Before We Were Innocent" von Ella Berman begann, erwartete ich einen spannenden Sommerroman mit Thriller-Elementen – doch schnell wurde mir klar, dass es sich um weit ...

Meine Meinung und Inhalt

Als ich "Before We Were Innocent" von Ella Berman begann, erwartete ich einen spannenden Sommerroman mit Thriller-Elementen – doch schnell wurde mir klar, dass es sich um weit mehr handelt: einen feinfühligen, tiefgründigen Roman über Freundschaft, Verlust und die Frage, wie wir mit Schuld umgehen – besonders, wenn sie uns seit der Jugend begleitet.

Im Zentrum steht Bess, eine junge Frau, deren Leben seit einem tragischen Vorfall im Teenageralter aus der Bahn geraten ist. Damals verbrachte sie mit ihren besten Freundinnen Joni und Evangeline einen unvergesslichen Sommer in Griechenland – der allerdings tödlich endete.

Was mich besonders berührt hat, war die eindringliche Darstellung weiblicher Freundschaft: Wie nah sich junge Frauen sein können, wie schnell sich Nähe in Rivalität verwandelt, und wie tief Verletzungen gehen, wenn Vertrauen gebrochen wird. Die Autorin hat mit unglaublichem Geschick dies darstellen können. Der Roman zeigt, dass Freundschaft nicht immer heilend ist – sie kann auch fordern, manipulieren, zerstören.

Der Stil von Ella Berman ist ruhig, aber eindringlich.

Die Rückblenden nach Griechenland sind atmosphärisch dicht und kontrastieren stark mit der nüchternen Gegenwart Bess’ in Kalifornien. Ich hatte häufig das Gefühl, als würde ich selbst am Meer sitzen, mit der Hitze, der Ungewissheit und der knisternden Spannung zwischen den drei Freundinnen.

"Before We Were Innocent" ist für mich kein Buch, das man einfach „durchliest“ – es bleibt haften. Es bringt einen dazu, über die eigene Jugend, alte Freundschaften und Entscheidungen nachzudenken, die man vielleicht nie ganz verarbeitet hat. Für alle, die literarische Coming-of-Age-Romane mögen, in denen nicht die Auflösung eines Verbrechens im Vordergrund steht, sondern die Seelenlandschaften der Beteiligten – dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen!!!


Klappentext

Vor zehn Jahren wurden die besten Freundinnen Bess und Joni von jeglicher Mittäterschaft am Tod ihrer Freundin Evangeline freigesprochen. Obwohl sie für unschuldig befunden wurden, stürzten sich die Medien auf sie, und seitdem haben sie einander nicht mehr gesehen. Nun steht Joni vor Bess‘ Tür und bittet sie um einen Gefallen. Sie braucht ein Alibi. Bess hat keine andere Wahl, als Ja zu sagen. Denn sie ist Joni noch etwas schuldig. Und sie beginnt sich zu fragen, ob damals wirklich alles so war, wie sie immer glaubte ...


Über die Autorin

Ella Berman wuchs in London und Los Angeles auf und arbeitete bei SONY MUSIC, bevor sie das Modelabel LONDON LOVES LA gründete. Sie lebt mit ihrem Ehemann James und ihrem Hund Rocky in London. BEFORE WE WERE INNOCENT ist ihr zweiter Roman.


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Veröffentlicht am 05.05.2025

Girlhood gone wrong

2

Es gibt eine Menge Bücher über Freundinnenschaften.
Oft werden sie glorifiziert, manchmal auch die dunklen Seiten beleuchtet. Immer wieder werden sie auch zum Stoff für Krimis oder Thriller gemacht.
Vielleicht ...

