Leserunde zu "No Hard Feelings" von Genevieve Novak

Ehrlich, intelligent und witzig
Cover-Bild No Hard Feelings
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Genevieve Novak (Autor)

No Hard Feelings

Roman | Ehrlich, witzig, klug: Fleabag trifft Dolly Alderton

Babette Schröder (Übersetzer)

Wenn du dich ändern willst, aber das Leben dir ständig im Weg steht

Wenn Penny sich mit ihren Freunden vergleicht, schneidet sie gar nicht gut ab. Annie wird Partnerin in einer Kanzlei, Bec hat sich verlobt, Leo macht sorglos Party. Penny aber wartet ... auf Max, ihren On-Off-Freund, der nie zurückruft, auf die versprochene Beförderung, darauf, dass ihr richtiges Leben beginnt. Doch sie hat die Nase voll, alles soll sich ändern. Sie will es mit Max schaffen, ihre tyrannische Chefin beeindrucken und ihre Panikattacken in den Griff bekommen. Aber dann ist sie doch wieder auf Instagram unterwegs, wacht morgens mit einem Kater auf und schwelgt in Selbstkritik. Aber wenn sich schlechte Gewohnheiten so gut anfühlen, wie kann man dann wissen, was richtig für einen ist?

Eine kluge und empathische Darstellung von toxischen Beziehungen und ihrer Alltäglichkeit

»NO HARD FEELINGS ist ein bereicherndes, warmes, witziges Debüt.« Books+Publishing

Timing der Leserunde

  1. Bewerben 16.12.2024 - 05.01.2025
  2. Lesen 10.02.2025 - 27.02.2025
  3. Rezensieren 28.02.2025 - 16.03.2025

Bereits beendet

Schlagworte

pola toxische Beziehung toxischer Chef Perfektionismus Bodyshaming Mental Health Panikattacken On-and-Off Social Media Frauenfreundschaft Freundin Romcom romantische Komödie Insta Red Flag Liebe Happy End Liebesroman

Teilnehmer

Diskussion und Eindrücke zur Leserunde

Veröffentlicht am 28.02.2025

Ehrlich, humorvoll und mitten aus dem Leben – ein Roman, der trifft!

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Schon der Einstieg in No Hard Feelings hat mich komplett in den Bann gezogen. Genevieve Novak schafft es mit einem einzigartigen Mix aus Humor, Sarkasmus und Tiefgründigkeit, eine Geschichte zu erzählen, ...

Schon der Einstieg in No Hard Feelings hat mich komplett in den Bann gezogen. Genevieve Novak schafft es mit einem einzigartigen Mix aus Humor, Sarkasmus und Tiefgründigkeit, eine Geschichte zu erzählen, die sich gleichzeitig leicht und bedeutungsvoll anfühlt. Hauptfigur Penny ist eine absolute Wucht – ihre Gedanken, ihre Unsicherheiten und ihr trockener Humor haben mich direkt mitgerissen. Die ersten Seiten flogen nur so dahin, und ich war von der ersten Minute an gefesselt. Und dann diese Vibes mit Leo? Puuuuh! Ich habe es von Anfang an gefühlt. Gleichzeitig zeigt der Roman, dass das Leben nicht nur aus heilen Freundschaften, unkomplizierten Beziehungen oder stressfreien Jobs besteht. Ex-Freunde, zerbrechende Freundschaften, Arbeitsdruck – all das gehört eben auch dazu. Dieser ehrliche Blick auf das Leben macht das Buch so stark und authentisch.

Im weiteren Verlauf bleibt Penny eine greifbare Protagonistin. Ihre Selbstzweifel und ihr Kampf um den eigenen Selbstwert sind gut ausgearbeitet, auch wenn es für einen Moment fast kippte, weil sie sich sehr auf sich selbst fixiert. Doch Novak bekommt rechtzeitig die Kurve und lenkt die Geschichte wieder in die richtige Richtung, ohne Pennys Probleme kleinzureden. Besonders spannend war für mich Becs Entschuldigungsanruf – der für mich völlig unglaubwürdig wirkte. Pennys Reaktion darauf konnte ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Manche Dinge sollte man nicht einfach so hinnehmen, Hochzeitsstress hin oder her.

