Leserunde zu "Before we were innocent" von Ella Berman

Drei Freundinnen fahren in Urlaub, nur zwei kehren zurück
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Ella Berman (Autor)

Before we were innocent

Roman | Ein aufwühlender Roman über die tiefen, komplexen Bindungen unter Teenagern und wie sie unser Leben prägen

Elina Baumbach (Übersetzer)

Wenn du zwischen Wahrheit und Freundschaft wählen musst

Bess ist überrascht, als ihre Freundin Joni plötzlich vor ihrer Tür steht. Seit sie vor zehn Jahren von jeglicher Mittäterschaft am Tod ihrer Freundin Evangeline freigesprochen wurden, haben sie sich nicht mehr gesehen. Nun bitte Joni Bess um einen Gefallen. Sie braucht ein Alibi. Bess hat keine andere Wahl, als Ja zu sagen. Denn sie ist Joni noch etwas schuldig. Und sie beginnt sich zu fragen, ob damals wirklich alles so war, wie sie immer glaubte ...

Ein Coming-of-Age-Roman über tiefe, komplexe Freundschaften und wie sie unser Leben prägen

»Dieser packende Roman liest sich wie ein True-Crime-Fall. « REESE WITHERSPOON

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 24.03.2025 - 30.03.2025
  2. Lesen 07.04.2025 - 24.04.2025
  3. Rezensieren 25.04.2025 - 09.05.2025

Bereits beendet

Schlagworte

pola KulturPass AktionKulturpass coming of age Geheimnisse Tod Teenager Freundschaft:Frauenfreundschaft:queer feministisch Verlust Familie Selbstfindung Social Media spannend düster Literarische Unterhaltung

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 27.04.2025

Bevor wir unschuldig waren!

4

Wer den Titel des Buches auf deutsch übersetzt, könnte da schon stutzig werden. Wie kann man unschuldig werden ( und nicht einfach sein) und was muss passiert sein, dass man es vorher nicht war?
Diese ...

Wer den Titel des Buches auf deutsch übersetzt, könnte da schon stutzig werden. Wie kann man unschuldig werden ( und nicht einfach sein) und was muss passiert sein, dass man es vorher nicht war?
Diese Fragen werden hier nicht einfach plump beantwortet, streng genommen werden sie gar nicht beantwortet, aber die Autorin schafft es, dass vermutlich jeder Leser und jede Leserin am Ende eine eigene Vorstellung davon hat.
Dabei handelt es sich um eine ganz leise Geschichte, die sehr aufwühlend, weil so echt und nachvollziehbar ist.
In zwei Zeitstrahlen wird hier erzählt, was aus verschiedenen Leben wird, wenn einem in frühen Jahren ein Vorfall aus der Bahn wirft, der alles verändert. Und welche Auswirkungen echte, von den Medien herbeizitierte und vor allem erlebte Schuld auf verschiedene Menschen und deren Familien haben können.
Am Ende gibt es kein Ende, weder für die Protagonisten noch für die Lesenden. Aber es gibt Erkenntnisse und die Antwort darauf, wie man (wieder) unschuldig werden kann.
Das Buch liest sich sehr flüssig und unaufgeregt. Es macht einen zwischendrin betroffen und nachdenklich, vielleicht manchmal melancholisch in seine eigene Jugend zurück blickend. Aber trotzdem kann man durch das Setting unter den Reichen und Schönen genügend Abstand wahren, um sich nicht selber zu sehr identifizieren zu können. War zumindestens bei mir so. Der Spannungsbogen ist geschickt durch den kompletten Roman gezogen, so dass es trotz der Ruhe nie langweilig wird, man möchte schon genau wissen, wer da was getan hat und was nicht.
Ein Coming-of-Age Roman der anderen Art, von der Stimmung her ( nicht vom Inhalt) vielleicht in Richtung Stand by Me - Die Geschichte eines Sommers von Stephen King.
Bisher für mich einer der besten Romane des Jahres!

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Hilfst du mir, wie ich dir? Oder auch: Fragen, Lücken, Unsicherheiten.

7

In Before we were innocent ergründet Ella Berman auf 448 Seiten die Abgründe einer Freundschaft, die durch ein schreckliches Ereignis für immer geprägt wird. Geschickt nutzt die Autorin zwei Zeitebenen ...

