Leserunde zu "Chaos" von Andréa Ager-Hanssen

Stylish, schwarzhumorig und überaus klug beobachtet - werde jetzt Testleser:in
Cover-Bild Chaos
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Andréa Ager-Hanssen (Autor)

Chaos

Roman

Susanne Dahmann (Übersetzer)

Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Doktorarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie zum ersten Mal schwanger ist, von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt. Eigentlich - bis doch alles schrecklich schiefgeht.
Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf - Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend.
In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. Kann sie sich befreien aus dem selbst herbeigeführten Chaos und den Dynamiken ihres dysfunktionalen Umfelds?

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 27.04.2026 - 10.05.2026
  2. Lesen 18.05.2026 - 31.05.2026
    Lesen
  3. Rezensieren 01.06.2026 - 14.06.2026
  1. Abschnitt 1, KW 19, Seite 1 bis 129, inkl. Kapitel "Das Stromaggregat" bis 24.05.2026
  2. Abschnitt 2, KW 20, Seite 130 bis Ende bis 31.05.2026

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 10.05.2026

Manchmal sind es genau diese Geschichten, die am Ende überraschen und zu Leseerlebnissen werden.

Das Cover ist jetzt nicht unbedingt meins, aber der Klappentext zu 100 Prozent.

Ich bin total gespannt, ...

Manchmal sind es genau diese Geschichten, die am Ende überraschen und zu Leseerlebnissen werden.

Das Cover ist jetzt nicht unbedingt meins, aber der Klappentext zu 100 Prozent.

Ich bin total gespannt, wie es nach der Leseprobe weitergeht!

Veröffentlicht am 10.05.2026

Schon beim Lesen der Buchbeschreibung bekomme ich richtig Lust mich in diese Geschichte zu stürzen!

Das klingt nach jeder Menge Trubel und interessanten Begegnungen.
Ein bisschen mitten aus dem Leben, ...

Schon beim Lesen der Buchbeschreibung bekomme ich richtig Lust mich in diese Geschichte zu stürzen!

Das klingt nach jeder Menge Trubel und interessanten Begegnungen.
Ein bisschen mitten aus dem Leben, ein bisschen zu viel des Guten.

Ich bin gespannt auf diesen Roman, auch wenn er leider etwas kurz ist.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Die Leseprobe hat bei mir sofort eine ganz besondere Stimmung ausgelöst. Der Schreibstil ist bildhaft, manchmal fast bissig und trotzdem sehr emotional. Ich mochte besonders, dass vieles nicht direkt erklärt ...

Die Leseprobe hat bei mir sofort eine ganz besondere Stimmung ausgelöst. Der Schreibstil ist bildhaft, manchmal fast bissig und trotzdem sehr emotional. Ich mochte besonders, dass vieles nicht direkt erklärt wird, sondern eher zwischen den Zeilen spürbar bleibt. Gerade dadurch wirkte die Atmosphäre auf mich gleichzeitig intensiv und unterschwellig bedrückend. Das Cover passt für mich perfekt dazu, weil es sofort dieses Unruhige und Melancholische ausstrahlt, das auch in der Geschichte mitschwingt.

Hedda wirkt auf mich wie jemand, der ständig analysiert, beobachtet und alles um sich herum hinterfragt, während in ihr selbst eigentlich längst Chaos herrscht. Genau diese Widersprüchlichkeit macht sie für mich interessant. Sie erscheint gleichzeitig kontrolliert und völlig überfordert, distanziert und emotional. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass sie versucht, sich selbst irgendwie zusammenzuhalten, obwohl unter der Oberfläche längst vieles bröckelt.

Besonders spannend fand ich die Szenen mit ihrem Vater. In manchen Momenten wirkt er fast charmant und schillernd, beinahe wie eine exzentrische Romanfigur, dann wieder egoistisch, unangenehm und völlig grenzenlos. Gerade diese Ambivalenz macht die Dynamik zwischen ihm und Hedda so interessant. Vor allem die Erinnerungen an ihre Kindheit fand ich stark, weil man dort schon spürt, wie prägend dieses Familienleben gewesen sein muss. Viele Verhaltensweisen von Hedda wirken dadurch plötzlich nachvollziehbarer.

Björn erschien mir bisher eher pragmatisch und bodenständig, fast wie ein Gegenpol zu Hedda und ihrem familiären Chaos. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, dass ihre Beziehung wirklich stabil ist. Die Leseprobe deutet für mich stark an, dass unter der Oberfläche vieles brodelt und Konflikte eher verdrängt als gelöst werden.

Ich erwarte deshalb keinen ruhigen Familienroman, sondern eher eine emotionale Abwärtsspirale mit schwarzem Humor und sehr intensiven zwischenmenschlichen Dynamiken. Gleichzeitig glaube ich, dass es viel um Identität, Herkunft, emotionale Abhängigkeiten und die Frage gehen wird, wie sehr uns unsere Familie langfristig prägt. Genau solche Geschichten lese ich besonders gern, vor allem wenn sie emotional ehrlich sind und sich nicht davor scheuen, unangenehme Themen offen zu zeigen.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Mich hat der Titel direkt neugierig gemacht. Das Cover passt sehr gut zum Buch. Eine Frau, die niedergeschlagen zu sein scheint, ausgebrannt, im Chaos versunken.
Das zeigt sich auch in der Leseprobe. ...

