Veröffentlicht am 14.03.2026
Das Cover von _Home Sick_ ist absolut auffallend durch die plakativen Farben und den herausstechenden, präsenten gelben Schriftzug. Es wirkt sehr modern, gleichzeitig aber auch etwas melancholisch durch ...
Das Cover von _Home Sick_ ist absolut auffallend durch die plakativen Farben und den herausstechenden, präsenten gelben Schriftzug. Es wirkt sehr modern, gleichzeitig aber auch etwas melancholisch durch die gedecktere Farbwahl im Hintergrund und die junge Frau, die wie erschöpft, aber gleichzeitig sehnsüchtig aus dem Fenster nach hinten blickt.
Das Buch startet schon gleich überzeugend mit der Widmung. Ich fühle mich direkt abgeholt.
Der Klappentext und die Leseprobe machen Lust auf das Buch. Der Schreibstil ist zunächst sehr schnörkellos und leicht zu lesen. Sehr interessant finde ich die kurzen, knappen Kapitel, die dazu verleiten ein Kapitel nach dem nächsten wegzulesen. Gleichzeitig bekommt das Buch dadurch (zumindest anfangs) eine Art dokumentierenden Charakter, der die melancholischen Töne des Buches im Aufbau sehr gut wiederspiegelt.
Mara erscheint mir vom ersten Eindruck her unsicher und auch teilweise fremdbestimmt. Sie weiß noch nicht wirklich, was sie möchte und was sie vom Leben erwarten soll und kann. Sie vermittelt ein Gefühl des „Verlorenseins“, in das sich vermutlich jeder in seinen Zwanzigern gut hineinversetzen kann (oder konnte ;-)). Für den weiteren Verlauf bringt sie daher jede Menge Entwicklungspotential mit sich. Insofern vermute ich, dass Selbstfindung im Folgenden eine größere Rolle spielen wird und es sich somit um einen Coming-of-Age-Roman handelt. Juhu, das lese ich sehr gerne! :-)
Die Männer in Maras Leben finde ich schrecklich: Ihr Mitbewohner Lewis, der in völlig patriarchalen Denkweisen feststeckt, ihr Freund Tom, der gar keine Zeit für sie hat und sich zunehmend von ihr abzukapseln scheint und ihr Chef Derek, der absolut übergriffig ist. Ich hoffe sehr, dass Mara sich im weiteren Verlauf von diesen Lasten befreien kann, um ihren eigenen Weg zu finden.
Noor kann ich noch nicht richtig einschätzen. Sie wirkt zunächst deutlich selbstbewusster und selbstsicherer, allerdings auch ein wenig egozentrisch. Auch hier bin ich neugierig, welche Rolle diese Freundschaft für Mara noch spielen wird.
Und dann ist da noch das Erbe, das einerseits nicht ganz klein zu sein scheint und für londoner Maßstäbe doch wieder nicht groß genug. Geld (oder kein Geld) scheint in Maras Leben schon eine Rolle zu spielen, denn größere Ausgaben belasten sie. Der Klappentext verrät ja bereits, dass Mara eine Wohnung finden und Tom mit einziehen wird, die Beziehung aber dennoch zu einer Fernbezieheung werden wird.
Meine Vorstellung ist, dass die Wohnung für Mara ein Schritt Richtung Neubeginn sein wird.