In Before we were innocent ergründet Ella Berman auf 448 Seiten die Abgründe einer Freundschaft, die durch ein schreckliches Ereignis für immer geprägt wird. Geschickt nutzt die Autorin zwei Zeitebenen – 2008/2009 und 2018. Dabei greifen diese wie kleine Rädchen eines Uhrwerks Kapitel für Kapitel ineinander um die Geschichte vorantreiben:

2008: Bess, Joni und Ev sind unzertrennlich – beste Freundinnen, die nach dem Schulabschluss einen Sommer in Griechenland verbringen wollen. Doch nur Bess und Joni kehren zurück: Am leben, aber für immer gezeichnet.
2018: Bess lebt zurückgezogen und vermeidet den Kontakt zur Außenwelt, bis plötzlich Joni, mit der sie lange keinen Kontakt mehr hatte, vor ihrer Tür steht – mit einer Bitte, die alles ins Wanken bringt: ein Alibi. Bess’ sorgsam aufgebautes Leben beginnt zu bröckeln.

„Dieser packende Roman liest sich wie ein True-Crime-Fall.“ sagt Reese Witherspoon über ihren Book Club Pick.
Was ich zunächst für ein wenig Übertreibung zu gunsten guter PR gehalten habe entpuppte sich schnell als passend.

Mit feinem psychologischem Gespür seziert Ella Berman die Dynamik zwischen den drei Freundinnen. Vieles spielt sich in Bess innerem ab, wirft gekonnt Fragen auf. Nicht nur bei Bess, sondern auch bei uns Leser:innen:

Wie reagiert man auf den viel zu frühen Tod einer Freundin? Bleibt man als Überlebende verbunden, nur weil man etwas Schreckliches gemeinsam erlebt hat? Und überhaupt: Wie geht man damit um, wenn das Leben einen, einfach nur still und leise, auseinanderdriften lässt?

Der Schreibstil ist klar und schnörkellos – gerade dadurch entfaltet er seine Sogwirkung. Das Buch liest sich so schnell und flüssig, dass man es kaum aus der Hand legen möchte. Und genau deshalb funktioniert die Geschichte so gut: Man ist ganz nah dran, spürt die Atemlosigkeit der Figuren, besonders die von Bess – in beiden Zeitebenen. Man will wissen, was damals wirklich geschah. Was denn nun wirklich in jenem Sommer passiert ist? Und was "jetzt gerade" geschieht.
Dabei sind beide Zeitebenen auf ihre eigene Art und Weise spannend.
Während ich eingemummelt auf meinem Sessel saß entwarf mein Kopf immer wildere Theorien was zur Hölle hier denn nun eigentlich wirklich nicht stimmt.

Spannend fand ich auch, wie die Auswirkungen medialer Aufmerksamkeit auf die Überlebenden nach einem solchen Vorfall dargestellt wurde. Wie geht man damit um, wenn einen die ganze Welt kennt und verurteilt? Auch noch Jahre später? Ohne zu viel zu verraten: Joni und Bess jeden Falls sehr, sehr unterschiedlich.

Aber auch ohne das wäre es interessant gewesen einfach nur den feinen Sprüngen zu zu sehen, die sich beginnen in einer Freundschaft auszubreiten, die über den Zenit geschritten ist. Wie sie zu immer größeren Rissen werden, die man einfach nicht mehr übersehen kann. Bis dann, schlussendlich, alles zerspringt oder vielleicht sogar gekittet wird.

Jetzt, beim Schreiben dieser Rezension, wird mir noch einmal bewusst, wie gekonnt Ella Berman die Psyche ihrer Figuren zeichnet. Wie sie feinfühlig andeutet statt plump zu benennen, wie viel sie uns Leser:innen zutraut – und gerade dadurch so viel Tiefe schafft: Gänsehaut!

Wer eine einfache Geschichte mit klar benannten „Guten“ und „Bösen“ sucht, um das Buch am Ende beruhigt zuklappen zu können, wird hier enttäuscht werden. Das nur als Warnung vorweg.
Wer bereit ist, sich einzulassen – auf Fragen, auf Lücken, auf Unsicherheiten –, wird dieses Buch so schnell nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

positive Überraschung

1

besser spät als nie: Mir ist wie den Freundinnen auch das Leben dazwischen gekommen.

Der Erzählstil und die beiden parallel erzählten Handlungsstränge haben mir sehr gut gefallen. Es war durchgehend ...

besser spät als nie: Mir ist wie den Freundinnen auch das Leben dazwischen gekommen.

Der Erzählstil und die beiden parallel erzählten Handlungsstränge haben mir sehr gut gefallen. Es war durchgehend spannend, was 2008 wirklich passiert ist und warum Joni wieder Kontakt aufgenommen hat.

Ich habe die einzelnen Leseabschnitte immer super schnell verschlungen. Das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht und ich muss sagen, dass mich das Buch positiv überrascht hat. Aufgrund des Covers hatte ich etwas anderes erwartet, aber diese spannende Geschichte habe ich tatsächlich ins Herz geschlossen.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Zwischen Schuld und Freundschaft - still und eindringlich

2

Dieses Buch hat mich emotional wirklich gepackt: „Before We Were Innocent“ ist bewegend, bedrückend und vor allem fesselnd – ein stiller, aber intensiver Roman, der weit über das Lesen hinaus nachwirkt. ...