Leo bringt eine besondere Dynamik in die Geschichte, die von Anfang an spürbar ist. Auch wenn sein Verhalten an manchen Stellen etwas zurückhaltend wirkt, fügt es sich gut in den Verlauf der Handlung ein. Besonders beeindruckend ist, dass die Geschichte nicht nur auf romantische Entwicklungen setzt, sondern auch zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den eigenen Ängsten und Unsicherheiten auseinanderzusetzen. Das verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe und macht sie noch greifbarer.

Das Ende hat mir besonders gut gefallen. Es zeigt, dass ein Happy End nicht bedeutet, dass der Weg der Selbstfindung abgeschlossen ist. Manchmal sind es die kleinen, positiven Momente, die das Leben verändern. Genau diese Botschaft macht No Hard Feelings zu einem echten Highlight.

Fazit:No Hard Feelings ist ein Buch, das ehrlich, unterhaltsam und mitten aus dem Leben gegriffen ist. Penny ist eine unperfekte, aber umso liebenswertere Protagonistin, mit der man lachen, mitleiden und mitfiebern kann. Der Schreibstil ist erfrischend, die Dialoge spritzig und die Story absolut fesselnd. Bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte – insbesondere Becs fragwürdiges Verhalten und das eher oberflächliche Liebesgeständnis – hat mich das Buch vollkommen überzeugt. Eine klare Empfehlung für alle, die eine realistische, humorvolle und dennoch tiefgründige Geschichte suchen!

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Veröffentlicht am 09.03.2025

No hard feelings - und davon eine ganze Menge!

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Penny hat die Nase voll von ihrem Leben wie es ist!
Ihre Freundinnen kommen im Leben voran, während sie das Gefühl hat, in einem Job festzustecken, den sie hasst. Die Liebe meint es auch nicht gut mit ...

Penny hat die Nase voll von ihrem Leben wie es ist!
Ihre Freundinnen kommen im Leben voran, während sie das Gefühl hat, in einem Job festzustecken, den sie hasst. Die Liebe meint es auch nicht gut mit ihr, will ihr „Traummann“ doch eigentlich nur Spaß.
Doch Veränderungen sind nicht leicht…

Genau das dürfen wir als Leser:in mit Penny durchmachen.
Penny als Protagonist hadert nicht nur mit ihrem Leben, sondern vor allem mit sich selbst.
Selbsthass, Selbstzweifel, das Gefühl, kein Glück verdient zu haben. Und Aufgeben, nach all der Zeit die man investiert hat?! Das scheint für Penny erstmal keine Option zu sein.
Erst nach mehreren Rückschlägen und dem Mit, sich einer Therapeutin anzuvertrauen, ändert sich was für Penny.
Auch wenn es zuerst so scheint, als würde das alles nur noch schlimmer machen, dürfen wir Penny am Ende dabei begleiten, wie sie ihr Leben wieder selbst übernimmt.

All das verpackt Genevieve Novak in eine Sprache, die sich natürlich, leicht anfühlt und der Geschichte trotzdem die nötige Tiefe gibt.
Novak beschreibt realitätsnah eine Person mit Depressionen, Selbstzweifeln, Selbsthass und Hang zur Selbstmanipulation. Durch Penny zeigt sie uns, das solche Gedankengänge in mehr Köpfen stattfinden als nur in unserem eigenen und dass es keine Schande ist, sich Hilfe zu suchen.

Gespickt mit ein bisschen Liebe hat man mit „no hard feelings“ einen lebensnahen, tiefgehenden Roman, den ich jedem empfehlen würde. Vor allem, wenn jemand selbst gerade mit seinem Leben und sich selbst hadert.

1 ⭐️ Abzug gibt es, weil mir am Ende ein runder Abschluss, gerade was Pennys therapeutische Reise angeht, fehlt. Keine Frage, an sich ist das Ende ein gutes, aber es fehlt mir eine Art Resume an sich selbst. Ein Kapitel mit noch einer Sitzung bei Dr. Minnick vielleicht.

Doch ansonsten 4/5⭐️

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Authentisches Porträt einer Mittzwanzigerin - mit ein paar Schwächen

1

Grundlegende Message des Buches: Leben und Dating sind anstrengend. Bin ich froh, dass das zumindest letzteres lange keine Rolle mehr in meinem Leben gespielt hat. Das mit dem Leben kann ich aber noch ...

