Lesehighlight! Ein krönender Abschluss der Zeitenwende-Reihe!
Michaela Grünigs Roman „Blankenese-Zwei Familien-Zeitensturm“ war für mich ein krönender Abschluss der Trilogie, der mich mit den Geschehnissen rund um die vielschichtigen Charaktere und dem geschichtlichen ...
Michaela Grünigs Roman „Blankenese-Zwei Familien-Zeitensturm“ war für mich ein krönender Abschluss der Trilogie, der mich mit den Geschehnissen rund um die vielschichtigen Charaktere und dem geschichtlichen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen der sechziger und siebziger Jahre voll in den Bann gezogen hat! Der fesselnde, empathische und bildgewaltige Schreibstil der Autorin hat diese Geschichte zu einem ganz besonderen Leseerlebnis gemacht. Es war unglaublich spannend die nächste Generation der Familien Casparius und Jacobson auf ihren schicksalhaften Wegen zu begleiten. Wie gut wurde hier bitte auch unsere Deutsche Geschichte und der gesellschaftliche und politische Wandel der damaligen Zeit mit in ihr Leben eingebaut. Michaela Grünig ist es hervorragend gelungen sehr authentisch, realitätsnah und exzellent recherchiert, Themen wie den Kampf gegen das Vergessen und Gerechtigkeit, die 68er Studentenbewegung, die Entwicklung und die furchtbaren Geschehnisse rund um die RAF, sowie deren Verfolgung, Eindämmung und Verurteilung, die Diskussionen um den § 218, das beginnende Umweltbewusstsein und noch so vieles mehr mit den Geschehnissen und Handlungen ihrer Figuren zu verknüpfen.
Die drei sich abwechselnden Erzählstränge von Sabine und Ulrike Casparius und Kurt Jacobson sind von der Thematik und ihren unterschiedlichen Wesensarten und Facetten her so fesselnd, dass ich stetig auf die Weiterentwicklung der jeweiligen Geschehnisse hin gefiebert habe. Viele überraschende Wendungen sorgten dafür, dass ich ein Wechselbad der Gefühle durchlebte und die Geschehnisse die unterschiedlichsten Emotionen bei mir ausgelöst haben. Als sich im letzten Drittel die Ereignisse dramatisch und tragisch zu entwickeln begannen, konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Tief ergriffen haben mich zum Schluss schließlich noch die Worte von Ulrikes Tochter Felicitas, die mich zu Tränen gerührt und bewegt haben.
Michaela Grünig hat ihre Haupt- und Nebencharaktere unglaublich lebendig mit all ihren Schwächen und Stärken erschaffen, die mich dadurch tief in ihr Seelenleben und in ihr Handeln hineingezogen haben. Besonders getriggert hat mich Sabine, die mit ihrer Unsicherheit, ihrem fehlenden Selbstwertgefühl, ihrer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung und dem Gefühl gebraucht zu werden, sehr gut dargestellt wurde. Ulrike, ist der Typ moderne und offene junge Frau, die den konservativen Zwängen ihrer gut situierten Familie entflieht, hilfsbereit ist, ein gutes Herz hat, ihre Bestimmung sucht und dabei gute und schlechte Lebenserfahrungen machen muss. Kurt ist ein Familien- und Herzensmensch, dem ich sehr viel Respekt gezollt habe für seinen übergroßen Einsatz im privaten und beruflichen Bereich.
Mein Fazit:
Ein vielschichtig und hervorragend erzählter Abschlussband einer Familiensaga, für den ich eine unbedingte Leseempfehlung ausspreche und 5 Sterne vergebe. Michaela Grünig versteht es wirklich sehr gut in ihrem Roman Kontraste darzustellen, ob es die Unterschiede im Familienleben sind, die Lebensweisen oder die politischen Ansichten und Überzeugungen. Das macht es spannend und abwechslungsreich für den Leser.