Dieses Buch hat mich emotional wirklich gepackt: „Before We Were Innocent“ ist bewegend, bedrückend und vor allem fesselnd – ein stiller, aber intensiver Roman, der weit über das Lesen hinaus nachwirkt. Besonders beeindruckt hat mich, wie feinfühlig Ella Berman die psychologischen Dynamiken zwischen den Figuren darstellt. Freundschaft, Loyalität, Schuld und Erinnerung greifen auf subtile Weise ineinander und erzeugen eine dichte Atmosphäre. Bermans Schreibstil ist leise, aber eindringlich. Ohne großes Pathos vermittelt sie eine emotionale Spannung, die sich unter der Oberfläche aufbaut und lange nachhallt.

Der Einstieg fiel mir ehrlich gesagt schwer – das Tempo ist ruhig, vieles bleibt zunächst unausgesprochen. Aber genau diese Zurückhaltung entfaltet nach und nach ihre Wirkung. Am Ende war ich so überzeugt von der Tiefe und Kraft des Buches, dass ich trotz des zähen Beginns klare 4,5 Sterne vergebe.

Fazit: Ein Roman für alle, die sich für psychologisch fein gezeichnete Geschichten interessieren und nicht vor leisen Zwischentönen zurückschrecken – absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Gutes Buch mit Tiefgang

2

Bess, Joni und Evangeline sind jung und haben ihr gesamtes Leben noch vor sich. Sie sind beste Freundinnen, die zwar aus verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen, aber trotz allem eine tiefe Freundschaft ...

Bess, Joni und Evangeline sind jung und haben ihr gesamtes Leben noch vor sich. Sie sind beste Freundinnen, die zwar aus verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen, aber trotz allem eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit pflegen. Es ist der letzte gemeinsame Sommer, danach geht es für alle auf verschiedene Unis und die drei Freundinnen werden zumindest örtlich voneinander getrennt. Was gibt es da schöneres, als den letzten gemeinsamen Sommer in Griechenland zu verbringen, weit weg von der Heimat, und es ein letztes Mal richtig krachen zu lassen. Da Bess und Joni eher die wilden sind, sind sie leider von dem Urlaub nicht ganz so begeistert. Evangeline hat einen eher langweiligen Urlaub geplant und zieht ihn auch stoisch durch, sehr zum Ärgernis ihrer Freundinnen. Als dann auch noch Evangelines Bruder hinzu kommt und sich zwischen ihm und Bess eine Romanze anbahnt, fängt die Freundschaft allmählich an zu bröckeln. Zu dem ganzen Gefühlschaos der drei Mädels kommt dann auch noch ein schrecklicher Unfall, der den Mädchen den Boden unter den Füßen wegriss.

Knappe 10 Jahre später, lebt Bess zurückgezogen und allein in einer Wüstenstadt, in der sie keiner kennt. Ihr Leben ist trist und langweilig, was auch so sein soll, bis eines Nachts Joni vor ihrer Tür steht und sie um einen Gefallen bittet. Bess ist Joni noch etwas schuldig, also tut sie es, sie ahnt nicht, dass ihr bald wieder der Boden unter den Füßen wegzureißen droht.....

Dies war mein erstes Buch von Ella Berman und ich war sehr positiv überrascht. Die Geschichte war in zwei Abschnitte unterteilt, die Vergangenheit und die Gegenwart. Die Gegenwart war eher ruhig und es dümpelte so vor sich hin, ohne es negativ zu meinen, es war einfach sehr ruhig und unspektakulär. Die Vergangenheit jedoch war ziemlich spannend. Man bekam einen richtigen Einblick in die Gefühle der Mädchen, in eine verrückte Teenager-Dreiecks-Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen. Ebenfalls bekam man einen Einblick in die Gefühlslage nach dem Unfall und wie sich der Shitstorm über die Mädchen legte und jeder Fremde sich eine Meinung über zwei Mädchen bildet, die einfach nur ihre Jugend genießen und feiern wollten.

Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, da auch meine Teenagerzeit, hätte man alles an die Öffentlichkeit gezerrt, nicht unbedingt jugendfrei gewesen wäre und es ist erschreckend, wie einem jede Kleinigkeit zur Last gelegt werden kann und wie sich jeder eine Meinung bildet anhand von unbedachten Kommentaren oder Fotos.

Der Schreibstil und auch das Cover haben mir sehr gut gefallen und ich werde nun auch das erste Buch der Autorin lesen, da mich ihr Schreibstil überzeugt und neugierig auf mehr gemacht hat.

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