Grundlegende Message des Buches: Leben und Dating sind anstrengend. Bin ich froh, dass das zumindest letzteres lange keine Rolle mehr in meinem Leben gespielt hat. Das mit dem Leben kann ich aber noch immer nachfühlen. 🥲 
Die Lektüre von „No Hard Feelings“ hatte für mich durchaus ihre Tücken, weil die Selbstzweifel und übersteigerte eigene Abwertung der Protagonistin mir und wohl generell vielen weiblich sozialisierten Menschen bekannt sind. That hit home und war besonders in der ersten Hälfte echt herausfordernd.

Penny hängt in einer toxischen Beziehung mit Max fest, der nicht wirklich etwas Festes will, was sie wiederum aber auch nicht akzeptieren kann. Das ganze Hin und Her zieht sich für mich fast einen Ticken zu lang und wird erst recht spät aufgelöst. Nebenher kommt sie in ihrem Job nicht weiter, wobei auch hier fraglich ist, ob sie das überhaupt möchte. Und spielt sie im Leben ihrer Freundinnen eigentlich überhaupt noch eine Rolle oder entwickeln die sich ohne sie weiter? Zweifel über Zweifel und Penny dreht sich dadurch ziemlich lange um sich selbst, was zwar chaotisch-unterhaltsam, aber auch anstrengend war. Außerdem bedient der Roman einige Stereotype: die zickig-überdrehte Bride-to-be, die extrem karriereorientierte Anwältin oder die tyrannisch-kompetitive Chefin. Auf diese etwas platten Rollen hätte ich lieber verzichtet, zumal ich die Bücher des Verlags vor allem für ihre Progressivität schätze.

Auch das Thema mentale Gesundheit kam mir persönlich etwas zu kurz. Penny befindet sich aufgrund ihrer Depression zwar in Therapie, beendet die Stunde aber voller Frust und mit dem Vorhaben, nie wieder zu kommen. Angeblich hatte sie auch früher schon Therapiesitzungen, was ich aufgrund ihres Verhaltens etwas unglaubwürdig finde. Das meine ich nicht in dem Sinne, dass irgendwer mit psychischen Erkrankungen sich nach einem bestimmten Schema verhalten muss. Aber doch passte es hier für mich nicht ganz und machte Pennys Kreisen um sich selbst streckenweise erdrückend.

Trotz der Kritik habe ich das Buch aber dank des lockeren, humorvollen Schreibstils flüssig lesen können und wurde im letzten Viertel dann auch mit dem Tiefgang belohnt, den ich erwartet hatte. Hier wird auf wenig pathetische Art herausgearbeitet, dass ein Mensch sich nur selbst befreien kann, indem Verantwortung übernommen wird - für das eigene Handeln sowie das Leben im Allgemeinen. Die Lovestory am Rand hätte es für mich persönlich auch nicht gebraucht, zumal es ja eigentlich gerade darum gehen sollte, dass Beziehungen niemensch retten können, aber davon abgesehen finde ich sie sweet geschrieben.

Ein gut lesbares Buch mit ansprechender Alltagskomik, bei dem es mir streckenweise aber leider an Tiefe fehlte, obwohl viel Potenzial da ist. Bestimmt finden sich Menschen Anfang/Mitte Zwanzig in Penny wieder, sodass ihre Struggle auch richtig wohltuend sein können. Für mein ganz persönliches Empfinden hat der Verlag aber deutlich vielschichtigere Bücher im Programm, die für mich echte Highlights waren. Hier vergebe ich trotzdem wohlmeinende 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Chaotisch, ehrlich und unterhaltsam

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Penny steckt mitten in ihren 20ern und hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten, während ihre Freunde scheinbar mühelos das nächste Level des Erwachsenseins erreichen. Sie wartet auf die erhoffte Beförderung ...