Mich hat der Titel direkt neugierig gemacht. Das Cover passt sehr gut zum Buch. Eine Frau, die niedergeschlagen zu sein scheint, ausgebrannt, im Chaos versunken.
Das zeigt sich auch in der Leseprobe. Da geht es gleich ordentlich zur Sache.
Interessant finde ich vor allem die Zeitsprünge. Mal geht es um ihre Beziehung, dann um ihre Doktorarbeit und dann wieder um ihren Vater, der auch kein einfacher Zeitgenosse zu sein scheint. Er scheint ziemliches Chaos in die Familie hineinzubringen aber irgendwie lockert das die Handlung auch ein bisschen auf.
Ein ziemlich chaotisches Leben und ich bin gespannt, was noch alles auf Hedda zukommen wird. Wie sie mit all dem Chaos in ihrem Leben umgeht und ob sie es schafft, dass sich alles wieder einpendelt.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Das Cover strahlt eindeutig Melancholie, Verzweiflung, vielleicht sogar Depression aus. Die Titelfigur schaut direkt den Betrachter an und ihre Gesichtszüge wirken ernst, vielleicht sogar traurig. Auch ...

Das Cover strahlt eindeutig Melancholie, Verzweiflung, vielleicht sogar Depression aus. Die Titelfigur schaut direkt den Betrachter an und ihre Gesichtszüge wirken ernst, vielleicht sogar traurig. Auch die Farbgebung ist eher gedeckt, was den düsteren Gesamteindruck verstärkt.
Die Leseprobe war sehr faszinierend und ganz anders, als die Bücher, die ich sonst lese. Es gibt Wechsel zwischen dem Jetzt und Heddas Vergangenheit, wobei direkt klar wird, dass ihr Vater ein besonderer Mensch ist, in vieler Hinsicht, und Hedda schon als Kind sehr offen war. Sie hat kein Problem damit, unbequeme Fragen zu stellen, Widersprüche reizen sie offenbar und sie geht gern und freiwillig in Konfrontationen. Auch im Jetzt spürt man das - ihrem Freund gegenüber ist sie stellenweise ziemlich ruppig und unfreundlich, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Die Dynamik mochte ich gern, ich bin auch kein Mensch, der sich lieb und freundlich jedem unterordnet und stehe sehr zu meiner Meinung, auch, wenn sie anders ist als andere Meinungen. Das würde ich in einer Beziehung nicht anders machen als bei meinen Eltern und Schwestern.
Hedda ist am Beginn der Schwangerschaft, etwas, was ich mir noch nicht vorstellen kann (ich bin aber auch erst 17 Jahre alt), aber es deckt sich mit dem, was meine Mutter uns oft erzählt hat. Die Aufregung ganz am Anfang, wenn man noch niemandem außer dem Partner davon erzählt, die Unsicherheit und die Angst, dass etwas passieren könnte... Da bereits erwähnt wird, dass eine Fehlgeburt thematisiert werden wird, gehe ich davon aus, dass es sich um Heddas Schwangerschaft handeln wird. In meiner Familie sind wir zum Glück immer sehr offen mit solchen Themen. Meine Mutter hatte eine Fehlgeburt zwischen meiner ältesten und zweitältesten Schwester (wir sind 3 Töchter). Meine Tante hatte 3 Fehlgeburten und hat 2 Kinder. Schon recht früh erinnere ich mich daran, wie meine Mutter uns davon erzählt hat, wie sie sich gefühlt hat und wie schlimm es war. Aber auch, dass es ihr extrem wichtig war, immer offen damit zu sein. Sie hat gesagt, sehr viele ihrer Freundinnen haben ähnliche Erfahrungen gemacht und immer, wenn eine darüber gesprochen hat, gab es andere, die sich erleichtert gefühlt habe, weil auch sie darüber sprechen konnten - und wollten! Statistisch betrachtet, erleben sehr viele Frauen Fehlgeburten und noch immer ist es etwas, was wie eine Art "Versagen" gefühlt wird. Der eigene Körper konnte das Kind nicht "behalten", hat "versagt" - und dann kommt noch die Angst davor, dass das wieder passieren kann. Dass vielleicht etwas, das man getan oder nicht getan hat, die Fehlgeburt verursacht haben könnte. Ich finde, es ist ein wahnsinnig wichtiges Thema, auch - oder vielleicht sogar besonders dann! - wenn man wie ich noch jung und weit entfernt von Familienplanungen ist. Ich möchte später Kinder haben, auf jeden Fall, aber auch ich habe Angst vor einer solchen Situation und Respekt davor, was da auf mich zukommen könnte.
Auch aus diesem Grund möchte ich sehr gerne weiterlesen! Ich finde die Sprache des Romans sehr faszinierend und die Figuren, vor allem Hedda, spannend. Die bereits angedeuteten Konflikte - die Doktorarbeit, die Partnerschaft von Hedda und ihrem Freund, die Eltern, vor allem der Vater - sind vielversprechend und das Setting reizt mich sehr! Ich war letztes Jahr mit meiner Familie in Stockholm und bin seitdem echt ein Schweden-Fan!
Ich würde dieses Buch sehr, sehr gerne lesen - und am allerliebsten mit der tollen Lesejury Community, die es ja schrecklicherweise nicht mehr soo lange geben wird. Es wäre unfassbar schön, wenn ich in diese Runde kommen würde und das gemeinsame Lesen nochmal genießen kann und mich in der Leserunde einbringen kann!