Leserunde zu "Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" von Kikuko Tsumura

Lustig, surreal und hellsichtig
Cover-Bild Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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Kikuko Tsumura (Autor)

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen

Roman. »Mit Genuss pulverisiert Tsumura das neoliberale Arbeitsideal. Surreal und sehr böse« DAZED

Katja Busson (Übersetzer)

Die Erzählerin in diesem Roman ist müde - von der Arbeitswelt, ihren absurden Ritualen und entfremdenden Herausforderungen. Gebeutelt von den nie enden wollenden Anforderungen des, na ja: Kapitalismus, wünscht sie sich einen Job, bei dem sie möglichst wenig investieren muss, also am liebsten sehr wenig denken. Allerdings entwickeln auch die abseitigsten Anstellungen ihre Tücken - von Läden, die wie von Zauberhand vom Erdboden verschwinden, über mysteriösen Sekten, zu einem Landschaftspark, der von einem Geist heimgesucht scheint. Fast könnte man meinen, das System ist das Problem ...
Ein abgründiger Roman über die Tücken des modernen Alltags - lustig, surreal, hellsichtig und manchmal ganz schön beunruhigend.

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 08.09.2025 - 28.09.2025
  2. Lesen 13.10.2025 - 26.10.2025
  3. Rezensieren 27.10.2025 - 09.11.2025

Bereits beendet

Schlagworte

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Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 09.11.2025

Von Achtsamkeit und einem Neubeginn

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„Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen“ ist ein stilles, beinahe unscheinbares Buch, und doch beschäftigt es mich noch im Nachhinein. Kikuko Tsumura erzählt mit Humor und einer schlichten Klarheit ...

„Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen“ ist ein stilles, beinahe unscheinbares Buch, und doch beschäftigt es mich noch im Nachhinein. Kikuko Tsumura erzählt mit Humor und einer schlichten Klarheit von einer jungen Frau, die nach einem Burnout versucht, ihren Platz im Leben und im Job wiederzufinden. Sie nimmt verschiedene Jobs abseits des Sichtbaren an – vermeintlich einfache Arbeiten ohne Verantwortung, die jedoch immer mehr über sie selbst offenbaren.

Was das Buch so besonders macht, ist seine ruhige, fast nüchterne Erzählweise. Tsumura schreibt ohne Dramatik, aber mit einer feinen Wahrnehmung für Zwischentöne. Sie zeigt, wie viel Bedeutung in scheinbar kleinen Momenten steckt: ein Gespräch, ein Blick, eine Pause im Alltag. Dieses Buch lädt dazu ein, langsamer zu werden, auf sich selbst zu blicken, zu hinterfragen und freundlich sowie empathisch mit sich selbst zu sein. Zwischen neuen Begegnungen und ungewöhnlichen Jobs entsteht so eine Geschichte über Selbstfürsorge, Achtsamkeit und das behutsame Wiederfinden der eigenen Stimme und Bedürfnisse. Es geht darum, wie man lernt, Grenzen zu setzen, ohne sich zu ver- oder auszuschließen. Tsumura beschreibt, dass Heilung nicht unbedingt in den großen Dingen liegt, sondern in den Momenten, in denen wir für uns selbst da sind.

Ein unaufgeregtes und sehr kluges Buch über Arbeit, Erschöpfung und Selbstfindung. Es zeigt, dass der Anfang von etwas Neuem manchmal nicht im Besonderen, sondern im ganz Alltäglichen liegt. Für mich ist es eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Sehr lesenswert!

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Die Protagonistin in diesem Buch musste ihren Job aufgrund eines Burnouts kündigen. Von der Arbeitsagentur wird sie, gemäß ihren Wünschen, an Arbeitsstellen vermittelt, die wenig Verantwortung mit sich ...

Die Protagonistin in diesem Buch musste ihren Job aufgrund eines Burnouts kündigen. Von der Arbeitsagentur wird sie, gemäß ihren Wünschen, an Arbeitsstellen vermittelt, die wenig Verantwortung mit sich bringen. Dazu zählen unter anderen ein Job bei dem sie eine Autorin über Videokameras rund um die Uhr überwachen muss, ein Job als Plakatiererin oder ein einfacher Job im Marketing.

Das Buch teilt sich in fünf große Kapitel auf. Jedes davon widmet sich einem Job. So simpel sie anfangs auch klingen, so bringt die Arbeit doch einiges an Überraschungen mit sich. Es zeigt wunderbar, wie viel Raum ein Arbeitsplatz in unserem Leben einnimmt, unabhängig davon, ob dieser mit viel Verantwortung verbunden ist, ob es ein Bürojob oder Außendienst ist. Jede Tätigkeit prägt uns, beschäftigt uns, bringt Herausforderungen und unerwartete Erlebnisse mit sich. In dieser Hinsicht regt das Buch auf jeden Fall zum Nachdenken an.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt. Er ist sehr schlicht gehalten und eher distanziert. Das nehme ich des öfteren bei japanischen Romane wahr. Mir gefällt das sehr gut. Denn trotzdem gelingt es, die Figuren nahbar und lebendig erscheinen zu lassen. Zudem fand ich es schön, wie unbefangen die Autorin an das Thema "psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz" herangegangen ist.

Fazit:
Ein sehr lesenswerter und gut geschriebener Roman, der zum Nachdenken über sein eigenes Verhältnis zur Arbeit anregt.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Zwischen Burnout und Neubeginn – eine leise, tief berührende Geschichte

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Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein stilles, kluges und zugleich tief berührendes Buch, das lange nachklingt. Durch die klar unterteilten Kapitel wirkt es zunächst wie eine Sammlung ...