Es gibt eine Menge Bücher über Freundinnenschaften.
Oft werden sie glorifiziert, manchmal auch die dunklen Seiten beleuchtet. Immer wieder werden sie auch zum Stoff für Krimis oder Thriller gemacht.
Vielleicht so ähnlich ist es auch im Fall von "Before we were innocent" von Ella Berman.
Die Freundinnen Bess, Joni und Evangeline wachsen in extrem privilegierten Verhältnissen in den USA auf. Den Sommer nach dem Highschool-Abschluss wollen sie gemeinsam auf der griechischen Insel Tinos verbringen. Dort steht ein altes Ferienhaus, in dem Evangeline viele Urlaube ihrer Kindheit verbracht hat. Als Evangeline in Griechenland ihr Leben verliert, werden Bess und Joni verdächtigt, in den Tod ihrer Freundin verwickelt zu sein. Danach sprechen die beiden sich zehn Jahre lang nicht mehr, bis Joni erneut mit einem Kriminalfall in Zusammenhang gebracht wird.

Ich lese viele und gerne Bücher, die Themen wie Girlhood und female friendship behandeln. Selten habe ich das so gut gesehen, wie in Ella Bermans Roman.
Dabei muss man ganz klar sagen: "Before we were innocent" ist kein Thriller!
Wer einen solchen sucht, wird von diesem langsamen, hauptsächlich charaktergetriebenen Roman, in dem sehr viel Zeit darauf verwendet wird, die Beziehungen der Protagonistinnen untereinander zu sezieren, enttäuscht werden.
Die große Stärke des Buches liegt gar nicht so sehr im Spannungsaufbau (auch wenn ich es spannend finde!), sondern in der Charakterzeichnung. Der Autorin ist es hier gelungen, ein unglaublich authentisches Bild von drei Teenagerinnen zu zeichnen. In ihrer Ambilvalenz, ihrer Impulsivität, manchmal Manipulativität und - ja, auch in ihrer Grausamkeit.
Das Buch bietet keine furiosen Plottwists, aber die Autorin hat sich für eine Auflösung der Handlung entschiedne, die für mich schlüssig und letztlich folgerichtig war.
Außerdem mochte ich die Sprache des Textes, wie auch die Stimmung, die eingefangen wird: Das Urlaubsflair einer griechischen Insel, der Traum vom European Summer, die späten Nullerjahre. Der Überfluss innerhalb der amerikanischen Oberschicht, aus der die Protagonistinnen stammen, hat mich anfangs etwas irritiert, weil so weit weg, von dem, was wir als Realität wahrnehmen, aber letztlich hat dieser Background das Gesamtbild der Geschichte nicht gestört.

Fazit:
Für mich ist "Before we were innocent" eines der besten Bücher, die ich im Jahr 2025 bisher gelesen habe, und ebenso einer meiner neuen Favoriten aus dem Genre "Girhood-Literatur".

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Ein nachklingender Coming-of-Age-Roman

3

Sie waren Freunde in Teeniezeiten, bis es passierte. Nun lebt Bess zurückgezogen und abgeschottet, als plötzlich Joni vor ihrer Tür steht. Und sie ist nicht ohne Grund da.

Die Geschichte spielt auf zwei ...

Sie waren Freunde in Teeniezeiten, bis es passierte. Nun lebt Bess zurückgezogen und abgeschottet, als plötzlich Joni vor ihrer Tür steht. Und sie ist nicht ohne Grund da.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, die die Autorin gekonnt miteinander verwebt. Nach und nach greifen die Zeitstränge ineinander und ergeben ein Gesamtbild. Der Schreibstil ist an manchen Stellen nüchtern und lässt die Geschichte wie eine Autobiografie wirken, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Das Buch ist auf subtile Art spannend und ich konnte es nicht mehr aus den Händen legen.

Der Autorin gelingt es, die einzelnen Charaktere und deren Verbindung zueinander herauszuarbeiten und trotzdem Raum für eigene Interpretation zu lassen. Schnell entwickelte ich (A-)Sympathie mit den Protagonistinnen und stellte Theorien zu (künftigen) Verhaltensweisen auf. Immer tiefer ergründet man die Freundschaft der drei Freundinnen und will wissen: was hat euch verbunden? Was ist passiert? Warum ist es passiert?

Für mich war das ein Buch, das mich auch nach dem Ende noch nachdenklich zurückließ. Die gesellschaftspolitischen Themen wurden sehr schön beleuchtet und die Art der Darstellung der Freundschaft und der Umgang mit Schuld war für mich sehr passend. Für alle, die auf der Suche nach einem nachklingenden Coming-of-Age-Roman sind.

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