Penny steckt mitten in ihren 20ern und hat das Gefühl, auf der Stelle zu treten, während ihre Freunde scheinbar mühelos das nächste Level des Erwachsenseins erreichen. Sie wartet auf die erhoffte Beförderung und lässt sich immer wieder von ihrem On-Off-Freund Max vertrösten, versinkt dabei zwischen Selbstzweifeln, schlechten Entscheidungen und zu vielen Drinks. Doch irgendwann muss sich etwas ändern – oder?
Das Buch hat für mich definitiv Höhen und Tiefen. Besonders gelungen fand ich Pennys Entwicklung, die zum Ende hin spürbar an Fahrt aufnimmt. Ihr Humor und ihre Art, mit Problemen umzugehen, haben mich oft schmunzeln lassen, und viele ihrer Gedanken dürften jungen Frauen wahrscheinlich sehr bekannt vorkommen.
Manchmal hätte ich Penny aber gerne gehörig den Kopf gewaschen! Man begleitet nicht nur sie, sondern auch ihr Umfeld dabei, wie sich Freundschaften und Lebenswege verändern - mal harmonisch, aber häufig auch holprig. Besonders Pennys innere Konflikte fand ich glaubwürdig dargestellt, vor allem ihre Angst, nicht mithalten zu können, und das Gefühl, immer einen Schritt hinterherzuhinken.
So authentisch ihre Unsicherheiten auch sind, manchmal wurde es mir ein bisschen zu viel Drama, und der übermäßige Alkoholkonsum hat mich im Laufe der Handlung immer mehr gestört. An manchen Stellen hätte ich mir zudem gewünscht, dass sich die Geschichte etwas schneller weiterentwickelt. Trotzdem ist es ein unterhaltsames Debüt mit ehrlichem Blick auf das chaotische Erwachsenenleben - humorvoll, bissig und trotz einiger Längen lesenswert!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Über die Herausforderungen der 20er im Tinderzeitalter

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Penny ist 26 Jahre alt, arbeitet eher freudlos unter einer wenig sympathischen Chefin in einer Marketing-Agentur und führt eine lockere On-Off Beziehung mit ihrem Ex-Freund Max, die sie alles andere als ...

Penny ist 26 Jahre alt, arbeitet eher freudlos unter einer wenig sympathischen Chefin in einer Marketing-Agentur und führt eine lockere On-Off Beziehung mit ihrem Ex-Freund Max, die sie alles andere als glücklich macht, das jedoch ebensowenig wie ihre gehaltlosen Tinder-Dates. Ihre Freundin Annie ist zwar im Dating ebenso unglücklich wie Penny, doch beruflich geht es bei ihr steil bergauf. Freundin Bec vereint wiederum beruflichen Erfolg und eine glückliche Beziehung, in der sie jedoch ihre Freundschaften komplett verliert. In diesem Setting fühlt Penny sich zunehmend unwohl, hat Versagensängste und Selbstzweifel. Beruf, Beziehung und Freunde - überall sieht Penny Baustellen und wäre so gern viel weiter in ihrem Leben, doch weiß nicht, wie sie ihre destruktiven Muster ablegen kann.

No hard feelings thematisiert ein besonderes Alter, mit Mitte 20, wenn sich unser Leben in bestimmte Bahnen bewegt, in manchen Fällen neu ausrichtet, Job, Freunde und Beziehungen sich mit dieser Ausrichtung verändern und wir alle doch nur eines möchten: anerkannt, gesehen und geliebt werden.

Jede der drei Frauen versucht auf ihre Art das Richtige zu tun, und im Erwachsenenleben anzukommen. Und jede der drei Freundinnen hadert auf ihre Art mit den Herausforderungen, die das Leben für sie auf diesem Weg bereit hält.

Das alles verpackt Genevieve Novak in einen lockeren, mitnehmenden und unterhaltsamen Schreibstil der mitten ins Geschehen zieht und unmittelbar an Pennys Entwicklung, Leiden und Lachen, teilhaben lässt. Sensibel, authentisch, zuweilen komisch thematisiert der Roman anhand von Penny auch den Themenkomplex psychische Gesundheit, Depressionen und Ängste.

So gelungen und kurzweilig, wie ich weite Teile des Romans fand, war das Ende mir persönlich jedoch zu kitschig und klischeebeladen. Die Freundinnenschaft und ihre Herausforderungen und Probleme wurden für mich außerdem zu oberflächlich behandelt, und nur vermeintlich gelöst. Hier hätte ich mir mehr Mut für unkonventionelle, emanzipatorischere Modelle und mehr Tiefe in der Analyse gewünscht.

No hard feelings ist ein Buch über eine schwierige Selbstfindung und den Weg aus Depression und Ängsten, über sich verändernde Freundschaften und Sinnsuche im Job im besonderen Jahrzehnt zwischen 20 und 30 Jahren. Der authentische, zuweilen komische Stil macht den Roman zu einem kurzweiligen Leseerlebnis mit leichten Schwächen in der Tiefe.

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