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein stilles, kluges und zugleich tief berührendes Buch, das lange nachklingt. Durch die klar unterteilten Kapitel wirkt es zunächst wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, doch weil immer dieselbe Erzählerin im Mittelpunkt steht, entsteht ein leiser, zusammenhängender Roman über Selbstfindung und Neubeginn.

Die namenlose Hauptfigur versucht nach einem Burnout, wieder in die Arbeitswelt zurückzufinden. Sie nimmt verschiedene, teils absurde Jobs an, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken, aber erstaunlich viel Tiefe offenbaren. Besonders spannend finde ich, dass sie stets nach Arbeit ohne Verantwortung sucht und sich dann doch mit ganzer Hingabe hineinbegibt. Sie wirkt herzlich, aufmerksam und vorsichtig zugleich – jemand, der weiß, wie leicht man sich in etwas verliert, wenn man sich zu sehr bindet.

Kikuko Tsumura schreibt ruhig, präzise und mit einer feinen Balance aus Melancholie und Humor. Das Buch zeigt, wie viel Raum Arbeit im Leben einnehmen kann und wie schwer es ist, Abstand zu gewinnen. Ein stilles, tröstliches und wunderbar unaufgeregtes Buch, das einen noch lange begleitet.

Für mich ist es ein leises, aber kraftvolles Buch über Menschlichkeit, Selbstfürsorge und das zarte Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz. Ein besonderes Leseerlebnis, das auf unaufgeregte Weise nachhallt – still, feinfühlig und klüger, als es auf den ersten Blick scheint.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Ein leises Buch über das Wiederfinden – und das Innehalten im Alltag

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"Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist eines dieser stillen Bücher, die sich unauffällig ins Herz schleichen und dort lange nachklingen.
Kikuko Tsumura erzählt ruhig, klug und feinfühlig ...

"Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen" ist eines dieser stillen Bücher, die sich unauffällig ins Herz schleichen und dort lange nachklingen.
Kikuko Tsumura erzählt ruhig, klug und feinfühlig von einer jungen Frau, die nach einem Burnout versucht durch verschiedene, oft ungewöhnliche Jobs, wieder ins Leben zurückzufinden.

Jedes Kapitel wirkt wie eine kleine, in sich geschlossene Kurzgeschichte, und doch entsteht daraus ein sanft fließender Roman über Selbstfindung, Menschlichkeit und die Kunst, wieder Vertrauen ins Leben zu fassen.

Besonders mochte ich Tsumuras Schreibweise: ruhig, präzise, manchmal fast meditativ. Sie beschreibt Alltägliches mit solcher Aufmerksamkeit, dass selbst kleinste Gesten Bedeutung bekommen. Zwischen Melancholie und Hoffnung erzählt sie von den kleinen Momenten, die uns heilen – von Begegnungen, die uns verändern, auch wenn sie flüchtig sind. Besonders schön fand ich die Figur von Frau Eriguchi, die für die Erzählerin jemand ist, der hilft, ohne es zu merken.

Gleichzeitig gelingt es der Autorin, über das Persönliche hinaus einen Blick auf die moderne japanische Arbeitswelt zu werfen: auf Leistungsdruck, Entfremdung und die Schwierigkeit, in einer Gesellschaft, die Arbeit mit Identität gleichsetzt, gesund zu bleiben. Trotzdem bleibt das Buch nie schwer oder zynisch – im Gegenteil, es wirkt tröstlich und warm, fast wie ein freundlicher Blick auf die eigene Verletzlichkeit.

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen ist ein zartes, kluges und wunderbar unaufgeregtes Buch über Selbstfürsorge und Neubeginn. Es erinnert daran, dass Heilung manchmal im Unspektakulären liegt – und dass es völlig in Ordnung ist, einfach mal dazusitzen und Yakisoba zu essen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein leiser Roman mit unerwarteter Tiefe

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Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt ...

Dieses Buch war für mich ein echtes Lesehighlight – ruhig, klug und voller leiser Hoffnung. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht, und tatsächlich entfaltet sich hier eine Geschichte, die so unaufgeregt beginnt, dass man erst nach und nach merkt, wie viel Tiefe in ihr steckt.

Die Ich-Erzählerin, die nach einem Burn-out eine neue, einfache Arbeit sucht, nimmt im Laufe des Buches ganz unterschiedliche Jobs an – von Buswerbung bis hin zu skurrilen Beobachtungstätigkeiten. Dabei entstehen immer wieder kleine, fast magische Momente, in denen sich das Alltägliche plötzlich verändert. Besonders schön fand ich, dass jede dieser Aufgaben ihre eigene Atmosphäre hat und das Buch dadurch niemals eintönig wird.

Kikuko Tsumuras Schreibweise ist dabei etwas ganz Besonderes: ruhig, fast meditativ, und trotzdem unglaublich eindringlich. Sie beschreibt scheinbar einfache Dinge so feinfühlig und detailreich, dass man sich völlig in die Gedankenwelt der Erzählerin hineinversetzen kann. Zwischen den Zeilen liegt eine große Sensibilität und Wärme – man spürt, dass es in dieser Geschichte nicht nur um Arbeit oder Sinnsuche geht, sondern um Menschlichkeit, Hoffnung und leise Verbindungen zwischen Menschen.

Für mich war das Buch weniger gesellschaftskritisch als vielmehr tröstlich und ermutigend. Besonders die Figur von Frau Eriguchi hat mich tief berührt – sie wirkt wie ein stiller Engel, der der Erzählerin hilft, ihren Weg zurück ins Leben zu finden. Und gleichzeitig zeigt die Geschichte, dass man selbst manchmal zu einem Engel für jemand anderen werden kann.

Ein außergewöhnliches, feinfühliges Buch, das lange nachhallt – leise, aber mit großer Wirkung.

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